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Preis, Image, Preis

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Lutz

Preis, Image, Preis

Beitragvon Lutz » 2. Januar 2003, 12:25

Preis, Image, Preis
Alle Jahr wieder wird über den Preis von Brettspielen gesprochen.
Spiele sind zu teuer!
Warum?
Am Wochenende war ich im Kino, Harry Potter 2, mittlere Kategorie kostet € 8,50 pro Person.
Für € 5,-- bekomme ich Zahlenlabyrinth von Uhl. Zwei Personen zahlen € 17,--, dafür bekomme ich ein 2-Personen-Spiel von Kosmos (stellvertretend Babel) oder Carcasonne von HiG. Mit vier Personen komme ich auf € 34,-- und dafür kann ich mir locker Puerto Rico kaufen. Diese Rechnung verbessert sich enorm, zugunsten des Spiels, wenn ich es mehr als einmal spiele!
Spiele sind zu teuer?
Zahlenlabyrinth, Babel, Carcasonne oder Puerto Rico!
Sind das schlechte Spiele?
Natürlich nicht!
Brettspiele „Made in Germany“ sind ein Qualitätssiegel, aber außer einer kleinen Gruppe von Insidern (z. B. die Leser dieser Seite), weiss dies in Deutschland keiner!
Außerhalb Deutschlands wissen das scheinbar mehr Menschen, als in Deutschland selbst.
Sind Spiele wirklich zu teuer?
Nein, Spiele sind nicht zu teuer, Spiele haben, im Verhältnis zu ihrer Qualität, nur kein gutes Image!
Über den Film Harry-Potter 2 kann ich mit den meisten Menschen sprechen, egal ob sie positiv oder negativ reagieren, ich habe ein akzeptiertes Thema.
Erzähle ich von Brettspielen, erlebe ich immer wieder eine ähnliche Reaktion, für so etwas haben sie, meine Gesprächspartner, leider keine Zeit. Brettspiele sind kein akzeptiertes Thema!
Ein Film, egal wie gut er ist, ist ein Thema, ein Brettspiel nicht!
Nicht der Preis für Spiele ist zu hoch, das Image der Brettspiele ist zu niedrig.
In den 80er Jahren entstanden eine Vielzahl an Verlagen, damit wurde eine breite Basis für kreative Entwickler geschaffen.
In den 90er gelang es mit den „Siedlern“ eine Vielzahl von neuen Spielern zu gewinnen, aber auch das Verschwinden einer Vielzahl an Verlagen.
Qualität ohne Image hat keinen Preis!
Was hat ein Film, was ein Spiel nicht hat?
Präsenz in den Medien!
Eine hervorragende Möglichkeit für Präsenz in den Medien zu sorgen wäre die Verleihung von Preisen auf einer großen Bühne, zum richtigen Zeitpunkt!
Was wäre eine große Bühne?
Die Spielwarenmesse in Nürnberg!
Alle sind da, Verlage, Einkäufer, Presse, Interessenten und nicht nur aus Deutschland, nein, aus der ganzen Welt.
Wäre Ende Januar ein guter Zeitpunkt?
Ende Januar wäre der beste Zeitpunkt.
Im Vorjahr wurden die Spiele vorgestellt, im Oktober die Nominierungsliste bekannt gegeben und dann werden die besten Spiele am Anfang des Jahres, bei einer großen Veranstaltung, ausgezeichnet. Das Interesse für diese Spiele würde noch einmal geweckt werden.
Es fehlt nicht an guten Spielen, es fehlt nicht an guten Spielebesprechungen, es fehlt nicht an engagierten Spielern, es fehlt nicht an einem anerkannten Preis, woran es fehlt ist das Interesse der Öffentlichkeit, daran fehlt es!
Doch wem fehlt es?
Es fehlt nicht unbedingt den großen Verlagen, vielmehr fehlt es den kleinen und mittleren Verlagen, deren Überleben es sichern würde.
Es fehlt den Autoren, sicher nicht den vier, fünf Erfolgsautoren, aber sicher den vielen kreativen Spieleerfinder, die nur den Insidern bekannt sind.
Es fehlt den Journalisten, die über Spiele schreiben und um jede Zeile bei ihrem Redakteur kämpfen müssen.
Und es fehlt den „richtigen“ Spielern, das Mitfiebern vor dem Fernseher, ob der eigene Favorit gewinnt und das Gespräch darüber mit Bekannten, nicht nur das Gespräch mit Insidern.
Wer hat kein Interesse an einer solchen Veranstaltung?
Den großen Verlagen ist es egal, die Sorgen für öffentliches Interesse mit Fernsehwerbung.
Den Kaufhäusern und Ketten ist ein Preis kurz vor dem Weihnachtsgeschäft lieber, wenn möglich auch nur ein Spiel, damit niemand durcheinander kommt, beim Bestellen und vor allem beim Kaufen.
Habe ich jemand vergessen?
Bleibt die Frage, ob die Spielwarenmesse in Nürnberg ein Interesse an einer solchen Veranstaltung hätte?
Viele Fragen! Aber auch die richtigen Antworten?

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Hanno Schwede
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Beiträge: 392

Fernsehgala ?1?

Beitragvon Hanno Schwede » 2. Januar 2003, 13:40

Eine tolle Idee:

Eine grosse Fernsehgala zum Thema Spiel, dabei werden SDJ Pöppel für den Hauptpreis, den Kinderpreis und die Sonderpreise verliehen. Die ganze Auswahlliste wird vorgestellt, immer mit einem 30-60 sec. Einspieler.

