Ich hatte letzte Woche Gelegenheit "Fantasy Business" zum ersten Mal zu spielen, und möchte Euch meinen ersten Eindruck nicht vorenthalten.
Die Spieler ersteigern über 10 Runden Gegenstände (die sie dann in ihr Warenangebot aufnehmen) und Aktionskarten. Der Clou ist, bzw. soll sein, dass die Spieler die Preise absprechen, sich dann aber nicht an die Absprachen halten... naja...
Also schnell jedem Spieler 10 Goldstücke gegeben, und schon wurden die ersten 5 Karten (2x Gegenstände, 3x Aktionen) versteigert. Der Kartenstapel besteht aus genau doppelt soviel Gegenstands- wie Aktionskarten, und es werden jede Runde soviele Karten versteigert, wie es Spieler gibt. Ratzfatz hatte jeder eine Karte (jeder darf pro Runde nur eine Karte ersteigern), und schon wurde die erste Aktionskarte ausgespielt. Ein Spieler setzte eine Aktionskarte, für die er ein Goldstück bezahlt hatte ein, um einem Mitspieler eine Gegenstandskarte im Werte von 6 Goldstücken zu klauen. Dieser Mitspieler fragte sich dann schon Mal, was er mit 4 Goldstücken und ohne Karten in dem Spiel wohl noch reißen könnte.
Nun sollte der spannende Teil folgen. Spieler, die gleiche Gegenstände besitzen, setzen gemeinsam einen Preis fest. Dann schreibt jeder geheim auf, für wieviel Gold er den Gegenstand tatsächlich verkauft. Der Preis muss mindestens so hoch sein wie der Wert der Karte, und darf höchstens so hoch sein wie der doppelte Wert der Karte. Der Spieler mit dem niedrigsten Preis bekommt dann den Preis in Gold ausgezahlt und noch 2 Goldstücke extra. Der Spieler mit dem höchsten Preis bekommt nichts, und die Spieler die dazwischen liegen, bekommen den von ihnen festgesetzten Preis. Dieser "spannende" Teil funktioniert natürlich nur, wenn die Spieler auch gleiche Gegenstände haben.
Und genau das war nicht der Fall. In den ersten vier oder fünf Runden wurden hauptsächlich Aktionskarten versteigert, und es kam nicht vor, dass zwei Spieler den gleichen Gegenstand hatten. Die glücklichen mit Gegenstandskarten bekamen also immer den doppelten Preis der Karten, und die anderen gingen leer aus.
Wir haben das Spiel dann nach besagten vier oder fünf Runden abgebrochen, weil es sterbenslangweilig war. Es hätte natürlich in den folgenden Runden noch zu Absprachen kommen können, aber wenn dann auch nur zwei Leute den gleichen Gegenstand haben, setzen sie natürlich für sich den niedrigsten Preis fest, was auch nicht besonders spannend ist.
Eigentlich mag ich die letzten Spieler dieser "Blue Games" Serie, aber von "Family Business" bin ich doch arg enttäuscht.
Bernd