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Die perfekte Spielanleitung

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Tarek

Die perfekte Spielanleitung

Beitragvon Tarek » 30. Juli 2006, 19:57

Hallo,

ich habe bisher hier im Forum nur mitgelesen und habe die unterschiedlichen Meinungen schätzen gelernt. Jetzt brauche ich eure Hilfe.
Ich habe vor bald mein erstes, eigenes Spiel auf den Markt zu bringen (soll in Essen das Licht der Welt erblicken).
Das Spiel ist fast fertig produziert, nur die abschließenden Regeln fehlen noch.
Ich habe die Regel schon geschrieben, bin aber noch nicht richtig glücklich.
Ich habe sie auch schon einigen Freunden und Bekannten zum lesen gegeben. Die haben viele Anmerkungen gemacht - leider aber gingen die nicht immer in dieselbe Richtung. Einige wollten mehr Beispiele und taktische Tipps. Andere haben die Beispiele eher gelangweilt. Einige fanden die Anleitung ohne Tipps schon lang genug und sagten, sie wären über taktische Tipps eher verwirrt, wenn sie noch gar nicht wüßten, wie das Spiel ünerhaupt funktioniert.

Auch über die Gliederung gab es viele Meinungen.
Jetzt würde mich interessieren, wie für euch die perfekte Regel aussehen sollte.

Danke

Tarek
PS: Damit man mir keine Schleichwerbung vorwirft werde ich weder das Spiel noch den Verlagsnamen nennen. Ich hoffe, dann ist dieser Eintrag in Ordnung.
PPS: Die perfekte Spielregel wird es wahrscheinlich nie geben. Ich will aber bei meiner eigenen Spiel so nah wie möglich an diese herankommen ;)

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ferdinand köther

Re: Die perfekte Spielanleitung

Beitragvon ferdinand köther » 30. Juli 2006, 20:22

Hallo Tarek,

wenn du mir deine email-Adresse nennst (es erscheint nur "deleted" wenn ich oben auf das Briefchen klicke), kann ich dir ein paar Takte dazu sagen d. h. schreiben.

Ferdi

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Dietrich

Re: Die perfekte Spielanleitung

Beitragvon Dietrich » 30. Juli 2006, 20:23

Moin, moin,
Friedemann Friese (2F-Spiele) hat nach Kritik an seiner Regel für Fiese Freunde - fette Feten die Regel zum Überarbeiten als Wiki ins Netz gestellt, siehe
http://www.2f-spiele.de.
Wär das nicht eine Lösung?


MfG Dietrich

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Richard van Vugt | GAMEPACK.nl
Kennerspieler
Beiträge: 557

Re: Die perfekte Spielanleitung

Beitragvon Richard van Vugt | GAMEPACK.nl » 30. Juli 2006, 20:26

'Die perfekte Spielregel wird es wahrscheinlich nie geben.'

Aber manche kommen sehr nahe dran!

Ravensburger, Kosmos und viele andere Verlage bemühen sich, Spielregel zu schreiben die vollständig und eindeutig sind. Überlege dich einmal: welches Spiel oder welche Spiele habe ich im Schrank, wovon mir beim Regellesen alles sofort klar war. Versuche dabei zu verstehen, wie die Regeln geschrieben waren.

Mit freundlichen Grüßen,
Richard van Vugt

www.gamepack.nl

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ferdinand köther

Re: Die perfekte Spielanleitung

Beitragvon ferdinand köther » 30. Juli 2006, 20:46

Richard van Vugt | GAMEPACK.nl schrieb:
>
......
> Ravensburger, Kosmos und viele andere Verlage bemühen sich,
> Spielregel zu schreiben die vollständig und eindeutig sind.

Du sagt es, bemühen sich (vielleicht) ... und viel zu oft geht's daneben.

