Beitragvon Michael Weber » 23. Oktober 2006, 15:09
Klaus B. schrieb:
> Womit ich von Jahr zu Jahr mehr Probleme habe, sind die
> netten Leute von der Presse, die immer mehr das normale
> Publikum als lästig empfinden und auch so behandeln.
In einem Punkt muss ich dir zustimmen. Wenn man als Pressemensch Termine im Halbstundentakt hat, die ja alle 20-25 Minuten dauern, dann bleibt am Samstag mitunter nur ein nachdrückliches Schieben durch die Gänge, um die Termine zu schaffen. Meist sind es Leute, die einfach mal mitten im Gang einen Plausch halten, obwohl alle trotz Platzmangels um sie herum manövrieren müssen. Von daher stört das Publikum in der Tat die Arbeit der Presse ...
> Die
> netten Herren von der Presse, die sich an Spieltischen
> lümmeln und Stund um Stund ein Schwätzchen halten und diesen
> Tisch dem spielenden Publikum vorenthalten :-( .
Ich befürchte so etwas gibt es, aber diese Menschen scheinen nicht ausgelastet zu sein. Presse nimmt normal keinen Platz am Spieltisch weg, außer sie spielt selbst (was ich während der Messezeiten erst ein einziges mal und auch nur im Ansatz getan habe - in 6 Jahren!). Dass Presse aber manchmal Platz am Stand wegnimmt, ist klar, denn der Konatkt mit den Verlagen ist ja wichti. Gerade an kleineren Ständen kann es so leider mal zu Engpässen kommen. Allerdings gibt es nun wahrlich genug Kollegen, die sich dünn machen und den Platz nicht über Gebühr blockieren. Andererseits gibt es aber auch viele Besucher, die meinen, sie müssten unbedingt am Pressetisch spielen oder in ein Gespräch platzen, weil kein Spieleerklärer oder ähnliches da ist. Arme Verlagsvertreter. Ich bewundere die mitunter für ihre vorgegaukelte Ruhe.
> Ich weiß
> genau, daß es eine Lounge und mehrere Kaffees und Bereiche
> speziell für die Presse gibt - gerade zum Tratschen!
Ich war nie dort, habe aber gehört, dass dort ein richtiger DJV-Presseausweis nötig ist. Nun, den dürften nur ganz, ganz wenige Presseleute wirkich haben ... (Nein, ich habe einen, also kein Gejammere von mir).
> Ich finde es mehr als löblich, daß mancher Kritiker ein
> Spiel so ausgiebig testet, daß er drei bis vier Exemplare des
> gleichen Spiels benötigt und gleich vom Stand wegträgt. :)))
Es soll besonders in der Jury Menschen geben, die ihren Freundeskreis eindecken müssen. Also, ein bisschen mehr Verständnis bitte ;-) :-D
> Ich finde es auch zwingend notwendig, daß sich die
> schreibende Zunft an vielen Ständen vordrängelt (mit all der
> gebotenen Macht der Leibesfülle und des schnellen wendigen
> Einsatzes von Ellbogen) schließlich ist Zeit Geld und die
> Rezensionen müssen schnell und schneller geschrieben werden.
> Der Spieler erwartet sie ja sehnsüchig! :-)
Die von dir geschilderten Vorkommnisse plus das Rezibetteln in Massen von Menschen, die im Jahr gerade mal - wenn überhaupt - ein, zwei Rezensionen veröffentlichen, macht es übrigens den ernsthaft engagierten Spielekritikern immer schwerer. Das gilt zumindest für neue Verlage, die sich in der deuteschen Spielepresselandschaft noch nicht so gut auskennen. Problem ist, alle nehmen was mit, keiner schreibt drüber. Im folgenden Jahr gibt es keine Reziexemplare mehr, weshlab die ernsthaft tätigen Schreiber auf manche Rezension interessanter Spiele verzichten müssen.
Gepresste Grüße
Michael