Beitragvon Roman Pelek » 24. September 2001, 13:16
Hi Kox,
kox schrieb:
> ich habe letztens medina gekauft und es gestern das erste mal
> gespielt.
> hinzufügen muß ich, daß wir es zu zweit mit der wohl
> bekannten pöppelkiste-variante für 2 spielten.
Die Zweipersonenvariante ist primär als Ergänzung für Spieler gedacht, die die 3 und 4-Spieler-Besetzung schon kennen und schätzen. Als Einstieg zum Erlernen des Spiels würde ich sie nicht empfehlen.
> tja, und ich muß sagen, daß ich mächtig enttäuscht bin von
> dem spiel.
> zu anfang weiß man überhaupt nicht, was man machen soll, dann
> hat man das gefühl, daß alles, was man macht, zwecklos ist,
> denn sobald eine punkteträchtige aktion eingeleitet wird,
> kann ja schnell blockiert werden.
Das man zu Anfang bei Medina "nicht weiss, was man machen soll" ist wohl ganz natürlich. Unsere ersten beiden Partien waren ein Desaster, indem wir völligen Unsinn gespielt haben und gleich nach den ersten 7-8 Zügen quasi einem Spieler den Sieg geschenkt hatten... Der Eindruck ändert sich aber, wenn man entdeckt, dass es weit mehr taktische Möglichkeiten gibt, als es sich zu Beginn erschließt.
> und am ende ist dann der glücklich, der noch als einziger ein
> punktedach von einer farbe hat, der kann dann warten, bis der
> andere irgendwann seine gebäudeteile mit anlegen muß.
Ich habe die Zweipersonenvariante grade nicht zur Hand, ob da dieser Passus abgewandelt ist. In der normalen Spielregel steht aber zu den Dächern, dass, sobald nur noch ein Spieler über Dächer verfügt, dieser jede Runde mindestens eines legen muss.
Dies verhindert o.g. Spielverlauf.
> die punktekarten für die türme und die verschiedenen farben
> sind unfair, einer 4, der andere 1 punkt, wieso??
Warum sind die unfair? Es hat nichts mit Unfairness zu tun, dass eine Farbe mehr Punkte zählt, es ist schlicht ein Spielelement, dass Orange mächtiger ist als z.B. Schwarz, dies bedingt eine auf bestimmte Farben zugeschnittene Spieltaktik - Orange ist immer heißer umkämpft als andere Farben, man kann dies aber auch nutzen, indem man klammheimlich, statt auch Orange zu schielen, andere Farbenplättchen leichter ergattert und damit genau so viele oder mehr Punkte macht.
Da jeder Spieler die gleiche Ausgangslage hat und die Werte bekannt sind, ist da aber nichts unfair. Es ist ja nicht so, dass die Werte Spielerfarben zugeordnet wären, es spielt ja jeder mit allen Farben. Dass man für verschiedene Aktionen verschieden viele Punkte bekommt ist doch in den meisten Spielen so... :)
> am ende freuten wir uns, daß wir endlich fertig waren,
> sparten uns das zählen und packten schnell ein!
Schaut doch einfach mal, dass ihr Medina mal mit 3 oder besser noch 4 Mitspielern spielt und lernt, am besten mal mit zwei Partien hintereinander. Es gibt sehr viele taktische Möglichkeiten beim Spiel, die aber durchaus einige Partien brauchen, bis man sie entdeckt. Selbst nach dem 30. Spiel lernt man noch neue Situationen und Möglichkeiten kennen - dafür ist aber auch der Einstieg etwas komplexer.
> jetzt frage ich, ob uns der zauber des spiels entgangen ist,
Ich denke: ja. Uns ging es aber genauso wie Dir bei unseren ersten beiden Partien, ab der 3. Partie wurd's dann aber richtig gut, als wir dann mal so die elementarsten Taktiken verstanden hatten. Und, s.o., es macht immer noch Spass.
> oder ob die beschriebenen situationen diesen ausmachen und ob
> die gerühmte zweispielervariante vielleicht doch nicht soo
> doll ist und sie verantwortlich ist für unsere enttäuschung.
Ich würde nicht mit 2 Spielern Medina lernen wollen, zumal die Regeln ja auch anders sind als im Grundspiel. Diese Variante ist gut, wenn man Medina schon kennt.
Ciao,
Roman