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Noch ein PC-Hit-Game als Brettspiel

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Chregi Hansen

Noch ein PC-Hit-Game als Brettspiel

Beitragvon Chregi Hansen » 30. Oktober 2002, 23:47

Okay, ich gebs zu, in früheren Jahren habe ich auch oft und wild auf dem PC gezockt (und damals gab es die Brettspielwelt noch nicht, musste also allein spielen ;) ) In der letzten Zeit aber kam das eigentlich nicht mehr vor. Jetzt aber trage ich mich mit dem Gedanken, wieder mal ein PC-Spiel zu kaufen, denn was ich bisher von "Age of Mythologie" gehört und gesehen habe (habe eben die Demo mit klitzekleinen 337 MB runtergeladen), hat mich begeistert. Kein Wunder, wird das Game schon jetzt als grosser Hit angekündigt, obwohl es erst nächste Woche rauskommt.

Naja, damit wäre ich ja hier völlig OT. Aber was lese ich da bei der Suche nach Infos? Eagle Games (ja, die mit Civilization) kündigen bereits jetzt eine Umsetzung als Brettspiel an. Obwohl der Erscheinungstermin mit April 2003 angegeben wird, ist bereits jetzt von einem 46 x 36 Zoll grossen Spielplan (also vorher noch grossen Tisch kaufen) und hunderten von detaillierten Miniatur-Plastiken die Rede, dazu drei verschiedene Regeln von Anfänger bis Fortgeschrittene. Da kommt wohl etwas auf uns Spieler zu. Bin mal gespannt, wie das umgesetzt wird. Mehr Infos (für die, die's interessiert) gibts unter obigem Link.

Gruss aus der Schweiz
Chregi Hansen (der am Freitag endlich mal wieder zu einem Spielabend kommt und sich bereits jetzt mit der Auswahl der Spiele beschäftigt, was nicht einfach ist, weil wir zu sechst oder siebt sein werden)

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Heinrich Glumpler

Brettspiele / PC-Spiele

Beitragvon Heinrich Glumpler » 31. Oktober 2002, 07:19

Hi,

ich hab' immer befürchtet, dass der Spiele-Markt mal einbrechen wird, weil alle (vor allem junge) Spieler sich sukzessive an den PC verziehen - es wird zwar immer behauptet, dass Brettspiele nie untergehen werden, weil die Leute die persönliche Nähe des Mitspielers zu schätzen wüssten, aber aufgrund von Erfahrungen mit Freunden (die der Brettspielwelt "verfallen" sind ;-) scheint mir diese Einschätzung nicht ganz sicher.

Sollte der Trend sich jetzt rumdrehen?? Erst Civilization und jetzt Age finden den Weg aus der virtuellen Welt zurück auf den realen Spieltisch? Fängt damit ein Trend an?
Warum macht Eagle Games das? Irgendwelche Meinungen dazu?

Gruesze
Heinrich

SCNR:
Chregi Hansen schrieb:
> ...noch nicht, musste also allein spielen ;) ...
> Chregi Hansen (der am Freitag endlich mal wieder zu einem
> Spielabend kommt und sich bereits jetzt mit der Auswahl der
> Spiele beschäftigt, was nicht einfach ist, weil wir zu sechst
> oder siebt sein werden)
Fette Autos lässt sich allein - aber auch mit sechs oder sieben Spielern spielen - aber frag' mich (noch) nicht, wo man das Teil in der Schweiz kriegen kann...

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Manuel Hewitt

RE: Brettspiele / PC-Spiele

Beitragvon Manuel Hewitt » 31. Oktober 2002, 08:11

"Heinrich Glumpler" hat am 31.10.2002 geschrieben:

> ich hab' immer befürchtet, dass der Spiele-Markt mal
> einbrechen wird, weil alle (vor allem junge) Spieler sich
> sukzessive an den PC verziehen - es wird zwar immer
> behauptet, dass Brettspiele nie untergehen werden, weil die
> Leute die persönliche Nähe des Mitspielers zu schätzen
> wüssten, aber aufgrund von Erfahrungen mit Freunden (die
> der Brettspielwelt "verfallen" sind ;-) scheint mir diese
> Einschätzung nicht ganz sicher.

