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[Angespielt] SeaFall

Kritiken und Rezensionen: Wie ist Spiel XY?
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Jerry
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[Angespielt] SeaFall

Beitragvon Jerry » 14. August 2016, 08:28

Die geschätzten Kollegen von Shut Up and Sit Down, einem sehr lesenswerten, launig geschriebenen Spieleblog, haben ihren erste Abend mit SeaFall hinter sich und diesen in Form eines Dialogs zwischen Quinns und Leigh (zwei der Teilnehmer) dokumentiert. Das Orginalinterview könnt ihr hier https://www.shutupandsitdown.com/impressions-seafall/ nachlesen, aber ich dachte, dass es für die weniger sprachfesten Spieler unter uns sicher interessant ist, das Ganze auf Deutsch zu studieren (natürlich ohne irgendwelche Spoiler). Danke an SU&SD für die freundliche Genehmigung zur Weitergabe! :)

Mit Fotos gibt's das Ganze hier:
http://mittwochsspielen.com/2016/08/14/ ... orschau-3/


Wem der Text reicht liest hier weiter:

Quinns:
Ok, du ich und ein paar Freunde haben gestern Abend mit der SeaFall Kampagne angefangen, natürlich volle Kanne mit 5 Spielern. Aktuell sind in der Spieleszene ja schon ein paar Dinge über SeaFall bekannt, z.B. dass es Daviaus erstes, komplett neu entwickeltes Legacy-Spiel ist, dass es komplexer als seine Vorgänger ist und dass es verflucht cool aussieht. Schiffe! Machtkämpfe! Unbekannte Inseln zum Erforschen und auf-die-Karte-kleben!

Nach dem ersten Abend waren wir uns allerdings einig, dass es vielleicht nützlich wäre, darüber zu reden, was SeaFall nicht ist

Leigh:
Wow, ein Legacy-Spiel! Ich steh ja eigentlich nicht so auf die superlangen Spieleabende, weil ich doch lieber kürzere Sachen spiele (ich hab die Aufmerksamkeitsspanne einer Fliege), aber die Kampagne Pandemic Legacy mit dir war dann doch eine der besten Erfahrungen der letzten Zeit.

Pandemic Legacy war, als würde man zusammen eine Geschichte erleben und erzählen, mit einem „Jahr“ pro Spieleabend. So viele Spiele normales Pandemic hintereinander zu spielen, wäre ja nicht so mein Ding gewesen. Aber Legacy, das fordert ohne zu überfordern und bringt uns dazu, wirklich an einem Strick zu ziehen. Ich habe mich dabei sehr auf die Kernaspekte des Legacy-Konzepts konzentriert: Dinge benennen! Überraschungspäckchen öffnen! Der gruselige Schauder, wenn man Teile des Spiels zerreißt (sowas geht sonst *gar* nicht).

Ich schätze, dass eine Menge Leute ähnliche Erfahrungen mit den bestehenden Legacy Spielen gemacht haben, bei denen der Legacy Aspekt insgesamt recht zugänglich und somit auch für Gelegenheitsspieler interessant ist.

Quinns:
Korrekt. Und eine der wichtigsten Feststellungen zu SeaFall ist, dass es definitiv kein Spiel für jedermann ist. Das sollten alle berücksichtigen, die jetzt schon planen, wann und mit wem sie die Kampagne durchspielen wollen.

SeaFall ist die Spieleschachtel für Leute, die Spaß an den Schwergewichten haben. Große, umfangreiche Spiele, wo es schon mal passieren kann, dass sich alle am Tisch geraume Zeit anschweigen. Es gibt eine Menge Optionen und Taktiken abzuwägen, man muss hier und da schauen, bevor man weiß, wie’s am besten weiter geht. Um konkret zu werden: Will ich zu Insel A oder zu Insel B segeln? Will ich Waren kaufen oder die Insel ausrauben? Welche Schiffsausbauten, welche Gebäude will ich haben? Kann sie mir ein anderer Spieler wegschnappen? Das Ganze muss langfristig geplant werden! Sehr langfristig, denn es wirkt sich ja auch auf künftige Partien aus.

SeaFall ist ein sich langsam entwickelndes Spiel, was allein schon daran liegt, dass das Spielbrett zu Beginn der Kampagne noch gar nicht vollständig existiert. Die Karte und damit die möglichen Strategien eröffnen sich erst von Spiel zu Spiel. Und das klingt nur so lange total sexy und spannend, bis man versteht, dass es wirklich Stunden dauert, bis sich neue Teile des Bretts erschließen. Der „Prolog“ des Spiels, den man als eine Art Tutorial auffassen kann und in dem wir die ersten paar Inseln entdecken, hat bei uns echt hingezogen, so dass die Leute am Ende echt auf die Uhr geschaut haben und sich gefragt haben, wann wir denn endlich durch sind. Das ist schon anders als bei Pandemic Legacy, wo man sich nach Ende einer Partie sofort fragt, ob man nicht noch schnell eine weitere Runde dranhängen kann.

Für uns heißt das außerdem: Wird 'ne Weile dauern bis unsere Review zu SeaFall kommt. Ob wir wirklich die vollen ~20 Spiele brauchen, sei dahingestellt. aber ich tippe mal, dass man sich frühestens 5 oder 6 Partien vor dem Ende ein abschließendes Urteil erlauben kann.

