Beitragvon Arne Hoffmann » 11. Mai 2005, 13:56
Moin Attila!
Attila schrieb:
>
> Arne Hoffmann schrieb:
>
> > Generell finde ich die Angabe auch nicht verkehrt, auf der
> > anderen Seite ist die Frage, wieviel Nutzen diese hat.
>
> Das kann ich dir sagen - jemand der nach 2 Partien eine Rezi
> schreibt hat das Spielt entweder noch gar nicht vollständig
> erfasst, oder es ist einfach nur banal.
Dies relativierst Du weiter unten schon wieder und ebenso in Deiner Antwort auf Christians Beitrag! Ich wage zu behaupten, dass es Spiele gibt, die nach 2 Partien ausreichend für eine Rezension erfasst sind, ohne banal zu sein (z.B. Elchfest, Can't Stop, Diamant). Klar, die Rezension kann dann nicht alle Spielerzahlen betrachten (Frage: Muß sie das? - Ich behaupte, Nein!) und keine Aussage über die Langzeitmotivation geben (Nächste Frage: Muß sie das? Je nach Intention der Rezension).
>
> > "renommierten" Rezensenten schon zu Gute, dass diese ein
> > Spiel bestimmt nach wenigen Partien besser in das Umfeld
> > einordnen können, als z.B. ich selber.
>
> Na, das sehe ich nicht so - sicherlich haben renomierte
> Rezensenten einige Erfahrung mit Spielen (sie werden im laufe
> der Jahre doch ziemlich viele gespielt haben), aber dafür
> sind sie imo extrem anfällig für Vorurteile, da sie halt sehr
> viel kennen und wenn es einen an ein Spiel erinnert was man
> nicht so gut findet, dann ist das schonmal schlecht - das ist
> halt Menschlich! :-)
Wenn es richtige Vorurteile sind, dann bekommt ein menschlicher Rezensent die auch nach 5, 10 oder 20 weiteren Partien nicht widerlegt sondern ärgert sich u.U. von Partie zu Partie mehr, dass er dieses blöde Spiel spielen muß. Ist für mich kein tragendes Argument für generell mehr Partien.
> > Die nächste Frage wäre, ab welcher Anzahl Partien ich die
> > Rezension für fundiert halten könnte: 5, 10, 20, 40, 100?
>
> Die Frage ist nicht zu entscheiden ob die Rezi fundiert ist,
> sondern ICH lese eine Rezi wo jemand schreibt das er 2
> Partien gemacht hat anders als jemand der 50 Partien gemacht
> hat.
Genau das sage ich dcoh auch: Ab welcher Anzahl Partien ICH die Renzensionen für fundiert halten könnte. Wenn einer die Rezension auf 50 Partien basiert, kann ich davon ausgehen, dass der Rezensent einen gewissen Wiederspielreiz gefunden hat, oder aber eine enorme Ausdauer besitzt. Nach 50 Partien können bestimmt auch diverse Taktik- und Strategietips gegeben werden. Hier müßte man jetzt wieder fragen: Welche Intention verfolgt die Rezension? Soll das Spiel auf Herz und Nieren durchleuchtet werden, müssen es viele Partien sein - ganz klar. Soll das Spiel vielmehr vorgestellt und grob eingegliedert werden (wie es m.E. der Großteil der Internetseiten macht), so reichen bei weitem weniger Partien.
Bei ersterem kann ich nicht erwarten das er eingehend
> analysiert hat und begründen kann wieso dies oder das nicht
> stimmt - bei zweiterem aber sehr wohl. Zweitere Rezi ist
> meiner Erwartung nach weitaus Kritischer und
> ernstzunehmender.
Da bin ich mir gar nicht mal so sicher - sollte generell der Fall sein, aber viele Partien sind bei Weitem kein Garant für tiefgehende Analyse. Ok, Du sprichst auch nur von Erwartung, insofern liegt mein Erwartungswert da wohl niedriger als Deiner.
> > meist auch im Text klar wird, ob der Rezensent sich stärker
> > mit dem Spiel beschäftigt hat, oder nicht.
>
> Das ist korrekt - aber anstatt zu raten oder mir "zu denken"
> wie oft der Rezensent das Spiel gespielt hat, kann man es
> doch einfach dabei schreiben. Ansonsten ist es trotzallem
> ungewiss.
Ich muß es halt nicht raten, oder denken. M.E. erkennt man an einem Rezensionstext sehr wohl, wie gut der Rezensent das Spiel durchleuchtet hat. Und bei manchen Rezensenten wäre es mir eh lieber, wenn sie eine Partie weniger spielen und dafür mal ein-/zweimal mehr über ihre Rezension lesen, bevor sie sie veröffentlichen, aber das ist ein anderes Thema. ;-)
>
> > ersten Eindruck über das Spiel bekommen möchte (halt
> > Beschreibung des Spiels ohne großes Ausloten), ist die Anzahl
> > gespielter Partien auch nebensächlich.
>
> Stimmt schon, aber zumindest ICH erwarte von eine Rezension
> (für mich ==Kritik) mehr. Wenn es nur um einen ersten
> Eindruck geht dann kann man auch 2-3 Sätze schreiben und am
> Ende Daumen hoch, runter oder waagerecht.
2-3 Sätze insgesamt oder als Fazit? Ich finde, ein erster Eindruck darf ruhig mehr Text haben - so häufig trügt er nämlich doch nicht... Wobei ein erster Eindruck auf jeden Fall als solcher gekennzeichnet werden sollte, da gehen wir wohl konform. ;-)
Schöne Grüße
- Arne -