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Spieletitel/-namen: wie sollen sie sein?

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Roman Pelek

Spieletitel/-namen: wie sollen sie sein?

Beitragvon Roman Pelek » 9. September 2001, 23:40

Hi,

mich würden mal Eure Meinung zum Thema "Namen von Spielen - wie sollten sie sein" interessieren.

Hintergrund der ganzen Sache sind kontroverse Diskussionen im privaten Rahmen, wie viel ein Titel über ein Spiel sagen muss bzw. wie "geläufig" ein Titel sein sollte oder muss. Ich möchte gerne mal Beispiele geben: Sind Namen wie z.B. "Torres" oder "La Citta" zu unverständlich oder wecken sie gerade aufgrund ihrer "Unbekanntheit" Neugier, was sich dahinter verbirgt? Muss man sich gleich beim Namen vorstellen können, wie ein Spiel ist, worum es geht (Beispiel: "Händler von Genua" -> Handelsspiel) oder reizt vielleicht auch eben das eigene Unwissen (z.B. "Serenissima"?), mal ein Spiel in die Hand zu nehmen? Wie beurteilt Ihr generell den Nutzen/Sinn von erläuternden, mal witzigen, mal eher bemühten oder misslungenen Untertiteln?

Inwiefern seht Ihr in solch "unbekannten" Titeln auch eine Bildungsfrage? Werden Käufer mit breiterer Allgemeinbildung von Titeln wie "Torres", "La Citta", "Serenissima" eher angesprochen (sei es, weil sie etwas mit den Begriffen anfangen können oder weil die Neugier sie packt) und Kunden mit einem niedrigeren Bildungsstand abgeschreckt?

Mir persönlich geht's so, dass ich eher auf unbekannte Titel reagiere, weil mich die Neugier packt und ich zumindest mal auf der Schachtel nachlesen will, was der Titel denn sagen will. Ab und an kommt's auch vor, dass ich einen Titel als selbstverständlich und erklärend ansehe, Mitspieler von mir aber fragen, was denn der dumme Titel bedeuten soll - oder eben umgekehrt ;-) Kurzum: lieber einen pfiffigen, prägnanten bzw. eleganten Titel, der vielleicht auf etwas weniger Bekanntes verweist und dadurch Neugier weckt als dass wir bei Spielen auf das Privatsender-Fernsehspielniveau verfallen ("Der Hurenschlächter von St. Pauli, Teil 3", "Anna - vergewaltigt, verwirrt, entlaufen und heimgeholt von Mama"). Oder sind solche Titel doch eher eine intellektuelle Selbstverliebtheit der Branche, die bei weniger Spielebegeisterten nicht so gut ankommt?

Wie seht Ihr das und wie denkt Ihr, dass die breite Masse der Nichtspielespinner Spieletitel aufnimmt?

Ciao,
Roman

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hannes

Re: Spieletitel/-namen: wie sollen sie sein?

Beitragvon hannes » 10. September 2001, 00:00

Hi Roman

[OT] Endlich weiss ich, in welche Kategorie ich gehöre :
SPIELESPINNER ;-) .
Ist dann, wer nach Essen geht ein Spielespanner ;-) ?

Also. Ich denke ein nichtssagender Titel wie "Carcassonne" hat es schwierig, vom breiten Publikum wahrgenommen zu werden.

Ein Titel wie "Volldampf" oder "Rüsselbande" oder "Drachengold" oder "Herr der Ringe" hingegen weckt schon mal gewisse Assoziationen und kann eher auf sich aufmerksam machen.

Ciao
hannes (kurz angebunden um die Tageszeit :-¦ )

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Carsten Wesel

Re: Spieletitel/-namen: wie sollen sie sein?

Beitragvon Carsten Wesel » 10. September 2001, 00:08

Roman Pelek schrieb:
>
> Ich
> möchte gerne mal Beispiele geben: Sind Namen wie z.B.
> "Torres" oder "La Citta" zu unverständlich oder wecken sie
> gerade aufgrund ihrer "Unbekanntheit" Neugier, was sich
> dahinter verbirgt?

Nicht unbedingt. Ich finde die beiden eher gut gewählt, weil sie kurz sind und einfach zu merken - La Cittá hingegen klingt noch etwas exotisch, was auch interessant ist.