(Fast) Perfekte Grüße ;-)
Ferdi

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achim

Re: Die perfekte Spielanleitung

Beitragvon achim » 30. Juli 2006, 22:28

In der Spielregel von Kleopatra - Days of Wonder steht:
"Entfernen Sie die Werbekarte und mischen Sie die übrigen Karten."
Jetzt weiß ich endlich, warum manche Kartenspiele von Amigo nicht richtig bei uns funktionierten. :wink:

Gruß
achim

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Michael Weber

Re: Die perfekte Spielanleitung

Beitragvon Michael Weber » 31. Juli 2006, 00:10

So kurz wie mögliche und so lang wie nötig. Gggf. mit Kurzübersicht. Wichtig ist, auf eine einheitliche Sprache und die spielrelevantern Begriffe zu achten. Beispiele oder eine beschriebene Einführungsrunde sind gut, fordern aber Umfang. Wesentliche Dinge sollten gut sichtbar hervorgehoben sein. Details müssen so genau wie möglich, aber auch so kurz wie mögluich beschrieben sein. Als Autor musst du davon Abstand nehmen, alles erklären zu wollen. Die Spieler wollen wiessen, WAS sie tun sollen, nicht welche Wirkung es hat. Das wäre etwas für zusätzliche Tipps am Ende des Textes. Und nicht vergessen: Das Spielmaterial am Anfang nennen und mit Bildern nachvollziehbar präsentieren.

Tarek schrieb:
> Einige fanden die Anleitung ohne
> Tipps schon lang genug und sagten, sie wären über taktische
> Tipps eher verwirrt, wenn sie noch gar nicht wüßten, wie das
> Spiel ünerhaupt funktioniert.

DAS ist eher ein Hinweis darauf, dass die Anleitung bisher noch gar nicht gut ist. Zu lang ist ein Ausschlusskriterium! Und wenn die Leser nicht wissen, wie das Spiel funktioniert, ist es in der Tat ein böses Omen.

Kosmos, Ravensburger und Phalanx haben meist recht gute Anleitungen, wobei Kosmos meist zu Längen und Wiederholungen tendiert. Amigi zum Beispiel hat dagegen meist viel zu ausufernde Anleitungen, die zwar alles klar erklären, aber von vornherein abschrecken, weil sie doppelt so lang sind wie andere. Schau halt auf die Konkurrenz.

Ohne Garantie, dass ich detailliert antworten kann, kannst du die Datei auch an mich schicken, dann schau ich mal. Das wäre evtl. auch für eine Messe-Vorberichterstattung interessant.

Michael

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Günter Cornett

Re: Die perfekte Spielanleitung

Beitragvon Günter Cornett » 31. Juli 2006, 00:28

Michael Weber schrieb:
>
> Als Autor musst du davon Abstand nehmen, alles erklären zu wollen.

Ja,

> Die Spieler wollen wiessen,
> WAS sie tun sollen, nicht welche Wirkung es hat. Das wäre

O doch!
Nicht im Detail, abe rich kann mir Informationen besser merken, wenn ich weiss wozu ich die verwenden will.


Du hast folgende Aktionen:
- 1 Aktionskarte aufnehmen [Beschreibung wie aber nicht wozu]
- bis zu vier Schritte nach vorne oder zur Seite ziehen [Beschreibung wie aber nicht wozu]
- eine Aktionskarte spielen [Beschreibung wie aber nicht wozu]
- 1 oder 2 Brimsbro bauen [Beschreibung wie aber nicht wozu]

VERSUS:

Du hast folgende Aktionen:
- 1 Aktionskarte aufnehmen [Beschreibung wie]
Aktionskarten können dir im Kampf Vorteile bringen oder deinen Reichtum mehren
Achte darauf, immer einen kleinen Vorrat davon zu haben.

- bis zu vier Schritte nach vorne oder zur Seite ziehen [Beschreibung wie]
Achtung! Presche nicht zu früh vor, das kann dich handlungsunfähig machen!

- zwei Wegekarte spielen [Beschreibung wie]
Ein Tipp für die erste Partie: baue möglichst einen Weg fertig bevor du einen neuen beginnst.

- 1 oder 2 Gebäude bauen [Beschreibung wie]
A-Gebäude sind für ein offensives Spiel gut
B-Gebäude bringen Reichtum, locken jedoch Feinde an.
Es ist auch möglich ganz ohne Gebäude zu gewinnen.

