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(PEEP) Moderne Zeiten (und: RF, RF, RF...):

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Franz-Benno Delonge
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Beiträge: 277

(PEEP) Moderne Zeiten (und: RF, RF, RF...):

Beitragvon Franz-Benno Delonge » 29. Oktober 2002, 22:12

Liebe Mitspieler,
wir haben "Moderne Zeiten" angetestet, mit sehr zwiespältigem Ergebnis: Das Spiel selber hat uns gut gefallen; es verbindet viele Elemente moderner Spielkultur mit einer herrlich nostalgischen Optik.

Aber leider konnten wir erst dann halbwegs flüssig spielen, nachdem wir für gleich vier Zweifelsfragen, die für den Spielablauf entscheidend sind, eigene Regeln gemacht hatten. Wohlgemerkt: Es handelt sich nicht um abseitige Sonderprobleme, sondern um absolut naheliegende Fragen, die gleichwohl in der Spielregel nicht behandelt sind.
- Was passiert beim "Börsencrash", wenn von mehreren Branchen gleichviel (meiste) Aktien ausliegen? (Wir haben gesagt: Alle entsprechenden Branchen werden abgeräumt).
- MUSS man ziehen, wenn man in wenigstens einer Branche die Mehrheit hat, oder kann man erst Aktien auslegen, dann aber mit seinem Zeppelin einfach stehenbleiben? (Kann ja sinnvoll sein, wenn man andernfalls sehr weit nach vorne ziehen müßte.)
Wir haben gesagt: Man kann auch stehenbleiben.
- Wenn es nach dem Aktien-Auslegen einen "Börsencrash" gibt: Darf der Spieler dann vor dem Abräumen noch den Zeppelin-Zug machen und ein Feld nehmen?
Wir haben gesagt: Nein, die Aktien werden sofort abgeräumt, und erst danach zieht der Zeppelin.
- Was passiert bei der Schlußwertung, wenn mehrere Spieler in einer Branche gemeinsam die meisten Aktien ausliegen haben?
Wir haben gesagt: Jeder kriegt die Punkte für diese Aktien.

Kurzum: Das Spiel ist gut, aber die Regel ist furchtbar schlecht. Die deutsche Übersetzung taugt auch schon nichts, aber daß selbst die naheliegendsten Zweifelsfragen ungeregelt bleiben, das ist eigentlich unzumutbar.
Kann vielleicht jemand vom Verlag erläutern, was die Regel verschwiegen hat?
Schönen Gruß
Benno

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erik

RE: (PEEP) Moderne Zeiten (und: RF, RF, RF...):

Beitragvon erik » 29. Oktober 2002, 22:40

Hallo Benno,

keine direkte Antwort zu Deinen Fragen-da ich es selber noch
nicht gespielt habe. Aber hast Du schon mal die Regelübersetzung
auf boardgamegeek.com gelesen? Der Übersetzer hat da seine
Erkenntnisse auf Basis von Probespielen in Essen am Jumbo-Stand
eingearbeitet. Wenn ich das richtig sehe, sind einige Deiner Fragen
da geklärt...

Viele Grüsse,

Erik

PS: ist schon was angekommen?

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Peter Steinert

Re: (PEEP) Moderne Zeiten (und: RF, RF, RF...):

Beitragvon Peter Steinert » 29. Oktober 2002, 22:42

Hi,

In meinem schon einige Wochen zurückliegenden PEEP zu Moderne Zeiten habe ich ja schon auf ein paar Regellücken hingewiesen, die nun auch bei Euch fragen aufgeworfen haben.
Ganz so hart würde ich aber nun doch nicht urteilen, denn zumindest teilweise scheinen mir Deine Fragen durch die Regel geklärt zu sein (wenn auch etwas schwammig. Den Rest konnte ich in einem Telefonat mit Jumbo klären und hoffe natürlich, daß es die Autoren auch so gemeint haben:

1. Ja, bei einem Börsencrash werden bei einem Aktienpatt ALLE betroffenen Aktien abgeräumt. Da die regel keine Wahlmöglichkeit des Auslösers beschreibt, bestand für uns daran auch kein Zweifel.

