Beitragvon Gerald Rüscher » 27. April 2001, 15:21
You know fragt:
> Aber es hat mir mal wieder gezeigt, dass die
> Bereitschaft ein kooperatives Spiel zu spielen doch
> sehr gering ist "da gibts ja gar keinen echten
> Gewinner, ist ja echt langweilig"
> und noch was; kennt ihr ein paar gute,
> kooperative Spiele
Es wurde schon ein paarmal hier genannt, aber *das* Spiel mit starken kooperativen Elementen ist Avalon Hills "The Republic of Rome". RoR ist ein Verhandlungsspiel das man wirklich als eine Mischung aus Junta, Kreml und Illuminati ansehen kann.
In RoR führen die Spieler politische Fraktionen im alten Rom, kontrollieren Senatoren und versuchen sich gegenseitig an Macht und Reichtum zu übertrumpfen. Entscheidend ist dabei wie bei Junta und Kreml die Vergabe von Schlüsselposten wie z.B. dem Zensor (vergleichbar dem Innenminister in Kreml oder Junta).
Während die Spieler nun fortwährend *gegeneinander* um die Macht ringen, wird Rom von aussen bedroht und zwar in Form von Ereignissen wie z.B. dem Punischen Krieg Hannibals. In diesem Augenblick müssen die Spieler kooperieren und eine möglichst schlagkräftige Armee finanzieren und gegen den Angreifer schicken. Denn gelingt es nicht, diesen abzuwehren haben alle Spieler verloren. Aber auch bei dieser Kooperation ist wieder Konkurrenz im Spiele, denn römische Feldherr kommt aus dem Kreis der spielergeführten Senatoren. Macht man ihn *zu* stark, könnte er auf die Idee kommen nicht nur Hannibal, sondern gleich noch die ganze Republik zu stürzen. Die Spieler agieren also ständig in einem komplexen Machtgefüge aus gemeinsamen und gegenteiligen Interessen. Es kann bei RoR nicht passieren, das mehrere gewinnen, wohl aber, dass alle verlieren.
RoR ist ein hervorragendes und faszinierendes Spiel, leider(?) recht komplex, auf Englisch und vergriffen.
Gruß & nice dice,
Jerry (Brot und Spiele für alle!)