Beitragvon Roman Pelek » 15. November 2001, 01:27
Hi Lutz,
> Wenn bei euch ein Spieleabend ansteht, bereitet ihr euch
> darauf vor?
> Und wenn ja, wie??
Das kommt darauf an. Will unbedingt ein neues, noch ungespieltes Spiel gespielt werden, lesen (Freundin) Claudia oder ich die Regel vorher intensiv, falls Zeit bleibt beide. Ansonsten nehmen wir uns vorher ca. 10 Minuten Zeit, zu bedenken, was wir spielen wollen und was den Mitspielern wohl auch entgegenkommt.
> Mir stellt sich dabei folgendes Problem:
> 1. man spielt ein Spiel, dass alle Spieler kennen (die
> Ausnahme)
> ist natürlich optimal, man kann gleich loslegen und es können
> sich alle mehr oder weniger auf's Spielen konzentrieren, von
> gelegentlichem Nachschlagen in der Spielregel vielleicht
> abgesehen
Normalerweise haben wir bei jedem Spieleabend mindestens ein Spiel, das schon bekannt ist. Oder, falls nicht, wenigstens mehrere kleine Spiele, die in 5 Minuten erklärt sind. An einem Abend mehrere große Spiele zu erklären oder selbst zu erlernen ist meist zu stressig, denn Spielen soll ja auch Spass machen und nicht in Arbeit ausarten.
> 2. man spielt ein Spiel, dass nur ein Spieler kennt (die Regel)
> das bin oft ich selbst, und dabei komme ich dann manchmal vor
> lauter Erklärungen und Nachschlagen in der Spielregel
> garnicht richtig zum Spielen, habe auch oft mangels
> Konzentration keine Siegchance.
Kommt vor. Zum Glück sind wir fast immer zu zweit und können uns so gegenseitig helfen, falls wir neue Spiele spielen. Aber mehr als einen großen "Extremfall" pro Abend bauen wir nicht ein, und damit ist's in der Regel recht gelassen anzugehen.
> Dies trifft vorrangig bei komplexeren Spielen zu (BRITANNIA,
> AGE OF RENAISSANCE, 1830 aber auch schon bei TIKAL, EL GRANDE
> o.ä.)
Bei Tikal oder El Grande hätte ich keine Probleme, die Regel auch nach länger Nichtspielzeit in ein paar Minuten zwischendurch wieder aufzubereiten. Bei komplexen Spielen vereinbaren wir zumeist konkret einen Termin und eine Runde, die dazu gewillt ist. Dann werden vorher nochmals die Regeln quer gelesen und notfalls dabei erarbeitet. Der Rest des Abends (falls es einen Rest gibt) ist dann aber einfachen, kurzen und bekannten Spielen reserviert.
> Ziemlich schlimm war hier besonders eine Partie BRITANNIA,
> bei der ich selber nicht so gut vorbereitet war
> (Schlamperei!!) und während dem Erklären noch Teile der
> Spielregel lesen musste! Das Spiel dauerte dann natürlich
> ewig, war zäh, wir haben Fehler gemacht (und ich habe
> verloren)!
Ja, das macht keinen Spass. Sich bei so etwas vorzubereiten, ist dann deutlich weniger Arbeit und macht das Spielen eher zum Spass als da zu schlampen. Aber wer hat sowas noch nicht gemacht ;-)
> 3. gut funktioniert hat die Variante, bei der sich zwei
> Spieler auf das Spiel durch Lesen der Regel vorbereiten haben
> und sich gegenseitig bei auftauchenden Fragen helfen können.
Ich gebe zu, wer in einer Partnerschaft zwei Spielbegeisterte hat, ist klar im Vorteil. So handhaben wir es zumeist.
> Ich jedenfalls werde nach den Erfahrungen bei BRITANNIA nur
> noch neue Spiele auf den Tisch bringen, deren Regeln ich gut
> erklären kann und die ich vielleicht sogar solitär schonmal
> probegespielt habe (zumindest ein Paar Spielzüge)!
> Auch die Vorabverteilung von Regelkopien oder zumindest
> kopierten Kurzübersichten wäre überlegenswert...
Regellesen von mehreren Personen oder kurzes Anspielen (solitär oder zu zweit, selbst wenn die Regel dies nicht erlaubt) lohnt sich immer, um einen Spieleabend frustfrei zu halten. Wenn die Zeit bleibt. Aber ab und an, ja da packt einem auch mal die Lust auf ein neues Spiel und die Zeit ist knapp... Nuja, nobody's perfect.
> Wie also geht ihr mit diesem Problem um, ihr spielt ja auch
> gerade jetzt nach Essen oft neue Spiele?
Dem Großteil der Essen-Spiele ging ordentliches Regelstudium plus evtl. Anspielen durch zwei Personen bei uns voraus. Beim Rest haben wir meist eine Partie angebrochen und - diesmal richtig - neu angefangen.
Ciao,
Roman