Leigh:
Fairerweise muss man erwähnen, dass wir mit der vollen Besetzung von 5 Leuten gespielt haben. Jeder Spielerzug hat mehrere Phasen und bei SeaFall gibt’s eine Menge Variablen zu berücksichtigen. Und ich persönlich fand es knifflig, dass sich vor meinem Zug noch so viel verändern kann. Einer der Spieler hat das schnell drauf gehabt und direkt fette Punkte eingestrichen aber ich hatte echt Probleme, das Spiel gedanklich in den Griff zu bekommen. Und das, obwohl ich die meiste Zeit vorne lag und am Ende sogar Zweiter geworden bin. Man muss hier ein Faible für geduldige und sorgfältige Planung haben – wie bei allen Spielen mit komplexer Ressourcenverwaltung

Vielleicht sind 5 Spieler aber auch einer zu viel angesichts der Größe der Karte. Ich war eigentlich total gespannt, was es zu entdecken gibt, aber die Warterei hat mich wirklich zermürbt. Ok, ich bin ein ungeduldiger Spieler, aber ich weiß auch, dass ich nicht der einzige bin und ich bin mir sicher, dass es eine Menge Leute gibt, die sich auf das Legacy Konzept freuen und dann nicht darauf vorbereitet sind, welche Tiefe dieses Spiel hat.

Quinns:
Ok, d.h. wir können festhalten, dass du dich schon nach dem ersten Abend entschieden hast, es dranzugeben und auszusteigen?

Leigh:
Ja. Ist wohl einfach nicht mein Ding. Ich bin hin und her gerissen, weil das Spiel echt wunderschön ist und ich wirklich wissen will, wie’s weiter geht. Die Legacy-Elemente, die ich im ersten Spiel gesehen habe, waren wirklich klasse. Aber ehrlich gesagt: um diese Nummer noch x-Mal durchzuziehen, fehlt mir einfach die Geduld. Klötzchenscheiberei ist sowieso nicht so mein Ding.

Quinns:
Stimmt wohl. Ironischerweise sind wir restlichen Vier gar nicht so böse, dass du aussteigst, denn zu viert wird’s sicher flotter vorangehen. Bittererweise muss ich sagen: wenn nächste Woche wirklich noch alle 5 Spieler an Bord wären, müssten wir einen zum Ausstieg überreden.

Es ist ja nicht nur, dass weniger Spieler weniger Wartezeit bedeuten. Es bedeutet auch, dass sich vor dem eigenen Zug weniger ändert und man so besser voraus planen kann. Allerdings ist bei weniger Leute auch weniger Action auf dem Brett in Form von Überfällen und anderen Gewalttaten. Aber das kann man wohl verschmerzen. Vielleicht ist es sogar ein Vorteil. Ein Autor, der auf von den Spielern auf der einen Seite sorgfältige Planung verlangt, auf der anderen Seite aber Mechanismen einbaut mit denen diese Planung durch die Gegner wild über den Haufen geworfen werden kann, spielt m.E. mit dem Feuer. Und damit meine ich, dass Leute wirklich angepisst sein könnten.

Leigh:
Ich bin wirklich neugierig, wie sich das Design von SeaFall entfaltet. Schätze ich werden bei euren nächsten Spielen aufkreuzen, zuschauen und ab und zu darum betteln, auch mal eine Karte zerreißen oder beschriften zu dürfen. Ich frage mich, ob ich dran geblieben wäre, wenn wir den Prolog nur dritt gespielt hätten. Wahrscheinlich hätte ich mich dann einfach besser eingebunden gefühlt.

Quinns:
Genau so ist es.

Zusammenfassend ist zu sagen: Spielt SeaFall besser nicht zu fünft. Seid darauf vorbereitet, dass sich das Spiel nur langsam entfaltet und erwartet nicht das Gleiche, wie bei den vorherigen Legacy-Spielen. Aber auch der Vergleich mit ähnliche thematisch intensiven Spielen wie Archipelago oder Merachants & Marauder verbietet sich, weil diese leichter und interaktiver sind und schnellere, direktere Erfolge bringen.

SeaFall ist ein ganz eigenes Ding und das ist tatsächlich der spannendste Aspekt an diesem Spiel. Momentan sehe ich den langsamen Start, die enorme Länge der Kampagne und die ungewöhnliche Mischung aus Erzählelemente und tiefen, strategischen Planungen. Eins ist klar: Das wird 2016 unser schwierigstes Review.

Aber egal. Wir bei SU&SD mögen Herausforderung. Auf geht’s mit der zweiten Woche der Kampagne!
Zuletzt geändert von Jerry am 14. August 2016, 15:08, insgesamt 1-mal geändert.

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Marc Gallus
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Re: [Angespielt] SeaFall

Beitragvon Marc Gallus » 14. August 2016, 08:43

Vielen Dank für deinen Beitrag:-)

Irgendwie wirkt der Punkt "langsame Spannungsentfaltung" sehr negativ auf mich. Wenn man sich tatsächlich längere Zeit anschweigt und nichts Wesentliches passiert, fehlen die kleinen, aber sehr wichtigen Spannungsbögen, wie sie ja auch in guten Filmen vorkommen.

Puh, das Spiel einfach nur mal in Essen anzuspielen, wird nicht reichen, aber durch die Kritikpunkte hier werde ich mit dem Kauf solange warten, bis mehr Spielerfahrungen von Spielern vorliegen.