> Muss man sich gleich beim Namen vorstellen
> können, wie ein Spiel ist, worum es geht (Beispiel: "Händler
> von Genua" -> Handelsspiel)

Nicht notwendigerweise. Der Vielspieler wird sich am Spielsystem orientieren, daß er bei diversen Gelegenheiten kennen lernen kann, der Spontankäufer wird eher auf die Graphic achten und dann das Spiel in die Hand nehmen und anfangen zu lesen.


> oder reizt vielleicht auch eben
> das eigene Unwissen (z.B. "Serenissima"?), mal ein Spiel in
> die Hand zu nehmen?

Nö. Genau so wenig, wie bei "Carcassonne", "Alhambra" oder "Amicelli" (www.fairspielt.de/Spiele/amicelli.html)


> Wie beurteilt Ihr generell den
> Nutzen/Sinn von erläuternden, mal witzigen, mal eher bemühten
> oder misslungenen Untertiteln?

Ich finde, daß er sein darf, aber nicht sein muß. Es ist fast so wie ein zweiter Vorname - wenn er passt, dann ist er gut, ansonsten sollte man auch auf ihn verzichten können.


> Inwiefern seht Ihr in solch "unbekannten" Titeln auch eine
> Bildungsfrage? Werden Käufer mit breiterer Allgemeinbildung
> von Titeln wie "Torres", "La Citta", "Serenissima" eher
> angesprochen (sei es, weil sie etwas mit den Begriffen
> anfangen können oder weil die Neugier sie packt) und Kunden
> mit einem niedrigeren Bildungsstand abgeschreckt?

Das würde ich nicht an den Spieltiteln festmachen wollen.


> Mir persönlich geht's so, dass ich eher auf unbekannte Titel
> reagiere, weil mich die Neugier packt und ich zumindest mal
> auf der Schachtel nachlesen will, was der Titel denn sagen
> will.

Das sind bei mir nicht nur die unbekannten Titel, sondern alle unbekannten Spiele, die nicht auf den ersten Blick in die Rubrik "Kinderspiel" fallen (Doch auch das wird sich ändern).


> Ab und an kommt's auch vor, dass ich einen Titel als
> selbstverständlich und erklärend ansehe, Mitspieler von mir
> aber fragen, was denn der dumme Titel bedeuten soll - oder
> eben umgekehrt ;-)

Hä :-?


> ("Der Hurenschlächter von St. Pauli, Teil 3", "Anna -
> vergewaltigt, verwirrt, entlaufen und heimgeholt von Mama").

Das weckt höchstens den Gähn-Mechanismus.


> Wie seht Ihr das und wie denkt Ihr, dass die breite Masse der
> Nichtspielespinner Spieletitel aufnimmt?

Die breite Masse wird den Titel nur benötigen, um das Spiel mit diesem Namen kaufen zu können, daher sollte er eingängig und kurz sein. Alternativ lassen die den Namen auch weg, und gehen ins Kaufhaus und kaufen das Spiel mit den Wegen und Plättchen, wo die Männchen in die Klöster kommen

Gruß Carsten (der heute bei der Galavorstellung Platz 2 gemacht hat)

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Roman Pelek

Re: Spieletitel/-namen: wie sollen sie sein?

Beitragvon Roman Pelek » 10. September 2001, 00:15

Hi Carsten,

[Bildung und Präferenzen bestimmer Spieletitel]
>Das würde ich nicht an den Spieltiteln festmachen wollen.<

Hm, weiss ich nicht, es ist jedenfalls immer mal interessant zu sehen, wer "ad hoc" etwas mit einem ungewöhnlichen Titel anfangen kann und wer nicht. Da gibt's große Differenzen, es wäre - für mich - interessant zu wissen, wie sich dieses Wissen oder Nichtwissen in Interesse niederschlägt oder nicht. Ganz wertfrei.

[Neugier bei unbekannten Titel]
>Das sind bei mir nicht nur die unbekannten Titel, sondern alle unbekannten Spiele, die nicht auf den ersten Blick in die Rubrik "Kinderspiel" fallen (Doch auch das wird sich ändern).<

Hm, ja, hast ja Recht. Aber was sticht *zuerst* ins Auge...

>> Ab und an kommt's auch vor, dass ich einen Titel als
selbstverständlich und erklärend ansehe, Mitspieler von mir
aber fragen, was denn der dumme Titel bedeuten soll - oder
eben umgekehrt<<
>Hä<

Gemeint war: manchmal können die einen was mit einem Titel anfangen, die anderen nicht. Und manchmal können die anderen was damit anfangen und die einen nicht... Und dann ist man doch erstaunt, wie unterschiedlich die "Kenntnisstände" da sind.

