Beitragvon peer » 25. Juli 2006, 12:03
Hi,
achim schrieb:
> sehr gering, bis kaum messbar. Wenn T&T sich 500.000 Mal
> verkaufen soll, und Hasbro Spiele in sehr hohen Auflagen ins
> "Publikum" drückt, wie du es nennst, müssten da schon einige
> Stimmzettel mehr rauskommen, wenn deine These stimmen sollte.
> Der DSP ist nach wie vor in meinen Augen ein absoluter
> Insiderpreis.
Naja, was heisst "Insiderpreis"? Beim letzten Mal gab es knapp 2000 Stimmen. Das sind nicht gerade viele, aber doch ,mehr als sich hier im Forum beteiligen ;-)
Als Hauptproblem sehe ich beim DSP zweierlei:
1) Wie Günter schon schrieb: Durch die große Beteiligung von Spielerclubs etc. haben natürlich Spiele mit besserer Betriebsstruktur größere Chancen, als die mit kleineren. Unbekanntere Spiele (unabhängig von deren Qualität) können gar nicht gewinnen, denn sie können nicht gewählt werden, wenn sie keiner kennt. Dann hat man den Effekt, dass ein Spiel gewählt wird, dass alle kennen. Das kann man als Würdigung des Autoren verstehen. Doch mehr Spiele werden dadurch nicht verkauft (Es gewinnen nur Spiele die jeder kennt) - Den SdJ-Effekt, nämlich auf besondere Spiele hinzuweisen, kann der DSP daher nicht leisten.
Fazit: Es können nur Spiele gewinnen, die jeder kennt, ergo die eh schon erfolgreich sind.
2) Der SdJ hat eine klare Aussage: Es ist das Spiel, dass die Spielkultur nach Ansicht der Jury am besten fördert. Auch der Portner oder der Bruno haben klare Aussagen: Es sind die Spiele, die der Jury am meisten Spaß gemacht haben.
Aber was ist die Aussage des DSP? Jeder stimmt nach anderen Kritierien ab: Der eine wählt die Spiele, die ihm am meisten Spaß gemacht haben. Eina anderer wählt die Spiele, von denen er meint, sie hätten den Preis verdient (nicht unbedingt dasselbe). Wieder andere wählen mit Absicht z.B. keine Absacker, weil die nach deren Meinung nicht DSP-tauglich wären etc. Und ohne Aussage ist die Interpretation des Preises schon schwierig. Fragen wie "Wie konnte Niagara gewinnen?" sind überflüssig, denn letztlich stimmt jeder nach anderen Gesichtspunkten ab. Z.T. herrscht nicht einmal Einigkeit darüber, welche Spiele überhaupt genannt werden dürfen. Und letztlich kann jeder abstimmen, auch die, die nur drei Spiele des jeweiligen Jahrgangs kennen (siehe 1).
Fazit: Der DSP ist eine Umfrage, kein Preis.
Der DSP ist eine Spielerei, nicht mehr. Es ist so ein bisschen wie bei "Deutschland sucht den Superstar": Es gewinnt nicht unbedingt der beste Sänger, sondern der, auf den sich die meisten einigen können. Und die Kriterien dafür sind selten die, die es eigentlich hätten sein sollen (der ist süß, der muss gewinnen. Der andere hat eine Freundin. Der hat schon das sdJ gewonnen. Für den stimmen sowieso alle. Ich mag den nicht, also stimme ich für den Konkurrenten) ;-)
ciao
peer