Moderatoren gibt es genug, den Ablauf der Gala kann man bei verschiedenen anderen Verleihungen abkupfern, und der Szene könnte es gut tun.

In diesem Rahmen kann man noch Autoren und andere Spielende Menschen vorstellen und diese Präsentieren. (gibt es spielenende Promies?), eventuell auch einen Nachwuchsautor kühren.....

All dies könnte zu der Aufmerksamkeit führen, die ein Spiel günstiger macht als einen Kinobesuch??

Die Frage ist ob sich die grauen Eminenzender Jury, sich auf ein solches Vorhaben einlassen, beziehungsweise ob der Anstoss von dort ausgehen kann??

Hanno, der gerne für einen Spieleabend so viel Geld von den Anwesenden bekommen würde wie sie für einen Kinobesuch bezahlen würden, der gerne einen funktionierenden Spieleverleih mit Kopien auf schlechteren Material aufziehen würde und später dann Kaufspiele mit Bonuspöppeln anbieten würde...... :-)

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cristinus

Re: Fernsehgala ?1?

Beitragvon cristinus » 2. Januar 2003, 14:04

Kaufspiele mit Bonuspöppeln?

Du meinst sicher unzählige Erweiterungen, die man zumindest teilweise auch schon im Originalspiel unterbringen könnte, die Idee hatte schon jemand...:-)

Zum Glück war die erste Herr der Ringe DVD nicht nur für 4 Zuschauer, und erst die extended Edition ist bis 6...:-))

Salut
Christian

PS: Pushen von Spielen in den Medien? Gute Idee an sich, das mit dem schlechten Image stimmt schon; man überlege sich nur, wie man als kritischer Mensch Dinge findet, die im TV Dauerpräsenz zeigen...Ich meistens nicht so gut, und das soll mir bei Spielen eigentlich nicht passieren, d.h. es müßte zwar Präsenz da sein, aber darf nicht lästig werden, und wenn TV-Sender erstmal aufdrehen, hören sie meist erst auf, wenns schmerzhaft wird. Ich seh mich schon jammern:"Nein, nicht schon wieder der 3-minütige Trailer zur SdJ-Verleihung mit actionreichen Schnitten übers Spielbrett, falschen Erklärungen zu den Spielen, eklige Moderatoren, die nur Platitüden über die Kandidaten ausstoßen und die AutorInnen mit peinlichen Fragen verlegen macht..."
Also lieber nur ne kleine Sendung auf den Dritten, Arte oder 3sat, da gucken wenigstens nur die, die auch Interesse aufbringen und nicht nur ihre Dämmerfreizeit bunter und lauter gestalten wollen, und ich denke, dort wird auch besser recherchiert als bei RTL(Beispielnennung).
Ich schüttele jedenfalls regelmäßig den Kopf, wenn auf "großen" Sendern über etwas berichtet wird, bei dem ich mich zufällig auskenne, es ist nämlich fast nie korrekt, vollständig und dem Thema angemessen, und außerdem.........hey, das sollte doch nur ein PS werden...:-)

PS2: Warum eigentlich BRETTspiel, Bretter werden doch wohl nur sehr selten dafür benutzt, oder? :-)

PS3: Das wollte ich schon immer mal schreiben, jetzt passts halbwegs: Die "alten" Spielpläne mit etwas Stoff als Verbindungselement zwischen den zusammengefalteten Teilen finde ich viel besser, seit mir der erste reine Pappplan(4 P bei 8 Buchstaben, yeah!!) beim Überbiegen zerbrach, weil er etwas gebogen war...

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Michael Weber

Re: Preis, Image, Preis

Beitragvon Michael Weber » 2. Januar 2003, 15:02

Lutz schrieb:
> Sind Spiele wirklich zu teuer?
> Nein, Spiele sind nicht zu teuer, Spiele haben, im Verhältnis
> zu ihrer Qualität, nur kein gutes Image!

Hm, ja, sie sind nicht teuer. Ja, sie sind von im großen und ganzen sehr guter Qualität. Aber haben sie ein schlechtes Image? Nein! Sie haben gar kein Image. Allenfalls noch das "Wie in dem Alter spielt man doch nicht mehr", aber eher keins als dieses.

> Erzähle ich von Brettspielen, erlebe ich immer wieder eine
> ähnliche Reaktion, für so etwas haben sie, meine
> Gesprächspartner, leider keine Zeit. Brettspiele sind kein
> akzeptiertes Thema!

Nein, Brettspiele sind gar kein Thema, weil es nur die betrifft, die es spielen. Andere kennen sich da gar nicht aus. Über Harry Potter redet jeder mit, weil er mitreden kann. So weit gebe ich Dir Recht. Ich bezweifle aber, dass das an der Medienpräsenz liegt. Eher ist der Grund, dass viele die Bücher gelesen oder den Film gesehen haben.

> Was hat ein Film, was ein Spiel nicht hat?
> Präsenz in den Medien!

Ja, aber wir reden hier von ganz anderen Zahlen. Ein mäßi bis gut laufender Film hat mindestens etwa sechsstellige Besucherzahlen, ein gut verkauftes Spiel (jenseits des Spiels mit dem Pöppel) krazt selten die 100.000 Einheiten-Marke.
Ob sich daran etwas durch Medienpräsenz ändern würde? Um mal zu provozieren: Ist in der heuteigen Zeit jenseits einer überschaubaren Szene noch Platz für Spiele?

