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Spielebesprechungen in Medien

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Lindemann Brigitta

Spielebesprechungen in Medien

Beitragvon Lindemann Brigitta » 24. November 2001, 13:20

Grüß Gott an alle,
Vor einigen Wochen wurde hier schon einmal das Thema "Spiele und Medien" diskutiert.
Im Moment kann man nur sagen: Weihnachten naht!
Warum?
Ganz einfach:
Im Spiegel Nr. 48 – Teil Spiegel Journal - sind unter Geschenkideen tatsächlich auch Spiele genannt und zwar:
Villa Paletti, Atlantic Star, Shark, Sternenschiff Catan, Herr der Ringe, das Tal der Mammuts

Und man glaubt es kaum:
Selbst der Münchner Merkur rafft sich auf, von seiner Wochenendbeilage "Merkur Journal" mit 6 Seiten 2 Seiten dem Spielen zu widmen und davon gleich die erste mit einem sehr positiven Grundsatzartikel übers Spielen (zu finden auch unter http://www.merkur-online.de/ dann Reportagen, dann „Jeder setzt im Leben auf’s Spiel
Besprochen werden folgende Spiele: Carcassone, Babel, Klondike, Capital, San Marco, Troja, Venezia

Ich habe daraufhin gleich zwei Leserbriefe geschrieben und mich bedankt, aber gleichzeitig darum gebeten, Spielebesprechungen doch zu so etwas Selbstverständlichem zu machen, wie es Buchbesprechungen schon seit langem im Kulturteil sind

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Lindemann Brigitta

Re: Spielebesprechungen in Medien

Beitragvon Lindemann Brigitta » 24. November 2001, 13:38

> Im Spiegel Nr. 48 – Teil Spiegel Journal -

Entschuldigung: Es sollte ´"Stern" und nicht "Spiegel" heißen. Das kommt davon, wenn man zu viele Zeitschriften liest.
Brigitta

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Lindemann Brigitta

Re: Spielebesprechungen in Medien

Beitragvon Lindemann Brigitta » 24. November 2001, 13:57

Zur Information vor allem für KMW meinen 2. Leserbrief an den Münchner Merkur:
Leserbrief
Sie haben zwar einige gute Adressen angegeben. Aber ich fand es schade,
1. dass Sie unter den Internetadressen www.spielbox.de vergessen haben und
2. bei Zeitschriften bei "Spielforschung aktuell" die Telefonnummer mit angegeben
haben nicht aber die von "Spielbox". Hier ist sie: 0951/406660.
Das empfinde ich fast als einseitige Berichterstattung

Am liebsten hätte ich meinen letzten Satz noch schärfer formuliert

Brigitta

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Helmut Lehr

Re: Spielebesprechungen in Medien

Beitragvon Helmut Lehr » 24. November 2001, 18:09

Ach ja, Brigitta! Das ist ein langes zähes Thema. Der "Stern" meint auch, dass nur zu Weihnachten Spiele gekauft werden (sollten?) bzw. nur in der dunkleren Jahreszeit überhaupt gespielt wird.
Dass über Bücher berichtet wird, ist doch klar, aber über Spiele doch nicht! Bücher-Autoren kommen laufend in Talk-Shows vor, Spiele-Autoren doch nicht!
Aber richtig ist. Immer wieder Leserbrief schreiben und Spielrezensionen fordern!
MfG
Helmut

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Lindemann Brigitta

Re: Spielebesprechungen in Medien

Beitragvon Lindemann Brigitta » 24. November 2001, 18:14

> Aber richtig ist. Immer wieder Leserbrief schreiben und
> Spielrezensionen fordern!

Deswegen habe ich die Meldungen auch hier ins Forum gestellt. Denn wer außer uns wird schreibt denn die notwendigen Leserbriefe. Ich würde mich freuen, wenn sich außer mir noch einige dazu aufraffen könnten. Leserbriefe werden nämlich nach einem bestimmten Prozentsatz, den ich aber nicht mehr weiß, hochgerechnet auf die mögliche Anzahl der Leute, die die gleiche Meinung haben - also könnten wir hier schon etwas bewirken
Brigitta

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Markus Barnick

Re: Spielebesprechungen in Medien

Beitragvon Markus Barnick » 24. November 2001, 19:20

Die haben doch im Grunde keine Ahnung. Wenn du da jemanden über Carcassonne fragst, denkt er bestimmt an Menschärgeredichnicht und fragt sich, wo denn die Würfel sind.