2. Wer seinen Zeppelin bewegen möchte, muss zuvor mindestens eine Aktie aus der Hand ausspielen. Wer stehenbleiben möchte, hat die Möglichkeit, zu passen und 2 Karten vom Stapel zu ziehen. Die Frage hat sich uns also so eigentlich nicht gestellt. Wer also zu Beginn seines Zuges eine Mehrheit aufweist aber dennoch nicht ziehen will, zieht 2 Karten.

3. Die 3 Handlungen Aktien Spielen, Zeppelin Bewegen, ggf. Börsencrash Durchführen sind wohl in dieser Reihenfolge zu verstehen. Der Zeppelin wird also bewegt, BEVOR der Börsencrash stattfindet.

4. Das Aktienpatt in der Schlußwertung ist in der Spielregel eindeutig beschrieben: Jeder der beteiligten Spieler erhält dafür 1 Punkt.

Wie gesagt, so haben wir es nach mehrmaligem Regelstudium und mit Hilfe der Redaktion gespielt. Gibt es andere Meinungen?

Herzliche Grüße

Peter

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Rainer Fieseler

Re: (PEEP) Moderne Zeiten (und: RF, RF, RF...):

Beitragvon Rainer Fieseler » 30. Oktober 2002, 12:29

Hi,
ich kenne MODERNE ZEITEN nicht, aber wenn die Spielregel wirklich alle die aufgezählten Dinge verschweigt, dann ist das eine Frechheit dem Käufer gegenüber. Schön und gut, dass es Regelergänzungen oder -klarstellungen im Internet oder per Telefon gibt - aber wer nutzt sie denn?
Ich kenne eine Menge Menschen, die in so einerm Fall das Spiel verstauben lassen und sich kein weiteres mehr kaufen würden. So tut man sich als Verlag alles andere als einen Gefallen!

gruß rainer (der sich viel über unzulänglichen Regeln geärgert hat)

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Michael Schramm

Kurzregel bei Jumbo erhältlich!

Beitragvon Michael Schramm » 30. Oktober 2002, 14:15

Hallo Benno,

von Jumbo habe ich heute eine Kurzfassung der Regeln zugemailt bekomen, in der die von Dir genannten Probleme gelöst sind. Ich schicke sie Dir gleich zu!

tschüss und nice dice

Michael

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KMW

Re: Kurzregel hier zum Download

Beitragvon KMW » 30. Oktober 2002, 15:06

Mit Erlaubnis von Jumbo gibt's die Kurzregel im PDF-Format hier zum Download:
http://www.spielbox.de/spielarchiv/and/modzeitenkurz.pdf
Gruß
KMW

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Franz-Benno Delonge
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Beiträge: 277

RE: (PEEP) Moderne Zeiten (und: RF, RF, RF...):

Beitragvon Franz-Benno Delonge » 30. Oktober 2002, 21:37

Lieber Erik,
die Regel auf boardgamegeek muß ich noch studieren, aber angekommen ist was - Danke!! Und auch die Antwort ist unterwegs.
Schönen Gruß
Benno

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Franz-Benno Delonge
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Beiträge: 277

Re: Regelfragen 1-4 und jetzt noch 5

Beitragvon Franz-Benno Delonge » 30. Oktober 2002, 22:03

Lieber Peter, lieber Michael, lieber KMW,
vielen Dank für Eure Bemühungen, aber die Kritik an der Regel bleibt stehen, und auch die "Kurzregel" bringt den Spieler nicht viel weiter.

Frage 1: Gleich starke Branchen beim Börsencrash: Ok, die Kurzregel klärt jetzt, daß alle wegmüssen. (Dafür heißt es hier nun, diese Aktien kämen "unter den Nachziehstapel". Was wohl der nächste Fehler ist; hier würde ich der Hauptregel den Vorzug geben, wo es heißt, daß sie "dazwischengemischt" werden.)