> etwas für zusätzliche Tipps am Ende des Textes. Und nicht

Da habe ich vieles schon wieder vergessen.

Die Frage 'Wozu mach ich das alles?' blockiert oftmals die Aufnahme weiterer Informationen. Von daher halte ich einen grundlegenden Hinweis zur Konsequenz einer Aktion für ausgesprochen sinnvoll. Zudem erfährt man beim lesen der Anleitung mehr über den Charakter des Spiels.

Gruß, Günter

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Frank Schaubrenner

Re: Die perfekte Spielanleitung

Beitragvon Frank Schaubrenner » 31. Juli 2006, 03:32

ich denke mal da ist das Hauptproblem einer perfekten Regel

jeder Regelleser erfasst die Regel anderst,
ich für meinen Teil will wissen WAS ich machen kann, das WARUM ist für mein persönliches Regelverständnis eher was für das Ende der Regel oder noch besser für eine zweite Spalte neben der eigentlichen Regel (frag mich nicht welchen Verlag ich nun gerade anspreche).
Tipps für das erste Spiel in der normalen Regel finde ich persönlich sogar kontraproduktiv, da ich jedes mal wenn ich was in der Regel suche (auch beim 4ten Spiel nach einem halben Jahr) immer wieder von diesen Tipps beim Suchen aufgehalten werde. Finde da die Regelung ganz nett diese Tipps am Ende noch mal kompakt zusammenzufassen, insbesondere da sich die Spieler dann noch mal vor Augen halten müssen, was sie alles zu tun haben im Spiel :-).

Insgesamt sollte man sich erst mal klar werden, wer die Zielgruppe ist und dann kann es nicht schaden Spielern dieser Zielgruppe das Spiel ohne Erklärung hinzulegen und zu beobachten wo es noch hakt.( Man sollte die Spieler natürlich Fragen, ob sie interesse haben :-)) )

Klar ist auch wichtig, um was für eine Regel es sich handelt, ist es eine Seite mit Materialbeschreibung und schönen veranschaulichenden Bildern, oder sind es 7 Seiten Text pur,... bei Zweiterm führen die Beispiele wohl zu 10 Seiten+ Bilder,... was den "ihhh ist das viel und das ist viel zu kompiziert" Effekt verstärken kann.

Gruss
Frank
"Er spürte, wie sich ein Gedanke in ihm regte, schuf ein wenig Platz im Kopf und wartete geduldig. Doch als die ersten noch vagen mentalen Konturen einer Idee entstanden, wurde er unterbrochen . . ."T. Pratchett- Trucker

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Grzegorz Kobiela

Re: Die perfekte Spielanleitung

Beitragvon Grzegorz Kobiela » 31. Juli 2006, 04:55

Ich sag es mal aus den Augen eines potenziellen Regellesers, was ich davon halte:

> O doch!
> Nicht im Detail, abe rich kann mir Informationen besser
> merken, wenn ich weiss wozu ich die verwenden will.

Ich finde es auch eher störend, wenn ich sofort das WIE dazu bekomme. Ich erwarte zunächst eine Übersicht aller relevanten Schritte, also aller WAS'e. Danach kann das WIE in Form von erklärenden Kapiteln kommen. Wenn ein Spiel ohnehin eine Übersichtskarte mit allen WAS'en besitzt, dann kann meinetwegen die Regel sofort die WIE's behandeln. Wenn dem nicht so ist, erwarte ich eine klare Trennung von WAS und WIE.

Eine optimale Regel in MEINEN Augen sieht wie folgt aus:

* Was finde ich in der Schachtel?
[Materialliste]

* Was ist das, was ich da finde?
[Bilder des Materials und Name der Teile. Keine Informationen zu Funktion an dieser Stelle!]

* Wie fange ich das Spiel an? Wie sieht jede Runde aus? Wie endet es?
[Also Spielaufbau, Abfolge der Spielzüge, stichpunktartig alle Handlungsmöglichkeiten eines Spielzuges, Spielende]

* Was kann ich konkret in welcher Phase tun?
[Ausführliche Erläuterung aller Spielphasen und sonstige Regeln.]

