Ich bin gestern endlich mal dazu gekommen, in ein paar Solitärrunden die Strategie mit den Belagerungsmaschinen auszuprobieren. Nun ja, bei mir hat sie nicht funktioniert! Von 5 Partien haben die getreuen Ritter immerhin 4 gewonnen. Und bei der Niederlage hatten sie auch schon 7 weiße Schwerter, aber plötzlich auf Grund der Sachsen auch 12 Belagerungsmaschinen.
Zu den Spielvorbereitungen:
Ich habe zufällig 4 Ritter gezogen, danach wurde zufällig einer zum Verräter bestimmt. Danach wurde noch zufällig (wenn Artus nicht mitspielte) der Startspieler bestimmt.
Zum Ablauf:
Der Verräter hat sich auf die Lancelot Quest begeben und jede Runde eine Belagerungsmaschine gespielt. Nach der Enttarnung hat er entweder zufällig oder zielgerichtet eine weiße Karte geklaut und eine Belagerungsmaschine aufgestellt.
Die getreuen Ritter haben in der ersten Runde jeweils einen Lebenspunkt geopfert und zwei weiße Karten gezogen. Ziel war es, genügend Karten für die Gralsquest zu bekommen. In der zweiten Runde zog jeder Ritter eine schwarze Karte (die wenn möglich verdeckt abgelegt wurde um eine weiße Karte zu bekommen) und zog erneut 2 weiße Karten. Nach 2 Runden hatte jeder getreue Ritter also 4-5 Karten zusätzlich, es gab zwei Belagerungsmaschinen und maximal drei schwarze Karten lagen aus. Sah es nun beim Gral gut aus (genügend weiße Gralkarten auf den Händen und wenig schwarze Gralkarten (die eventuell mit Merlinkarten beseitigt wurden) zogen die getreuen dorthin und spielen auch direkt eine Gralkarte aus. Nach drei Runden war der Gral dann gewonnen, jeder Spieler bekam einen Lebenspunkt und weiter Karten. Danach kümmerten sich die Ritter entweder um Excalibur oder schlugen Sachsen und Pikten zurück. Kartenmangel gab es eigentlich kaum sobald die getreuen Ritter 8 weiße Schwerter in Camelot hatten, wurden fast nur noch Belagerungsmaschinen zerstört.
Wichtig:
Die Soloquests wurden links liegen gelassen, da der Verräter ja gerade bei dem Spieler der diese Quests lösen will gezielt Karten klauen kann und das Lösen einer solchen Quest somit unmöglich machen kann. Außerdem kann man die schwarzen Karten zu diesen Quests verdeckt ablegen und somit weiße Karten bekommen.
Nachdem der Verräter die 5. Belagerungsmaschine gesetzt hatte setze ein getreuer Ritter eine Belagerungsmaschine und enttarnte ihn, was ja ein weißes Schwert nach Camelot bringt.
Ich will jetzt nicht behaupten, dass dies die absolute Strategie ist und man immer damit gewinnt, es scheint aber schon sinnvoll zu sein, zunächst Karten zu ziehen (und auch während des Spiels versuchen an Karten zu kommen) und dann in der kompletten Gruppe die Quests zu lösen, wobei Soloquests außen vor bleiben.
Das führt natürlich zu der Frage, wie "sinnvoll" dieses Spiel ist. Wenn ich so vorgehe und keinen Verräter in der Gruppe habe, gewinne ich fast sicher. Habe ich einen Verräter, muss er eigentlich sofort anfangen Belagerungsmaschinen zu setzen um die Ritter unter Zeitdruck zu setzen. Er kann zwar zwischendurch mal eine schwarze Karte spielen, in der Hoffnung, dass die getreuen Ritter dadurch eine Quest verlieren, aber darauf hoffen die Ritter ja auch irgendwie. Irgendwie bleibt da wenig "Spielraum" wenn ich auf Sieg spiele.
Noch ein Wort zum Verräter. Eigentlich erscheint es widersinnig, dass der Verräter stärker wird, wenn er entlarvt ist. Schließlich sollte er doch versuchen, so lange wie möglich unentdeckt zu bleiben. Auf der anderen Seite sollte das Spiel natürlich auch nach der Entlarvung einigermaßen interessant für den Spieler des Verräters bleiben. Und seine Stärke ist wohl auch eine Sache der Perspektive. Die getreuen Ritter empfinden ihn als stark, weil er Karten klauen und eine Belagerungsmaschine setzen darf, er selber empfindet sich wohl eher als schwach weil er ja "tatenlos" zusehen muss, wie die Ritter sich absprechen und die Quest gemeinsam angehen und - meistens auch - lösen.
Bernd