Frage 2: Ist wohl die wichtigste meiner vier Fragen und wird weder in der Langregel noch in der Kurzregel irgendwie geklärt.
Natürlich kann ich auf das Auslegen verzichten und stattdessen zwei neue Aktien nehmen, wenn ich nicht mit dem Zeppelin ziehen will. Steht klar da.
Meine Frage war aber, ob es auch möglich ist, zwar zuerst Aktienkarten auszuspielen, dann aber auf den Zeppelinzug zu verzichten und stehenzubleiben. Das kann in bestimmten Spielsituationen absolut sinnvoll sein. Ob es aber erlaubt sein soll, steht nach wie vor in den Sternen.

Frage 3: Peter meint, vor dem Crash dürfe der Verursacher noch ein Feld besetzen. Kann sein, kann auch nicht sein - eins wäre so logisch bzw. unlogisch wie das andere. Es ist aber geradezu spielentscheidend, ob das eine oder das andere gemeint ist!!

Frage 4: Nein, lieber Peter, das mit dem einen Punkt pro Spieler ist in der Regel nur für Gleichstand in der WERTUNGSTABELLE geregelt. Unklar ist, was mit dem insgesamt nur einen Extrapunkt geschieht, den der kriegt, der die meisten Aktien in einer Branche auf dem TISCH liegen hat! Den kann man ja schlecht aufteilen. Es könnte also gut sein, daß dann gar keiner punktet. Jedenfalls, man wüßte es halt gerne...

Und jetzt noch eine neue Frage 5: Darf man tatsächlich nur aufs Schlußfeld ziehen, wenn zwischen dem eigenen Zeppelin und dem Schlußfeld kein einziges freies Feld mehr ist? Oder soll nicht eher gemeint sein, daß kein freies Feld dieser einen Branche, in der man die Mehrheit hat, mehr frei sein darf (analog Cartagena)?

Kurzum - ein Debakel. Wenn man sieht, wieviel Mühe man sich anderswo mit der Abfassung der Spielregeln gibt, und dann sowas...
Ratlose Grüße
Benno

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Wolfgang Ziemer

RE: Regelfragen 1-4 und jetzt noch 5

Beitragvon Wolfgang Ziemer » 31. Oktober 2002, 00:24

Hallo Franz-Benno!

Ich kann dir da nur zustimmen. Ich finde eine der schlechtesten (schwammigsten) Regeln die mir seit langem begegnet ist. Und das bei dem Preis, den das Spiel kostet. Hier sollten sich die Jumbo-Leute z.B. mal die Alea-Spielanleitungen anschauen oder wenigstens mal auf die hier im Forum gestellten Regelfragen eingehen (falls sie hier überhaupt mitlesen).

"Franz-Benno Delonge" hat am 30.10.2002 geschrieben:
> Lieber Peter, lieber Michael, lieber KMW,
> vielen Dank für Eure Bemühungen, aber die Kritik an der
> Regel bleibt stehen, und auch die "Kurzregel" bringt den
> Spieler nicht viel weiter.
>

Da stimme ich dir zu.

> Frage 1: Gleich starke Branchen beim Börsencrash: Ok, die
> Kurzregel klärt jetzt, daß alle wegmüssen. (Dafür heißt es
> hier nun, diese Aktien kämen "unter den Nachziehstapel".
> Was wohl der nächste Fehler ist; hier würde ich der
> Hauptregel den Vorzug geben, wo es heißt, daß sie
> "dazwischengemischt" werden.)
>

Auch hier stimme ich dir zu.

