Hallo,
"Casablanca" von Eric Solomom, das vorher bereits als "Agent" bei Pelikan und in England als "The Sigma File" erschienen war, war 1991 sogar auf die Auswahlliste des Spiels des Jahres gekommen und verfügt in der Tat auch über ganz interessante Spielelemente. Und dennoch hat das Spiel - wie ich meine - einen wesentlichen Makel, auf den allerdings erstaunlicherweise in allen mir bekannten Besprechungen des Spieles noch nie eingegangen wurde.
Ich darf das Regelwerk hier als bekannt voraussetzen. Danach ist es ja so, dass die Mitspieler gegen einen Zug oder das Schlagen einer Figur Einspruch einlegen können. Dann ist durch "Bieten" von Geldsummen herauszufinden, wer den handelnden Agenten am höchsten bestochen hat. In der Regel heißt es, dass beim Preisgeben der Bestechungsgelder nicht mehr genannt werden darf, als wirklich eingesetzt wurde. Und genau das ist der Punkt! Da dies nicht kontrolliert wird, kann ich doch durchaus eine höhere Summe nennen. Da ich im nächsten Zug die Bestechungssumme auf meinem Formular in der Regel einfach entsprechend anpassen kann, kann auch später nicht mehr nachvollzogen werden, wieviel Geld ich zum Zeitpunkt des Bietvorgangs tatsächlich gesetzt hatte. Der Appell, hier einfach "ehrlich" zu spielen, ist m.E. nicht ganz überzeugend. Wenn man es andererseits jedoch zulassen würde, beim Bietvorgang auch eine höhere Summe zu nennen, als die, die man tatsächlich gesetzt hat, mit der Verpflichtung die Summe später aus seinen noch nicht gesetzten Geldern auszugleichen, geht dadurch - wie ich meine - ein wesentlicher Reiz des Spieles verloren. Ist so laut Regel ja eigentlich auch nicht vorgesehen.
Wie wird das Problem von Euch gesehen?
Mit verspielten Grüßen
Erhard (der hofft, dass wenigstens einige von Euch das Spiel überhaupt noch kennen)