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Markus Barnick

Re: Spielebesprechungen in Medien

Beitragvon Markus Barnick » 24. November 2001, 19:22

Solange ich Leserbriefe per Email schreiben kann, scheue auch ich nicht. ich scheu erst, wenn ich ausdrucken muß, DM 1,10 aufkleben und den nächsten Briefkasten (auf)suchen muß. Das kann sich über Tage hinziehen.

Nenn doch bitte mal einige Kontaktadressen für (Email)Leserbriefe, falls du welche weißt.

Könnten doch eine (kleine) Weihnachts-Aktion starten. Jeder schreibt 5 Verlage an...

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Lindemann Brigitta

Re: Spielebesprechungen in Medien

Beitragvon Lindemann Brigitta » 24. November 2001, 20:25

> Könnten doch eine (kleine) Weihnachts-Aktion starten. Jeder
> schreibt 5 Verlage an...

Fände ich 'ne Spitzenidee - genau dadrauf wollte ich hinaus..
Brigitta

1. Adresse
mbusch@merkur-online.de
(Matthias Busch ist der Verantwortliche für das Merkur-Journal am Wochenende)
2. Adresse
http://www.stern.de/mein-stern-de/mail/
3. Adresse
leserbriefe@focus-r.de
4. Adresse
leserbriefe@sueddeutsche.de

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Lindemann Brigitta

Re: Spielebesprechungen in Medien

Beitragvon Lindemann Brigitta » 24. November 2001, 20:27

Markus Barnick schrieb:
>
> Die haben doch im Grunde keine Ahnung. Wenn du da jemanden
> über Carcassonne fragst, denkt er bestimmt an
> Menschärgeredichnicht und fragt sich, wo denn die Würfel sind.

Trotzdem ärgert mich unvollständige bzw. einseitige Berichterstattung
Brigitta

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Matthias Staber

Re: Spielebesprechungen in Medien

Beitragvon Matthias Staber » 25. November 2001, 00:37

>Die haben doch im Grunde keine Ahnung. Wenn du da jemanden über Carcassonne fragst, denkt er bestimmt an Menschärgeredichnicht und fragt sich, wo denn die Würfel sind.<

Journalisten berichten sehr oft über Dinge, über die sie im Grunde nicht Bescheid wissen ("professionalisierter Universaldilletantismus" nannte das mal ein Ausbildungsredakteur mir gegenüber). Das Zauberwort heißt hier jedoch "Recherche". Der Trick besteht dann darin, das eilig Zusammenrecherchierte aussehen zu lassen, als habe man sich sein Leben lang mit nichts anderem beschäftigt.

Man braucht ungefähr zweieinhalb Minuten im Vollrausch, um bei einer halbherzig-gelangweilten Recherche im Internet (etwa über Google) auf die wichtigste deutschsprachige Internetseite zum Thema "Spiele" zu stoßen, nämlich spielbox.de. Sie ist mittlerweile auch international in Spielerkreisen ein Begriff, wie beispielsweise Bruno Faiduttis oder Mik Svellovs Postings hier und diverse Erwähnungen auf rgb zeigen.

Wenn spielbox.de in einem Artikel, in dem Seiten zum Thema "Spiele" aufgelistet werden, nicht vorkommt, wurde die Recherche also nach den Leitlinien "keine Ahnung - keine Zeit - keine Lust - keine Mühe" betrieben. Jede Berichterstattung über beispielsweise Theaterauffrührungen oder Popkonzerte im Lokalen wird im Zweifelsfall mit mehr Rechercheaufwand betrieben. Und das ist dann halt irgendwie schade.

Matthias

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Matthias Staber

Re: Spielebesprechungen in Medien

Beitragvon Matthias Staber » 25. November 2001, 00:40

>leserbriefe@sueddeutsche.de <

Gibt es bei diesem Publikationsorgan nicht einen gewissen Michael Knopf ( www.siegpunkt.de ), der sich sehr wohl um das Kulturgut Brettspiel bemüht?

Matthias

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HBS

Re: Spielebesprechungen in Medien

Beitragvon HBS » 25. November 2001, 01:54

Matthias Staber schrieb:
>
> >leserbriefe@sueddeutsche.de <
>
> Gibt es bei diesem Publikationsorgan nicht einen gewissen
> Michael Knopf ( www.siegpunkt.de ), der sich sehr wohl um das
> Kulturgut Brettspiel bemüht?