* Evtl. taktische Tipps
[Vor allem nützlich, um ein komplexeres Spiel etwas besser zu durchschauen]

Das ist eine perfekte Regel, wie ich sie mir wünschen würde. Ich möchte nicht von Anfang an mit Informationen bombardiert werden, sondern erst die Mechanik erfahren. Was dann jeder Schritt im einzelnen bedeutet, soll erst später folgen. Damit gewinne ich nicht nur einen Überblick über das Spiel (da ich das Wichtigste zuerst erfahre), sondern auch ein Gefühl für das Spiel, wenn ich - nachdem ich den Überblick habe - die Details erfahre. Eine Regel die mir sofort sagt, was jede Aktion bedeutet, gibt mir gar keinen Überblick, sondern schafft es, mich von Anfang an zu verwirren.

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Michael Weber

Re: Die perfekte Spielanleitung

Beitragvon Michael Weber » 31. Juli 2006, 08:31

Günter Cornett schrieb:
> > Die Spieler wollen wiessen,
> > WAS sie tun sollen, nicht welche Wirkung es hat. Das wäre
>
> O doch!
> Nicht im Detail, abe rich kann mir Informationen besser
> merken, wenn ich weiss wozu ich die verwenden will.

Ich gehe mal davon aus, dass durch die Definition des Spielziels der grobe Sinn der meisten Aktionsmöglichkeiten halbwegs klar ist. Außerdem hast du meinen nachfolgenden Satz abgeschnitten, in dem ich zusätzliche Tipps bzw. Hinweise auf die Möglichkeiten am Ende fordere.

Ich selbst kann Anleitungen nicht ausstehen, die mir detailliert erklären, wozu eine Aktion gut ist, wenn ich überhaupt nicht weiß, welche Möglichkeiten es sonst noch gibt. Ich werde dann sozuschreiben mit Infos bombardiert, die ich meistens erst nach Lesen aller Aktionen und Siegbedingungen einordnen kann.

Eine andere Möglichkeit wäre ein zusätzlicher Tipp-Kasten am Ende der einzelnen Punkte. Dann aber deutlich getrennt vom übrigen Regeltext. Im Grunde muss der Text ohne solche Zusatztipps auskommen, aber dennoch sollten sie irgendwo auftauchen.

Michael

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Günter Cornett

Re: Die perfekte Spielanleitung

Beitragvon Günter Cornett » 31. Juli 2006, 09:01

Michael Weber schrieb:
>
> Günter Cornett schrieb:
> > > Die Spieler wollen wiessen,
> > > WAS sie tun sollen, nicht welche Wirkung es hat. Das wäre
> >
> > O doch!
> > Nicht im Detail, abe rich kann mir Informationen besser
> > merken, wenn ich weiss wozu ich die verwenden will.
>
> Ich gehe mal davon aus, dass durch die Definition des
> Spielziels der grobe Sinn der meisten Aktionsmöglichkeiten
> halbwegs klar ist. Außerdem hast du meinen nachfolgenden Satz

Abschreckendes Beispiel H2olland:
Es steht wohl alles drin, was nötig ist (vermute ich mal). Die Spielanleitung enthält z.B. 15 Regeln für das Einsetzen von Plättchen und Gebäuden im Frühling. Was darf man wo hinlegen und wo nicht. Aber es fehlt ein innerer Zusammenhang. Ich erkenne weder ein System noch weiß ich, was es bringt, wenn ich irgendwo eine Windmühle, ein Kuh,- Feldfrucht- oder Tulpenfeld ablege.

Der Zusammenhang mit dem Tulpenrennen am Ende wird zu keiner Zeit deutlich.

> abgeschnitten, in dem ich zusätzliche Tipps bzw. Hinweise auf
> die Möglichkeiten am Ende fordere.

Am Ende der Regel ist es mir persönlich zu spät. Es sei denn, es handelt sich um ausführliche Tipps.

> Ich selbst kann Anleitungen nicht ausstehen, die mir
> detailliert erklären, wozu eine Aktion gut ist, wenn ich

Ich sprache nicht von detaillierter Erklärung, aber ich möchte ungefähr wissen, wozu eine Aktion gut ist.

