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Gute kooperative Spiele - ein Widerspruch in sich?

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You Know

Gute kooperative Spiele - ein Widerspruch in sich?

Beitragvon You Know » 26. April 2001, 19:54

Als ich gestern Abend "Herr der Ringe" spielen wollte hatte ich das Problem, dass zwei Spieler sich sofort weigerten das Spiel zu spielen als sie hörten, das es ein kooperatives Spiel ist - zwar waren sie von dem Thema und der aufmachungen schon angetan aber sie waren nicht zu überzeugen, dass Spiel auch nur mal anzuspielen (stattdessen haben wir Big Shot gespielt - war auch nicht schlecht)...
Aber es hat mir mal wieder gezeigt, dass die Bereitschaft ein kooperatives Spiel zu spielen doch sehr gering ist "da gibts ja gar keinen echten Gewinner, ist ja echt langweilig" - habt ihr die Erfahrung auch gemacht?
und noch was; kennt ihr ein paar gute, kooperative Spiele (mit fallen spontan "Sauerbaum" (wohl der Klassiker - obwohl es ja eigentlich kein echtes kooperatives Spiel ist) und "Der Herr der Ringe ein" - aber dann kommt lange nichts (halt, "Im Märchenwald" ist ja auch kooperativ) aber dann ist wirklich Schluss)!
You Know (der nicht immer der alleinige Gewinner sein muss)

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Stefan-spielbox

re: Gute kooperative Spiele - ein Widerspruch in sich?

Beitragvon Stefan-spielbox » 26. April 2001, 20:01

Mir haben meine ersten zwei Partien "Princess Ryan's Star Marines" von AH sehr gut gefallen. Die Regeln sind zwar etwas "verbesserungswürdig", aber das Spiel hat echt Spaß gemacht.

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Erhard Portner

re: Gute kooperative Spiele - ein Widerspruch in sich?

Beitragvon Erhard Portner » 26. April 2001, 20:47

Hallo You Know,
1. schön das Du wieder hier mitspielst!
2. "Licht und Schatten" von Klaus Teuber, seinerzeit
erschienen bei Herder, ist noch ein sehr gutes
kooperatives Spiel - m.E. sogar das beste überhaupt.
Mit verspielten Grüßen
Erhard

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michael weber

re: Gute kooperative Spiele - ein Widerspruch in sich?

Beitragvon michael weber » 26. April 2001, 21:43

gutes im ansatz nicht gerade unkooperatives spiel ist hanse, bei dem man sich zu zweit ein schiff teilen muss. zumindest zwei spieler müssen also sich einigermaßen arrangieren.
ringgeister (auch tolkien) ist bis kurz vor schluss auch nur kooperativ spielbar. also auch etwas für deine leute, da am ende ja doch ein einzelner gewinnt.
ebenfalls nicht zu unterschätzen ist das kooperative element bei geschichten aus 1001 nacht, da man hier zwar gewinnen kann, das spiel aber eine völlig unspielerische atmosphäre verbreitet, die eher einer märchenstunde als einem gewinnen-wollen entspricht.

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Wolfgang Ditt

re: Gute kooperative Spiele - ein Widerspruch in sich?

Beitragvon Wolfgang Ditt » 26. April 2001, 21:50

Mir fällt da aktuell Der Märchenwald (Markus Nikisch, Adlung) ein.
Außerdem haben wir früher viel Spaß mit Corsaro (Wolfgang Kramer, Herder) gehabt.

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heiko

re: Gute kooperative Spiele - ein Widerspruch in sich?

Beitragvon heiko » 26. April 2001, 22:39

Jede Menge kooperative Spiele gibt's bei Family Pastimes (siehe URL). Gespielt hab ich diese Spiele leider noch nicht.
Gruesse
Heiko Goller

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Sönke Weidemann
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Beiträge: 531

re: Gute kooperative Spiele - ein Widerspruch in sich?

Beitragvon Sönke Weidemann » 26. April 2001, 23:39

Hallo!
Spontan fällt mir noch der "Bausack" ein, auch wenn das kooperative Element eigentlich nur in einer der vielen Varianten erwähnt wird. Aber ist einfach zu schön, gemeinsam völlig aberwitzige Türme zu bauen.
Ach ja, aus längst vergangenen Tagen fällt mir noch "Provopoli" ein, das - in Gruppen gespielt - eine deutliche Kooperation innerhalb einer Gruppe erfordert.
Gruß Sönke

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rgh-soft@t-online.de

re: Gute kooperative Spiele - ein Widerspruch in sich?

Beitragvon rgh-soft@t-online.de » 27. April 2001, 01:22

... wobei die beiden Gruppen allerdings nicht gerade kooperativ miteinander umgehen. Nicht Umsatz finden sich im Spielmaterial Bomben, Molotowcocktails, Straßensperren, und derlei weitere Kommunikationsutensilien ;-)
Es hat seinerzeit einigen Wirbel bis hin zu Hausdurchsuchungen bei MONTANUS (ohne "Aktuell") ausgelöst.
Mein Exemplar hat letztes Jahr ein historisches Museum in Berlin über eBay ersteigert ...
Roland (der sich seinerzeit standhaft geweigert hat, die Polizei zu spielen ... war ein undankbarer Job!)