> Frage 2: Ist wohl die wichtigste meiner vier Fragen und
> wird weder in der Langregel noch in der Kurzregel irgendwie
> geklärt.
> Natürlich kann ich auf das Auslegen verzichten und
> stattdessen zwei neue Aktien nehmen, wenn ich nicht mit dem
> Zeppelin ziehen will. Steht klar da.
> Meine Frage war aber, ob es auch möglich ist, zwar zuerst
> Aktienkarten auszuspielen, dann aber auf den Zeppelinzug zu
> verzichten und stehenzubleiben. Das kann in bestimmten
> Spielsituationen absolut sinnvoll sein. Ob es aber erlaubt
> sein soll, steht nach wie vor in den Sternen.
>

Auch uns stellte sich schon bei der ersten Partie diese Frage. Wir haben uns dann darauf geeinigt, dass ein Spieler, wenn er Aktien ausspielt und von einer Branche die Mehrheit hat anschließend seinen Zeppelin auch weiterziehen muß. Aber ob es wirklich so gedacht ist???

> Frage 3: Peter meint, vor dem Crash dürfe der Verursacher
> noch ein Feld besetzen. Kann sein, kann auch nicht sein -
> eins wäre so logisch bzw. unlogisch wie das andere. Es ist
> aber geradezu spielentscheidend, ob das eine oder das
> andere gemeint ist!!
>

Hier vertreten wir die Meinung von Peter, dass der Börsencrash (Zugphase B 3) erst abgehandelt wird, nachdem man mit seinem Zeppelin gegebenenfalls weitergezogen ist und auf das Ankunftsfeld sowie auf die Wertungstabelle ein Plättchen gelegt hat. Aber ob es wirklich so gedacht ist???


> Und jetzt noch eine neue Frage 5: Darf man tatsächlich nur
> aufs Schlußfeld ziehen, wenn zwischen dem eigenen Zeppelin
> und dem Schlußfeld kein einziges freies Feld mehr ist? Oder
> soll nicht eher gemeint sein, daß kein freies Feld dieser
> einen Branche, in der man die Mehrheit hat, mehr frei sein
> darf (analog Cartagena)?
>

In diesem Punkt weiß ich gar nicht mehr was ich denken soll. Denn vor ca. 2 Wochen rief ich bei Jumbo an und stellte genau diese Frage einem der für das Spiel Verantwortlichen (den Namen habe ich leider vergessen), der laut eigener Aussage sehr genau mit den Regeln vertraut sei. Und seine Antwort war genau gegensätzlich zu dem was in der Kurzregel zu diesem Punkt geschrieben steht.

Seine Antwort lautete wie folgt:
Nähert sich der Spieler dem Ende des Weges auf dem Spielplan und befindet sich zwischen dem aktuellen Standort seines Zeppelins und dem letzten Spielfeld kein unbesetztes Städtefeld einer Branche mehr, deren Mehrheit der Spieler besitzt, so stellt er seinen Zeppelin auf das letzte Spielfeld.


> Kurzum - ein Debakel. Wenn man sieht, wieviel Mühe man sich
> anderswo mit der Abfassung der Spielregeln gibt, und dann
> sowas...
> Ratlose Grüße
> Benno

Ebenfalls ratlose Grüße

Wolfgang

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Peter Steinert

Re: Regelfragen 1-4 und jetzt noch 5

Beitragvon Peter Steinert » 31. Oktober 2002, 00:40

Franz-Benno Delonge schrieb:
>
> Lieber Peter, lieber Michael, lieber KMW,
> vielen Dank für Eure Bemühungen, aber die Kritik an der Regel
> bleibt stehen, und auch die "Kurzregel" bringt den Spieler
> nicht viel weiter.
>
> Frage 1: Gleich starke Branchen beim Börsencrash: Ok, die
> Kurzregel klärt jetzt, daß alle wegmüssen. (Dafür heißt es
> hier nun, diese Aktien kämen "unter den Nachziehstapel". Was
> wohl der nächste Fehler ist; hier würde ich der Hauptregel
> den Vorzug geben, wo es heißt, daß sie "dazwischengemischt"
> werden.)

Ich gebe Dir recht, das ist unterschiedlich geregelt. Wir spielen nach der Hauptspielregel. Drunterschieben macht doch keinen Sinn, da die Karten dann irgendwann in Aktiengruppen sortiert im Stapel liegen.