> überhaupt nicht weiß, welche Möglichkeiten es sonst noch
> gibt. Ich werde dann sozuschreiben mit Infos bombardiert, die
> ich meistens erst nach Lesen aller Aktionen und
> Siegbedingungen einordnen kann.

Die nackten Informationen aufzuzählen und sich zu merken ist was für Matiker. Ich brauche eine sinnvolle Verknüpfung dieser Informationen. Sinnvoll ist meist, dass ich nicht nur weiss, um was es sich handelt sondern auch wozu ich es brauche.

Beispiel, Erklären der Bedienelemente eines Autos: Das ist die Kupplung, die Bremse, das Gaspedal, das ist , der Starter, das der Zigarettenanzünder (optimal: Funktion schon im Namen enthalten), der Türöffner, der Fensterhebel, das ist Fernlicht, Abblendlicht, der Blinker...
Wenn ich gesagt bekomme, dass der Blinker dazu dient, dem nachfolgenden Verkehr beim Abbiegen Zeichen zu geben, kann ich mir das besser merken, als wenn ich nur den Namen gesagt bekomme. (Dass der Blinker noch weitere Funktionen haben kann, muss ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wissen.)


Gedächtniskünstler merken sich Zahlenketten auch nicht, in dem sie jede andere Informationen ausblenden sondern indem sie die Zahlen mit Bildern verknüpfen und diese in zusammenhängenden Geschichten speichern. Eine Menge 'nutzloser' Details, die es erst ermöglichen, sich das Wesentliche zu merken.

Deswegen ist auch eine passende thematische Einkleidung oftmals ganz sinnvoll - vorausgesetzt eben Thema und Spielmechanik stehen nicht in einem Widerspruch zueinander.

> Eine andere Möglichkeit wäre ein zusätzlicher Tipp-Kasten am
> Ende der einzelnen Punkte.

Jo, das macht Sinn.

> Dann aber deutlich getrennt vom übrigen Regeltext.

Kommt drauf an ...

> Im Grunde muss der Text ohne solche
> Zusatztipps auskommen, aber dennoch sollten sie irgendwo auftauchen.

Das ist z.B. in der Steuergesetzgebung so. Da braucht es Gesetzestexte pur, aber auch Leute, die sie verstehen und anderen erklären.
Auf Spiele bezogen heisst das: In jede Schachtel gehört dann eben noch ein Regelerklärer.

Gruß, Günter

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Michael Weber

[OT] Spieleerklärer in der Schachtel

Beitragvon Michael Weber » 31. Juli 2006, 13:45

Günter Cornett schrieb:
> Auf Spiele bezogen heisst das: In jede Schachtel gehört dann
> eben noch ein Regelerklärer.

NEIN! HÖR AUF! NICHT!
Mein Regal ist doch schon so voll.

Wenn das jetzt nur Kosmos oder Ravensburger machen würden, käme es zu einem Umbruch in der Spielelandschaft, der böse Folgen für die Spieler haben dürfte. Man müsste gleich immer mit einer Schubkarre einkaufen fahren, wenn man nur ein einziges Spiel will, man könnte kein Online-Shopping mehr machen, weil die Gewichtshöchstgrenzen ständig überschritten werden, man müsste Spiele wie Haustiere regelmäßig füttern, man müsste Stahlregale mit harten Befestigungen an der Wand anbetonieren, damit sie nicht kippen, man braucht den dutzendfachen Platz, weil die Schachteln so groß wären. Und vor allem braucht man einen weiteren Stuhl am Spieleabend. Für die Verlage und Händler gibt es noch ganz andere Probleme, aber die lasse ich mal bewusst außen vor.

Ne, Günter, lass das bloß Niemanden lesen!

Michael
(fragt sich: Wie sieht es wohl aus, wenn der Autor als Spieleerklärer mitgeliefert wirde?)