Ich weiss nicht. Sind das nicht schon längst alles uralte Weisheiten? Ich bin seit dem C64 begeisterter Computerspieler. Aber ich mag auch Brettspiele und diese Leidenschaft hab ich kürzlich wiederentdeckt. Aber Computerspiele gibts halt nicht erst seit gestern, sondern schon seit gut 15 Jahren in einem Umfang, dass sie einem grossen Teil zugänglich sind. Demnach müsste der Brettspielemarkt schon längst eingebrochen sein. Der Vorteil ist einfach, dass man am PC entweder keinen menschlichen Gegner braucht, was auch Vorteile hat, oder im Internet mal schnell welche findet. Für ein Brettspiel findet sich so auf die Schnelle keiner, wenn ich mal Lust habe.
Aber ansonsten finde ich, dass der PC keine Konkurrenz ist. Für einen Spieler ist das durchaus eine Bereicherung.

> Sollte der Trend sich jetzt rumdrehen?? Erst Civilization
> und jetzt Age finden den Weg aus der virtuellen Welt zurück
> auf den realen Spieltisch? Fängt damit ein Trend an?

Ich denke, wir beobachten nichts neues oder irgendeinen Trend. Solche Brettspiele sind auch nicht gerade was für den Massenmarkt im Gegensatz zum PC-Pendant. Solche Spielprinzipien lassen sich auf einem PC halt besser umsetzen.

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Heinrich Glumpler

RE: Brettspiele / PC-Spiele

Beitragvon Heinrich Glumpler » 31. Oktober 2002, 08:24

Hi,

richtig, PC-Spiele gibt es schon eine ganze Weile ... aber nicht in dieser Perfektion. Die Entwicklung dieser Spiele geht rasant weiter, ohne dass uns das bewußt wird. Erst, wenn man sich einmal die ersten Rollenspiel-PC-Games ansieht (Pixel, Pixel, Pixel) und sich dann mal bewußt wird, dass die heutigen PC-Spiele fast schon Filmen ähneln, wird klar *wie* schnell es voran geht.
Ich habe schon den Prototypen einer Engine gesehen, die einen Wald dargestellt hat, den ich auf den ersten Blick für eine Filmaufnahme gehalten habe.

Ich hab' speziell auf die jungen Leute angespielt - Leute, die mit Brettspielen groß geworden sind, fallen der PC-Sucht meiner Meinung nach nicht so leicht zum Opfer. Aber wenn ich mit jungen Leuten zu tun hab, dann ist bei denen ständig nur von den neuesten PC-Spielen die Rede (zweifellos kann das ein sehr subjektiver Eindruck sein - genau deshalb interessiere ich mich für weitere Meinungen ... wie die deine, Manuel).

Von einem Trend zu sprechen, mag verfrüht sein - zugegeben - es ist nur ein Hersteller (normalerweise geht es vom Brettspiel direkt in die Welt ... in die Brettspielwelt).

Gruesze
Heinrich

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Roland G. Hülsmann
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Beiträge: 2598

RE: Brettspiele / PC-Spiele

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 31. Oktober 2002, 09:03

Nun, Umsetzungen von Computerspielen in die Welt der Brettspiele (nicht "Brettspielwelt", denn das sind ja die Umsetzungen der Brettspiele in die Welt der Computer), hat es schon immer gegeben. Es wurde ja schon immer im gemütlicher Runde auch Brett gespielt. Und das Brettspiel außerhalb der Familie, der ein Jugendlicher irgendwan einmal ganz natürlich entwächst (dann wird das Brettspiel im Familienkreis genauso "beliebt" wie der sonntägliche Spoaziergang mit der Familie), kam auch früher oft nicht an die Bedeutung anderer Freizeitbeschäftigungen heran. Und es gab früher (z.B. in den späten 70ern, als ich studierte) genauso wie heute Kreise, für die das Brettspiel die Freizeitbeschäftigung Nr. 1 war.

