Beitragvon Arno C. Hofer » 18. September 2001, 09:40
Wenn ich wüßte, ob das strategisch geplant war oder dem HIG ganz einfach zu-ge-fallen ist ...? Nämlich: zu Essen ein Spiel auf den Markt zu bringen, das so gut und so (preis-)günstig ist, das es in Essen zum Renner wird und sich daher im nachfolgenden Weihnachtsgeschäft sehr bewährt. Zu Nürnberg werden die Spekulationen zum "Spiel des Jahres" für Carcassonne immer lauter (zu billig für ein SdJ, andererseits aber so gut, dass es alle anspricht - also preiswürdig, "das Spiel" des Jahres" ...) In Nürnberg präsentiert dann HIG "Medina" - als "das Freakspiel" - das wird bald klar ...
Nun: die Entscheidung rückt näher - was wird SdJ? Gleichzeitig läuft aber auch schon die Ausschreibung zum DSP. Viele denken sich: wenn "Carcassonne", weil es so preiswert verkauft wird nicht SdJ werden kann, dann soll es wenigstens den DSP bekommen (und treffen diese Entscheidung vielleicht, ohne Medina zu kennen). Medina scheint nicht einmal auf der Auswahlliste auf! Die erste Auflage von Carcassonne ist restlos ausverkauft. Man wartet auf die Jury-Entscheidung: und siehe da, die Jury springt über ihren Schatten und kürt das "billige" Carcassonne.
Viele hatten ihre Stimme für den DSP schon Carcassonne gegeben - es ist ja auch wirklich gut - und viele hatten bedauert, dass die Jury "Medina" nicht einmal der Auswahlliste würdig befunden hat. Also: jetzt beginnt die Aufholpnhase für "Medina" - es reicht zum ehrenvollen zweiten Platz, Carcassonne war schon zu weit davongezogen ...
Dieses Drehbuch könnte ein strategisches Spiel sein - doch leider: wahrscheinlich haben so viele Schicksalselemente "mitgespielt" sodass man nach dem gleichen Muster nicht die nächsten Preisverleihungen auch gewinnen könnte. Sonst müßte nämlich jeder Verlag zu Essen einen "preisgünstigen" Publikumshit platzieren und zu Nürnberg das Top-Freakspiel nachliefern ... und dann: gibts zu viele Bewerber mit der gleichen Strategie.
Derjenige, dem ich die nächste zielführende Strategie zutraue (natürlich neben dem Titelverteidiger) ist Stefan Brück und alea. Die vorbereitende psychologische Arbeit hat ja schon begonnen: er gratuliert dem heurigen "Top-Verlag" (der mich ein bisschen an Hermann Maier erinnert - schon allein wegen seiner "österreichischen Seele" - aber es gibt da noch andere ähnliche Qualitäten ... ).
Herzlichsten Glückwunsch dem "beutedeutschen", im Grunde genommen aber charmant österreichischen Verlag mit freistaatlich-bayrischen Verbündeten (huch: ich komme ins nationalistische divide et impera-Schwärmen !!!), Hans im Glück, dessen wagemutiger "Hans" daheim auf "Bernd" getauft worden ist ...
Arno