> Was wäre eine große Bühne?
> Die Spielwarenmesse in Nürnberg!
> Alle sind da, Verlage, Einkäufer, Presse, Interessenten und
> nicht nur aus Deutschland, nein, aus der ganzen Welt.
> Wäre Ende Januar ein guter Zeitpunkt?
> Ende Januar wäre der beste Zeitpunkt.
> Im Vorjahr wurden die Spiele vorgestellt, im Oktober die
> Nominierungsliste bekannt gegeben und dann werden die besten
> Spiele am Anfang des Jahres, bei einer großen Veranstaltung,
> ausgezeichnet. Das Interesse für diese Spiele würde noch
> einmal geweckt werden.

Ja, aber. Es wird bereits von der Messe berichtet bis zum Umfallen. Auf jedem Sender läuft es in News-Magazinen, häufig zusätzlich als eigener Film.
Das Problem ist, dass dort SpielWAREN gezeuigt werden, Brettspiele kommen selten vor! Ich bin nicht sicher, ob sich daran so einfach etwas ändern lässt. Am Ende entscheidet wieder die Zuschauergunst und s.o. die Fangruppe ist da relativ klein. Noch mal prozvozierend: Dann lieber die x-te Barbie oder ein tolles Plüschtier.

> Es fehlt nicht an guten Spielen, es fehlt nicht an guten
> Spielebesprechungen, es fehlt nicht an engagierten Spielern,
> es fehlt nicht an einem anerkannten Preis, woran es fehlt ist
> das Interesse der Öffentlichkeit, daran fehlt es!
> Doch wem fehlt es?
> Es fehlt nicht unbedingt den großen Verlagen, vielmehr fehlt
> es den kleinen und mittleren Verlagen, deren Überleben es
> sichern würde.

Hm, da bin ich mir nicht sicher. Die Umsatzzahlen gehen auch bei den großen zurück und ohne große Verlage, gibt es bald keine mittleren mehr! Oder glaubt hier jemand ernsathaft ohne die Programme von Hasbro, Kosmos, Schmidt, Ravensburger und Amigo würde in einem umsatzträchtigen Kaufhausregal etwas von Queen Games oder Eurogames liegen?

> Den Kaufhäusern und Ketten ist ein Preis kurz vor dem
> Weihnachtsgeschäft lieber, wenn möglich auch nur ein Spiel,
> damit niemand durcheinander kommt, beim Bestellen und vor
> allem beim Kaufen.

Ha, dann ist der rote Pöppel auf zu vielen Schachteln. Drei Pöppelformate in rot und blau sind definitiv verwirrend!

> Bleibt die Frage, ob die Spielwarenmesse in Nürnberg ein
> Interesse an einer solchen Veranstaltung hätte?

Garantiert, aber ob sich das vom medieninteresse umsetzen ließe, wage ich zu bezweifeln. LEIDER!

Michael
(fährt nach Nürnberg, um zu berichten, hat also keien Schuld ;-) )

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Markus Barnick

Re: Preis, Image, Preis

Beitragvon Markus Barnick » 2. Januar 2003, 15:55

kann es daran liegen, dass ein Spiel allgemein eine etwas ruhigere Sache ist als ein Film?

* Den Film kann ich mir immer reinziehen ohne groß nachdenken zu müssen - beim Brettspiel muss ich oft denken, grübeln, entscheiden. Alles Dinge, die viele (unbegreiflicherweise) abends nicht mehr wollen
* Beim Brettspiel fehlt die Animation und "Aktivität" - Beim Computerspiel und im Kino, da bewegt sich was - auf dem Spielplan bewegen sich bloss Pöppel
* Beim Film hab ich Atmosphäre, Spannung, ein Erlebnis - die hab ich beim Spiel auch - aber in anderer, nicht so attraktiver Form
* Der Film handelt von Realen Dingen, Menschen u. ä. - Auf dem Brett sind halt "blos" Hölzer, Steine, Karten

soweit erstmal...

Aber mehr Werbung wäre gut. Da stimm ich zu.
Blos wie?

glaube nicht, dass wir eine Lobby in den Medien haben.

Markus
(wartet schon lange auf die El-Grande-Endausscheidung und die Siedler-Weltmeisterschaft in den Medien und dass Carsten hier wieder posten "darf")

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Roland G. Hülsmann
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Beiträge: 2598

Re: Fernsehgala ?1?

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 2. Januar 2003, 16:46

Hanno Schwede schrieb:

> Die Frage ist ob sich die grauen Eminenzender Jury, sich auf
> ein solches Vorhaben einlassen, beziehungsweise ob der
> Anstoss von dort ausgehen kann??

Nein, die Frage ist alleine (leider): Bringt eine solche Show genügend Quote, um sie über die Werbe- und/oder Gebühreneinnahmen zu finanzieren? Die Jury kann sich sicherlch keinen Gottschalk oder Jauch leisten und ein paar zugkräftige Showeinlagen mit angesagten Künstlern schon gar nicht!

Aber solange noch mehr mir zusagende Spiele erscheinen, als ich mir leisten kann, ist die Welt in Ordnung! ;-)

Gruß
Roland

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Roland G. Hülsmann
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Beiträge: 2598

Re: Preis, Image, Preis

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 2. Januar 2003, 16:51

Lutz schrieb:

> Es fehlt nicht an guten Spielen, es fehlt nicht an guten
> Spielebesprechungen, es fehlt nicht an engagierten Spielern,

Na also!
Mehr braucht es doch nicht, oder?

Gruß
Roland

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Hanno Schwede
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Beiträge: 392

RE: Fernsehgala ?1?