So wurden in den mittleren 80ern Jahren die ersten Computerspiele, die über PONG hinausgingen, auch als Brettspiele vermarktet. Ich erinnere mich an Brettspielversionen von PAC MAN, FROGGER und DONKEY KONG (allerdings nicht mein Geschmack, trotzdem von Sammlern gesucht). Später auch eine Brettspielvariante von TETRIS und von FunGames die erstaunlich gelungene Umsetzung von SUPER MARIO WORLD (habe ich selbst im Regal). Wie gesagt, SOOO neu ist diese Vermarktung erfolgreicher Computer-Titel nicht!

Daß die Technik der Computerspiele immer besser wird ist absolut richtig. Aber ändert das wirklich etwas am Spielwert/Spielreiz der Spiele? Ich empfand manches Adventure am ZX-SPECXTRUM genau so spannend wie z.B. ein moderner PS2-Titel. Hier wie dort haben mir die Rätsel und Herausforderungen die eine oder andere Stunde spannender Unterhaltung verschafft. Und schon immer (auch beim ZX-SPECTRUM) wurde versucht, die technischen Möglichkeiten auch für Mehrpersonen-Spiele zu schaffen, indem mehrere Rechner vernetzt wurden. Ich kann hier keine wirklich neuen Trends erkennen.

Gruß
Roland

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Gustav der Bär

Re: Brettspiele / PC-Spiele

Beitragvon Gustav der Bär » 31. Oktober 2002, 09:13

Wenn ich mal spekulieren soll, ob Brettspiele untergehen werden oder nicht, würde ich eher von der Vergangenheit in die Zukunkft extrapolieren, statt aus ein paar einzelnen Produkten etwas abzuleiten (neue Trends halten meist nur so lange, dass der "Spiegel" grade eben noch mal ein Titel-Thema daraus machen kann): Brettspiele (zugegebenermaßen sehr unterschiedlicher Art) werden seit tausenden von Jahren gespielt. Das deutet wohl darauf hin, dass Menschen dauerhaft eine gewisse Neigung zu Brettspielen besitzen und läßt für die Zukunft eher das Weiterbestehen als den Untergang der Brettspiele vermuten.

Die Brettspielwelt ist für mich persönlich eine angenehme Ergänzung zum Spielen am Tisch: Wenn ich abends um zehn Uhr daheim bin und noch Lust auf eine Partie "Puerto Rico" habe, kann ich mir die da erfüllen - zu diesem Zeitpunkt einen Kreis von vier oder fünf befreundeten Spielern, die in München, Ingolstadt und Augsburg verteilt wohnen und alle am nächsten Morgen früh aufstehen müssen, zu versammeln, ist zwar nicht VÖLLIG unmöglich, aber nur wenig alltagstauglich.

Zudem habe ich mich wiederholt mit Leuten, die ich in der Brettspielwelt kennen gelernt habe, zu "richtigen" Spielen getroffen; gerade die BSW-Community mit ihrem Auftritt in Essen und der Organisation von Spiel-Wochenenden fördert ja ausdrücklich das persönliche Beisammensein.

Natürlich kann ich über persönliche Bekannte von dir, lieber Heinrich, bei denen das völlig anders ist, nichts sagen: Zu jedem denkbaren Thema gibt´s halt für jede denkbare Einstellung, die man dazu haben kann, immer ein paar Leute, die sie vertreten.

WARUM aber Eagle Games PC-Spiele in Brettspiele umsetzt, ist - denke ich - ziemlich leicht zu erkennen:

Hier dürften Marketing-Überlegungen Ausschlag gebend sein (Ja, ich weiß: Für manchen ist der Gedanke, andere Menschen könnten durch ihr Handeln Geld verdienen, das Böse schlecht hin und vermutlich wird es in dieser Hinsicht noch einige Kommentare geben. Ich sehe das eben anders: Es ist angenehmer, reich zu sein als arm, und daher kann man es niemandem verdenken, wenn er die erste dieser beiden Alternativen für sich bevorzugt.)