Schade, dass der erste Eindruck so verhalten ist.
Meine Promoliste zum Tauschen und Verkaufen: https://www.spiele-offensive.de/Liste/P ... 459-0.html

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Harry2017
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Re: [Angespielt] SeaFall

Beitragvon Harry2017 » 14. August 2016, 11:29

Hm ich sehe das garnicht so verhalten - Ich lese da eher sehr sehr deutlich heraus, dass sich das ganze sehr langsam erschliesst - weil es so groß und strategisch langfristig aufgebaut ist. Es wird wohl ein richtiger Brocken sein - Aber auch bei Eclipse oder Runewars schweigen und grübeln wir recht viel, einfach weil man versucht langfristig zu planen.

Frage ist nur: Kriege ich eine Gruppe dafür zusammen - Pandemie kann ich gut mit Frau und nem befreundeten Paar spielen, d.h. scheint aber richtige Grübelstrategen anzusprechen...

P.S. Danke fürs Übersetzen :-)

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Jerry
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Re: [Angespielt] SeaFall

Beitragvon Jerry » 14. August 2016, 15:19

Ich hab für mich schon entschieden, dass ichs mir kaufe. 20 Spiele a 2h ist zwar im Vergleich zu P:L (18 Spiele a 1.5h) nochmal ne fette Schippe mehr, aber das Spielerlebnis bei P:L war einfach zu großartig, als dass ich mir diese Chance entgehen lassen will. Die angepeilte Stammgruppe ist aber auch nur ne Dreierrunde :-)

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Squidy
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Re: [Angespielt] SeaFall

Beitragvon Squidy » 15. August 2016, 11:11

Ich habe den Eindruck, bei dem Spiel wird mit zweierlei Maß gemessen. Die Meinung nach 2 Spielen = 4h+ (!) Spielzeit des Dicetowers überschneidet sich mit der von SU&SD teils, ist aber noch drastischer. Tom Vassel und Zee Garcia würden dem Spiel nach den bisherigen Runden um die 5-6/10 als Wertung geben. Auch die grafische Aufmachung wird stark kritisiert (viel grau/braun) Symbolik mäßig, Mechanik einfallslos, Legacy Ereignisse wenig episch. Gleichzeitig hat Tom schon oft verkündet, er gibt jedem Spiel eine, maximal zwei Chancen und wenn es ihn dann nicht interessiert bzw. Spaß macht, gibt es zu viele andere Spiele, die die Aufmerksamkeit verdient haben und von Anfang an überzeugen, meint Tom.

Genau das ist nun mein Punkt hier:
Jedes andere Spiel wäre bei dem Dicetower schon an dieser Stelle durchgefallen und SU&SD hätten sich wohl noch deutlicher negativ geäußert. Weil es aber eben Legacy hat und von Rob Daviau ist, spielt man wegen des Versprechens, dass es sich bessert, weiter.

Das Spiel erfährt eine Sonderbehandlung. Es scheint am Anfang nicht zu überzeugen, die Grundmechanik kann nicht alleine begeistern und die Aufmachung tut ihrem Beitrag dazu. Ich frage mich, wieso man sich durch längere, weniger erfüllende Anfangsszenarien spielen soll mit der Aussicht, da käme vielleicht ein gutes Spiel später, dass man dann aber auch nur noch begrenzt spielen kann. Und wenn es besser wird, wieso hat man die Teile, die das Spiel dann also doch interessant machen, nicht von Anfang an integriert?

Ich komme zu dem Schluss, dass das Spiel nicht nur dem Hype nicht gerecht wird sondern ohne Legacy total langweilig ist und keiner bisher den Mut hat, das zu sagen, weil dieses Spiel für eine Meinung mindestens 6 Partien zu dann ca. 10-12h (!!) benötigt. Da habe ich die Ansicht, dass ich nicht 6+h in ein Spiel stecken will, das eine begrenzte Lebensdauer hat und wo zumindest die erste Zeit unterdurchschnittliche Kost geboten wird.

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Harry2017
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Re: [Angespielt] SeaFall

Beitragvon Harry2017 » 15. August 2016, 17:08

Das wäre super - Dann brauche ich mir das nicht kaufen :-) Werde ich eh nie eine Gruppe für finden und käme nur wegen der Sammelwut und weil ich es eigentlich spielen will ins Regal :-)

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Jerry
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Re: [Angespielt] SeaFall

Beitragvon Jerry » 15. August 2016, 20:07

Squidys Einwände sind durchaus berechtigt. Wobei ich "mit zweierlei Maß messen" vllt. noch präzisieren würde:

Wer Pandemic Legacy gespielt hat, hat gesehen wie - nach meiner Erfahrung - aus einem ordentlichen Spiel (bei mir 6-7er Wertung) nach und nach ein exzellentes wurde (10er). Diese Erfahrung tragen die Leute in SeaFall nun rein und haben mehr Geduld mit dem Spiel in der Hoffnung, dass es sich unter dem Legacy Aspekt entsprechend entwickelt. Ob das zutrifft, kann nur die Zeit zeigen

Trotzdem muss ich zwei Dinge einwenden:

1. SU&SD bewerten das Spiel (noch) nicht, sondern führen nur ins Feld, dass eine 5er Besetzung zu fett ist - etwas, was bei vielen Spielen zutrifft. Imperial Settlers mit mehr als 3 Leuten? Nein danke!