Ciao,
Roman

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Roman Pelek

Re: Spieletitel/-namen: wie sollen sie sein?

Beitragvon Roman Pelek » 10. September 2001, 00:21

Moin Hannes,

>[OT] Endlich weiss ich, in welche Kategorie ich gehöre :
SPIELESPINNER .
Ist dann, wer nach Essen geht ein Spielespanner ?<

Das ist im Rahmen der induktiven Schlussfolgerung durchaus legitim ("Herr Doktor, manchmal kann ich einfach nicht anders und schau in diese schweinischen Messevorschauen rein... Lauter nackte Titel, nur spärlich erklärt, sie wissen schon...")

>Also. Ich denke ein nichtssagender Titel wie "Carcassonne" hat es schwierig, vom breiten Publikum wahrgenommen zu werden.

Ein Titel wie "Volldampf" oder "Rüsselbande" oder "Drachengold" oder "Herr der Ringe" hingegen weckt schon mal gewisse Assoziationen und kann eher auf sich aufmerksam machen.<

Denke ich prinzipiell auch, wobei man bei Carcassonne sicher noch Design, Preis, Beratung, SdJ-Prämierung etc. etc. in die Wahrnehmung einrechnen würde, so dass das hier wohl locker wieder aufgefangen wird. Insofern vermutlich ein schlechtes Beispiel, da hier sehr viele Kofaktoren in die Wahrnehmung mitreinspielen...

>Ciao
hannes (kurz angebunden um die Tageszeit :-¦ ) <

Abendliche Fesselspiele?

SCNR,
Roman

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Bernd Eisen

Re: Spieletitel/-namen: wie sollen sie sein?

Beitragvon Bernd Eisen » 10. September 2001, 00:41

Hi Roman!

Ich denke, daß im Großen und Ganzen ein möglichst kurzer und prägnanter Name besser aufgenommen wird. Zusammen mit dem Cover wird ungefähr aufgezeigt, um welches Thema es sich handelt, dann liegt es an einem persönlich, ob ihn dieses Thema interessiert, oder nicht, sprich - ob er das Spiel näher betrachtet oder nicht.

Bei längeren Titeln wiederholen sich Teile davon sehr oft und verwirren doch etwas.

Wenn ich z.B. Die Händler meine und mein Gegenüber gleich auf die Händler von Genua schließt... dann kommen die Kaufleute von Amsterdam und ähnliches.

...wobei wir Vielspieler sicher bemüht und gewillt sind jedes neue Spiel zu betrachten und auszuprobieren.

Ich für meinen Teil mag vor allem kurze, einprägsame Spieltitel - oft und gerne werden Städtenamen genommen, was auch oft schon gleich eine Assoziation zu einer Städtespezifischen Besonderheit hervor ruft.

Ob sich das allerdings Verkaufsfördernd auswirkt, oder ob die große Menge an Spielekäufern doch lieber längere Titel mit größerer Aussagekraft bevorzugt weiß allein die Industrie. Hier macht wohl die Aufmachung die Hauptsache aus, bevor man auf den Titel schaut.

ciao + Gruß Bernd

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Carsten Wesel

Re: Spieletitel/-namen: wie sollen sie sein?

Beitragvon Carsten Wesel » 10. September 2001, 01:04

Roman Pelek schrieb:
>
>
> Hm, weiss ich nicht, es ist jedenfalls immer mal interessant
> zu sehen, wer "ad hoc" etwas mit einem ungewöhnlichen Titel
> anfangen kann und wer nicht.

Zu "Carcassonne" oder "Serenissima" bezeifle ich stark, daß es da überhaupt eine Assoziation geben kann - das sind einfach Begriffe, die nix aussagen. Genausogut kannst du einem Marsmenschen von einem "Hammer" erzählen - mit dem Begriff alleine wird der nix anfangen können, solange er ihn nicht "begreift" ;-)


> [Neugier bei unbekannten Titel]
> >Das sind bei mir nicht nur die unbekannten Titel, sondern
> alle unbekannten Spiele, die nicht auf den ersten Blick in
> die Rubrik "Kinderspiel" fallen (Doch auch das wird sich
> ändern).<
>
> Hm, ja, hast ja Recht. Aber was sticht *zuerst* ins Auge...

Man siehe ein Spiel aus der Ferne - dann sind es die Farben die man sieht - kommt man dichter, kann man den Titel lesen und wenn es dann so weit ist, dann wird der geübte Spieler das Spiel sicher sofort umdrehen um den Inhalt zu überfliegen und zu bewerten.


