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Spieleverleih im Fachgeschäft

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Sönke Weidemann
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Beiträge: 531

Spieleverleih im Fachgeschäft

Beitragvon Sönke Weidemann » 9. Mai 2001, 23:11

Hallo!
Unser örtlicher Vedes-Händler überlegt, einen Teil seines Spielesortimentes zum Verleih für Probespiele zur Verfügung zu stellen. Nun stellt sich für den Händler die Frage, wie dieses Vorhaben am besten in die Praxis umzusetzen ist ( Leihgebühr? , wie ist sicherzustellen, daß die Spiele auch wieder Kommen? etc. ). Hat da irgendjemand positive (oder auch negative) Erfahrungen sammeln können?
Gruß Sönke

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Michael Fuchs

re: Spieleverleih im Fachgeschäft

Beitragvon Michael Fuchs » 10. Mai 2001, 08:02

Ja, ich habe damit Erfahrung und ich habe einen guten Tipp: am besten lassen :-)) !
Vor drei Jahren begann ich, einen kleinen Spieleverleih zu eröffnen, so als Hobby immer Samstags. . Mit dem Namen : Sagaland, konnte jeder aus rund 80 Spielen ausleihen.
Wir haben es damals als Verleihgebühr gemacht. 3,-- pro Woche - also recht mimimal. Das "Einkommen" stand aber in keinem Verhältnis zum Ärger, der damit verbunden war. Spiele kamen unvollständig zurück, waren beschädigt ( obwohl mit Folie Spiel und Anleitung überzogen war ), oder wurden durch Falschanmeldungen gestohlen. Ein örtliches Spielegeschäft in Mainz hatte da eine bessere Methode.
Jeder konnte das Spiel kaufen : also vollen Verkaufspreis zahlen, testen und dann wieder zurückgeben ( bis - wenn ich mich recht erinnere 5,-- DM, bekam er den vollständigen Kaufpreis wieder zurück. ). Da es sich immer um benutzte Spiele handelte, war die Regelung den vollen Verkaufspreis erst einmal zahlen zu müssen, Motivation genug, die Spiele vollständig und überhaupt zurück zu bringen.
Als Tipps wenn Sie das machen :
1. Spiel und Spielanleitung in Folie packen.
2. Spielanleitung in Sichthülle
3. Spielanleitung nur in Kopie beilegen
4. Materialliste des Spiels
5. Genaue Verleihbedingungen
- was ist, wenn Teile fehlen - beschädigt sind usw.
.... und viel Erfolg
Gruß
Michael

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KMW

re: Spieleverleih im Fachgeschäft

Beitragvon KMW » 10. Mai 2001, 08:02

Hallo Sönke,
das machen die Spiel-i-otheken schon seit 30 Jahren (das "-i-" unterscheidet sie von den Spielhallen-Spielotheken). Beispielsweise die Spieliothek Quickborn: Sie verleiht die Spiele kostenlos für 4 Wochen, bei einem Laden sollte man das auf 1 Woche begrenzen. Bei der Rückgabe muß halt jemand die Vollständigkeit des Spiels kontrollieren. Und bei der Ausleihe sollte ein Personalausweis vorgelegt werden. Vielleicht helfen die Infos auf der unten genannten Website.
Gruß
KMW

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Michael Blumoehr

re: Spieleverleih im Fachgeschäft

Beitragvon Michael Blumoehr » 10. Mai 2001, 08:46

Hallo,
unser örtlicher Vedes-Händler macht das seit einigen Jahren. Ein begrenzter Teil an Titeln steht zum Verleih zur Verfügung. Es muss der volle Kaufpreis als Pfand hinterlegt werden. Wenn man es nicht bis zu einem bestimmten Tag zurückbringt, gilt es als gekauft.
Viele Gruesse,
Michael

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Stefanie

re: Spieleverleih im Fachgeschäft

Beitragvon Stefanie » 10. Mai 2001, 10:16

Der Vedes-Haendler in Aachen hat das eine Zeitlang
auch gemacht, dann aber - wegen mangelnder Resonanz! -
wieder eingestellt. Man konnte Spiele (in begrenzter
Auswahl) fuer 3 Tage ausleihen und musste nur den Personalausweis vorlegen und seine Telefonnummer angeben. Ich fand das immer einen Super-Service!
Cheers,
Stefanie

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Arne Hoffmann

re: Spieleverleih im Fachgeschäft

Beitragvon Arne Hoffmann » 10. Mai 2001, 11:16

Hallo Stefi!
Vedes in Aachen verleiht immer noch Spiele, aber nur ein bestimmtes Sortiment und nicht mehr alle Titel aus dem Verkaufsprogramm. Die Verleihspiele sind auf einem Extra-Tisch mit Hinweis auf den Verleih angesiedelt, so dass jetzt hoffentlich mehr Resonanz aufkommt.
Tschoe,
- Arne -