Auch wenn das eine rhetorische Frage war: na klar!
( http://www.spielbox.de/phorum4/read.php4?f=1&i=29966&t=29499 )

Aber auch dessen Position könnten wir ja eventuell mit Leserbriefen fördern :-)

Gruß,
Hanna
(SZ-Drei-Tage/Woche-Leserin)

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Roman Pelek

Professionalisierter Universaldilletantismus

Beitragvon Roman Pelek » 25. November 2001, 03:34

Hi Matthias,

Matthias Staber schrieb:

> Journalisten berichten sehr oft über Dinge, über die sie im
> Grunde nicht Bescheid wissen ("professionalisierter
> Universaldilletantismus" nannte das mal ein
> Ausbildungsredakteur mir gegenüber). Das Zauberwort heißt

Sehr oft halte ich noch für untertrieben. In quasi jedem Bereich, mit dem man sich näher beschäftigt, kann man Reportagen darüber, die von fachfremden Journalisten (und selbst Fachjournalisten, die sich vielleicht mit dem speziellen Themengebiet nicht von Haus aus gut auskennen) geschrieben werden, getrost abhaken. Das halte ich aber für kaum zu vermeiden, da eben nicht für jedes Themengebiet ein Fachkundiger zur Verfügung steht bzw. die Zeit (bzw. auch der Wille in Relation zur Bezahlung) zur Recherche meist ungenügend ist.

> hier jedoch "Recherche". Der Trick besteht dann darin, das
> eilig Zusammenrecherchierte aussehen zu lassen, als habe man
> sich sein Leben lang mit nichts anderem beschäftigt.

Wollte man's zynisch sagen: der Trick in quasi allen Lebenssituationen besteht darin, sich mit minimalem Aufwand in bestmöglichem Licht erscheinen zu lassen... :-D

> Man braucht ungefähr zweieinhalb Minuten im Vollrausch, um
> bei einer halbherzig-gelangweilten Recherche im Internet
> (etwa über Google) auf die wichtigste deutschsprachige
> Internetseite zum Thema "Spiele" zu stoßen, nämlich
> spielbox.de.

Das allerdings trifft in der Tat zu, und ist ein grober Schnitzer, der nicht passieren darf. Zumal unter den Top-Links quasi aller Spieleseiten auch die Spielbox.de zu finden ist.

> Wenn spielbox.de in einem Artikel, in dem Seiten zum Thema
> "Spiele" aufgelistet werden, nicht vorkommt, wurde die
> Recherche also nach den Leitlinien "keine Ahnung - keine Zeit
> - keine Lust - keine Mühe" betrieben. Jede Berichterstattung
> über beispielsweise Theaterauffrührungen oder Popkonzerte im
> Lokalen wird im Zweifelsfall mit mehr Rechercheaufwand
> betrieben. Und das ist dann halt irgendwie schade.

Der Trick hierbei besteht aber darin, dass sich dafür meist noch fachkundige Journalisten im eigenen Hause finden lassen. Irgendein Musik- oder Theaterfreak lässt sich auftreiben, aber ein Brettspielfanatiker? Schade ist es, klar, aber dann schlage ich wirklich Brigittas Leserbrief-Variante vor, um evtl. größeres Interesse anzumelden. Den Erfolg würde ich zwar für beschränkt halten, aber wenn's wenigstens hilft, eine Rubrik überhaupt am Leben zu halten - immerhin.

Ciao,
Roman

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Gustav der Bär

Re: Spielebesprechungen - OT: Michael Knopf

Beitragvon Gustav der Bär » 25. November 2001, 08:47

HBS schrieb (bezogen auf die Süddeutsche Zeitung):
>
> Matthias Staber schrieb (bezogen auf die Süddeutsche Zeitung):
> > Gibt es bei diesem Publikationsorgan nicht einen gewissen
> > Michael Knopf ( www.siegpunkt.de ), der sich sehr wohl um das
> > Kulturgut Brettspiel bemüht?

HBS antwortete:
> Auch wenn das eine rhetorische Frage war: na klar! (...)
> Aber auch dessen Position könnten wir ja eventuell mit
> Leserbriefen fördern :-)

Zu spät, meine Lieben!

Michael Knopf hat die Süddeutsche Zeitung verlassen um sich neuen Aufgaben in Frankfurt zuzuwenden; so stand´s in seinem letzten Newsletter.

Auf jeden Fall aber will er weiter über Spiele berichten, so dass wir seine Position dann wohl doch irgendwann mal fördern können, wenn eben auch nicht speziell bei der Süddeutschen.