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Roland G. Hülsmann
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Beiträge: 2598

re: Gute kooperative Spiele - ein Widerspruch in sich?

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 27. April 2001, 01:27

Hero Quest hat - zumindest für die Abenteurere - auch was kooperatives. Nur durch Kooperation kommen sie weiter. Nur daß der Böse in Form des Spielleiters etwas mehr Möglichkeiten zu haben glaubt, als Sauron bei Herr der Ringe. Letztlich ist er aber kein Mitspieler, sondern nur der Moderator des Spieles.
Roland (der trotzdem hofft, bei der nächsten Hero Quest Runde die Überzahl der Skelette und Orgs siegreich gegen den Rest der Familie - in Gestalt von Zauberer, Zwerg, Barbar und Elf - ins Feld zu führen)

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Stefanie

Family Pastimes, re: Gute kooperative Spiele - ein Widerspruch in sich?

Beitragvon Stefanie » 27. April 2001, 02:28

Family Pastimes hat seit den spaeten 70ern ca. 50 kooperative Spiele, viele davon speziell fuer Kinder, herausgebracht. Ich trage sie gerade alle (mit Infotexten) in Luding ein.
Cheers,
Stefanie

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Stefanie

re: Gute kooperative Spiele - ein Widerspruch in sich?

Beitragvon Stefanie » 27. April 2001, 02:33

Folgende gute kooperative Spiele fallen mir ein:
- alle Rollenspiele (DSA, AD&D, Call of Cthulhu, Midgard, Deadlands, GURPS, ...)
- Arkham Horror (es gewinnt allerdings ggf. einer alleine)
Ausserdem gibt's noch Spiele der Verlage Herder (Licht & Schatten, Rattenfaenger von Hameln, Corsaro, ...) und Family Pastimes aus Kanada. Letzterer hat ca. 50 kooperative Spiele, viele davon fuer Kinder, veroeffentlicht (ich gebe sie gerade in Luding ein). Leider kenne ich weder die Herder- noch die FP-Spiele aus eigener Erfahrung.
Cheers,
Stefanie

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Michael Andersch

re: Gute kooperative Spiele - ein Widerspruch in sich?

Beitragvon Michael Andersch » 27. April 2001, 07:32

Meiner Meinung nach das beste kooperative Spiel (leider nur für eine begrenzte Zahl Partien :-( ):
Sherlock Holmes Criminal Cabinet
Gruß,
Micha

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Don Alonso

re: Gute kooperative Spiele -Grenzgänger

Beitragvon Don Alonso » 27. April 2001, 09:45

Hallo You !
Mir fällt da noch Scotland Yard ein !
Es ist zwar kein reines kooperatives Spiel, gehört aber irgendwie dazu, außer man spielt es zu zweit !
Das macht meistens den Leuten viel Spaß.
Don Alonso (Findet Scotland Yard immer noch als sehr gutes 2er Spiel)

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Roland G. Hülsmann

re: Gute kooperative Spiele - ein Widerspruch in sich?

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 27. April 2001, 10:27

Jetzt muß ich mir auch schon selbst antworten: "Umsatz" macht da oben natürlich keinen Sinn. Es sollte "umsonst" heißen.
... und wehe, es murmelt da jemand was von freudscher Fehlleistung ... ;-)

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Arne Hoffmann

[OT] Umsatz umsonst

Beitragvon Arne Hoffmann » 27. April 2001, 11:00

murmel murmel murmel ....

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Arno C. Hofer
Kennerspieler
Beiträge: 421

re: Gute kooperative Spiele - ein Widerspruch in sich?