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Günter Cornett

Re: [OT] Spieleerklärer in der Schachtel

Beitragvon Günter Cornett » 31. Juli 2006, 13:54

Michael Weber schrieb:
>
> Günter Cornett schrieb:
> > Auf Spiele bezogen heisst das: In jede Schachtel gehört dann
> > eben noch ein Regelerklärer.
>
> NEIN! HÖR AUF! NICHT!
> Mein Regal ist doch schon so voll.
>
> Wenn das jetzt nur Kosmos oder Ravensburger machen würden,
> käme es zu einem Umbruch in der Spielelandschaft, der böse
> Folgen für die Spieler haben dürfte. Man müsste gleich immer
> mit einer Schubkarre einkaufen fahren, wenn man nur ein

Arbeitsplätze, Arbeitsplätze!

> einziges Spiel will, man könnte kein Online-Shopping mehr
> machen, weil die Gewichtshöchstgrenzen ständig überschritten
> werden, man müsste Spiele wie Haustiere regelmäßig füttern,

Und das Entsorgungsproblem nicht vergessen ...

> man müsste Stahlregale mit harten Befestigungen an der Wand
> anbetonieren, damit sie nicht kippen, man braucht den
> dutzendfachen Platz, weil die Schachteln so groß wären. Und

Mitunter müssen die Schachteln im Laufe der Zeit sogar wachsen.

> vor allem braucht man einen weiteren Stuhl am Spieleabend.
> Für die Verlage und Händler gibt es noch ganz andere
> Probleme, aber die lasse ich mal bewusst außen vor.
>
> Ne, Günter, lass das bloß Niemanden lesen!
>
> Michael
> (fragt sich: Wie sieht es wohl aus, wenn der Autor als
> Spieleerklärer mitgeliefert wirde?)

Autoren sind oftmals ganz schlechte Spieleerklärer, weil sie einfach zu viele überflüssige Informationen über das Spiel mitschleppen. Bei manchen Spielen muss ich immer erst in der Regel nachschauen, für welche Version ich mich entschieden hatte. Und das 'Warum' hilft mir dabei auch sehr weiter.
Das, was der Autor aus der Regel streicht, bleibt im Kopf oftmals noch lange erhalten.

Gruß, Günter

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Dicemon

Re: Die perfekte Spielanleitung

Beitragvon Dicemon » 31. Juli 2006, 14:42

Keine oder kaum Tipps, das soll man selber rausfinden.

Beispiele am Rand platzieren, mit Text, wie zB bei Elfenland.

Gruß
Frigolas

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Volker L.

Re: Die perfekte Spielanleitung

Beitragvon Volker L. » 31. Juli 2006, 16:11

Günter Cornett schrieb:
>
> Michael Weber schrieb:
> >
> > Als Autor musst du davon Abstand nehmen, alles erklären zu
> wollen.
>
> Ja,
>
> > Die Spieler wollen wiessen,
> > WAS sie tun sollen, nicht welche Wirkung es hat. Das wäre
>
> O doch!
> Nicht im Detail, abe rich kann mir Informationen besser
> merken, wenn ich weiss wozu ich die verwenden will.
>

Im Großen und Ganzen würde ich Dir zustimmen, wobei Du für
meinen Geschmack in Deinen Beispielen etwas zu sehr den Zweck
und Tipps (also das "wozu" und das "unter welchen Umständen sinnvoll")
vermengst.

> Du hast folgende Aktionen:
> - 1 Aktionskarte aufnehmen [Beschreibung wie aber nicht wozu]
> - bis zu vier Schritte nach vorne oder zur Seite ziehen
> [Beschreibung wie aber nicht wozu]
> - eine Aktionskarte spielen [Beschreibung wie aber nicht wozu]
> - 1 oder 2 Brimsbro bauen [Beschreibung wie aber nicht wozu]

Das reicht auch, wenn danach gleich die 4 Möglichkeiten erleutert
werden.