Auf Xuntheit!
Gustav der Bär

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Matthias Staber

Re: Professionalisierter Universaldilletantismus

Beitragvon Matthias Staber » 25. November 2001, 09:10

Grüß ditsch Roman,


>Sehr oft halte ich noch für untertrieben. In quasi jedem Bereich, mit dem man sich näher beschäftigt, kann man Reportagen darüber, die von fachfremden Journalisten (und selbst Fachjournalisten, die sich vielleicht mit dem speziellen Themengebiet nicht von Haus aus gut auskennen) geschrieben werden, getrost abhaken.>

Ich kann dir, glaube ich, nicht ganz zustimmen. Gerade bei der Darstellungsform "Reportage" schadet's gar nix, wenn sie von einem Fachfremden geschrieben wird, besonders auch bei leicht nerdigen Themen. Da geht's ja weniger um Fachwissen als um Beobachtung, unterfüttert mit Recherche. Und die muss halt stimmen, dann kann's auch ein guter Text werden.

Es ist meiner Meinung weiterhin ein Mythos, ein Fachkundiger schreibe zu einem Fachgebiet grundsätzlich die besseren Texte. Ein Jurist schreibt nicht unbedingt die pfiffigsten Gerichtsberichte/reportagen. Aber ein Nichtjurist, der schreibenderweise ins Gericht geschickt wird, muss sich eben ein wenig in die Materie einarbeiten und sich kundig machen, etwa darüber, was es mit Tagessätzen auf sich hat, wie Bewährung funktioniert, was ein Jugendschöffengericht ist usw. Wer in den Gemeinderat geschickt wird, sollte sich kurz über kommunale Haushaltspolitik informieren. Dzu muss man nicht BWL studiert haben. Das ist für einen Laien durchaus machbar.

So ist die Rede vom "professionalisierten Universaldilletantismus" nicht so negativ gemeint, wie du sie auffasst. Sondern besagt lediglich, dass Journalisten, sofern sie nicht komplett versierte Fachjournalisten mit streng definiertem Nischenthema sind, öfters mal mit Themen konfrontiert werden, die sie nicht von Haus aus beherrschen. "Professionalisiert" heißt dann aber eben, sich darüber Gedanken zu machen, welcher Rechercheaufwand nötig ist, um einen fairen Text zu produzieren, der seinem Informationsanspruch dem Leser gegenüber einigermaßen gerecht wird.

>Das halte ich aber für kaum zu vermeiden, da eben nicht für jedes Themengebiet ein Fachkundiger zur Verfügung steht bzw. die Zeit (bzw. auch der Wille in Relation zur Bezahlung) zur Recherche meist ungenügend ist.<

Das kann durchaus vorkommen, dass nicht die Zeit (oder das Geld, oder sonstwas) vorhanden ist, um ein Thema fair auszurecherchieren. Da gibt es aber Auswege: Man kann sich über die Darstellungsform Gedanken machen. Warum nicht einmal, statt diese ewig-öden, eilig zusammengeschusterten Geschenkidee-Auflistungen, von Tortenheber über Spielkonsole bis Brettspiel, um die Weihnachtszeit herum ins Blatt zu nehmen, die Leute selbst zu Wort kommen zu lassen?

Also beim Thema Brettspiele nicht das Spiel des Jahres als Kaufempfehlung ins Blatt heben, sondern eine pfiffige Reportage über ein paar Zocker? Was finden die gut, was schenken sie sich, was zocken sie an Weihnachten usw.? (Entsprechendes ließe sich ja auch beim Tortenheber machen; Lieber mal einen geübten Hausmann zu Wort kommen lassen, der mit so einem Ding tatsächlich umgeht, als...)

Noch eine Bemerkung: Über Hobbys, die einen leicht nerdigen Touch haben, was für leidenschaftliche Vertreter des Schönwettermissbrauchs eigentlich alle Hobbys sind, die mit einem gerüttelt Maß an Leidenschaft und Hingabe betrieben werden, und trotzdem nichts mit lifestyle/Körperertüchtigung/Sex zu tun haben, wird das ganze Jahr über mit süffisantem Grinsen, hochgezogenen Augenbrauen, zynischem Lustigfinden nach dem Motto "heißen wir nicht alle Stuckrad-Barre - Kracht - Illies?" berichtet. Und die gleichen Medien empfehlen dann am Jahresende "das gute Brettspiel", wahlweise auch mal "das gute Computerspiel". Wenn mir da vom Plätzchenduft, der einem aus den Zeitschriften entgegenströmt, nicht schon schlecht wäre: Da könnte mir über werden.