Beitragvon Hanno Schwede » 2. Januar 2003, 18:27


>> Die Frage ist ob sich die grauen Eminenzender Jury, sich auf
>> ein solches Vorhaben einlassen, beziehungsweise ob der
>> Anstoss von dort ausgehen kann??
>
> Nein, die Frage ist alleine (leider): Bringt eine solche
> Show genügend Quote, um sie über die Werbe- und/oder
> Gebühreneinnahmen zu finanzieren? Die Jury kann sich
> sicherlch keinen Gottschalk oder Jauch leisten und ein paar
> zugkräftige Showeinlagen mit angesagten Künstlern schon gar
> nicht!

Die Frage ist nicht ob sich die Jury so etwas leisten kann sondern ob der Anstoss von dort ausgehen kann. Ich denke eine einmal im Jahr Geschichte könnte man durchaus bei einem etablierten Sender unterbringen.

Der Sender könnte durchaus Werbewirksam auf der Schachtel erwähnt werden....

Hanno

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Arno C. Hofer
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Beiträge: 421

RE: Preis, Image, Preis

Beitragvon Arno C. Hofer » 2. Januar 2003, 20:16

"Lutz" hat am 02.01.2003 geschrieben:
> Preis, Image, Preis
> Alle Jahr wieder wird über den Preis von Brettspielen
> gesprochen.

Lieber Lutz,

derzeit sind die Zeiten für die "Brettspielverlage" wirklich hart. Die Konjunkturflaute und Rezession in Deutschland machen sicham Markt ganz stark bemerkbar. Denn die Reaktionen des Publikums auf Krisenzeiten weicht kaum von den Raktionen der jüngeren und älteren Geschichte ab: Flucht in die "seichte" Unterhaltung, gepaart mit "heiler Welt" oder "Verruchtem". Dazu fließt der Alkohol (möglichst gemixt mit speedigen Energiedrinks) in Strömen und andere Drogen (ohrenbetäubende, augenfesselnde, sinnesverwirrende Dinge wie Filme, Mega-Events, Sport- und andere Spektakel gehören da ebenso dazu wie Spiel- und Internetsucht und die "negativ beworbenen" illegalen Drogen) versprechen den schnellen, lebenswichtigen Kick (den man nicht versäumen darf), bevor die Welt in Trümmern zusammenkracht! Wird sie doch nicht ...

Denn: soviel wie heute ist noch nie "wirklich" gespielt worden, denkt man daran, dass das stategisch-taktische Spielen, das uns Spielende heute so reizt, jahrtausendelang den Eliten des Adels und des Klerus vorbehalten war. Wir(!) leben jetzt mitten im "Goldenen Zeitalter des Spiels" und können nur hoffen, dass es die Spieleverlage mit "massentauglicher Ware" durch die Konjunkturunbillen schaffen, um dann doch wieder "Top-Segel" setzen zu können (heuerist es dafür vielleicht noch ein bißchen zu früh- aber wer weiß?).

Ich will nicht um jeden Preis mit jedem/jeder über "Spiel" reden können (müssen) - aber ich will selbst "spielerisch handeln" und manch anderen das Tor zur "Spielewelt" öffnen können. Und in meinem Beruf als Ludothekar und als Lehrbeauftragter für Spielpädagogik kann ich das in reichlichem Ausmaß.
Wir habennämlich gerade die Landes-Ludothek der Steiermark so am "Markt" positioniert, dass sie "öffentlichkeitswirksam" auch jene Menschen erreicht, die normalerweise nicht zum Spiel greifen - doch in unserer spielerischen Atmosphäre ganz einfach angesteckt werden. Das wird den Verlagen helfen, vorallem auch den Kleinen, die in den "normalen Läden" mangels Vertriebs- und Rabatt-Möglichkeiten leider sowieso nur ein "Schattendasein" fristen. Aber wie war das bei Aschenbrödel (Aschenputtel, Cindarella)?

Lieber Lutz, ich halte im Zusammenhang mit dem Spiel nicht sehr viel von "VerMusikantenstadlerung" oder "VerOskarung" - andererseits aber sehr viel von atmosphärischer Kleinarbeit (zu der ich Dich hiemit auch einlade!) - obwohl: eine Spielesendung mit Günter Jauch könnte auch ich, glaube ich, sehr genießen - und diese würde sicher auch dem Spiel guttun. Von mir aus auch von Nürnberg aus, wo das SAZ(Spiele-Autoren-Zunft-)Fest und die Messe-Gala sowieso jeweils ein Relaunch benötigen würden! Das einzige wirkliche Problem sehe ich in videotechnischen Umsetzung von Brett- bzw. Kartenspiel: denn es tut sich nichtswirklich Plakativ-Aktives. Das spielt sich doch immer in unserer Phantasie ab ... allein Fotos von Spielenden stellen manche Fotografen scjon vor schier unlösbare Aufgaben ...

Also, lieber Lutz - SpielerInnen wollen gewonnen werden, viel "Arbeit" wartet auf Dich- und uns alle ...

Dein Arno (der sich hiemit nach längerer "entwicklungspolitischer Absenz" - wir haben zumGrazer- Kulturhauptstadt-Jahr "Ludovico" neu positioniert und an einen prominenten Standort übersiedelt - wieder zurückmeldet in der Spiele-Community des Forums und sich darüber freut, neben einigen bekannten Namen auch neue vorzufinden).

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Erhard Portner
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Beiträge: 504

[OT] RE: Preis, Image, Preis

Beitragvon Erhard Portner » 2. Januar 2003, 21:27

Hallo Arno,

willkommen wieder in unserer Mitte. Hab' Dich schon vermisst.