Nun gibt es eine Menge Beispiele dafür, dass Stoffe, die in einem Genre erfolgreich waren, sich auch in einem anderen ganz gut verkaufen lassen: Aus Büchern werden Filme ("Von Winde verweht"), aus Filmen werden Bücher ("2001 - Odyssee im Weltraum"), aus Büchern und TV-Serien werden Spiele ("Herr der Ringe", "Xena"), aus Bildern einer Ausstellung werden Konzerte ("Bilder einer Ausstellung"), aus Bauwerken werden Puzzles ("Neuschwanstein"), aus Brettspielen werden PC-Spiele ("Diplomacy") - und bisweilen werden aus PC-Spielen auch mal Brettspiele.

Es besteht also durchaus eine gewisse Chance, dass es mit den Brettspielen in - zumindest näherer - Zukunft in etwa so weiter geht wie bisher, nur, dass es eben AUCH Brettspiele nach PC-Spielen gibt.

Auf Xuntheit!
Gustav der Bär
(Peter Gustav Bartschat)

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Manuel

Re: Brettspiele / PC-Spiele

Beitragvon Manuel » 31. Oktober 2002, 09:21

Hi.

Warum Eagle Games das macht? Die Antwort ist recht einfach. Glenn Drover, Gründer und Chef-Entwickler bei Eagle Games, hat vorher bei Microprose gearbeitet (die Softwareschmiede von Railroad Tycoon, Colonization, etc...).
Da war er zwar nur im Vertrieb tätig, hat aber jede Menge Kontakte zu Leuten aus der Branche geknüpft. So kommt es, dass in den USA die Spiele von Eagle Games unter anderem in großen PC-Ketten verkauft werden und dass man jetzt schon darüber munkelt, ob nicht 2004 in Zusammenarbeit mit Sid Meier ein Pirates-Brettspiel gemacht werden soll.

Zurück zum "Warum?". Eagle Games hat im Bereich der PC-Zocker einfach ein ziemlich großes Potential für Brettspiele erkannt und will mit bekannten Titeln die Gamer vom Monitor an den Küchentisch locken. Außerdem ist es auch eine reizvolle Herausforderung sich der erfolgreichsten PC-Spiele der letzten Jahre anzunehmen und daraus funktionierende und erfolgreiche Brettspiele zu machen.

Schade nur dass Eagle Games auch das Problem mit den Bugs und Patches (sprich: unklare Regeln, lange F.A.Q.s und viele Hausregeln) aus der Computerbranche übernommen hat ;)

Manuel

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Bernd

Re: Brettspiele / PC-Spiele

Beitragvon Bernd » 31. Oktober 2002, 09:24

Hallo Heinrich,

nur weil ein amerikanischer Verlag zwei Computerspiele als Brettspiele heraus bringt von einem Trend zu sprechen, finde ich etwas verfrüht!

Warum ein amerikanischer Verlag wie Eagle Games das macht, ist meiner - völlig subjektiven - Meinung nach klar: Erstens sind diese Spiele schon als Computerspiel eine sichere Bank. Und zweitens stehen die amerikanischen Spieler anscheinend auf Materiallorgien und kleine Plastikfigürchen. Da erscheint ein solches Brettspiel doch als sicherer Hit, und man braucht noch nicht mal viel Sorgfalt auf Regeln, Spieldesign und - balance zu legen (jedenfalls habe ich aufgrund mehrerer Postings hier im Forum den Eindruck).

Bernd (der den amerikanischen "Mammutspielen" immer sehr skeptisch gegenüber steht)

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Heinrich Glumpler

RE: Brettspiele / PC-Spiele

Beitragvon Heinrich Glumpler » 31. Oktober 2002, 09:39

Hi,

tja, Roland, ich teile deine Einschätzung weitgehend ... aber mich würde eben interessieren, wie das ein Jungspund sieht, bzw. die Mehrheit der Jungspunde.

All' deine Erfahrungen (die auch - prinzipiell - die meinigen sind) in Ehren, aber meines Erachtens gab es mit dem Internet eine Zäsur in der Art und Weise, wie vor allem junge Menschen ihre Freizeit gestalten - mit anderen Worten, unsere Erfahrungen sind nur bedingt hilfreich, wenn es darum geht, die weitere Entwicklung zu beurteilen.