> Frage 2: Ist wohl die wichtigste meiner vier Fragen und wird
> weder in der Langregel noch in der Kurzregel irgendwie geklärt.
> Natürlich kann ich auf das Auslegen verzichten und
> stattdessen zwei neue Aktien nehmen, wenn ich nicht mit dem
> Zeppelin ziehen will. Steht klar da.
> Meine Frage war aber, ob es auch möglich ist, zwar zuerst
> Aktienkarten auszuspielen, dann aber auf den Zeppelinzug zu
> verzichten und stehenzubleiben. Das kann in bestimmten
> Spielsituationen absolut sinnvoll sein. Ob es aber erlaubt
> sein soll, steht nach wie vor in den Sternen.

Das sehe ich nicht so dramatisch wie Du, Benno. Ich habe 2 Aktionsmöglichkeiten, A oder B. Aktion B besteht nach meinem Regelverständnis aus 3 Teilen, die ich nacheinander abhandeln soll. Natürlich könnte es auch anders gemeint sein, da ich aber keinen Hinweis auf eine "beliebige Reihenfolge" entdecke, sind wir immer nummerisch vorgegangen. Dieser Passus war aber letztlich auch zentraler Punkt in unserer Runde. Nicht wirklich eindeutig.

> Frage 3: Peter meint, vor dem Crash dürfe der Verursacher
> noch ein Feld besetzen. Kann sein, kann auch nicht sein -
> eins wäre so logisch bzw. unlogisch wie das andere. Es ist
> aber geradezu spielentscheidend, ob das eine oder das andere
> gemeint ist!!

s.o.

> Frage 4: Nein, lieber Peter, das mit dem einen Punkt pro
> Spieler ist in der Regel nur für Gleichstand in der
> WERTUNGSTABELLE geregelt. Unklar ist, was mit dem insgesamt
> nur einen Extrapunkt geschieht, den der kriegt, der die
> meisten Aktien in einer Branche auf dem TISCH liegen hat! Den
> kann man ja schlecht aufteilen. Es könnte also gut sein, daß
> dann gar keiner punktet. Jedenfalls, man wüßte es halt gerne...

Doch Benno, hier zitiere ich die Spielregel unter "Punktevergabe zur Ermittlung des Gewinners":

Tritt Gleichstand zweier Spieler in einer Branche oder in einer Stadt auf (anm: Tabelle ist natürlich gemeint)...ODER BESITZEN MEHRERE SPIELER GLEICH VIEL GELD ODER AKTIEN, so bekommen alle Spieler mit der gleichen Anzahl Spielstücke, Geld ODER AKTIEN EINEN PUNKT:
Haben wir unterschiedliche Spielregeln?

> Und jetzt noch eine neue Frage 5: Darf man tatsächlich nur
> aufs Schlußfeld ziehen, wenn zwischen dem eigenen Zeppelin
> und dem Schlußfeld kein einziges freies Feld mehr ist? Oder
> soll nicht eher gemeint sein, daß kein freies Feld dieser
> einen Branche, in der man die Mehrheit hat, mehr frei sein
> darf (analog Cartagena)?

Wieder gebe ich Dir recht. Ich denke, hier fehlt der Satzteil: ...und gibt es kein weiteres ERREICHBARES, unbesetztes Städtefeld mehr...

> Kurzum - ein Debakel. Wenn man sieht, wieviel Mühe man sich
> anderswo mit der Abfassung der Spielregeln gibt, und dann
> sowas...
> Ratlose Grüße
> Benno

Nun, die Regel ist nicht gut, keine Frage. Es gibt bessere, aber meiner Meinung nach auch reichlich schlimmere.

Viele Grüße

Peter

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Berthold Heß

[RF] Moderne Zeiten: Aus der Originalregel zitiert

Beitragvon Berthold Heß » 2. November 2002, 10:49

Ich kann allen Schreibern nur Recht geben, die veröffentlichte Spielregel ist völlig misslungen. Durch einen glücklichen Zufall liegt mir die Originalregel der Autoren vor. Sie ist ganz klar und verständlich. Auf dieser Basis gehe ich mal an die Fragen heran.