> >> Ab und an kommt's auch vor, dass ich einen Titel als
> selbstverständlich und erklärend ansehe, Mitspieler von mir
> aber fragen, was denn der dumme Titel bedeuten soll - oder
> eben umgekehrt<<
> >Hä<
>
> Gemeint war: manchmal können die einen was mit einem Titel
> anfangen, die anderen nicht. Und manchmal können die anderen
> was damit anfangen und die einen nicht... Und dann ist man
> doch erstaunt, wie unterschiedlich die "Kenntnisstände" da
> sind.

Es bleibt beim :-? Hä?

Gruß Carsten (Es ist wahrscheinlich schon ziemlich spät dafür...)

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Carsten Wesel

Re: Spieletitel/-namen: wie sollen sie sein?

Beitragvon Carsten Wesel » 10. September 2001, 01:09

Bernd Eisen schrieb:
>
> Hi Roman!
>
> Ich denke, daß im Großen und Ganzen ein möglichst kurzer und
> prägnanter Name besser aufgenommen wird.

Genau so!


> Bei längeren Titeln wiederholen sich Teile davon sehr oft und
> verwirren doch etwas.

Muß ja nicht. Die Händler von A..., B..., C..., - denke ich - wird es nicht geben.


> Wenn ich z.B. Die Händler meine und mein Gegenüber gleich auf
> die Händler von Genua schließt... dann kommen die Kaufleute
> von Amsterdam und ähnliches.

Händler sind immerhin nicht Kaufleute - jedenfalls von Begriff her. Somit ist der Unterschied schon mal gegeben.


> ...wobei wir Vielspieler sicher bemüht und gewillt sind jedes
> neue Spiel zu betrachten und auszuprobieren.

Zustimmung :-)


> Ich für meinen Teil mag vor allem kurze, einprägsame
> Spieltitel - oft und gerne werden Städtenamen genommen, was
> auch oft schon gleich eine Assoziation zu einer
> Städtespezifischen Besonderheit hervor ruft.

Gerade heute bin ich wieder über Muskat gestolpert und die Assoziation - Gewürz - meines Gegenübers war genau die, die ich erwartet hatte. Also: Ein falsch gewählter Titel?

Gruß Carsten (dessen Augen langsam zu fallen 8-) )

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Hanno Schwede

Re: Spieletitel/-namen: wie sollen sie sein?

Beitragvon Hanno Schwede » 10. September 2001, 07:03

Hallo Bernd, Hallo Carsten

grade die Händler sind doch ein gutes Beispiel für Namens verwirrung:

Händler von Genua/2001/Rüdiger/Dorn/Alea/Gesellschaftsspiel

Händler/1999/Kramer Ulrich/Queen/Gesellschaftsspiel

Isaac Asimov 's Sternenhändler/1988/Jackson Ladyman/Citadel/Gesellschaftsspiel

Siedler Kartenspiel - Themenset Ritter & Haendler/1999/Teuber/Kosmos/Gesellschaftsspiel

Teppichhändler/1993/Huber/Piatnik/Gesellschaftsspiel

Weinhändler/2000/Ehrhard/Piatnik/Gesellschaftsspie

Alle diese Spiele könnten in einer festen Gruppe mit Händler abgekürzt werden. Diese Abkürzungen können ach losgelöst vom Eigentlichen Titel gewählt werden, so spielt eine meiner Spielgruppen gerne das "Königspiel" (ich mach da mal ein Quiz draus welches Spiel gemeint ist) oder ein Kunde wollte von mir das Regenwurm Wirtschaftsspiel (Dicke Kartoffeln) haben.

Bei Muscat muss ich gestehen geht es mir ähnlich wie Carsten...

sigdmwwt SPIELEN


der

Hanno

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Hanno Schwede

Re: Spieletitel/-namen: wie sollen sie sein?

Beitragvon Hanno Schwede » 10. September 2001, 07:24

Hallo Roman

ich denke Spiele sollten einen kurzen zum Thema passenden Namen haben. Ausserdem sollte der Name einen Exotischen Touch haben, ein Spiel mit den Titeln wie z.B. "Autobus" oder "Saftpresse", wird es im Handel schwer haben.