Matthias

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Helmut Lehr

Re: Spielebesprechungen in Medien

Beitragvon Helmut Lehr » 25. November 2001, 10:58

Am meisten hat mich "meine" Frankfurter Rundschau enttäuscht, die ihre Spiel-Rezensionen herausgeworfen hat. Hier wären auch ständige Leserbriefe angebracht.
Adresse: FR-Leserbriefe@combox.de.
Schöne Sonntagsgrüße
Helmut

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michael weber

Professionalisierter Universaldilletantismus - sind wir besser?

Beitragvon michael weber » 25. November 2001, 11:43

ich denke, bevor man jetzt alle schreiber nieder macht, sollte man mal ein paar dinge ins rechte licht rücken.

a) "fachidioten" schreiben meistens wesentlich drögere und langweiligere texte.

b) branchenfremde können sich nach einem test sehr wohl ein urteil über ein spiel erlauben. oft wird hier im forum vergessen, für wen denn die texte "da draußen" eigentlich sind --> für das normalpublikum. dem ist es wurscht, ob es 10 vorläufer zu carcassonne oder irgend einem anderen spiel gab. im gegenteil, die wollen wissen, ob sich die anschaffung lohnt. dabei geht es nicht um originalität, sondern um spielspass

c) ist es denn so, dass die texte unserer forum-schreiber (mich mal eingeschlossen) besser sind, als die der branchenfremden. sind die alle informativer und korrekter? ich glaube, man muss da sehr vorsichtig sein. jeder versucht sein bestes, aber niemand kann alle details so bringen, dass sie jeder gut lesen kann und für jeden leser interessant genug sind!

d) jetzt wird es hart:
ist denn die spielbox eine wichtige internetseite für spielekritiken???
nein, denn hier gibt es keine fachkritiken, sondern überwiegend lesermeinungen und pressemitteilungen der pr-agenturen!

e) sind die fachmagazine (um an b anzuschließen) denn wirklich für das "normalvolk" brauchbar? ich denke eher, dass es sich um - überwiegend großartige - fachartikel handelt, die von spielefreaks geschrieben sind. kompetent und fundiert. aber ebne entsprechend auch von den subjektiven vorlieben getreiben. hat es schon einmal eine top-bewertung für ein spiel wie uno gegeben? ich weiss es nicht, denke aber, dass nicht. das "normalvolk" spielt halt gerne monopoly, uno, skat, siedler und risiko. dazu mal das spiel des jahres (jedendfalls manchmal). das zeigen ja auch die für die vielöspieler unverständlichen verkaufszahlen (zumindest die der top-seller).

f) wir alle hier im forum sollten mal das spiel aus der sicht eines menschen sehen, der sich drei- viermal im jahr an den spieltisch setzt. da ist nix mehr mit händler von genua oder so. da werden - für uns vielleicht langweilige und schlechte - standards gespielt. entsprechend richten sich (und das ist auch nicht schlecht so) die besprechungen und weihnachtstipps da "draußen" an ein völlig anderes zielpublikum als das dieses forums.

g) es gibt übrigens auch ausnahmen. man nehme mal die aktuelle ausgabe des test. die kritiken sind schön lesbar, sehr kurz und - wie ich finde - überwiegend fundiert. ist es denn wichtig, von jedem autor das erste spoiel zu kennen, um den spielspass und das käuferinteresse zu wecken.

also, nachdenken, nicht ärgern und erst mal vestehen, an wen sich besprechungen richten. dann besser machen.

michael
(der gar nicht mit allen kritiken der autoren "da draußen" einverstanden ist, aber verständnis hat)

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michael weber

Re: Spielebesprechungen in Medien

Beitragvon michael weber » 25. November 2001, 11:45

aber die auswahl ist doch gut?!?

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michael weber

Re: Spielebesprechungen in Medien

Beitragvon michael weber » 25. November 2001, 11:47

woher nimmst du deine anmaßende meinung? abqualifizieren ist ja so einfach...
freu dich lieber, dass die etwas gebracht haben und dazu noch eine ganz gute auswahl benutzt haben, um dem normalvolk das spiel nahe oder näher zu bringen.