(Übrigens ist Moderne Zeiten ein wirklich gutes Spiel, wenn man die Regeln hat...)


> >
> > Frage 1: Gleich starke Branchen beim Börsencrash: Ok, die
> > Kurzregel klärt jetzt, daß alle wegmüssen. (Dafür heißt es
> > hier nun, diese Aktien kämen "unter den Nachziehstapel". Was
> > wohl der nächste Fehler ist; hier würde ich der Hauptregel
> > den Vorzug geben, wo es heißt, daß sie "dazwischengemischt"
> > werden.)

Original: Die Karten kommen auf den Ablagestapel, ist der Zugstapel aufgebraucht, wird der Ablagestapel gemischt und dient als neuer Zugstapel.

> > Frage 2: Ist wohl die wichtigste meiner vier Fragen und wird
> > weder in der Langregel noch in der Kurzregel irgendwie
> geklärt.
> > Natürlich kann ich auf das Auslegen verzichten und
> > stattdessen zwei neue Aktien nehmen, wenn ich nicht mit dem
> > Zeppelin ziehen will. Steht klar da.
> > Meine Frage war aber, ob es auch möglich ist, zwar zuerst
> > Aktienkarten auszuspielen, dann aber auf den Zeppelinzug zu
> > verzichten und stehenzubleiben. Das kann in bestimmten
> > Spielsituationen absolut sinnvoll sein. Ob es aber erlaubt
> > sein soll, steht nach wie vor in den Sternen.

Die Originalregel sieht nicht vor, dass man auf den Zug verzichtet. Mündlich habe ich erfahren, dass es auch nicht erlaubt ist stehen zu bleiben. Hinweise: Man muss auf das nächste freie Feld ziehen, von dessen Branche man die Mehrheit besitzt. Die Mehrheit wird ermittelt aus allen Karten, die vor einem liegen. Also denen, die man in vorherigen Zügen gespielt hat und denen, die man im aktuellen Zug gespielt hat. Man muss in diesem Zug nicht Karten der Branche ausgespielt haben, in der man die Mehrheit hat.


> > Frage 3: Peter meint, vor dem Crash dürfe der Verursacher
> > noch ein Feld besetzen. Kann sein, kann auch nicht sein -
> > eins wäre so logisch bzw. unlogisch wie das andere. Es ist
> > aber geradezu spielentscheidend, ob das eine oder das andere
> > gemeint ist!!

Originalregel: If, after a player has put down cards and moved, there are a total of 25 points or more...... market saturation has been achieved.

> > Frage 4: Nein, lieber Peter, das mit dem einen Punkt pro
> > Spieler ist in der Regel nur für Gleichstand in der
> > WERTUNGSTABELLE geregelt. Unklar ist, was mit dem insgesamt
> > nur einen Extrapunkt geschieht, den der kriegt, der die
> > meisten Aktien in einer Branche auf dem TISCH liegen hat! Den
> > kann man ja schlecht aufteilen. Es könnte also gut sein, daß
> > dann gar keiner punktet. Jedenfalls, man wüßte es halt
> gerne...

Original: if a player has majority... he receives 3 points. If two or more players are tied for first..., they receive only 1 point each.

> > Und jetzt noch eine neue Frage 5: Darf man tatsächlich nur
> > aufs Schlußfeld ziehen, wenn zwischen dem eigenen Zeppelin
> > und dem Schlußfeld kein einziges freies Feld mehr ist? Oder
> > soll nicht eher gemeint sein, daß kein freies Feld dieser
> > einen Branche, in der man die Mehrheit hat, mehr frei sein

Hier sieht das Original ganz anders aus. Sinn ist es, das Ende des Spiel nicht den Aktionen der Spieler zu überlassen, sondern das Ende in einer bestimmten Situation sofort herbeizuführen. Hier jetzt der komplette Abschnitt:

When the remaining city squares between a player's piece an the Game End spquare all have opponent tiles on them, and only then, a player MUST when it is his turn end the game by moving his piece to the Game End square. (For this he does not put down Enterprise cards, he just moves.) The game is then immediately over.