Und alles Gute für ein hoffentlich verspieltes 2003
Erhard

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Jost Schwider

RE: Preis, Image, Preis

Beitragvon Jost Schwider » 2. Januar 2003, 21:32

"Lutz" hat am 02.01.2003 geschrieben:

> Preis, Image, Preis

Du bringst es auf den Punkt! ;-)

> Spiele sind zu teuer!

Meint das wirklich irgend jemand im Ernst? :-?
Es gibt Spiele, die [i]relativ[/i] teurer sind, als andere. (Man denke etwa an die Carcassonne-Erweiterung in Relation zum teilweise verramschten Basisspiel...)

> Am Wochenende war ich im Kino, Harry Potter 2,
> mittlere Kategorie kostet € 8,50 pro Person

Wir haben 4,50 Euro pro Kopf bezahlt (im großen Kino - das war so teuer wegen des Überlängen-Zuschlages)! :-P :-D ;-)

BTW: Herr der Ringe kostete ebenso "viel"... :-))
Apropos: http://www.spielbox.de/phorum4/read.php4?f=7&i=7231&t=7231 :-)

Aber (nicht nur!) dein Kino-Vergleich macht deutlich, dass - absolut gesehen - ein [i]gutes[/i] Spiel (welches man also gerne mehrmals spielt) sehr preiswert (im eigentlichen Wortsinn!) ist!

> Nein, Spiele sind nicht zu teuer, Spiele haben, im
> Verhältnis zu ihrer Qualität, nur kein gutes Image!

100% ACK!

Wenn ich meine Hobbies aufzähle, nenne ich das (Brett)spielen meistens (wenn überhaupt) ganz verschämt zuletzt... :-/

> Erzähle ich von Brettspielen, erlebe ich immer wieder eine
> ähnliche Reaktion, für so etwas haben sie, meine
> Gesprächspartner, leider keine Zeit.

Yapp! "Wer sowas macht, hat einfach zuviel Zeit!" :roll:
(Und das ausgerechent mir, dem 35-Stunden-Tag-Mann!)

> Qualität ohne Image hat keinen Preis!

Meinst du das jetzt rein monetär?

> Was hat ein Film, was ein Spiel nicht hat?
> Präsenz in den Medien!

Tja, hier stellt sich die berühmte Frage nach der Henne und dem Ei:
Hat der Film eine hohe Präsenz in den Medien, weil das Volk danach giert? Oder ist es gerade umgekehrt?

> Eine hervorragende Möglichkeit für Präsenz in den Medien zu
> sorgen wäre die Verleihung von Preisen auf einer großen
> Bühne, zum richtigen Zeitpunkt!

Das glaube ich nicht. Auch ohne Hollywood und der Oscar-Mafia ;-) würden die Leute in das Kino rennen.
BTW: Natürlich gibt es auch hier Schwankungen... Mit dem Aufkommen des Farb-TVs befürchtete man ja auch das Aussterben des Kinos... ;-)

> Es fehlt nicht an guten Spielen, es fehlt nicht an guten
> Spielebesprechungen, es fehlt nicht an engagierten
> Spielern, es fehlt nicht an einem anerkannten Preis, woran
> es fehlt ist das Interesse der Öffentlichkeit, daran fehlt
> es!

Und dieses Manko sitzt tief verwurzelt in der Gesellschaft!
"Spielen ist halt was für Kinder!"
"Werd' endlich erwachsen!"
etc. pp. :roll:

> Und es fehlt den „richtigen“ Spielern, das Mitfiebern vor
> dem Fernseher, ob der eigene Favorit gewinnt und das
> Gespräch darüber mit Bekannten, nicht nur das Gespräch mit
> Insidern.

Glaubst du im Ernst, ein Spielberg (aka "Insider") würde sich mit mir oder dir über die Chancen bei der Oscar-Verleihung unterhalten wollen?
Apropos: http://www.spielbox.de/phorum4/read.php4?f=7&i=7231&t=7231 ;-)

> Wer hat kein Interesse an einer solchen Veranstaltung?

Der Otto-Normalverbraucher... :-/

> Bleibt die Frage, ob die Spielwarenmesse in Nürnberg ein
> Interesse an einer solchen Veranstaltung hätte?

Klar, wäre ja kostenlose Werbung!

Viele Grüße
Jost aus Soest (ein armer, oft unverstandener Spieler ;-) )

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Jost Schwider

RE: Preis, Image, Preis

Beitragvon Jost Schwider » 2. Januar 2003, 21:32

"Roland G. Hülsmann" hat am 02.01.2003 geschrieben:

>> Es fehlt nicht an guten Spielen, es fehlt nicht an guten
>> Spielebesprechungen, es fehlt nicht an engagierten Spielern,
>
> Na also!
> Mehr braucht es doch nicht, oder?

Mehr Verständnis bei den "Nicht-Spielern" für unser Hobby!
Es ist eben kein "Kinderkram"!

Viele Grüße
Jost aus Soest (bleibt gerne jung)

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Roland G. Hülsmann
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Beiträge: 2598

RE: Fernsehgala ?1?

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 2. Januar 2003, 22:32

Hanno Schwede schrieb:

> Der Sender könnte durchaus Werbewirksam auf der Schachtel
> erwähnt werden....

Gewiß! Aber was hat der Sender davon? Für ihn muß sich die Sache doch auch lohnen. Ohne Quote läuft in der deutschen Fernsehlandschaft nichts mehr ... außer vielleicht in ARTE oder um 01.00 Uhr im Dritten ...