2. Die Reviewqualität von Tom Vasel hat in den letzten zwei Jahren massiv nachgelassen; für mich ist der Mann mittlerweile irrelevant. Tom wirkt immer wieder gehetzt, oberflächlich, lässt sich auf Spiele oft nicht wirklich ein. Seine Videos werden für meinen Geschmack zunehmend schlampig. Diagnose: Überlastung durch zu viele Neuheiten. Von daher lässt mich sein Eindruck vollkommen kalt.

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Squidy
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Re: [Angespielt] SeaFall

Beitragvon Squidy » 16. August 2016, 09:11

Ich kann den beiden Vorrednern uneingeschränkt zustimmen. Ich bin auch sehr enttäuscht, dass es nicht der erhoffte Überflieger zu sein scheint. Daher dürstete es mich nach jeder kleinen Info über das Spiel. Auf der anderen Seite entlastet das meine Budget und meine räumlichen Kapazitäten.

Bei einem Legacy Spiel wie Seafall halte ich es übrigens für einen großen Fehler, wenn man das Spiel für bis zu 5 Spieler auslegt, es aber tatsächlich nicht mit 5 gespielt werden sollte. Das ist schon bei anderen Spielen ärgerlich, wenn es den Spaß trübt, aber wenn es eine Legacy-Kampagne betrifft und man mit 5 anfängt, nur um dann einen rausschmeißen zu müssen damit das Spiel wenigstens etwas an Fahrt aufnimmt, kann ich das den Machern nur schwer verzeihen.

Die Reviews des Dicetower (wobei Seafall ja nur ein Ersteindruck war) sind für mich in erster Linie auch nur unterhaltsam. Wenn man weiß, dass Tom vor allem thematische Spiele mag und seine subjektive Meinung das komplette Review färbt zu einem Spiel, das er vermutlich selten mehr als 2 mal zum Reviewzeitpunkt getestet hat, kann man das Review auch gut einordnen. Der Output des Dicetowers ist dafür ungeschlagen, der Unterhaltungswert groß und die Aktualität läßt keine Wünsche offen. Und da die Rezensionen auch nur 10-15 Minuten gehen, passen die perfekt zu einer Tasse Kaffee, einer Mittagspause o.ä. . Ich bin auch dank Tom auf viele (eher kleine) Spiele aufmerksam geworden, die ich sonst nicht auf dem Radar hatte. Vor allem die extrem kurzen wöchentlichen Zusammenfassungen der Reviews ("week in review") kann ich jedem empfehlen, der das Gefühl haben möchte, nichts zu verpassen.

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HunterundCron
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Re: [Angespielt] SeaFall

Beitragvon HunterundCron » 16. August 2016, 14:11

Wir haben zum Prolog ein Let's Play gedreht, in dem auf jeden Fall auch klar wird, dass sich das Spiel langsam entfaltet. Daraus ein Urteil über den gesamten Spielverlauf abzuleiten, wäre jedoch eindeutig zu früh, da im Prolog nur wenige Legacy Elemente zum Tragen kommen.

SeaFall Prolog - Let's Play: https://youtu.be/Hnc8T3xHpn8

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Re: [Angespielt] SeaFall

Beitragvon Lehni » 16. August 2016, 14:29

Squidy hat geschrieben:Ich habe den Eindruck, bei dem Spiel wird mit zweierlei Maß gemessen. Die Meinung nach 2 Spielen = 4h+ (!) Spielzeit des Dicetowers überschneidet sich mit der von SU&SD teils, ist aber noch drastischer. Tom Vassel und Zee Garcia würden dem Spiel nach den bisherigen Runden um die 5-6/10 als Wertung geben...


Gut geschrieben!
Ich mag das Legacy Konzept nicht besonders. Nicht aber aus dem Grund, den manche am Anfang der Legacy Spiele angeführt habe, nämlich dass es zum Verbrauchsgut wird. Was mich stört ist die Aussicht hier bei Seafall 15x mehr oder weniger das gleiche Spiel spielen zu müssen bis man das geschichtliche Ende erfährt. Ich spiele zwar oft, aber 15 Abende für ein Spiel zu opfern heißt 15 andere Spiele nicht spielen zu können. Manchen wird es vielleicht ähnlich wie mir gehen: Wenn man in den Spieleschrank schaut warten viele tolle zum Teil noch verpackte Spiele darauf auf den Tisch zu kommen. Essen naht und die ersten Ankündigungen klingen wieder vielvesprechend.

Dass Seafall spielerisch nicht so überzeugen kann, überrascht mich gar nicht so (hinterher findet man schnell eine Erklärung). Bei Risiko und Pandemie hat man ein gut funktionierendes Grundspiel hergenommen und angereichert. Daviau ist eine Experte für Legacy, vielleicht aber kein Experte für neue Brettspiele. Zumindest hört man das ein wenig heraus.

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Re: [Angespielt] SeaFall

Beitragvon Thygra » 16. August 2016, 14:41

Lehni hat geschrieben:Was mich stört ist die Aussicht hier bei Seafall 15x mehr oder weniger das gleiche Spiel spielen zu müssen bis man das geschichtliche Ende erfährt.