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erik

Re: Professionalisierter Universaldilletantismus

Beitragvon erik » 25. November 2001, 12:08


> > hier jedoch "Recherche". Der Trick besteht dann darin, das
> > eilig Zusammenrecherchierte aussehen zu lassen, als habe man
> > sich sein Leben lang mit nichts anderem beschäftigt.
>
> Wollte man's zynisch sagen: der Trick in quasi allen
> Lebenssituationen besteht darin, sich mit minimalem Aufwand
> in bestmöglichem Licht erscheinen zu lassen... :-D

Oder (fast) poetisch: Nicht das Erreichte zählt, das Erzählte reicht :-)
In dem Zusammenhang eben das Geschriebene.

Gruss,

Erik

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peer

Hamburg Pur

Beitragvon peer » 25. November 2001, 13:20

Hi,
Roman Pelek schrieb:
> Der Trick hierbei besteht aber darin, dass sich dafür meist
> noch fachkundige Journalisten im eigenen Hause finden lassen.
> Irgendein Musik- oder Theaterfreak lässt sich auftreiben,
> aber ein Brettspielfanatiker

Ein positives Gegenbeispiel wird vielleicht die nächste Hamburg:Pur - eine KOSTENLOSE Lokalillusrierte (mit Konzerttipps u.ä.). Jedenfalls schickte mir ein Redakteur eine email, weil er einen Artikel über die Hamburger Brettspielszene schreiben sollte. Ich versorgte ihn dann mit Quellen (u.a. halt die spielbox.de). Der Artikel erscheint meines Wissens aber erst in der nächsten Ausgabe.
ciao,
Peer

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Dieter

Spiele bei Stiftung Warentest

Beitragvon Dieter » 25. November 2001, 14:54

Hi SpielerInnen

Hab gerade die Dezemberausgabe der Zeitschrift test, die die Stiftung Warentest herausbringt in der Hand. 26 Kurzkritiken, die einen guten Überblick über aktuelle Spiele gibt. Dazu einen guten Artikel über Brettspiele allgemein. Lohnt zu lesen. Also geht doch. Ich glaube dem Brettspiel geht es so schlecht nicht.

Dieter ( der gerne spielt und liest )

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Lindemann Brigitta

Re: Spielebesprechungen in Medien

Beitragvon Lindemann Brigitta » 25. November 2001, 18:44

Dieter schrieb:
[b]Hab gerade die Dezemberausgabe der Zeitschrift test, die die Stiftung Warentest herausbringt in der Hand. 26 Kurzkritiken, die einen guten Überblick über aktuelle Spiele gibt. Dazu einen guten Artikel über Brettspiele allgemein. Lohnt zu lesen. [/b]

Diesen Artikel habe ich auch gerade entdeckt – und dabei noch einen Hinweis auf einen Vorgängerartikel, den ich wohl übersehen hatte. Ich kann Dieters Meinung nur bestätigen.
Auch hier wäre natürlich die positive Verstärkung durch Lob an den Verlag angebracht, um den Vorschlag von Markus Barnick noch einmal aufzugreifen. Email-Adresse ist nicht angegeben – nur die Website: www.stiftung-warentest.de – vielleicht bringt man da irgendwo eine email unter – oder Fax:03026312727
Brigitta


michael weber schrieb:
>
> aber die auswahl ist doch gut?!?
Das ist richtig. Journalisten sind aber auch froh, wenn sie gelobt werden. Gerade positive Kritiken werden, da sie viel seltener ankommen, entsprechend gewertet. Also ist es so wichtig zur Unterstützung des eingeschlagenen Weges - in diesem Fall mit der Vorstellung der Spiele - sich hier zu bedanken. Wir freuen uns doch auch, wenn wir gelobt werden.
Brigitta

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Lindemann Brigitta

Re: Spielebesprechungen in Medien

Beitragvon Lindemann Brigitta » 25. November 2001, 20:31

> Wenn spielbox.de in einem Artikel, in dem Seiten zum Thema
> "Spiele" aufgelistet werden, nicht vorkommt,

so war's nicht ganz. "Spielbox" war als Zeitschrift erwähnt aber ohne Telefonnummer oder www - Adresse im Gegensatz zu einer Institutaion in Salzburg. Das hat mich geärgert und ich habe dies dem Verlag auch mitgeteilt - inclusive der entsprechenden Angaben.
Brigitta

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KMW

Re: Spielebesprechungen in Medien

Beitragvon KMW » 26. November 2001, 08:38

Danke, Brigitta!
Grüße
KMW


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