Wenn ich ein Spiel kaufe, wo RTL draufsteht, werde ich daheim trotzdem das Spiel spielen und nicht RTL gucken.

Gruß
Roland

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Arno C. Hofer
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Beiträge: 421

RE: [OT] RE: Preis, Image, Preis

Beitragvon Arno C. Hofer » 2. Januar 2003, 23:30

"Erhard Portner" hat am 02.01.2003 geschrieben:
> Hallo Arno,
>
> willkommen wieder in unserer Mitte. Hab' Dich schon
> vermisst.
>
> Und alles Gute für ein hoffentlich verspieltes 2003
> Erhard

Danke Erhard, auch Dir ein überaus verspieltes 2003,
jetzt hoffe ich, wirklich wieder Zeit dafür zu finden.

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Hanno Schwede
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Beiträge: 392

RE: Fernsehgala ?1?

Beitragvon Hanno Schwede » 3. Januar 2003, 07:30

>> Der Sender könnte durchaus Werbewirksam auf der Schachtel
>> erwähnt werden....
>
> Gewiß! Aber was hat der Sender davon? Für ihn muß sich die
> Sache doch auch lohnen. Ohne Quote läuft in der deutschen
> Fernsehlandschaft nichts mehr ... außer vielleicht in ARTE
> oder um 01.00 Uhr im Dritten ...

Ich denke wenn es der Sender richtig aufzieht, kann er durchaus auf Quote kommen, einmal im Jahr müsste dass klappen....

Ausserdem, denke ich daß die Förderung eines Kulturguts durchaus eher ein öffentlich rechtliches Anliegen ist, denn eins der Privaten. Aber ich fürchte so oder so, wir werden es nicht erleben...

Hanno


--
Siedler + das Spiel = Siedlervariante für 3 oder 6 Spieler *g*
Wenn man dran ist nimmt man sich das passende Würfelergebnis von der Pyramide, so bekommt das Spiel eine neue Dimension *g*

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Hans-Peter

Re: Preis, Image, Preis

Beitragvon Hans-Peter » 3. Januar 2003, 11:22

Ja, ich stimme Dir in allen Punkten zu. Man wird oft etwas verwundert angesehen, wenn man Spielen oder Gesellschaftsspiele oder Brettspiele als Hobby angibt. Ich habe es schon oft erlebt, dass wir Besucher hatten, die mit Spielen nichts am Hut hatten, von unseren Erzählungen aber neugierig gemacht worden sind und sich daher bereit erklärten, mal mitzuspielen. Wenn man dann das richtige "Spielchen" auswählt, hat man neue Spielfreunde gewonnen. ("Ich hätte nie gedacht, das man dabei so viel Spass haben kann").

Die Idee mit der TV-Show ist gut. Da müsste doch was zu machen sein. Vielleicht hat einer der Forumsleser(innen) Kontakte in eine entsprechende Redaktion und könnte dort mal auf diese Diskussion hier hinweisen. Wer weiss, vielleicht würde sich was tun.

Als Einstieg in eine solche Show wären möglicherweise Geschicklichkeitsspiele geeignet, weil die vorhandene Spannung am besten sichtbar machen.

Wie auch immer, ich wünsche allen ein gutes Jahr 2003

Hans-Peter, der gestern Hellas 2x verloren und 1x gewonnen hat

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Frank"Riemi"Riemenschneider

Mangelndes Selbstbewustsein von Spielern

Beitragvon Frank"Riemi"Riemenschneider » 3. Januar 2003, 13:05

Hallo,

wenn ich so die Beiträge lese, sollte man meinen, Spieler "schämen" sich für ihr Hobby.
Warum so verschämt oder verlegen?
Andere sammeln Briefmarken, Bierdeckel oder Euromünzen und es ist ok.
Warum sollte es mit Brett.- und Kartenspielen anders sein?
Ich bin Spieler! Na und!!
Wenn ich ein Buch lese werde ich doch auch nicht komisch angeschaut.
Dabei ist spielen und Spiele auch Kulturgut.

Wo durch sind den die Spiele nach "German Art" bekannt geworden?
Durch Leute wie uns. Wenn es keinen Markt gegeben hätte, wäre auch nichts mit den tollen Spielen der letzten Jahre geworden und man müsste sich noch immer mit MÄDN zufrieden geben.

Wir kaufen und machen dann kostenlose Dauerwerbung, und das auch noch gerne.
Seit dem in meiner Firma bekannt ist, dass ich Spieler bin, habe für die Kollegen etliche Spiele besorgt. In der Mittagspause packe ich dann schon mal ein Spiel auf den Tisch, was die Kollegen dann hinterher auch kaufen wollen. Klar besorge ich die Spiele ohne was draufzuschlagen. Ist doch mein Hobby.

Solange wir uns selber als Sonderlinge ansehen, werden wir von den sogenannten Normalsterblichen belächelt und nicht für ernst genommen.

Tretet doch einfach mal Selbstbewuster auf.
Ich bin Spieler und mache keinen Hehl daraus. Wer sollte Probleme damit haben?

Spielerisches Wochenende

Riemi

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Marten Holst

Glaube ich nicht

Beitragvon Marten Holst » 3. Januar 2003, 15:27

Moinle Frank,

Jost hat oben etwas von "Spielen wird als Hobby immer als letztes erwähnt" geschrieben, Du schreibst etwas von "mangelndes Selbstbewusstsein" und "Sonderlingsstatus". Aber ich denke nicht, dass da der Hase im Pfeffer liegt.