So wie du bei einem Buch 200 oder 400 oder 600 Seiten lesen musst, bis du das Ende erfährst. Oder liest du bei einem Buch nur das Ende? ;)

Aber ich verstehe gar nicht, wieso du von "müssen" sprichst. Du "musst" das Spiel doch nicht 15 Mal spielen. Entweder es macht dir so oft Spaß und du spielst es gerne, dann ist doch alles in Ordnung. Oder es macht dir nicht so oft Spaß und du spielst es weniger. Dann kannst du immer noch alles Material "aufreißen" und lesen, ohne es zu spielen, wenn du das geschichtliche Ende erfahren möchtest. So wie du auch in einem Buch ein paar hundert Seiten überspringen kannst. (Wie sinnvoll das ist, ist eine ganz andere Frage.)

Ich spiele zwar oft, aber 15 Abende für ein Spiel zu opfern heißt 15 andere Spiele nicht spielen zu können.

Mit dem Argument, andere Spiele nicht spielen zu können, kannst du eigentlich gar kein Spiel mehr spielen, weil du dann immer keine anderen Spiele spielen kannst, wenn du ein bestimmtes Spiel spielst ...

Wenn es für dich ein "Opfer" wäre, Seafall zu spielen, dann solltest du in der Tat die Finger davon lassen. Man sollte seine Freizeit nicht opfern, sondern sinnvoll gestalten.
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Lehni
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Re: [Angespielt] SeaFall

Beitragvon Lehni » 16. August 2016, 16:36

Thygra hat geschrieben:
Lehni hat geschrieben:Was mich stört ist die Aussicht hier bei Seafall 15x mehr oder weniger das gleiche Spiel spielen zu müssen bis man das geschichtliche Ende erfährt.

So wie du bei einem Buch 200 oder 400 oder 600 Seiten lesen musst, bis du das Ende erfährst. Oder liest du bei einem Buch nur das Ende? ;)

Guter Vergleich. Wäre ein Spiel ein Buch mit 400 Seiten, so hat Seafall nun eben 6000 Seiten.

Thygra hat geschrieben:Aber ich verstehe gar nicht, wieso du von "müssen" sprichst. Du "musst" das Spiel doch nicht 15 Mal spielen. Entweder es macht dir so oft Spaß und du spielst es gerne, dann ist doch alles in Ordnung. Oder es macht dir nicht so oft Spaß und du spielst es weniger. Dann kannst du immer noch alles Material "aufreißen" und lesen, ohne es zu spielen, wenn du das geschichtliche Ende erfahren möchtest. So wie du auch in einem Buch ein paar hundert Seiten überspringen kannst. (Wie sinnvoll das ist, ist eine ganz andere Frage.)

Wäre es ein Solo-Spiel(Buch) mag das sein, wenn man als Gruppe spielt, dann sollte man das schon eher von Anfang bis Ende gemeinsam durchziehen. Du kannst ja grundsätzlich auch ein Spiel anfangen und nach 15 Minuten merken, dass es nicht deines ist. Den Mitspielern zuliebe sollte man aber nicht unbedingt aufstehen und gehen. Natürlich hinkt auch dieser Vergleich ein klein wenig, aber ich sehe das schon so, dass ich ein Legacy Spiel anfange mit dem Ziel es auch fertig zu spielen. Dass ich es nicht im wörtlichen Sinne "muss", ist denke ich klar.

Thygra hat geschrieben:
Ich spiele zwar oft, aber 15 Abende für ein Spiel zu opfern heißt 15 andere Spiele nicht spielen zu können.

Mit dem Argument, andere Spiele nicht spielen zu können, kannst du eigentlich gar kein Spiel mehr spielen, weil du dann immer keine anderen Spiele spielen kannst, wenn du ein bestimmtes Spiel spielst ...

Wenn es für dich ein "Opfer" wäre, Seafall zu spielen, dann solltest du in der Tat die Finger davon lassen. Man sollte seine Freizeit nicht opfern, sondern sinnvoll gestalten.

Genau aus diesem Grund werde ich es ja auch nicht spielen.
Thygra, du spielst und kaufst sicher auch verschiedene Spiele und nicht immer dein Lieblingsspiel. Weil das Entdecken eines neuen Spieles Spaß macht.

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Re: [Angespielt] SeaFall

Beitragvon Squidy » 16. August 2016, 19:05

Thygra hat mit seiner Argumentation sicherlich auch gute Punkte. Der Vergleich hinkt allerdings etwas, denn um dieses eher 2000 Seiten Buch zu lesen, rekrutiert man eben einige Leute, die mitlesen müssen. Das Spiel zu starten erfordert somit schon eine gewisse Bindung und Engagement von allen Beteiligten, man könnte es auch als Verpflichtung empfinden mindestens den anderen Spielern gegenüber oder sogar dem Spiel gegenüber, dass mit der Versprechnung aufwartet, es würde (vielleicht später) gut werden. Wenn mir ein anderes Spiel nicht gefällt muss ich es natürlich keine 3 mal spielen. Bei Seafall ist das tatsächlich etwas anderes. Vor allem wenn einem alle suggerieren, man kann es nicht "schon" nach 4-6h beurteilen sondern muss für das Legacy Erlebniss richtig durchhalten. So ein Spiel sollte früh begeistern, wie Time Stories und Pandemie Legacy es taten.

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Re: [Angespielt] SeaFall

Beitragvon Florian-SpieLama » 17. August 2016, 00:41

Ich glaube, dass hier zurecht mit zweierlei Maß gemessen wird, weil ein Legacy-Spiel einfach eine Art der Entfaltung braucht/haben will.