Beitragvon Arno C. Hofer » 27. April 2001, 14:05

Kooperative Spiele sind unserer Grazer Einschätzung nach - und wir haben mit ihnen sehr viel Erfahrung - nur eine Variante der "strategischen" bzw. "taktischen" Spiele. Das "zu besiegende" Problem ist kein "physischer Gegner" sondern z.B. eine "Naturgewalt" (Z.B. "Feuer" bei der Feuerwehr, Vulkanausbruch bei Tabajana = ein Kramer, von Herder), ein "Schicksal" (Kinder auf Insel, Boot kaputt, kein Proviant, heimkommen wollen bevor es Abend wird = Tina, Tim und Wambolo, Herder) oder ein. Taktisch bzw. strategisch hat man zwar allein eine Chance dem Unglück zu entrinnen - aber seine Freunde läßt man im Stich, oder das Haus läßt man niederbrennen, etc. Deshalb ist die neue Strategie "gemeinsam statt einsam". Und irgendwie sollte man niemandem sagen, dass es ein "kooperatives Spiel ist", das ist nämlich das Ziel dieser Spiele: selbst draufzukommen, dass es anders besser ginge, zum Vorteil von mehreren.
Wenn hier das Spiel "Scotland Yard" genannt wird so meinen wir in Graz, dass es sich um ein "koalitatives Spiel handelt" (Scotland Yard bildet eine Koalition um Mister X zu fangen). Nicht explizit ausgesprochen ist diese strategische Variante in vielen auch "anerkannt harten Spielen" bestens spielbar: mit anderen MitspielerInnen - bis kurz vor den "Endsieg(!)" Koalitionen zu bilden (z.B.: Intrige ohne zwischenzeitliche Koalitionen ist stinkfad, etc.)
Dass man beim Herrn der Ringe nur die Wahl hat, mit den anderen mitzuspielen oder unterzugehen liegt in der Geschichte selbst begründet ...
Und haben wir nicht durch Millionen Jahre nur Konkurrenz gelernt - im Dritten Reich dann "böse Koalition" gegen "Feinde" und sind daher kooperative Spiele zur Einübung auf "Teamarbeit" nicht besonders nützlich? Ich empfand und empfinde es immer noch so. Die Spannung liegt im Spiel selbst und nicht als "Element" zwischen den SpielerInnen ...
Arno

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Gerald Rüscher

re: Gute kooperative Spiele kein Widerspruch!

Beitragvon Gerald Rüscher » 27. April 2001, 15:21

You know fragt:
> Aber es hat mir mal wieder gezeigt, dass die
> Bereitschaft ein kooperatives Spiel zu spielen doch
> sehr gering ist "da gibts ja gar keinen echten
> Gewinner, ist ja echt langweilig"
> und noch was; kennt ihr ein paar gute,
> kooperative Spiele
Es wurde schon ein paarmal hier genannt, aber *das* Spiel mit starken kooperativen Elementen ist Avalon Hills "The Republic of Rome". RoR ist ein Verhandlungsspiel das man wirklich als eine Mischung aus Junta, Kreml und Illuminati ansehen kann.
In RoR führen die Spieler politische Fraktionen im alten Rom, kontrollieren Senatoren und versuchen sich gegenseitig an Macht und Reichtum zu übertrumpfen. Entscheidend ist dabei wie bei Junta und Kreml die Vergabe von Schlüsselposten wie z.B. dem Zensor (vergleichbar dem Innenminister in Kreml oder Junta).
Während die Spieler nun fortwährend *gegeneinander* um die Macht ringen, wird Rom von aussen bedroht und zwar in Form von Ereignissen wie z.B. dem Punischen Krieg Hannibals. In diesem Augenblick müssen die Spieler kooperieren und eine möglichst schlagkräftige Armee finanzieren und gegen den Angreifer schicken. Denn gelingt es nicht, diesen abzuwehren haben alle Spieler verloren. Aber auch bei dieser Kooperation ist wieder Konkurrenz im Spiele, denn römische Feldherr kommt aus dem Kreis der spielergeführten Senatoren. Macht man ihn *zu* stark, könnte er auf die Idee kommen nicht nur Hannibal, sondern gleich noch die ganze Republik zu stürzen. Die Spieler agieren also ständig in einem komplexen Machtgefüge aus gemeinsamen und gegenteiligen Interessen. Es kann bei RoR nicht passieren, das mehrere gewinnen, wohl aber, dass alle verlieren.
RoR ist ein hervorragendes und faszinierendes Spiel, leider(?) recht komplex, auf Englisch und vergriffen.
Gruß & nice dice,
Jerry (Brot und Spiele für alle!)

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Gustav der Bär

[OT] Freud´sche Fehlleistung

Beitragvon Gustav der Bär » 27. April 2001, 23:52

> und wehe, es murmelt da jemand was von freudscher
> Fehlleistung
Und selbst wenn, lieber Roland: Siegmund Freud persönlich hat in seinem Werk "Frankfurter Vorlesungen zur Psychoanalyse" (beim Thema Traumdeutung) geschrieben: "Manchmal ist eine Zigarre nur eine Zigarre"
Wir können also getrost davon ausgehen, dass auch ein Tippfehler manchmal nur ein Tippfehler ist.
Auf Xuntheit!
Gustav der Bär
(a.k.a. Peter Gustav Bartschat)

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Berit Kamb

re: [OT] Freud´sche Fehlleistung/ mehr Murmeln

Beitragvon Berit Kamb » 28. April 2001, 12:08

Lieber Gustav,
wir können also getrost davon ausgehen, dass auch ein Tippfehler manchmal nur ein Tippfehler ist.
Stimmt! Manchmal!
Aber wenn Roland gleich anschließend auch noch
"Abenteurere" unterbringt, würde auch der alte Siegmund aufmerksam geworden sein, oder?
Also mehr Gemurmel!
Liebe Grüße von
Berit (die Murmeln liebt.)


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