> VERSUS:
>
> Du hast folgende Aktionen:
> - 1 Aktionskarte aufnehmen [Beschreibung wie]
> Aktionskarten können dir im Kampf Vorteile bringen oder
> deinen Reichtum mehren

Gut

> Achte darauf, immer einen kleinen Vorrat davon zu haben.

später guter Hinweis, an dieser frühen Stelle nicht so sinnvoll

> - bis zu vier Schritte nach vorne oder zur Seite ziehen
> [Beschreibung wie]
> Achtung! Presche nicht zu früh vor, das kann dich
> handlungsunfähig machen!

eher sowas wie "bis zu 4 Schritte (...), um zu anderen Märkten zu gelangen"
Der Tipp (nicht zu früh laufen) gehört nach hinten in den Anhang mit
Erstrunden-Hinweisen

> - zwei Wegekarte spielen [Beschreibung wie]
> Ein Tipp für die erste Partie: baue möglichst einen Weg
> fertig bevor du einen neuen beginnst.

Erstrunden-Tipps nach hinten, hier lieber sowas wie "selbst gebaute
Wege erlauben einem selbst, 3 Felder pro Schritt zu gehen,
und fremden Spielern 2 Felder pro Schritt"

> - 1 oder 2 Gebäude bauen [Beschreibung wie]
> A-Gebäude sind für ein offensives Spiel gut
> B-Gebäude bringen Reichtum, locken jedoch Feinde an.

definitiv ja

> Es ist auch möglich ganz ohne Gebäude zu gewinnen.

eventuell auch erst weiter hinten.

> > etwas für zusätzliche Tipps am Ende des Textes. Und nicht
>
> Da habe ich vieles schon wieder vergessen.
>
> [b]Die Frage 'Wozu mach ich das alles?' blockiert oftmals die
> Aufnahme weiterer Informationen. Von daher halte ich einen
> grundlegenden Hinweis zur Konsequenz einer Aktion für
> ausgesprochen sinnvoll.[/b]

volle Zustimmung. Aber darauf achten, dass die spielmechanischen
Konsequenzen ("...bringt Einkommen", "... bringt Siegpunkte", "... damit
kann man den Gegner behindern" etc.) nicht mit strategischen Hinweisen
("immer einen kleinen Vorrat", "nicht zu früh", "einen fertig bevor neuen
beginnen" etc.) vermengt werden.

Gruß, Volker

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Grzegorz Kobiela

Re: Die perfekte Spielanleitung

Beitragvon Grzegorz Kobiela » 31. Juli 2006, 17:15

Grässlich. Ohne jegliche Tipps ist man bei manchen Spielen doch vollkommen orientierungslos. Tipps geben einem wenigstens eine Starthilfe. Taktiken kann man sich dann immer noch selber welche suchen!

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Tarek

Re: Die perfekte Spielanleitung

Beitragvon Tarek » 31. Juli 2006, 19:55

Vielen Dank für die vielen Antworten.
Das Ergebnis ist wie bei meinen Testlesern - es gibt keine einheitliche Meinung!

Ich werde im Vorfeld noch die ein oder andere Spielanleitung lesen und mir notieren, was mir gefällt und was nicht. Danach werde ich meine Regel überarbeiten und noch einmal korrektur lesen lassen.

Anschließend werde ich mich hier im Forum allen offenen Regelfragen stellen - falls überhaupt jemand das Spiel kauft :)

Gruß

Tarek (der bereits Essen entgegenfiebert)

PS: Bei meinen Testlesern gab es nicht eimal eine Einigung wie man den Leser
ansprechen soll (Sie - Du - die Spieler).

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Grzegorz Kobiela

Re: Die perfekte Spielanleitung

Beitragvon Grzegorz Kobiela » 31. Juli 2006, 20:28

Ich bevorzuge immer ein "du".

MfG
Grzegorz Kobiela (ab jetzt mit E-Mail-Adresse)

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Michael Andersch

Spieleranrede

Beitragvon Michael Andersch » 1. August 2006, 00:15

"Grzegorz Kobiela" hat am 31.07.2006 geschrieben:
> Ich bevorzuge immer ein "du".

Ich bevorzuge ein "Euer Durchlaucht" :-D !!!
Auch "Euer Gnaden" oder "der gnä' Herr" ist immer wieder gern gesehen... :-P !!!