Gruesze
Heinrich

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Heinrich Glumpler

Re: Brettspiele / PC-Spiele

Beitragvon Heinrich Glumpler » 31. Oktober 2002, 09:43

Hi,

weitgehendes Einverständis von meiner Seite - siehe aber auch meine Anmerkung zu Rolands Posting.

Und mir war klar, dass Marketing der ausschlaggebende Grund ist für den Hersteller, ein PC-Spiel als Brettspiel rauszubringen - danke, ich verdiene auch gerne Geld ;-) - mich interessiert, warum sich der Hersteller was davon verspricht?

Die Dinosaurier sind auch ausgestorben ;-) allerdings weiss ich nicht, ob ich jetzt eine Diskussion darüber führen möchte, ob die Entwicklung "Internet" mit einem Meteoreinschlag zu vergleichen ist (oder welches Ereignis auch immer zum Aussterben der Dinos geführt hat).

Gruesze
Heinrich

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Heinrich Glumpler

Re: Brettspiele / PC-Spiele

Beitragvon Heinrich Glumpler » 31. Oktober 2002, 09:45

Aaaah!

Danke für die Info!
Naja, sie werden das Regelschreiben auch noch lernen - hoffe ich. Bei Software dagegen auf Bugfreiheit zu hoffen, fällt ... schwer ;-)

Danke
Heinrich

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Heinrich Glumpler

Re: Brettspiele / PC-Spiele

Beitragvon Heinrich Glumpler » 31. Oktober 2002, 09:47

Jupp - ist verfrüht gewesen - hat mir aber einen schönen Haken gegeben, an dem ich meine Frage aufhängen konnte, wie das mit PC/Brettspielen weitergeht und was die Jungspunde wohl auf Dauer vorziehen...

Plastikorgien sind übrigens auch nicht mein Fall.

Gruesze
Heinrich

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Chregi Hansen

RE: Brettspiele / PC-Spiele

Beitragvon Chregi Hansen » 31. Oktober 2002, 10:11

Hi
Wollte eigentlich mit meinem Beitrag nur eine Info weiterleiten und keine Diskussion auslösen, aber letzteres ist doch auch schön.

Wie die Entwicklung weitergeht, hängt sicher auch entscheidend von uns "Älteren" ab. Es liegt an uns, in den Kindern und Jugendlichen die Freude am Spielen, und eben nicht nur an PC-Spielen, zu wecken. Wer seinen Kids 'ne Playstation kauft, damit er abends Ruhe hat, der muss sich nicht wundern, wenn sich die Jungen nächtelang damit vergnügen. Wer aber PC-Spiele grundsätzlich verdammt und verbietet, der muss mit einer Gegenreaktion rechnen.
Für mich und den Umgang mit meinen Kids heisst das: Ab und zu dürfen dürfen sie mal am PC oder mit dem Gameboy spielen, doch noch mehr setze ich mich hin und spiele mit ihnen Karten- oder Brettspiele oder wir tollen herum nund spielen Ritter und Piraten und Peter Pan usw. usf. oder gehe mit ihnen in den Wald oder an den See. Und ich habe die leise Hoffnung, damit bei ihnen einen vernünftigen Umgang mit Freizeitmöglichkeiten zu erreichen.

Was die Brettspielwelt betrifft, die hier ja auch mehrfach erwähnt wird, muss man wohl etwas differenzieren. Der Grossteil der User sind wohl passionierte Brett- und Kartenspieler, die einfach eine zusätzliche Möglichkeit nutzen, ihrem Hobby zu frönen. Allerdings, und diese Kritik muss angebracht werden, können auch User beobachtet werden, die einen Grossteil oder gar die ganze Freizeit (und teilweise gar die Arbeitszeit) in dieser virtuellen Welt verbringen und Spiele übers Netz dem Spielen im Realen vorziehen. Zu Glück ist das jedoch eine Minderheit.