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Arno C. Hofer
Kennerspieler
Beiträge: 421

re: Spieleverleih im Fachgeschäft

Beitragvon Arno C. Hofer » 10. Mai 2001, 11:35

Da wir als Landes-Ludothek jetzt 15 Jahre Erfahrung im Verleih von Brettspielen und auch schon einige Händler diesbezüglich beraten haben, melde ich mich sehr gern:
Am besten funktioniert's, wenn der Händler erstmal den vollen Preis für ein Spiel verrechnet und für eine Woche Verleih 7 Mark vom Ladenpreis als "Leihgebühr" bei Rückgabe einbehält. Er hat ja jetzt ein offenes Spiel... Kommt das Spiel nicht zurück ist es ja gekauft.
Kommt das Spiel aber zurück kann er dem nächsten Interessenten das offene Spiel anbieten, der Verkaufspreis reduziert sich um die 5 Mark, die er schon als Leihgebühr eingenommen hat. 2 Mark bleiben dem Händler für die Krontrollarbeit. Wird das Spiel behalten hat sich der Käufer 5 Mark erspart. Bringt er es zurück zahlt er wieder 7 Mark Leihgebühr für eine (begonnene) Woche. Der Händler hat weiterhin ein offenes Spiel ... und muß das Spiel auf Vollständigkeit prüfen.
Kommt jetzt der nächste Interessent reduziert sich der Verkaufspreis um 10 Mark, die der Händler schon als Leihgebühr eingenommen hat. Kommt das Spiel zurück wird wieder 7 Mark Leihgebühr einbehalten ... und so weiter.
Wir haben überhaupt keine Probleme mit der Rückgabe der Spiele in der Ludothek. Außer: die Spiele wurden in verrauchten, muffigen Räumen gespielt und gelagert - und es wurde beim Spielen gegessen oder getrunken.
Dann werden die Spiele erfahrungsgemäß nach einem halben Jahr "unansehnlich".
Den Händlern würden wir empfehlen die Spiele sofort bei Rückgabe zu kontrollieren und eine eventuelle "Beschädigungsgebühr" von 5 Mark anzudrohen (wenn das Spiel noch spielbar ist) oder auf Ersatz des Spiels zu bestehen. Aber das ist Ermessenssache. Da wird man mit jemandem, der im Jahr Spiele im Wert von 500 DM kauft ganz anders umgehen als mit jemandem, dem man das 10 Spiel leiht, der aber noch keines gekauft hat.
Übrigens: Menschen die zuerst ausprobieren wollen sind auch gerne bereit 3-5 Tage auf ein verliehenes Spiel zu warten - sodass der Händler nicht fünf "Carcassonnes" auf einmal offen haben muß. Meistens reichen zwei. Und wenn dann nach einiger Zeit einige offene Spiele als "Ladenhüter" übrig bleiben, was eher nicht zu erwarten ist, kann man diese Spiele in einer "happy hour" ja besonders günstig abgeben.
Ob das Angebot des Leihens angenommen wird kann man nur experimentell erfahren. Sollte es im Ort keine profunde und bestbestückte öffentliche Ludothek oder Spiel-i-othek geben, wo man potentielle Kunden, die etwas ausprobieren wollen als Händler hinschicken könnte, kann ich zu diesem "kundenfreundlichen Experiment" nur raten, denn das schafft "Stammkunden-Beziehung". Und wer braucht heute keine Stammkunden?
Alles Gute
Arno C. Hofer

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Peter Uphoff

re: Spieleverleih im Fachgeschäft

Beitragvon Peter Uphoff » 10. Mai 2001, 18:37

Hallo,
wir hatten vor 2 Jahren mal so etwas aufgezogen. Wir hatten damals einen Laden bzw. eine Kneipe gemietet und das ganze als Cafe ausgebaut. Da konnte man die Spiele entweder direkt im Laden spielen und dabei was trinken oder essen oder man hat die Spiele ausgeliehen. Die Spiele konnten zu einem bestimmten Preis zu einem bestimmten Zeitraum ausgeliehen werden. Bei Spielen die schon etwas älter waren, haben wir nur die Leihgebühr berechnet. Bei neuen oder sehr seltenen Spielen mußten die Kunden eine Kaution hinterlegen, die sie beim zurückbringen wiederbekamen. Natürlich muß jedes Spiel wieder auf Vollständigkeit und Fehler hin überprüft werden. Von jedem Kunden haben wir selbstverständlich die Personalien in einem gewissen Umfang gespeichert bzw. aufgeführt, für evtl. Mahnungen oder Reklamationen.
Eine genaue Auflistung der Einzelteile beschleunigt das spätere Nachzählen des Spiels. Die Anleitungen hatten wir immer nur als Kopie dem Spiel beigelegt.
Ich hoffe dieser kleine Bericht kann Euch irgendwie helfen.
Mit verspielten Grüßen
Peter

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Sönke Weidemann
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Beiträge: 531

Vielen Dank! (o.T.)

Beitragvon Sönke Weidemann » 10. Mai 2001, 19:46

Vielen Dank!

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Ralf Abilgaard

re: Spieleverleih im Fachgeschäft

Beitragvon Ralf Abilgaard » 17. Mai 2001, 12:32

Wir verleihen unsere Demospiele über das Wochenende für 10% des Ladenpreise (max. DM6) und haben damit recht gute Erfahrung was die Behandlung der Spiele durch die Entleiher angeht. Die Leihgebühr wird beim Kauf des Spiels angerechnet. Die Resonanz ist allerdings recht gering - für Personen, die viel ausleihen möchten empfehle ich ohnehin den örtlichen Speleverein (Spielerei Bergstraße e. V.)


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