Im grossen und ganzen lassen sich die Spieltitel schon in mehrere Kathegorien einteilen:

Spielablauf Beschreibend:
acqure, Händler, 4gewinnt, incognito, Geld & Börse, Big Deal, Rasende Roboter, RoboRally, Scotland Yard, Monopoly

diese Spiele stellen durch ihren Titel schon Assoziationen zu dem Spielablauf her. Hier gibt es auch Fälle bei denen diese Assoziationen erst durch einen höheren Bildungsstand erreicht werden.


Phantasieprodukte
Drachendelta, El Grande, Elfenland, Shark, Samurai

Bei diesen Spielen, kann man vom Titel her nicht auf den Spielablauf schliessen,


Städte und Landschaften
Carcassonne, Medina, Muscat.....

.....


So wer fortsetzen mag, sollte dieses tun, ich hab nun leider erstmal keine Zeit mehr...

sigdmwwt SPIELEN

der

Hanno

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hannes

Re: Spieletitel/-namen: wie sollen sie sein?

Beitragvon hannes » 10. September 2001, 08:01

Hi

>Zu "Carcassonne" oder "Serenissima" bezeifle ich stark, daß
>es da überhaupt eine Assoziation geben kann - das sind
>einfach Begriffe, die nix aussagen.

Einwand : Bei Carcassonne denke ich an eine südfranzösische Stadt und an ein Chanson von Stefan Eicher. Wenn schon assoziere ich damit gutes Essen und guter Wein oder so. Aber sicher kein "Landschaftsgärtner"-Spiel.
Serenissima hingegen ist der Beiname des alten, die Vormachtstellung im östlichen Mittelmeerraum innehabenden Venedigs und passt meiner Meinung nach wunderbar zu diesem Kriegs- und Handelsspiel. Der Titel "Venezia" wäre vergleichsweise viel offener gewesen dafür.

Ciao
hannes (hofft, dass folgendes endlich gelingt : B:]

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Carsten Wesel

Re: Spieletitel/-namen: wie sollen sie sein?

Beitragvon Carsten Wesel » 10. September 2001, 09:08

hannes schrieb:

> Einwand : Bei Carcassonne denke ich an eine südfranzösische
> Stadt und an ein Chanson von Stefan Eicher. Wenn schon
> assoziere ich damit gutes Essen und guter Wein oder so. Aber
> sicher kein "Landschaftsgärtner"-Spiel.

OK - Ich bin leider nicht so allgemein gebildet wie du ;-) und somit hatte ich diese Assoziationen nicht. Aber inzwischen kenne ich wenigstens die Stadt aus ihrer Seite im Netz.


> Serenissima hingegen ist der Beiname des alten, die
> Vormachtstellung im östlichen Mittelmeerraum innehabenden
> Venedigs und passt meiner Meinung nach wunderbar zu diesem
> Kriegs- und Handelsspiel. Der Titel "Venezia" wäre
> vergleichsweise viel offener gewesen dafür.

Jetzt wo ich das Spiel kenne, weiß ich auch, wo der Name herkommt - und da sage noch jemand, daß Spielen nicht bildet :roll:


> hannes (hofft, dass folgendes endlich gelingt : B:]

Gruß Carsten (der gerne behilflich ist: B-] )

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Carsten Wesel

Re: Spieletitel/-namen: wie sollen sie sein?

Beitragvon Carsten Wesel » 10. September 2001, 09:16

Hanno Schwede schrieb:
>
> Alle diese Spiele könnten in einer festen Gruppe mit Händler
> abgekürzt werden. Diese Abkürzungen können ach losgelöst vom
> Eigentlichen Titel gewählt werden,

Mit der Einstellung gehe ich nicht konform (Whow, klingt das gut ;-) ). Ich kann doch ein Spiel nicht mit einem Teil seines Namens abkürzen und dann verlangen, daß ALLE mich verstehen. Bei Büchern macht das doch auch niemand und da gibt es sicherlich viel mehr Titel, als im Spielebereich.


> so spielt eine meiner
> Spielgruppen gerne das "Königspiel" (ich mach da mal ein Quiz
> draus welches Spiel gemeint ist)

Schach? Was habe ich jetzt gewonnen? :D

Gruß Carsten (hatte am Wochenende das Bohnenspiel in Händen - nein, nicht "Bohnanza")

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"JOBO"Joachim Bonitz

Re: Spieletitel/-namen: wie sollen sie sein?

Beitragvon "JOBO"Joachim Bonitz » 10. September 2001, 09:20

Moin Hanno, moin Roman.
Interessante Frage, die Roman aufgeworfen hat. Ist mir letztens noch so durch den Kopf gegangen. Wie nennt man seinen Prototyp, wenn er denn endlich mal fertig ist ?!