Gruss aus der Schweiz
Chregi

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Roman Pelek

Bugs & Patches, Civ Boardgame

Beitragvon Roman Pelek » 31. Oktober 2002, 10:27

Hi Manuel,

Manuel schrieb:

> Schade nur dass Eagle Games auch das Problem mit den Bugs und
> Patches (sprich: unklare Regeln, lange F.A.Q.s und viele
> Hausregeln) aus der Computerbranche übernommen hat ;)

Tja, da müssten sie dran arbeiten, immerhin erfreulich, dass das Civ-Brettspiel in der "Release-Version" schon einen "aktivierten" Mehrspielermodus besitzt, was man von aktuellen Computerspielen (Anno 1503) nicht behaupten kann :-D

Was ich mich allerdings frage, ist die Sache, ob das im recht verwöhnten deutschsprachigen Raum enger sehen als die Amerikaner selbst. Mir erscheint es so, als ob jenseits des großen Teichs die Freude über lange Spiele mit Materialorgien etwas größer ist als die Nörgelei an Mechnismen und Regeln. Hier erscheint's mir umgekehrt: lieber "klein und fein" als "bigger is better" ;-) Während im Eagle Games Forum einige Leute schon Varianten posten, um das Spiel noch "komplexer" (für mich liest sich das eher komplizierter und unübersichtlicher) und länger zu machen, warte ich immer noch darauf, dass endlich mal 'ne FAQ mit den dringlichsten Problemchen rauskommt, um nicht so vieles nach mehr oder minder gelungenen Hausregeln zu spielen ;-)

Ciao,
Roman

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Heinrich Glumpler

RE: Brettspiele / PC-Spiele

Beitragvon Heinrich Glumpler » 31. Oktober 2002, 10:27

Super,

da bist du schon einen Schritt weiter ... nämlich bei der Frage, was wir tun können.
Meine Nachfrage ist natürlich schwer zu beantworten - eine direkte Antwort von der "Masse der jungen Leute" werde ich hier wohl schwerlich kriegen - allenfalls erfahre ich hier was über Kinder in "Spielerhaushalten" (die es meiner Meinung nach sehr gut haben :-) und vielleicht...
...etwas von Leuten, die beruflich mit Jugendlichen zu tun haben.

Haben wir hier so was? (Hoffentlich haben wir die Bibliothekare z.B. inzwischen nicht vergrätzt... ;-)

Vielleicht mache ich mir ja voellig umsonst Sorgen - andererseits: an meinem Stand in Essen hab' ich jeden nach seinem Alter gefragt (naja, fast jeden) wegen der Startaufstellung im Spiel - und ich kann mich nicht erinnern, dass da jemand unter 24 war (auch, wenn 24 für mich schon recht "jung" ist :LOL: )

Gruesze
Heinrich

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Chregi Hansen

RE: Brettspiele / PC-Spiele

Beitragvon Chregi Hansen » 31. Oktober 2002, 11:23

Heinrich Glumpler schrieb:
> Vielleicht mache ich mir ja voellig umsonst Sorgen -
> andererseits: an meinem Stand in Essen hab' ich jeden nach
> seinem Alter gefragt (naja, fast jeden) wegen der
> Startaufstellung im Spiel - und ich kann mich nicht erinnern,
> dass da jemand unter 24 war (auch, wenn 24 für mich schon
> recht "jung" ist :LOL: )

Also, in meiner Spielrunde liegt das Alter der Beteiligten zwischen 30 und 40 Jahre. Aber immerhin haben wir einen Jungspund von knapp 20 Jahren. Das lässt doch hoffen ;) . Und auch in der Brettspielwelt (und schon wieder landen wir bei diesem Thema) trifft man viele Jüngere an. Aber sicher, Brettspiele sind sicher kein Trend-Hobby bei den Jungen. Das belegen auch Aussagen von Ludothekarinnen hier in der Region. Sie stellen fest, dass zar viele Kinder zu den Benutzern gehören, aber kaum Jugendliche.
Aber ich beobachte auch die andere Seite. Auch die ältere Generation (sagen wir mal 60 und mehr) tut sich schwer mit Spielen. Für viele ist Spielen was für Kinder. Tolerierte Ausnahmen sind da vielleicht Schach und Jassen (bei euch Skat). Immerhin habe ich es in den letzten Jahren geschafft, meinen Eltern Can't stop und Lost Cities unterzujubeln, und sie haben es tatsächlich eine zeit Lang intensiv gespielt ;)
Gruss aus der Schweiz
Chregi