Viel Spaß!

Berthold

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erik

Re: [RF] Moderne Zeiten: Aus der Originalregel zitiert

Beitragvon erik » 3. November 2002, 02:08

Hallo Berthold,

da Du ja die Originalregel zu haben scheinst, die sich nicht mit der
einverpackten Regel deckt, aber zum Spielen erforderlich wäre,
kannst Du

- eine Quelle nennen, wo diese zu finden ist oder
- dafür sorgen, dass diese Quelle entsteht oder
- eine Adresse nennen, an die man Protestnoten senden kann,
damit diese Quelle entsteht?

Sprich: das Thema Wirtschaftsspiel mit flippigem Material spricht
mich schon an, aber 30 Euro ausgeben zu müssen, um mir ein
Regelexperiment zu kaufen, widerstrebt mir dann doch etwas...

Viele Grüsse,

Erik

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Wolfgang Ziemer

RE: [RF] Moderne Zeiten: Aus der Originalregel zitiert

Beitragvon Wolfgang Ziemer » 3. November 2002, 10:13

"Berthold Heß" hat am 02.11.2002 geschrieben:
> Ich kann allen Schreibern nur Recht geben, die
> veröffentlichte Spielregel ist völlig misslungen. Durch
> einen glücklichen Zufall liegt mir die Originalregel der
> Autoren vor. Sie ist ganz klar und verständlich. Auf dieser
> Basis gehe ich mal an die Fragen heran.



> Hier sieht das Original ganz anders aus. Sinn ist es, das
> Ende des Spiel nicht den Aktionen der Spieler zu
> überlassen, sondern das Ende in einer bestimmten Situation
> sofort herbeizuführen. Hier jetzt der komplette Abschnitt:
>
> When the remaining city squares between a player's piece an
> the Game End spquare all have opponent tiles on them, and
> only then, a player MUST when it is his turn end the game
> by moving his piece to the Game End square. (For this he
> does not put down Enterprise cards, he just moves.) The
> game is then immediately over.
>
>
> Viel Spaß!
>
> Berthold


Hallo Berthold!

Bei dieser letzten Passage bin ich mir nicht ganz sicher ob ich sie richtig interpretiere.

Das bedeutet also, dass ein Spieler nur dann mit seinem Zeppelin auf das letzte Feld (Zielfeld) ziehen darf (bzw. dann auch muss) wenn alle Felder zwischen seinem Zeppelin und dem letzten Feld mit einem großen spielstück belegt sind und kein freies Feld dazwischen liegt.

Habe ich es so richtig verstanden?

Gruß Wolfgang (dem Moderne Zeiten auch gut gefällt)

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Berthold Heß

RE: [RF] Moderne Zeiten: Aus der Originalregel zitiert

Beitragvon Berthold Heß » 3. November 2002, 10:50

Wolfgang Ziemer schrieb:
>
> > Hier sieht das Original ganz anders aus. Sinn ist es, das
> > Ende des Spiel nicht den Aktionen der Spieler zu
> > überlassen, sondern das Ende in einer bestimmten Situation
> > sofort herbeizuführen. Hier jetzt der komplette Abschnitt:
> >
> > When the remaining city squares between a player's piece an
> > the Game End square all have opponent tiles on them, and
> > only then, a player MUST when it is his turn end the game
> > by moving his piece to the Game End square. (For this he
> > does not put down Enterprise cards, he just moves.) The
> > game is then immediately over.
> Bei dieser letzten Passage bin ich mir nicht ganz sicher ob
> ich sie richtig interpretiere.
>
> Das bedeutet also, dass ein Spieler nur dann mit seinem
> Zeppelin auf das letzte Feld (Zielfeld) ziehen darf (bzw.
> dann auch muss) wenn alle Felder zwischen seinem Zeppelin und
> dem letzten Feld mit einem großen spielstück belegt sind und
> kein freies Feld dazwischen liegt.
>
> Habe ich es so richtig verstanden?
>
> Gruß Wolfgang (dem Moderne Zeiten auch gut gefällt)

So habe ich das verstanden und auch gespielt.