Ein"normales" Brettspiel, am besten noch mit wenig Variabilität im Aufbau o.ä. verändert sich nicht von Partie zu Partie. Da kann ich nach 2 Partien, die mir nicht gefallen haben, dass es nichts für mich ist.

Bei einem Legacy-Spiel würde ich erwarten, dass sie viele grundlegende Sachen verändern und es viel interessantes zu entdecken gibt.
Vielen wird diese Vorfreude ausreichen und vielleicht werden sie dann belohnt.

Wie Bücher oder Filme gehen Legacy-Spiele voran und entwickeln sich. Wie oft hattet ihr einen Film der die ersten 20 Minuten Charaktere und Hintergrund-Story einführt, was recht lahm ist und höchstens neugierig macht, dass es weiter geht. Und dann war der Rest und der Film insgesamt einfach Bombe.

Ich würde normale Spiele wie eine Sitcom sehen. Eine Folge ist schnell geguckt und man hat im Prinzip alles gesehen. Jetzt entscheide ich, ob sie verdient mehr Folgen zu gucken.

Legacy-Spiele sind wie ein Film. Es ist deutlich länger, aber wenn mich nur irgendwas interessant erschien am Trailer oder so, guck ich ihn zu Ende. Ich habe wirklich noch nie einen Film abgebrochen.

Ich finde es einfach schade, wenn ein Spiel von vornherein sagt, es will sich entfalten und einen Spannungsbogen über mehrere Partien aufbauen, dass man es nicht lassen will. Wann habt ihr das letzte mal ein Tutorial gespielt und danach gesagt: Voll geiles Spiel! Das passiert doch frühestens nach 2-3 Kampagnen-Mission.

Allein, dass dieses Spiel so etwas wie ein Tutorial hat, zeigt, dass es eine andere Art von Spiel ist, die dann auch anders bewertet werden muss. Oder welcher Filmkritiker schreibt seine Rezension nach den ersten 20 Minuten?!

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Re: [Angespielt] SeaFall

Beitragvon Marc Gallus » 17. August 2016, 03:11

Florian-SpieLama hat geschrieben:Ich glaube, dass hier zurecht mit zweierlei Maß gemessen wird, weil ein Legacy-Spiel einfach eine Art der Entfaltung braucht/haben will.

Ein"normales" Brettspiel, am besten noch mit wenig Variabilität im Aufbau o.ä. verändert sich nicht von Partie zu Partie. Da kann ich nach 2 Partien, die mir nicht gefallen haben, dass es nichts für mich ist.

Bei einem Legacy-Spiel würde ich erwarten, dass sie viele grundlegende Sachen verändern und es viel interessantes zu entdecken gibt.
Vielen wird diese Vorfreude ausreichen und vielleicht werden sie dann belohnt.

Wie Bücher oder Filme gehen Legacy-Spiele voran und entwickeln sich. Wie oft hattet ihr einen Film der die ersten 20 Minuten Charaktere und Hintergrund-Story einführt, was recht lahm ist und höchstens neugierig macht, dass es weiter geht. Und dann war der Rest und der Film insgesamt einfach Bombe.

Ich würde normale Spiele wie eine Sitcom sehen. Eine Folge ist schnell geguckt und man hat im Prinzip alles gesehen. Jetzt entscheide ich, ob sie verdient mehr Folgen zu gucken.

Legacy-Spiele sind wie ein Film. Es ist deutlich länger, aber wenn mich nur irgendwas interessant erschien am Trailer oder so, guck ich ihn zu Ende. Ich habe wirklich noch nie einen Film abgebrochen.

Ich finde es einfach schade, wenn ein Spiel von vornherein sagt, es will sich entfalten und einen Spannungsbogen über mehrere Partien aufbauen, dass man es nicht lassen will. Wann habt ihr das letzte mal ein Tutorial gespielt und danach gesagt: Voll geiles Spiel! Das passiert doch frühestens nach 2-3 Kampagnen-Mission.

Allein, dass dieses Spiel so etwas wie ein Tutorial hat, zeigt, dass es eine andere Art von Spiel ist, die dann auch anders bewertet werden muss. Oder welcher Filmkritiker schreibt seine Rezension nach den ersten 20 Minuten?!


Lieber Florian,

ich kann deine Ansicht verstehen, aber: Wie viele "normale" Spiele, die du gespielt hast, spielst du nochmals, um die Tiefe zu ergründen, wenn dir das Spiel nicht gefällt? Aufgrund der heutigen Vielfalt an Spielen, was ein Fluch und Segen zugleicht ist, wendet man sich sehr oft beim kleinsten "Nichtgefallen" sofort anderen Neuheiten zu. Jetzt muss du doch aber zugeben, dass 4-6 Stunden Spieldauer nicht wenig sind. Ich meine, in dieser Zeit kannst du Spitzenspiele spielen, die vom Anfang bis Ende spannend und packend sind. Es mag ja sein, dass bei Seafall in den Partien 4-12 vielleicht ein SPannungsbogen aufkommt, aber das reicht nicht. Aufgabe des Designers wäre es meiner Ansicht nach gewesen, auch am Anfang bereits mehrere Spannungsbögen in das Spiel zu integrieren. Hat er leider nicht getan. Wenn jetzt noch ganz viele andere Spieler die Meinung vertreten wie die der Rezensenten, dann ist mir das Spiel egal. Aber nur weil es jetzt "legacy" ist, dem Spiele einen Freibrief zu geben, das halte ich für falsch.