Sind Spieler "Sonderlinge"? Sicherlich in dem Sinne, dass sie ein "selteneres" Hobby haben. Aber irgend jemanden kennt doch jeder, der etwas ausgefallenes, meist sogar ausgefalleneres als gerade Spielen, Interesse hat. Aber wird man schräge angesehen? Vielleicht am Anfang, aus den bekannten "Sozialisierungsgründen" (ist nur was für Kinder etc.), aber im Normalfall (oder schließe ich hier wieder nur von mir auf andere?) ist doch auch der "gemäßigt irritierte Blick" zusammen mit dem "einigermaßen nonkonformistisch" von uns eher als Ehrenschild hochgehalten, denn als verschämt anzusehen.

Warum aber nennt man dann "Spielen" als letztes Hobby? (Das tue ich nämlich auch). Nun, zum einen sind die meisten anderen Freizeitbeschäftigungen für außen stehende klarer erklärlich. Ob man nun sagt, dass man keltisches Baumstammwerfen betreibt, Pfeilgifte sammelt oder Kisuaheli-Volkslieder singt, jeder hat eine (richtige) Vorstellung und fragt sich nur noch, was denjenigen reitet, solcherart seine Zeit zu verdödeln.

"Spielen" ist das selbe wie "Musik hören", "Lesen", "Fernsehen" - es lässt zu viele Fragen offen (ein Bekannter, der in einer Personalabteilung arbeitet, meinte gar, Bewerber, die die Hobbies "Musik hören, lesen, Filme sehen" haben, haben gar keine Interessen und daher wohl auch keine Eigeninitiative). Sagt man "Ich spiele Siedler von Catan / Tichu / Looping Louie" (bitte nur eines der drei), dann sagt man noch, dass das ein Spiel ist, und man hat den Status eines Schach- oder Fußballspielers. Aber "spielen" - "was denn?" - "alles mögliche" ist ein ebenso bekannter, wie auch nichtssagender und nichtserklärender Dialog.

Das "alles mögliche" legt nahe, mal wieder das Spielehobby als Sammelabteilung zu verkaufen, aber wie viele andere Sammler nutzen denn ihre Sammelobjekte obendrein als Gebrauchsgegenstände, so wie wir das tun (nun gut, bis auf die 53 Essen-Schnäppchen, für die leider die Zeit fehlt)?

Ich denke, wir müssen damit leben, dass wir halt dieses Unkonkrete haben. Für die Außenwirkung wäre es vielleicht auch gut, auf Nachfragen wie "Monopoly oder was?" nicht den "Unterschied zwischen Monopoly und guten Brettspielen unter besonderer Berücksichtigung des Einflusses des Falles der Berliner Mauer auf den finnischen Baumexport bei der Herstellung der Materialien" zu referieren, sondern erst einmal "Ja, so in etwa" zu sagen. Es interessiert ja auch niemanden, wenn jemand sagt, er betreibe Jiujitsu, was er dann auf die Nachfrage "das ist so etwas wie Judo, oder?" alle Technik- und Regelunterschiede aufführt, sondern den gemeinsamen Oberbegriff "Kampfsportart aus dem asiatischen Raum" erkennt und akzeptiert.

Wenn sie Interesse haben, können sie die Unterschiede kurz darauf am eigenen Leibe erfahren.

Und Fernsehen - nein, das wird nichts. Denkarbeit ist nicht bildertauglich. Man denke nur an die Schachsendungen auf WDR 3 - nett gemeint, aber ein Livekommentar einer Schachpartie ist eben für nicht eingeweihte keine richtig tolle Angelegenheit. Vielleicht kann man mal ein "Spielerisches Terzett" mit Rezensionen begründen - aber auch da wird das "Kulturgut Spiel" nicht die Verankerung haben. Und es ist ja auch so, dass nicht jeder Spaß an derartiger (aktiver) Freizeitbeschäfigung hat, wohingegen jeder Spaß an Geschichten hat, sodass jeder Vergleich mit Film, Theater, Buch hinken muss.

Hm, das war jetzt alles etwas unsortiert. Versuch einer Zusammenfassung:

- Spieler sind selbstbewusst, weil (nicht obwohl) sie etwas randgruppenartiges haben.
- Sie werden aber auch stets nur eine Teilgruppe der Bevölkerung stellen.

Natürlich wäre es schön, wenn unsere Gruppe quantitativ wüchse, aber dann wären die Spiele, die dazu führten, eh nur kommezieller Quark, den ich so nie und nimmer spielen würde, viel zu flach.

Immer noch unzusammenhängende Grüße
Marten (der hofft, dass der letzte Absatz zumindest teilironisch verstanden wird)

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Attila
Kennerspieler
Beiträge: 4715

RE: Preis, Image, Preis

Beitragvon Attila » 3. Januar 2003, 19:50

Jost Schwider schrieb:

> > ähnliche Reaktion, für so etwas haben sie, meine
> > Gesprächspartner, leider keine Zeit.
> Yapp! "Wer sowas macht, hat einfach zuviel Zeit!" :roll:

Wenn man sich dann anhört wofür die dann aber Zeit haben und ihr Geld rauswerfen, dann kann man nur mit dem Kopf schuetteln. Bei einem Kinobesuch geht meistens ein ganzer Abend drauf - und dann 3-4 mal pro Monat ins Kino ? Bei dem Ramsch der einem da "verkauft" wird ? - Na wer's mag - der soll mir aber nix von "dafür hab ich keine Zeit" erzählen !
Die Frage ist ob man sich für Spass, Gesellschaft und anspruchsvolle Unterhaltung Zeit nimmt oder sich lieber vor die Kiste hockt oder sich im Kino berieseln lässt. Wenn mir die Leute ehrlich sagen "das ist mir zu anstrengend, da muss man ja nachdenken" - ok, das kann ich voll akzeptieren und das glaub ich dann auch ! Aber die "keine Zeit"-Ausrede ist da nicht glaubwürdig !

