Hallo!
Über die Spielboxjahre hinweg las ich ja schon manche Diskussionen zu den Spiel'variablen'. Schachtelgrößen, Spielfarben, Auspackfreuden, Preis-Gewicht-ergoSpielwertkalkulierungen, usw.
Ein Teil der Auspackfreude ist für mich das Drumherum. Wohl für viele von uns. Na auf jeden Fall "suchte" ich hier gerade... fand bisher noch keine Plauderei über Qualitäten der Einleitung...
Wird ein Spiel live in einer ungeduldigen Spielerunde auf Jungfernfahrt geschickt, wird ja genau der oft kursiv geschriebene Einleitungstext gern übersprungen. Ran ans Eingemachte.
Die Freude am Lesen dieses "Einstimmers" wurde bei mir ja schon oft getrübt - oft auch, weil es da so schön nach Abenteuer klingt, was das Spiel dann eh nicht erfüllt.
Wie dem auch sei!
Hab ich mir vor kurzem wieder ein paar Spiele heim geholt und began aus Neugierde meine Aufmerksamkeit auf genau diese Einleitung zu legen.
[b]Zug um Zug Europa[/b]
Planlos!
Also meine Vorgeschichte. Ich fand, die Welt sah schon genug Eisenbahnspiele auf meinem Tisch, also kümmerte ich mich vorerst gar nicht darum. Freunde brachten es zum Spielen mit und ich war begeistert. Englisch heisst dieses Spiel ja: Ticket to Ride.
Also erwartete ich mir irgendwas wie: irgendwelche Leutchen, die Bahntickets zusammenbekommen müssen (quasi Geld für einen bestimmten Abschnitt), um möglichst viele Örtlichkeiten zu besuchen. Wer den erfolgreichsten Bildungsurlaub verbrachte, hat gewonnen.
Ich gebe zu, auch überzogen...
... aber was ich bei ZuZ:E vorne lese: "ich werde zu einem Zug-Abenteuer entführt... ob ich mich wohl durch finstere Tunnel in der Schweiz traue (hä?)... Werde Europas bedeutendster Bahnmagnat! (HÄÄÄ?)"
Wer hat sich denn DAS einfallen lassen?
[b]Revolte in Rom[/b]
Konservativ.
"Ganz Rom in Aufruhr... egal ob ich mit Karten wie Turm und Prätorianer schütze, oder die Fäden hinter den Kulissen ziehe... wer seine Karten clever ausspielt, erntet die Lorbeeren."
Kurz und schmerzlos halt. Spielthema abstrakt dargestellt, Einleitung weiß somit wohl auch keinen Grund, um sich stimmiger darzustellen.
[b]Heckmeck am Bratwurmeck[/b]
Niedlich.
"Das Federvieh liebt Würmer... Haralds Onkel aus Übersee brachte ihn auf Idee einer Bratwurmfastfoodecke... überall scharren Hühner nach frischen Rohstoffen..."
Ja - schlicht und ergreifend: niedlich.
Da weder Schachtelabbildung noch Schachtelrückseitentext einen Hehl daraus machen, dass es sich um ein einfaches, flottes Würfelspielchen handelt - eben dieser Punkt, wo ich mich immer wieder 'beschummelt' fühlte (nicht drin, was draussen versprochen wird) -> fein! :)
[b]Dungeon Twister[/b]
Massig, aber hahnebüchen.
Also der Auslöser dieser 'Untersuchung' war die Enttäuschung bei Zug um Zug - DT hebt sich dadurch ab, dass es eine Einleitung hat, die eine gesamte Regelseite einnimmt. Fiel mir schon länger nimmer auf, dass dafür so viel Engagement aufgewendet wird...
"... mystischer Planet mit unzähligen Kreaturen... die mächtigste ein Mensch... ein supermächtiger Erzmagier... beherrscht alles, sucht nun nach der Macht der Unsterblichkeit! Ist 3000 Jahre alt..." aha, aber vielleicht geht da ja noch was!
"Wurde so mit süßen 1000 umtriebig... baute ein Königreich... war 2000 Jahre voll beschäftigt mit Festungs- und Schlösserbau." 2000 Jahre? War wohl allein - na egal.
Jetzt ist ihm wieder fad, "da hat er DIE Idee!
Er heuert Zwerge und Gnome an, die unterirdische Labyrinthe bauen ... jetzt, mit 3000 überschlägt er sich geradezu, weil er startet dieses Projekt auf der ganzen Welt GLEICHZEITIG!!!"
Hätte sonst wohl wieder gut 2000 Jahre rumgebuddelt... aber wär im wenigstens nicht fad gewesen?
"Als die Labyrinthe fertig waren, ließ er in allen Glaskugeln aufstellen" - so ne Art Webcam eben.
Nun Vorsicht an sensible Gemüter!!!:
"Mit Hilfe von Teleportation brachte er Kämpfer seiner Wahl in die Labyrinthe. Mann, Frau, wurscht. Diese armen Wesen wurden ihrer normalen Umgebung entrissen und fanden sich auf einmal - genau! - in einer völlig fremden wieder."
Schlimmer sogar: "In einem Albtraum ohne Ziel und Sinn!" - (jetzt fiel mir grad ein Gag dazu ein - den versteht man aber wohl nur in der Firma wo ich arbeite, drum lasse ich es).
"Sie mussten Fallen ausweichen, kämpfen, überleben, das Labyrinth verstehen und einen Ausgang finden. Ohne es zu wissen, würden die unglücklichen Gefangenen Schauspieler in einem blutigen Drama sein, dessen einziges Ziel es war, den Erzmagier zu unterhalten..."
Naaaa? Nicht schlecht - was?
Dass da zwei gleiche Gruppen am jeweiligen Ausgang der gegenüberliegenden Gruppe anfangen, ist sicher so eine Supermagiergrausamkeit.
Ober ihm diese grausamen Kämpfe in den Labyrinthen schon wieder langweilen?
Aber wenn es bei der Suche nach der Macht der Unsterblichkeit hilft, soll's mir recht sein.
Wie steht's bei Euch mit Spieleinleitungen?
Geliebt?
Gehasst?
Egal?
Besonders gute bekannt?
Vielleicht gar eine besonders unfreiwillig komische?
Na schöne Grüße noch! :)