Just my 2 cents.-)

Marc
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Re: [Angespielt] SeaFall

Beitragvon Florian-SpieLama » 17. August 2016, 09:21

Ich verstehe auch wiederum deine Punkte Marc. Ich will trotzdem dafür plädieren, dass ein Legacy-Spiel einfach durch die Art wie es aufgebaut ist, als ganzes betrachtet wird.

Du musst es ja nicht selbst machen, daher bin ich froh, dass die Rezensenten es durchspielen.
Und wenn die dann mehrheitlich sagen, nach 4-6 Stunden etwas lahmer Einführung folgte 24-36 Stunden der Spaß meines Lebens, dann sind die 4-6 Stunden m.M.n. locker zu verzeihen und ich würde es mir holen (wenn ich eine Gruppe dafür hätte).

Mein Onkel hat mal einen Film nach einer halben Stunde ausgemacht. War ihm alles zu blöd.
Nachdem ich den ganz gesehen hatte, habe ich ihm erzählt wie gut ich den fand und was da noch für krasse Action-Szenen kommen. Jetzt ist es einer seiner Lieblingsfilme.

Dass man sowas wegen 2 Einführungspartien verpasst will ich einfach verhindern.

Ein Legacy-Spiel besteht nicht aus zahllosen nicht-zusammenhängenden Partien, sondern jede Partie ist nur als ein Teil des Gesamtwerkes zu sehen.

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Lehni
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Re: [Angespielt] SeaFall

Beitragvon Lehni » 17. August 2016, 13:22

Bleiben wir beim Serienvergleich. Da ein Film nur 3x so lang wie eine Serie ist und man das am Stück schaut, würde ich Legacy nicht mit einem Film vergleichen, sondern mit einer Serie mit einer folgenübergreifenden Geschichte. Bei einem Film würde man nicht nach 20 Minuten aufhören, das macht man ja auch nicht bei einem Spiel, was einem nicht gefällt. Aber wenn der Pilotfilm einer Serie schlecht ist, würde man dann trotzdem sie Serie anschauen weil vielleicht doch noch was kommen könnte? Ich erkläre das Phänomen so: Pandemie Legacy war das "Lost" unter den Serien - es hat manchen sehr gut gefallen. Die hoffen mit Seafall ein weiteres Lost zu bekommen. Allerdings erkennt man jetzt: Es geht nicht nur um die folgenübergreifende Geschichte, sondern auch um die Qualität der einzelnen Folge. Bei Pandemie war das einzelne Spiel spannend. Bei Seafall scheint das weniger zu sein. Es kommen immer mehr Videos raus, z.B. hier:
https://www.youtube.com/watch?v=zszHJv_b4dg
...sehr nachvollziehbare Gründe.

Und hier kann man sich ein Play-Through des Prologs anschauen:
https://www.youtube.com/watch?v=Hnc8T3xHpn8

Natürlich wird sich das Spielsystem noch ändern, das Grundsystem aber scheint zu sein: Zieh herum und würfle Proben. Du kannst deinen Charakter aufleveln, es gibt viele Modifikatoren auf den Würfelwurf. Du hast Begegnungskarten mit Entscheidungen A oder B.
Rollenspielern macht das bestimmt Spaß, das Spiel ist derzeit sehr erfolgreich.

Thygra
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Re: [Angespielt] SeaFall

Beitragvon Thygra » 17. August 2016, 13:26

Lehni hat geschrieben:Da ein Film nur 3x so lang wie eine Serie ist und man das am Stück schaut, würde ich Legacy nicht mit einem Film vergleichen, sondern mit einer Serie mit einer folgenübergreifenden Geschichte. Bei einem Film würde man nicht nach 20 Minuten aufhören, das macht man ja auch nicht bei einem Spiel, was einem nicht gefällt. Aber wenn der Pilotfilm einer Serie schlecht ist, würde man dann trotzdem sie Serie anschauen weil vielleicht doch noch was kommen könnte?

Es gibt ja auch Filme mit übergreifender Geschichte, zum Beispiel die 8 Harry Potter Filme. Vielleicht wäre das ein guter Vergleich?

Natürlich wird sich das Spielsystem noch ändern, das Grundsystem aber scheint zu sein: Zieh herum und würfle Proben. Du kannst deinen Charakter aufleveln, es gibt viele Modifikatoren auf den Würfelwurf. Du hast Begegnungskarten mit Entscheidungen A oder B.
Rollenspielern macht das bestimmt Spaß, das Spiel ist derzeit sehr erfolgreich.

Diese Aussage ist für echte Rollenspieler beinahe beleidigend ... :P
André Zottmann (geb. Bronswijk)
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Re: [Angespielt] SeaFall

Beitragvon Jerry » 17. August 2016, 14:05

Lehni hat geschrieben: Es kommen immer mehr Videos raus, z.B. hier:
https://www.youtube.com/watch?v=zszHJv_b4dg

Hm. Hast du dir das Video in voller Länge angeschaut? Der Rezensent gibt (leider erst am Ende) detailliert Einblick in sein Verständnis von Spieledesign. Spezifisch führt er an, dass er grundätzlich der Meinung ist, dass Storyelemente in Brettspielen nichts zu suchen haben ("Wer eine Story sucht, soll sich ein Rollenspiel schnappen")

Er führt das m.E. exzellente "Oben und Unten" als Beispiel für misslungenes Design an um uns im fast gleiche Atemzug "Navegador" als Prototyp für ein gelungenes Age of Sail Spiel zu nennen. Nichts gegen Navegador, ist ein Topspiel, aber trotz der paar Schiffe eher ein Renn- und Ressourcensammelspiel. Auch von Legacy-Spielen hält er grundsätzlich wenig und macht deutlich, dass er sich schon beI Pandemic Legacy gelangweilt hat.

