Beitragvon Andreas Epplée » 20. November 2000, 13:13
Liebe Kirsten,
auf Deine Fragen könnte/müsste man tagelang antworten ;-) Konzentriertere Fragestellung könnte vielleicht mehr Antworten provozieren. Das liegt daran, das Spiele (ganz allgemein, aber besonders Brett- und Kartenspiele) einfach die Abläufe des Lebens konzentrieren und z.B. in Brett- und Kartenform manifestieren. Genausogut hättest Du also nach dem Leben selbst fragen können, ganz verkürzt: "Gibt es Unterschiede zwischen Männern und Frauen?" Spiele sind nur ein Medium (genau so wie Musik, Literatur, Theater, Bildende Kunst etc.), jedes menschliche Bedürfnis kann sich eine spielerische Umsetzung schaffen (siehe spielende Kinder). Deshalb gibt es selbstverständlich Spiele, die eher Frauen ansprechen (eher kommunikative, kreative, intuitive, "weiche"), und welche, die eher "männliche" Verhaltensweisen erfordern (analytisches Denken, Inbesitznahme, Destruktion, "harte"...) Und alle Zwischenstufen (wenn man/frau überhaupt so polar denken will). Spiele können Geschlechterrollen fördern, bestätigen, überwinden, ausser Acht lassen (hast Du eigentlich Rollenspiele schon mal angeschaut?), Triebe abreagieren, Leitbilder liefern, höhere und tiefere Erkenntnisse verschaffen, eine/n abheben lassen, eine/n wieder auf den Boden bringen etc. etc. Und während des Spielens lebt man ja weiter, deshalb nimmt man natürlich alle Spiel-Erfahrungen ins "restliche" Leben mit. Und je mehr man/frau spielt, desto mehr gleichen sich die Begriffe von Spiel und Leben an, das Leben wird zum Spiel, das Spiel zur Lebensform. Und die ist ein zu weites Feld, um in diesem Rahmen diskutiert werden zu können ;-)
Viele Grüsse
Andreas (gespannt, wie viele Frauen noch antworten - und wie)