Hanno Schwede schrieb:

> ich denke Spiele sollten einen kurzen zum Thema passenden
> Namen haben. Ausserdem sollte der Name einen Exotischen Touch
> haben, ein Spiel mit den Titeln wie z.B. "Autobus" oder
> "Saftpresse", wird es im Handel schwer haben.

Da gebe ich Die vollkommen recht, eine gewisse sinnvolle Verbindung von Namen und Spiel sollte schon da sein bzw. der Name sollte gewisse Assoziationen beim Käufer wecken und sei es nur eine schöne Erinnerung an einen Urlaub in Südfrankreich oder Italien in Erinnerung rufen.
Was meines Erachtens auch noch ein großer Faktor sein könnte, ist der Zusammenhang / Harmonie von Titel und Outlay. Namen bzw. Titel verbinden sich (zu mindestens bei mir ist es so :o ) immer mit Bildern, mit gewissen festen Vorstellungen, die natürlich bei dem einzelnen etwas unterschiedlich ausfällt aber im großen und ganzen ähnlich sein wird.
Die Wort / Tilellänge sollte meines Erachtens auch entsprechend prägnant gewählt werden. Lange Titel sind auch in der Literatur nicht unbedingt immer sehr hilfreich.

Also dann
tschoe aus Aachen
Joachim (heute morgen von der Arbeit schon genervt >:-( )

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Arne Hoffman

Re: Spieletitel/-namen: wie sollen sie sein?

Beitragvon Arne Hoffman » 10. September 2001, 09:37

Hallo Roman!

Kurze und eingaengige Namen sind mir lieber, als ein langer Titel, den ich mir nicht merken kann. Bei den Fuersten und Haendlern ist meiner Meinung nach schon das Limit an Titellaenge erreicht. Die beiden Titel leben jetzt von der Aehnlichkeit ihrer Namen und damit, dass sie auch noch Aufschluss ueber den Spielhintergrund geben (wobei das bei den Fuersten ja eher mager ist). Ansonsten sollte der Name kurz sein und mein Interesse wecken. Mein Interesse kann aber auf alles moegliche anspringen. Ein Staedtename, die erste Stufenpyramide, oder irgendwelche Wortkreationen (wie aus der GIPF-Reihe). Ferner sollte das Thema des Spiels sicht leicht in dem Namen wiederspiegeln (La Citta - wir bauen Staedte auf, Andromeda - wir sind im Weltall etc...). Wenn dann der Name, wie jetzt bei gewaehltem Andromeda, bei mir Assoziationen mit Themen weckt, die mich in Spielen nicht so interessieren (wie Weltraumthemen, z.B.), dann schau ich mir das Spiel auch nicht unbedingt sofort an.

Fuer die breite Masse ist ein knapper, eingaengiger Titel wohl auch besser zu merken als irgendein langer. Den vergisst man auf dem Weg ins Geschaeft dann nicht so leicht :o))

Tschoe,

- Arne - (hat auch einen kurzen Namen)

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Arne Hoffman

Re: [OT] Spieletitel/-namen: wie sollen sie sein?

Beitragvon Arne Hoffman » 10. September 2001, 09:44

Moin Hanno!

Hanno Schwede schrieb:
>
> Hallo Roman
>
> ich denke Spiele sollten einen kurzen zum Thema passenden
> Namen haben. Ausserdem sollte der Name einen Exotischen Touch
> haben, ein Spiel mit den Titeln wie z.B. "Autobus" oder
> "Saftpresse", wird es im Handel schwer haben.

Aha! So waren also eure Vorschlaege gemeint!!!! Boykott auf der ganzen Linie :-D

- Arne -

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Hanno Schwede

Re: Spieletitel/-namen: wie sollen sie sein?

Beitragvon Hanno Schwede » 10. September 2001, 10:24

Hallo Carsten
> >
> > Alle diese Spiele könnten in einer festen Gruppe mit Händler
> > abgekürzt werden. Diese Abkürzungen können ach losgelöst vom
> > Eigentlichen Titel gewählt werden,
>
> Mit der Einstellung gehe ich nicht konform (Whow, klingt das
> gut ;-) ). Ich kann doch ein Spiel nicht mit einem Teil
> seines Namens abkürzen und dann verlangen, daß ALLE mich
> verstehen. Bei Büchern macht das doch auch niemand und da
> gibt es sicherlich viel mehr Titel, als im Spielebereich.

