Anzeige

Family Business - Erster Eindruck

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
Benutzeravatar
Bernd

Family Business - Erster Eindruck

Beitragvon Bernd » 12. März 2002, 08:24

Ich hatte letzte Woche Gelegenheit "Fantasy Business" zum ersten Mal zu spielen, und möchte Euch meinen ersten Eindruck nicht vorenthalten.

Die Spieler ersteigern über 10 Runden Gegenstände (die sie dann in ihr Warenangebot aufnehmen) und Aktionskarten. Der Clou ist, bzw. soll sein, dass die Spieler die Preise absprechen, sich dann aber nicht an die Absprachen halten... naja...

Also schnell jedem Spieler 10 Goldstücke gegeben, und schon wurden die ersten 5 Karten (2x Gegenstände, 3x Aktionen) versteigert. Der Kartenstapel besteht aus genau doppelt soviel Gegenstands- wie Aktionskarten, und es werden jede Runde soviele Karten versteigert, wie es Spieler gibt. Ratzfatz hatte jeder eine Karte (jeder darf pro Runde nur eine Karte ersteigern), und schon wurde die erste Aktionskarte ausgespielt. Ein Spieler setzte eine Aktionskarte, für die er ein Goldstück bezahlt hatte ein, um einem Mitspieler eine Gegenstandskarte im Werte von 6 Goldstücken zu klauen. Dieser Mitspieler fragte sich dann schon Mal, was er mit 4 Goldstücken und ohne Karten in dem Spiel wohl noch reißen könnte.

Nun sollte der spannende Teil folgen. Spieler, die gleiche Gegenstände besitzen, setzen gemeinsam einen Preis fest. Dann schreibt jeder geheim auf, für wieviel Gold er den Gegenstand tatsächlich verkauft. Der Preis muss mindestens so hoch sein wie der Wert der Karte, und darf höchstens so hoch sein wie der doppelte Wert der Karte. Der Spieler mit dem niedrigsten Preis bekommt dann den Preis in Gold ausgezahlt und noch 2 Goldstücke extra. Der Spieler mit dem höchsten Preis bekommt nichts, und die Spieler die dazwischen liegen, bekommen den von ihnen festgesetzten Preis. Dieser "spannende" Teil funktioniert natürlich nur, wenn die Spieler auch gleiche Gegenstände haben.

Und genau das war nicht der Fall. In den ersten vier oder fünf Runden wurden hauptsächlich Aktionskarten versteigert, und es kam nicht vor, dass zwei Spieler den gleichen Gegenstand hatten. Die glücklichen mit Gegenstandskarten bekamen also immer den doppelten Preis der Karten, und die anderen gingen leer aus.

Wir haben das Spiel dann nach besagten vier oder fünf Runden abgebrochen, weil es sterbenslangweilig war. Es hätte natürlich in den folgenden Runden noch zu Absprachen kommen können, aber wenn dann auch nur zwei Leute den gleichen Gegenstand haben, setzen sie natürlich für sich den niedrigsten Preis fest, was auch nicht besonders spannend ist.

Eigentlich mag ich die letzten Spieler dieser "Blue Games" Serie, aber von "Family Business" bin ich doch arg enttäuscht.

Bernd

Benutzeravatar
Bernd

Ups, es soll natürlich FANTASY BUSINESS heißen

Beitragvon Bernd » 12. März 2002, 10:49

:-)

Benutzeravatar
Kathrin Nos
Kennerspieler
Beiträge: 1258
Wohnort: Nußloch
Kontakt:

RE: Fantasy Business - Erster Eindruck

Beitragvon Kathrin Nos » 12. März 2002, 12:55

Hallo Bernd,

wir haben es bisher einmal zu viert gespielt und ich habe auch schon darüber nachgedacht, wie ich einen ersten Eindruck formulieren würde.

> Ein Spieler setzte eine
> Aktionskarte, für die er ein Goldstück bezahlt hatte ein,
> um einem Mitspieler eine Gegenstandskarte im Werte von 6
> Goldstücken zu klauen. Dieser Mitspieler fragte sich dann
> schon Mal, was er mit 4 Goldstücken und ohne Karten in dem
> Spiel wohl noch reißen könnte.

Ist bei uns ganz ähnlich gewesen. Die Aktionskarten sind schon recht mächtig. Idee könnte höchstens sein, in der ersten (oder in den ersten zwei, drei oder wieviel auch immer) Runde keine Aktionskarten zu versteigern.

> Nun sollte der spannende Teil folgen. Spieler, die gleiche
> Gegenstände besitzen, setzen gemeinsam einen Preis fest.
> Dann schreibt jeder geheim auf, für wieviel Gold er den
> Gegenstand tatsächlich verkauft. Der Preis muss mindestens
> so hoch sein wie der Wert der Karte, und darf höchstens so
> hoch sein wie der doppelte Wert der Karte. Der Spieler mit
> dem niedrigsten Preis bekommt dann den Preis in Gold
> ausgezahlt und noch 2 Goldstücke extra. Der Spieler mit dem
> höchsten Preis bekommt nichts, und die Spieler die
> dazwischen liegen, bekommen den von ihnen festgesetzten
> Preis. Dieser "spannende" Teil funktioniert natürlich nur,
> wenn die Spieler auch gleiche Gegenstände haben.

Nun ja, bei uns war es auch bei gleichen Gegenständen ein wenig so wie im Gefangenen-Dilemma: Also wie Du auch beschreibst - sich nicht an die Abmachung zu halten, ist im Grunde lukrativer als sich daran zu halten. Das führt automatisch dazu, dass meistens alle den niedrigsten Preis festgelegt haben, sobald zwei oder mehr Mitspieler eine Karte des gleichen Gegenstands hatten.

