Beitragvon Volker L. » 27. August 2001, 16:30
Roland G. Hülsmann schrieb:
> Und jetzt mache ich Schluß, bevor ich wegen [OT] des Forums
> verwiesen werde ;-)
Ach, ich wuerde dies noch nicht als Off-Topic einstufen, zumal
ich diese Diskussion nicht auf allgemeinem Niveau weiterzufuehren
gedenke, sondern wieder zum urspruenglichen Thema, naemlich der
Frage nach dem Wert von Spielen, zurueckkommen will.
> Daß in derartigen Zusammenhängen gerne auf eBay verwiesen
> wird, liegt m.E. einfach daran, daß es das
> Online-Auktionshaus im deutschsprachigen Raum ist, bei dem am
> meisten potentielle Käufer vorbeischauen. Daher ist hier die
> Chance am größten, daß sich mehrere Menschen finden, denen
> die angebotene Sache etwas wert ist.
Kann sein, dass mein Posting den Eindruck machte, ich wuerde
mich gegen die Erwaehnung von eBay im Besonderen wenden. Das
war nicht meine Intention. eBay IST das am haeufigsten
vertretene Internet-Auktionshaus (und btw das einzige, in dem
ich jemals aktiv geworden bin), ich haette aber genausogut statt
"eBay" "beliebiges Internet-Auktionshaus" schreiben koennen,
dafuer aber war ich zu tippfaul :-)
Worauf ich hinaus wollte, ist folgendes:
Bei bestimmten Raritaeten, die jedoch nicht nur als Sammlerstueck
(wie die blaue Mauritius), sondern auch als Gebrauchsgegenstand
(in diesem Fall ein Exemplar eines Spiels mit geringer Auflage,
welches der Kaeufer tatsaechlich auch zum Spielen benutzen will)
ist es IMHO kein geeignetes Verfahren, den Wert festzustellen,
indem man sich anguckt, was einige wenige Verrueckte fuer
Mondpreise dafuer bezahlen.
Wenn ich einem Freund oder Bekannten ein aelteres Spiel verkaufe,
dann will ich ihn nicht abzocken, aber auch nicht ein extrem
wertvolles Stueck zu einem Bruchteil seines Preises verschleudern,
sondern ich will es ihm zu einem FAIREN Preis verkaufen.
FALLS von selbigem mehrere Exemplare bei eBay angeboten werden
UND die Preise etwa in derselben Groessenordnung liegen, dann
kann man diesen Preis als Anhaltspunkt verwenden (so haben
Roman und ich das vor einem halben Jahr gemacht, als ich ihm
mein altes Sherlock-Holmes CC verkauft habe), finde ich aber
nur ein einziges Exemplar bei eBay (oder anderen), dann ist
der Preis kein Anhaltspunkt. Und erst recht ungeeignet (das
war zwar nicht in diesem, aber in einem anderen Posting vor
ein paar monaten die Frage) ist es, wenn ich fuer den Abschluss
eine Versicherung den Wert eines Objektes wissen muss.
> Einen Nachtrag zu meinem
> vorigem Posting: Natürlich sollte man nur Dinge anbieten, die
> man WIRKLICH verkaufen soll, denn es kommt ein Kaufvertrag
> mit dem Höchstbietenden zustande. Und wenbn jemand einen
> gewissen Mindestpreis erzielen (auch das ist immer subjektiv,
> was einem selbst die zu verkaufende Sache noch wert ist),
> sollte er diesen auch ansetzen.
Auch hier ist die Frage, wie realistisch ist der Mindestpreis.
Wenn man nicht schon vorher regelmäßig auf den
einschlaegigen Webseiten reinschaut, kann man das schlecht
beurteilen. Du stellst den Artikel ein und keiner bietet.
Vielleicht sind von den 5 Freaks, die sich
normalerweise astronomisch hoch treiben, gerade 4 in Urlaub,
deshalb bietet keiner, oder aber der Startpreis war wirklich
zu hoch, woher soll man das wissen?
Die meisten von uns duerften doch Spiele kaufen bzw. besitzen,
weil sie sie spielen wollen und nicht als Geldanlage. Ich selbst
haette beispielsweise gar keine Ahnung, wieviel irgendein Spiel,
das ich habe, wert ist. Angenommen, ich wollte mein "Merchant of
Venus" verkaufen (nein, sowas verruecktes mache ich nicht, ist
rein hypothetisch), dann wuesste ich nichtmal, ob es nun 20 DM
oder eher 120 DM wert ist. Biete ich es fuer 20 an, dann geht
es vielleicht fuer 25 weg wegen Urlaubs der vielen reichen
Sammler und ich beisse mich vor Aerger in den Hintern, wenn
2 Monate spaeter derselbe Kaeufer es wieder anbietet und 120,-
dafuer erzielt; verlange ich gleich zum Start 100,-, dann
kommt vielleicht gar kein Angebot. Also brauche ich einen
Hinweis, was ungefaehr sowas wert ist.
Fazit: Ein Hinweis a la "guck mal nach, ob davon vielleicht
mehrere Exemplare bei eBay u. Co. angeboten werden, falls ja,
orientiere Dich am durchschnittlichen Preis" ist ja nicht
verkehrt, aber ich finde es bedauerlich, wenn sich die ganze
Hilfestellung, die der Frager im Forum erhaelt, auf diese
eine (nicht immer zuverlaessige) Quelle beschraenkt.
Gruss, Volker