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peer

RE: Brettspiele / PC-Spiele

Beitragvon peer » 31. Oktober 2002, 14:27

Hi,
Roland G. Hülsmann schrieb:
>
> So wurden in den mittleren 80ern Jahren die ersten
> Computerspiele, die über PONG hinausgingen, auch als
> Brettspiele vermarktet. Ich erinnere mich an
> Brettspielversionen von PAC MAN, FROGGER und DONKEY KONG
> (allerdings nicht mein Geschmack, trotzdem von Sammlern
> gesucht). Später auch eine Brettspielvariante von TETRIS und
> von FunGames die erstaunlich gelungene Umsetzung von SUPER
> MARIO WORLD (habe ich selbst im Regal). Wie gesagt, SOOO neu
> ist diese Vermarktung erfolgreicher Computer-Titel nicht!

Oh ja, als ich klein war, fand ich Donkey Kong richtig klasse (hab sogar eine Highscore-Liste geführt ;-) ), während Pac-Man auch damals schon langweilig war...

Zum umgekehrten Trend: Europa Universalis erfreute sich ja auch einer Computerspielumsetzung und ein Freund von mir spielt es lieber auf dem Computer (was ich verstehen kann - mir ist der Regel- und sonstige Aufwand auch zu gross). In einem entsprechenden Forum hatte dann jemand herausgefunden, dass es das auch als Brettspiel gibt und die haben z.T. verzweifelt versucht an das Ding ranzukommen. Es scheint also zu funktionieren...

ciao,
Peer

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Christian Kohl

Re: Bugs & Patches, Civ Boardgame

Beitragvon Christian Kohl » 1. November 2002, 16:27

Roman Pelek schrieb:
> (...)
> Während im Eagle Games Forum einige
> Leute schon Varianten posten, um das Spiel noch "komplexer"
> (für mich liest sich das eher komplizierter und
> unübersichtlicher) und länger zu machen, warte ich immer noch
> darauf, dass endlich mal 'ne FAQ mit den dringlichsten
> Problemchen rauskommt, um nicht so vieles nach mehr oder
> minder gelungenen Hausregeln zu spielen ;-)

Nun, die meisten dringlichen Fragen sind doch im Forum inzwischen, meist sogar von Glenn Drover selbst, beantwortet worden. Und ansonsten kann man sich doch mit gesundem Menschenverstand mit seinen Mitspielern einigen ... in Deutschland muß halt alles immer offiziell sein ... .

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Volker L.

Extrapolation (war: Brettspiele / PC-Spiele)

Beitragvon Volker L. » 1. November 2002, 21:21

Gustav der Bär schrieb:
>
> Wenn ich mal spekulieren soll, ob Brettspiele untergehen
> werden oder nicht, würde ich eher von der Vergangenheit in
> die Zukunkft extrapolieren, statt aus ein paar einzelnen
> Produkten etwas abzuleiten (neue Trends halten meist nur so
> lange, dass der "Spiegel" grade eben noch mal ein Titel-Thema
> daraus machen kann): Brettspiele (zugegebenermaßen sehr
> unterschiedlicher Art) werden seit tausenden von Jahren
> gespielt. Das deutet wohl darauf hin, dass Menschen dauerhaft
> eine gewisse Neigung zu Brettspielen besitzen und läßt für
> die Zukunft eher das Weiterbestehen als den Untergang der
> Brettspiele vermuten.

Vielen Dank fuer diese treffende und unwiderlegbare Argumentation,
jetzt bin ich beruhigt :-)
...und lasse meine Gedanken schweifen...

Pferde werden seit tausenden von Jahren als Fortbewegungsmittel
und Zugmaschine genutzt. Das deutet wohl darauf hin, dass
Menschen dauerhaft eine gewisse Neigung zur Nutzung von
Pferdestaerken besitzen und läßt für die Zukunft eher das
Weiterbestehen als den Untergang der Pferdenutzung vermuten. :-D

Gruss, Volker (nach einem kurzen Blick in den Strassenverkehr
ploetzlich doch nicht mehr so beruhigt ;-) )

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Gustav der Bär

OT: Pferdenutzung

Beitragvon Gustav der Bär » 1. November 2002, 21:48

Volker L. schrieb:
> Pferde werden seit tausenden von Jahren als Fortbewegungsmittel
> und Zugmaschine genutzt. Das deutet wohl darauf hin, dass
> Menschen dauerhaft eine gewisse Neigung zur Nutzung von
> Pferdestaerken besitzen und läßt für die Zukunft eher das
> Weiterbestehen als den Untergang der Pferdenutzung vermuten.