Ich beziehe mich nicht auf ALLE sondern nur auf die Mitglieder eines festen Spielekreises. Da kommt es dann schon mal vor das einzelne davon sich ein Spiel kaufen wollen das sie unter Händler kennen, eben weil es in ihrem Kreis immer falsch abgekürzt wird.

>
>
> > so spielt eine meiner
> > Spielgruppen gerne das "Königspiel" (ich mach da mal ein Quiz
> > draus welches Spiel gemeint ist)
>
> Schach? Was habe ich jetzt gewonnen? :D

nix, es wird ein anders Spiel gesucht ich geb mal den tipp 3-7 Spieler.


>
> Gruß Carsten (hatte am Wochenende das Bohnenspiel in Händen -
> nein, nicht "Bohnanza")

Spacebeans ??? *gg*

sigdmwwt Spielen

der

Hanno

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Roman Pelek

Re: [OT] Spieletitel/-namen: wie sollen sie sein?

Beitragvon Roman Pelek » 10. September 2001, 10:26

Moin Arne,

>> ich denke Spiele sollten einen kurzen zum Thema passenden
>> Namen haben. Ausserdem sollte der Name einen Exotischen Touch
>> haben, ein Spiel mit den Titeln wie z.B. "Autobus" oder
>> "Saftpresse", wird es im Handel schwer haben.

>Aha! So waren also eure Vorschlaege gemeint!!!! Boykott auf >der ganzen Linie

Du weißt, es ist ein hartes Geschäft. Da gibt's keine freundschaftlichen Tipps :-D

Ciao,
Roman (Mist, er hat's gemerkt...)

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Hanno Schwede

Re: [OT] Spieletitel/-namen: wie sollen sie sein?

Beitragvon Hanno Schwede » 10. September 2001, 10:28

Ach Arne

ein wirklich gutes Spiel wird sich auch trotz des Names verkaufen *gg*

Ausserdem macht der Titel Autobus bei dem Thema doch eher Neugierig.

sigdmwwt SPIELEN

der

HAnno

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Hanno Schwede

Re: [OT] Spieletitel/-namen: wie sollen sie sein?

Beitragvon Hanno Schwede » 10. September 2001, 10:30

Hallo Roman

Sakkara ist übrigens auch so ein unverkäuflicher Titel....


sigdmwwt SPIELEN


der

Hanno, Stufenpyramiden sind doof

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Michael Blumoehr

Ratespiel [OT]

Beitragvon Michael Blumoehr » 10. September 2001, 10:39

> > > so spielt eine meiner
> > > Spielgruppen gerne das "Königspiel" (ich mach da mal ein
> Quiz
> > > draus welches Spiel gemeint ist)
> >
> > Schach? Was habe ich jetzt gewonnen? :D
>
> nix, es wird ein anders Spiel gesucht ich geb mal den tipp
> 3-7 Spieler.

Ich wuerde sagen "Ohne Furcht und Adel" ;-)
> > Gruß Carsten (hatte am Wochenende das Bohnenspiel in Händen -
> > nein, nicht "Bohnanza")

Mancala ist das klassische Bohnenspiel. Aber bei uns assoziiert mit Bohnenspiel auch jeder Bohnanza, das ist ja auch spitze!

Michael

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HBS

Re: Spieletitel/-namen: wie sollen sie sein?

Beitragvon HBS » 10. September 2001, 10:40

Also,

interessante Frage... ursprünglich hattest Du (Roman) ja nach den verschiedenen persönlichen Ansichten gefragt, deshalb hier meine. Einiges davon ist schon gesagt worden, darauf gehe ich jetzt nicht im einzelnen ein...

1. Persönlich bevorzuge ich kurze prägnante Spieletitel, möglichst nur ein Wort

2. Bei längeren Spieletiteln "funktionieren" für mich die, die eine irgendwie bekannte Phrase verwenden (Auf Achse, Adel verpflichtet)

3. Um inhaltlich etwas über das Spiel zu erfahren, lese ich sowieso meistens Rezensionen, denn den Titeln traue ich nicht - oft stelle ich mir gerade unter den ausführlicheren Titeln etwas anderes vor, als es dann im Endeffekt ist (Die Kette von Saba???). Noch besser als nur Rezensionen zu lesen ist es natürlich, das ganze in die Hände zu bekommen... (und da kommen dann Graphik etc. dazu - wurde hier auch schon als Kaufanreiz genannt)

4. Ohne mir hier jetzt gleich jede Menge Flames als hoffnungslos arrogant einfangen zu wollen: mit den meisten Titeln der letzten Jahre, die auf romanischen Sprachen oder Ländern beruhen, kann ich relativ schnell etwas anfangen (Torres, La Cittá, El Grande etc., die hier schon genannt wurden aber z.B. auch Arriba!, unter dem ich mir gleich etwas schnelles vorstellte) - aber ja, darin sehe ich eine Bildungsfrage, ich habe halt mal diverse dieser Sprachen gelernt...