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Berthold Heß

Re: [RF] Moderne Zeiten: Aus der Originalregel zitiert

Beitragvon Berthold Heß » 3. November 2002, 10:52

erik schrieb:
>
> Hallo Berthold,
>
> da Du ja die Originalregel zu haben scheinst, die sich nicht
> mit der
> einverpackten Regel deckt, aber zum Spielen erforderlich wäre,
> kannst Du
>
> - eine Quelle nennen, wo diese zu finden ist oder

Ich habe eine Kopie von den Autoren bekommen, die ich natürlich nicht einfach veröffentlichen kann.

> - dafür sorgen, dass diese Quelle entsteht oder

Ich frage mal an, aber meine Quelle ist noch auf Reisen.

> - eine Adresse nennen, an die man Protestnoten senden kann,
> damit diese Quelle entsteht?

Beschwerden zum Spiel solltest Du an den Verlag richten.

>
> Sprich: das Thema Wirtschaftsspiel mit flippigem Material
> spricht
> mich schon an, aber 30 Euro ausgeben zu müssen, um mir ein
> Regelexperiment zu kaufen, widerstrebt mir dann doch etwas...
>
> Viele Grüsse,
>
> Erik

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erik

Re: [RF] Moderne Zeiten: Aus der Originalregel zitiert

Beitragvon erik » 3. November 2002, 11:59

Hallo Berthold,

> Ich frage mal an, aber meine Quelle ist noch auf Reisen.

danke, das wäre super wenn das klappen könnte. Ansonsten
habe ich das richtig verstanden, dass Deine Anmerkungen, das
sonst noch im Forum diskutierte (+eventuellem Abgleich mit
den Anmerkungen auf dem Boardgamegeek) dem Original
nahe kommt oder zumindest etwas spielbares ergibt?

> Beschwerden zum Spiel solltest Du an den Verlag richten.

Ja, ich habe mich schon mal auf der Webseite versucht: aber
die deutsche ist noch im Entstehen und ich des niederländischen
leider nicht soo mächtig :-)

Na dann: schönes WoEnde noch allerseits.

Erik

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Franz-Benno Delonge

RE: Spielende-Regel

Beitragvon Franz-Benno Delonge » 3. November 2002, 13:58

Lieber Berthold,
das hieße doch, daß ich jedenfalls dann immer das Spielende herbeiführen kann, wenn ich zuvor (regelkonform) auf das letzte Feld vor dem Endfeld gehe. Ich frage mich, welchen Sinn diese Arabeske hat, und ob es nicht doch eigentlich so gedacht war, daß es reicht, wenn von der Sorte, von der man die MEHRHEIT hat, kein Feld mehr frei ist.
Aber jedenfalls vielen Dank für Deine wirklich hilfreichen Bemühungen!
Benno

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Berthold Heß

Re: [RF] Moderne Zeiten: Aus der Originalregel zitiert

Beitragvon Berthold Heß » 6. November 2002, 21:30

erik schrieb:

> Hallo Berthold,
> danke, das wäre super wenn das klappen könnte. Ansonsten
> habe ich das richtig verstanden, dass Deine Anmerkungen, das
> sonst noch im Forum diskutierte (+eventuellem Abgleich mit
> den Anmerkungen auf dem Boardgamegeek) dem Original
> nahe kommt oder zumindest etwas spielbares ergibt?

Ja, ich denke, ich habe die meisten "Probleme" erwähnt. Vielleicht noch ein Tipp: Man darf als erster Bieter auch direkt passen.

Nice dice!

Bert


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