Beitragvon Marten Holst » 24. Januar 2006, 01:35
Moin Daniel,
dass Du mit "broken" ein strategisches meintest, war schon klar. Aber ich sehe das etwas weniger dramatisch als Du. Klar ist, dass SJ (jetzt hatte ich zuerst glatt PR geschrieben ;-) ) je nach Spielerzahl einige gravierende "Spielbalanceverschiebungen" erfährt. Im Viererspiel wird im Prinzip immer produziert/gehandelt, im zweier eher weniger. Speziell als alleine produzierender kann man hier gut auflaufen.
Richtig ist auch, dass von den beiden einfachen Strategien (Rathaus/Zunfthalle - Palast alleine bringt wenig, stützt aber andere Strategien, Triumphbogen ist ein sehr nettes Extra, aber auch keine Strategie) die "optimale" Strategie je nach Spielerzahl eher in Richtung RH (2) beziehungsweise ZH (4) pendelt. Und wenn Du einen guten Start bekommst (Pi mal Daumen: Präfektur, Steinbruch, Goldmine, Bibliothek) und später die 6er, dann dürftest Du klar gewinnen.
Allerdings: Warten auf die Traumkombination gewinnt nicht. Und in dem Moment wird es interessant, richtig auszuweichen.
Richtig ist auch, dass die Bibliothek im 2er-Spiel sehr stark ist (die Variante mit 6-5-4 Kosten bei 2-3-4 Spielern wird deswegen ja auch vom Verlag genannt). Das wäre das einzige, was vielleicht störend wäre. Wenn ein Spieler eine Bib zu einem günstigen Zeitpunkt bekommt (also sie bauen kann oder nichtstörend halten) und der andere nicht, so ist das ein Riesenvorteil. Aber - die berühmte Hofmeisterin bei Sankt Petersburg in Runde 1 ist das auch. Ist das Spiel deswegen 'broken'?
Die Ausstattung ist zugegeben albern - nur Karten hätten gereicht.
Dass ein Spieler mit 12 Gebäuden gegen einen mit wenigern fast immer gewinnt kann ich so indirekt bestätigen. Zum Einen finde ich das aber nicht schlimm, es geht ja ums Bauen, da sollte mehr Bauen auch ein Vorteil sein. Zum Anderen baut man auch kein 12.Gebäude, wenn man damit nicht gewinnt.
Chips statt Karten zum Markieren würden meiner Vermutung nach das Spiel für etwas erfahrenere Spieler massiv verändern. Ich vermute, nicht zum besseren. Allerdings müsste man es erst einmal probieren. Es ist allerdings so, dass bei Chips oder anderen Markierungen (was soll eigentlich die "Geldanzeige" sein?) alle Karten im Stapeldurchlauf in Spielerhand kämen. Das heißt, wenn der Stapel neu gemischt wurde, weiß ich, dass Karten, die ich nicht gesehen habe (speziell 6er) bei anderen Spielern waren (Ausnahme: Goldminenkarten) - und je nach Spielsituation oder Verlauf sicher nicht wieder freigegeben werden. Damit verliert der Stapel, und damit auch die Rolle des Präfekten, an Wert gegenüber der Regel wie sie ist. Auch die Wahl der Produktion als "Durchlaufbeschleuniger" bzw. eher Neuaufnahmebeschleuniger entfiele. Wäre halt anders und könnte die Balance stören. Aber wie gesagt, probiert habe ich es nicht.
Tschüß
Marten