5. Mit geographischen Spieletiteln kann man mich eigentlich fast immer verführen, seien es Städte (Carcassonne), Gegenden (Tikal), Inseln (Java), Länder (Bali), Kontinente (Afrika)... da kommt zur Spiel- auch gleich die Reiselust [obwohl ich mich dann auch manchmal wieder mit kritischem Blick über den vereinfachenden Exotismus ärgere, der da über das Medium Spiel verbreitet bzw. unterstützt wird... ]

6. Die Titel, die ich nicht verstehe, halte ich meistens für ein (irgendwie dreidimensionale Bau- oder Setz- ) abstraktes Taktikspiele, meistens gut zu zweit zu spielen... besonders bei den Titeln, die ich als asiatisch angehaucht empfinde, liege ich da auch oft richtig (Ido, Aya, Tokami, Batik...) aber auch bei anderen (Twixt, Gyges, Gipf, Dvonn, auf das ich schon sehr gespannt bin...) Wie Roman werde ich bei diesen unbekannten Titeln leicht neugierig... und hoffe auf ein neues abstraktes Supertaktikspiel!

Soweit zu mir und Titeln... und jetzt noch einige Beobachtungen zu anderen und Titeln:

Einige Spiele leiden leider unter ihrem Titel, so war es in meinem Freundeskreis sehr schwer Bohnanza durchzusetzen, weil alle diesen Titel so albern fanden.... und warum Kahuna als Kahuna erfolgreicher ist, als als Arabana-Ikibiti kann ich auch gut verstehen... (übrigens mein persönlicher Spieletitel Favorit! Kahuna, nich' Araba...)

Bei den Nichtspielern, die ich kenne ist es entweder so, daß sie hauptsächlich auf das "Gütesiegel" "Spiel des Jahres" reagieren. An zweiter Stelle steht dann das Aussehen (Schachtel, Graphik, Ausstattung), dann fragen sie nach persönlichen Eindrücken (wer kennt die Frage nicht: "Ich suche ein 'gutes' Spiel, kannst Du da nicht 'was empfehlen?" - aaarrrggghhh). Manchmal kommt allerdings auch ein: "Wabanti, das klingt gut - was is'n das?"


so much for now,

Grüsse,

Hanna


P. S.:Welche Titel findet Ihr denn SCHÖN? (nicht gut, passend, ausdrucksvoll etc.)

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Arne Hoffman

Re: [OT] Spieletitel/-namen: wie sollen sie sein?

Beitragvon Arne Hoffman » 10. September 2001, 10:55

Hanno Schwede schrieb:
> Hanno, Stufenpyramiden sind doof

Ich finde eh, dass das Thema Pyramiden in Spielen schon verbraucht ist .... Dann lieber ne Saftpresse.

Tschoe,

- Arne - (der jetzt wohl langsam mal ernsthaft arbeiten sollte)

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Hanno Schwede

Re: Ratespiel [OT]

Beitragvon Hanno Schwede » 10. September 2001, 11:10

Ohne Furcht und Adel

richtig, 5 lila Spasspunkte dafür


Bohnenspiel, das muss Carsten auflösen, "Nicht die Bohne" gibt es auch noch...

Hanno

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Brigitte

Re: Spieletitel/-namen: wie sollen sie sein?

Beitragvon Brigitte » 10. September 2001, 12:18

Hallo Carsten,
du schreibst:

> Zu "Carcassonne" oder "Serenissima" bezeifle ich stark, daß
> es da überhaupt eine Assoziation geben kann - das sind
> einfach Begriffe, die nix aussagen.

Hier kommt wirklich die unterschiedlich Vorbildung zum tragen. Wir hatten das Spiel nach der Messe am Spieleabend offen hingestellt. Ein Mitspieler schnappte es sich sofort und fragte, ob es etwas mit der französichen Stadt mit den Tollen Türmen zu tun habe.

Brigitte


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