> Hat der Film eine hohe Präsenz in den Medien, weil das Volk
> danach giert? Oder ist es gerade umgekehrt?

Beides. Hinsetzen, berieseln lassen ... passt ! :-)
Und wenn die Leute dann noch glauben sie hätten eine ach-so-tolle-Denkarbeit geleistet, weil sie dem Film folgen konnten: Um so besser ! Zufriedene Kunden kommen wieder ! :-)

> Und dieses Manko sitzt tief verwurzelt in der Gesellschaft!
> "Spielen ist halt was für Kinder!"
> "Werd' endlich erwachsen!"
> etc. pp. :roll:

Wenn es so währe, wieso ist in einem SPIELcasino der Eintritt ab 18 ? Und da spielt man ausschliesslich nur die blödesten und anspruchlosten Spiele die es so gibt ! Es heisst irgendwie nicht umsonst SPIELcasino ! - Klar, da kann man was Gewinnen - leider hat das nichts mit dem Spiel zu tun, sondern nur mit purem Glück ! :-)

Atti

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Marc Wickel

Re: Preis, Image, Preis

Beitragvon Marc Wickel » 3. Januar 2003, 23:51

Da stimme ich zu. Filme gucken und Fernsehen ist ist halt einfacher.

"Fernsehen ist natürlicher als Lesen, Lesen muss man erst lernen, Fernsehen geht sofort."
Wessen Zitat ist, weiss ich leider nicht mehr, könnte fast Bart Simpson sein...

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Michael Andersch

RE: Preis, Image, Preis

Beitragvon Michael Andersch » 4. Januar 2003, 10:58

Jost Schwider schrieb:
>
> > Na also!
> > Mehr braucht es doch nicht, oder?
>
> Mehr Verständnis bei den "Nicht-Spielern" für unser Hobby!
> Es ist eben kein "Kinderkram"!

Hallo Jost,

100% NACK ;-) !
Das Verständnis der anderen für mein Hobby ist mir relativ egal. Sollen sie doch denken was sie wollen, solange ich meinen Spass, gute (und möglichst bezahlbare) Spiele und ausreichend nette Mitspieler habe.

Letzteres sind genau die Dinge, die ich brauche.

Am Verständnis "Aussenstehender" ist mir eigentlich nur gelegen, falls sich daraus Interesse und als Konsequenz ggf. neue Mitspieler entwickeln lassen.
Ansonsten kann man mich gerne für beliebig albern halten, das schert mich einigermassen wenig. Bzw. habe ich da sogar Verständnis dafür, auch ich finde nicht jedes Hobby das irgend jemand anders betreibt in irgendeiner Form interessant.

Viele Grüße,
Micha aus Münchingen

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Matthias Hunstig

RE: Fernsehgala ?1?

Beitragvon Matthias Hunstig » 5. Januar 2003, 19:57

Roland G. Hülsmann schrieb:

> Wenn ich ein Spiel kaufe, wo RTL draufsteht, werde ich daheim
> trotzdem das Spiel spielen und nicht RTL gucken.

Spiele, auf denen Sendernamen prangen, gibt es ja schon. Meist handelt es sich dabei um völlig unkreative Umsetzungen von TV-Spielen.

Das Fernsehen verkauft das Spiel, nicht andersherum. In D wird viel gespielt, aber ungleich mehr ferngesehen.
Die Masse der Spielenden spielt immer das gleiche - Mensch-ärgere dich nicht, Monopoly, Skat, SvC, etc. - die Mehrheit der Fernsehzuschauer sieht immer das gleiche - Seifenopern, Spielshows, RTL2-Superlativ-Sendungen.

Mögliches Vorbild könnten CDs sein. Es gibt seit längerem den "Sat1-CD-Tipp", gleiches bei Pro7 u.a. Vielleicht bald der RTL-Spieletipp?

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Jost Schwider

RE: Preis, Image, Preis

Beitragvon Jost Schwider » 9. Januar 2003, 15:28

"Michael Andersch" hat am 04.01.2003 geschrieben:

> Das Verständnis der anderen für mein Hobby ist mir relativ
> egal. Sollen sie doch denken was sie wollen, solange ich
> meinen Spass, gute (und möglichst bezahlbare) Spiele und
> ausreichend nette Mitspieler habe.

Aber erst durch Verständnis erweckt man m.E. Interesse und macht damit neue Spieler mobil.

> Am Verständnis "Aussenstehender" ist mir eigentlich nur
> gelegen, falls sich daraus Interesse und als Konsequenz
> ggf. neue Mitspieler entwickeln lassen.

Genau!

> Ansonsten kann man mich gerne für beliebig albern halten,
> das schert mich einigermassen wenig. Bzw. habe ich da sogar
> Verständnis dafür, auch ich finde nicht jedes Hobby das
> irgend jemand anders betreibt in irgendeiner Form
> interessant.

100% ACK!
Aber: Der langweiligste Kinofilm wird als "gültiges" Thema anerkannt, Spielen aber nicht...

Viele Grüße
Jost aus Soest (sprich: "joost aus soost")


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