> Wir haben das Spiel dann nach besagten vier oder fünf
> Runden abgebrochen, weil es sterbenslangweilig war.

Wir haben schon zuende gespielt und haben uns hinterher vorgenommen, mal eine grössere Runde zusammenzubekommen und es mal mit mehr Leuten zu spielen. Dann ergibt sich sicher auch eher die Konkurrenz-Situation.

Interessanter fanden wir hingegen den Versteigerungsmechanismus. Man kann anhand der bereits ausliegenden Karten abschätzen, wieviel wem eine Karte wert ist. Wenn jemand versucht, ein Monopol zu halten, ist es ihm ziemlich viel wert und man kann den Preis schon etwas in die Höhe treiben. Aber so richtig wettmachen konnte das den eher nicht so guten Gesamteindruck nicht.

Alles Gute wünscht
Kathrin.
Spielerin, früher auch Rezensentin

Benutzeravatar
Bernd

RE: Fantasy Business - Erster Eindruck

Beitragvon Bernd » 12. März 2002, 13:09

Hallo Kathrin,

was Du im letzten Absatz über das Monopol schreibst ist wohl richtig, aber in der Praxis gibt es folgendes Problem: Die Leute, die schon ein Monopol haben, haben meist wesentlich mehr Geld zur Verfügung als die anderen.

Man könnte auch mal versuchen, die Aktionskarten ebenfalls offen zu versteigern, aber ehrlich gesagt, frage ich mich, ob das nicht Zeitverschwendung ist. In der Zeit kann man nämlich viel bessere Spiele spielen ;-)

Bernd (der überlegt, gleich mal ein paar Spiele zu kaufen)

Benutzeravatar
Markus Barnick

RE: Family Business - Erster Eindruck

Beitragvon Markus Barnick » 12. März 2002, 13:53

Erstmal grundätzlich: ich muß dir deutlich in einigen Punkten widersprechen. Wir haben es gestern zu 6 Leuten gespielt und fanden es hervorragend. Wir haben uns köstlich amüsiert.
vorausgesetzt, die Spieler spielen einigermaßen gerecht und nicht zu bösartig (= den letzten auch noch ganz fertig machen)

> um einem Mitspieler eine Gegenstandskarte im Werte von 6
> Goldstücken zu klauen. Dieser Mitspieler fragte sich dann
> schon Mal, was er mit 4 Goldstücken und ohne Karten in dem
> Spiel wohl noch reißen könnte.
eine Karte ersteigern die keiner will, oder hoffen, daß er eine Optionskarte kriegt, wo er eine Karte klauen kann.

> Preis. Dieser "spannende" Teil funktioniert natürlich nur,
> wenn die Spieler auch gleiche Gegenstände haben.
gewiß. die ersten 1-2 Runden ist ein kleiner Leerlauf, der aber auch sehr günstig dazu benutzt werden kann, schnell wieder zu Geld zu kommen, weil man ja für die Karten, die man nur alleine hat, den höchsten Preis ansetzen kann ohne leer auszugehen.

> Und genau das war nicht der Fall. In den ersten vier oder
> fünf Runden wurden hauptsächlich Aktionskarten versteigert,
> und es kam nicht vor, dass zwei Spieler den gleichen
> Gegenstand hatten. Die glücklichen mit Gegenstandskarten
gut so!

> bekamen also immer den doppelten Preis der Karten, und die
> anderen gingen leer aus.
die Optionskarten nach Möglichkeit schnell und auch sinnvoll einsetzen
Ich hatte im Spiel auch immer recht wenig Karten, meine beste wurde mir noch geklaut, aber dafür bekam ich im Lauf des Spieles 5 x Heilkräuter, weil die keiner wollte.
Auch die, die am Anfang die Aktionskarten gezogen haben, waren gut bedient und nicht, wie du schreibst, out. Man darf für eine Aktionskarte halt nicht sein ganzes Geld bieten. Völliger Quatsch.

> Wir haben das Spiel dann nach besagten vier oder fünf
> Runden abgebrochen, weil es sterbenslangweilig war. Es
nö überhaupt nicht. Das Spiel ist hervorragend interaktiv und durchaus spannend. Man muß nur das Spiel richtig spielen und seine Möglichkeiten optimal nutzen - und wie gesagt - einigermaßen gerecht spielen (aber das ist situationsabhängig). Wir hatten soviel Spaß wie schon lange nicht mehr.

Das einzige Manko bei uns war, daß sich jeder an die Absprachen gehalten hat - weil er es sich mit den anderen nicht verderben wollte. Einer war da etwas empfindlich.
So konnten wir für jede Karte den Höchstpreis einsacken. Ich war am Schluß trotz meiner eigentlich schlechten Karten von den Punkten her im Mittelfeld, während jemand gewonnen hat, wo wir nicht gedacht haben. Der, der die meisten Gelder eingeheimst hat, hat auch für die Karten im Schnitt am meisten gezahlt. Auch sollte man darauf achten, kein Monopol zu haben.

> Eigentlich mag ich die letzten Spieler dieser "Blue Games"
> Serie, aber von "Family Business" bin ich doch arg
> enttäuscht.

öfter spielen - mit wechselnder Besetzung

> Bernd
Markus Barnick

gibt für Fantasy-Business 8 Punkte
http://www.Barnick.de/spieler.htm


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 43 Gäste