Das vermute ich ebenfalls, lieber Volker, und hoffe es darüber hinaus sogar ausdrücklich, denn mein Weib kann dann weiterhin reiten ich kann weiterhin auf der Galopp-Rennbahn ihn München-Riem Wetten abschließen.

Mindesten zwei Menschen haben also eine deutliche Neigung zur Nutzung von Pferdestärken - das ist doch schon mal was. :-)

Auf Xuntheit!
Gustav der Bär
(Peter Gustav Bartschat)

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Sven Gienke

Vorwürfe sind Unsinn !

Beitragvon Sven Gienke » 3. November 2002, 04:16

Ich kann Christian zustimmen. Wir haben heute 8-9 Stunden Civi von Eagle Games gespielt. Wie sich für eine erfahrene Spielgruppe Schwierigkeiten bei den Regeln ergeben können, ist mir ein Rätsel.
Das Spiel hat zwar eine lange Spieldauer und den für die meisten amerikanischen Spiele typischen Glücksfaktor, aber schwer oder schwer gar zu verstehen ist es nun wirklich nicht !

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peer

Re: Vorwürfe sind Unsinn !

Beitragvon peer » 3. November 2002, 11:17

Hi,
so weit ich die Kritik nachvollziehen kann, bezog sie sich weniger aud die Eindeutigkeit oder Verständlichkeit der Regeln, sondern mehr darauf, dass das Spiel unausgewogen bzw. nicht ausreichend getestet sei. (ich enthalte mich hier jedglichen Komentars, da ich es selbst noch nicht gespielt hatte).
ciao,
Peer

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Roman Pelek

Solche wurden ja auch nicht gemacht :-)

Beitragvon Roman Pelek » 3. November 2002, 11:45

Hi Sven,

ich denke, dass da etwas falsch verstanden wurde :-)

Sven Gienke schrieb:
>
> Ich kann Christian zustimmen. Wir haben heute 8-9 Stunden
> Civi von Eagle Games gespielt. Wie sich für eine erfahrene
> Spielgruppe Schwierigkeiten bei den Regeln ergeben können,
> ist mir ein Rätsel.

Das Spiel ist vom Prinzip her gar nicht schwierig zu verstehen, es sind m. E. eher eine Ansammlung von "unsauberen" Details, die zu Fragen/Diskussionen führen können und auch ein paar schlichtweg falsche Dinge in der Regel, die irritieren. So z. B. dass veraltete Einheiten nicht mehr gekauft werden können (unlogisch und falsch, mittlerweile auch offiziell bestätigt). Auf der anderen Seite veralten Gebäude und können nicht mehr gekauft werden, gehen aber auf der anderen Seite mit "alten" Wundern trotzdem einher. Das hat bei uns in den Spielen auch schon zu Diskussionen geführt, ob diese Regelung jenseits ihres evtl. vorhandenen "Führenden bremsen"-Nutzens so sinnvoll ist - im Spielverlauf führte es bei uns dazu, dass quasi kaum jemand noch die vergänglichen Stadtausbauten selbst teuer kaufen wollte, sondern diese sich höchstens über Wunder nebenher anlachte. In dieser Richtung gibt's m. E. schon ein paar Zweifelsfragen im Spiel, die mitunter zu "Meinungsverschiedenheiten" in der Runde führen können...

> Das Spiel hat zwar eine lange Spieldauer und den für die
> meisten amerikanischen Spiele typischen Glücksfaktor, aber
> schwer oder schwer gar zu verstehen ist es nun wirklich nicht !

S. o., das stand so ja auch nicht zur Debatte ;-)

Ciao,
Roman (hofft heuer nochmal eine Partie in 6-7h durchzubekommen)


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