Hochwohlgeborene Grüße,
Micha

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Michael Andersch

RE: Die perfekte Spielanleitung

Beitragvon Michael Andersch » 1. August 2006, 00:15

"Tarek" hat am 31.07.2006 geschrieben:
> Vielen Dank für die vielen Antworten.
> Das Ergebnis ist wie bei meinen Testlesern - es gibt keine
> einheitliche Meinung!

Wie auch? Da alle Menschen unterschiedlich Lernen gibt es auch unterschiedliche Lösungen.

Wichtig ist halt, dass das Material sauber bezeichnet wird, dass Du gleiches immer auch gleich benennst, dass Du eine ordentliche Struktur drin hast, dass Du auch den etwas unwahrscheinlichen Spezialfall abgedeckt hast und: Dass Du immer mit der "Dummheit" der Leser rechnest.
Letzteres klingt jetzt abfälliger als es gemeint ist. Aber in einem geschriebenen Text lässt sich vieles oft falsch verstehen. Frage Dich also bei jedem Satz, auch in Zusammenhang mit dem Satz davor: "Wie könnte ich diesen falsch verstehen? Was könnte ein Leser hinein interpretieren, woran ich (als derjenige, der das Spiel über unterschiedliche Stadien hinweg entwickelt hat und für den vielleicht auch Dinge klar sind, die dem Leser noch nicht transparent sind) niemals gedacht hatte?"


> Ich werde im Vorfeld noch die ein oder andere
> Spielanleitung lesen und mir notieren, was mir gefällt und
> was nicht. Danach werde ich meine Regel überarbeiten und
> noch einmal korrektur lesen lassen.

Wichtig: Gib die Regel einer bislang am Spiel völlig unbeteiligten Person und beobachte, wo sie "stolpert", nachfragt, Dinge falsch versteht.



> PS: Bei meinen Testlesern gab es nicht eimal eine Einigung
> wie man den Leser
> ansprechen soll (Sie - Du - die Spieler).

Ich bevorzuge eine neutrale Anrede: "der Spieler", "man",...


Konstruktive Grüße,
Micha

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Thomas O.

(OT) RE: Die perfekte Spielanleitung

Beitragvon Thomas O. » 1. August 2006, 08:52

Michael Andersch schrieb:
>
> Ich bevorzuge eine neutrale Anrede: "der Spieler", "man",...
>

Heute ist der 1.8.2006, der Tag des Inkrafttretens des neuen AGG (allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz). Micha, bist du sicher, dass du damit durchkommst?
:-))

Gruß Thomas (der sich mittlerweile angewöhnt hat, Stellen mit dem Zusatz "/in" oder (m/w) auszuschreiben... aber es dennoch oft vergisst)

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peer

Re: Die perfekte Spielanleitung

Beitragvon peer » 1. August 2006, 10:14

Hi,
noch ein Tipp: Bau Beispiele ein! Die leist zwar nicht jeder (ich z.B. i.a. nicht ;-) ) aber sie helfen eben doch ungemein beim Verständnis. Wenn du sie einrückst und z.B. kursiv schreibst, kann man sie bei Nichtinteresse auch gut überlesen.

ciao
peer

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Miriam

Re: Die perfekte Spielanleitung

Beitragvon Miriam » 1. August 2006, 11:04

Ich finde Beispiele auch immer sehr wichtig. In manchen Spielregeln gibt es zwar Beispiele, die etwas überflüssig sind, aber insgesamt helfen sie einem doch sehr dabei die Regeln zu verstehen.

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Grzegorz Kobiela

Re: (OT) RE: Die perfekte Spielanleitung

Beitragvon Grzegorz Kobiela » 1. August 2006, 12:31

> Gruß Thomas (der sich mittlerweile angewöhnt hat, Stellen mit
> dem Zusatz "/in" oder (m/w) auszuschreiben... aber es dennoch
> oft vergisst)

Meiner Meinung nach die größte Diskriminierung der Frau, die man sich je hätte einfallen lassen können.

Diskriminierung, von lat. discrimen, Unterschied -> unterscheiden. Aber ich möchte jetzt als Feind der PC nicht eine ellenlange Diskussion anzetteln. ;)


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