Ich will SeaFall gar nicht verteidigen und bin auch nicht sicher, ob ich's mir kaufe, aber o.g. Review ist mir ne Spur zu motzig.

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Sascha 36

Re: [Angespielt] SeaFall

Beitragvon Sascha 36 » 17. August 2016, 14:25

Ich finde das Tom Vasel im letzten Podcast sehr gut beschreibt wie Seafall auf ihn wirkt und wie es auf andere wirken kann. Ab 5:35 kann man seine Einschätzung hören.
https://www.youtube.com/watch?v=2bO9JqZV1D8

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Re: [Angespielt] SeaFall

Beitragvon Thygra » 17. August 2016, 15:26

Zu Tom Vasel bin ich zu 100% bei dem, was Jerry oben bereits geschrieben hat ...
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Jerry
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Re: [Angespielt] SeaFall

Beitragvon Jerry » 17. August 2016, 15:41

Sascha 36 hat geschrieben:Ich finde das Tom Vasel im letzten Podcast sehr gut beschreibt wie Seafall auf ihn wirkt und wie es auf andere wirken kann. Ab 5:35: https://www.youtube.com/watch?v=2bO9JqZV1D8


Danke für den Link. Zusammengefasst sagt er:

- SeaFall iat ein Spiel der Kategorie 'Expertenspiel"
- Das Spiel ist weniger linear als P:L
- Das Tutorial (Prolog) war zu lang(weilig)
- Spiel 1 war ok, aber nicht weltbewegend
- Mit Spiel 2 kam neues Material und es wurde wesentlich interessanter
- Weiter ist er noch nicht.

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Sascha 36

Re: [Angespielt] SeaFall

Beitragvon Sascha 36 » 17. August 2016, 16:13

Danke für die Zusammenfassung Jerry, ich fand das von Tom gut auf den Punkt gebracht, da du Tom nicht magst lass
ich das einfach mal so unkommentiert stehen.

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Lehni
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Re: [Angespielt] SeaFall

Beitragvon Lehni » 17. August 2016, 16:27

Jerry hat geschrieben:
Lehni hat geschrieben: Es kommen immer mehr Videos raus, z.B. hier:
https://www.youtube.com/watch?v=zszHJv_b4dg

Hm. Hast du dir das Video in voller Länge angeschaut? Der Rezensent gibt (leider erst am Ende) detailliert Einblick in sein Verständnis von Spieledesign. Spezifisch führt er an, dass er grundätzlich der Meinung ist, dass Storyelemente in Brettspielen nichts zu suchen haben ("Wer eine Story sucht, soll sich ein Rollenspiel schnappen")

Er führt das m.E. exzellente "Oben und Unten" als Beispiel für misslungenes Design an um uns im fast gleiche Atemzug "Navegador" als Prototyp für ein gelungenes Age of Sail Spiel zu nennen. Nichts gegen Navegador, ist ein Topspiel, aber trotz der paar Schiffe eher ein Renn- und Ressourcensammelspiel. Auch von Legacy-Spielen hält er grundsätzlich wenig und macht deutlich, dass er sich schon beI Pandemic Legacy gelangweilt hat.

Ich will SeaFall gar nicht verteidigen und bin auch nicht sicher, ob ich's mir kaufe, aber o.g. Review ist mir ne Spur zu motzig.

Soweit ich mich erinnern kann, fand er die Geschichten bei Oben und Unten BESSER oder zumindest erinnerungswürdiger als die von Seafall.

Aber eines ist klar: Er geht sehr skeptisch an die Sache ran und auch wenn sachlich argumentiert, so will er sicher mit seinem Video auffallen.

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Sascha 36

Re: [Angespielt] SeaFall

Beitragvon Sascha 36 » 17. August 2016, 17:03

Aber was muss ich denn über ein Legacy Spiel auch mehr wissen ?
Keiner der hier schreibt hat das Spiel gespielt, keiner weiss was noch alles kommt, man bewertet einen Kino Film wie Herr der Ringe zb doch auch nicht nach der ersten halben Stunde. Ein Buch lesen wir auch erst zu Ende bevor wir uns drüber auslassen, warm sollen wir das bei diesem Spiel machen ?
Wenn du Pandemic kennst mit allen Erweiterungen dann kannst du dir ungefähr vorstellen was du bei Pandemic Legacy zu erwarten hast und für mich war es dann auch nichts anderes.
Bei Seafall finde ich die Info super das es mehr Euro ist als Pandemic, das es nicht so linear ist und ehrlich gesagt mehr will ich auch gar nicht wissen.
Nur mal nebenbei für das was Tom Vasel in den letzten 10 Jahren geschafft hat da kann man ihm schon Respekt erweisen, da war mit Sicherhet mehr Arbeit als in irgendwelchen Blogs oder Foren ab und an mal einen schlauen Post zu hinterlassen.


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