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Age of Steam

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Ernst Knauth

Age of Steam

Beitragvon Ernst Knauth » 14. Januar 2003, 08:46

Hallo allerseits,

ich habe bisher knapp 10 Partien [b] Age of Steam [/b] gespielt, allesamt zu viert, aber in mehreren verschiedenen Zusammensetzungen. Mir und allen Mitspielern haben die Partien ausnahmslos sehr gut gefallen.

Es wurde völlig unterschiedlich gespielt:
- Aufnahme von vielen / wenigen Kredite
- Ballung / Verteilung auf dem Spielplan
- zusammenhängende Strecken / mehrere Einzelstrecken je Spieler
- Fahren nur auf eigenen Strecken / öfters Einbeziehung fremder Strecken
- Niedrige / hohe Gebote
- Bieten auf fast alle verfügbaren Optionen
- usw. usw.
Soll heißen, die verschiedenen Möglichkeiten, die das Spiel bietet, wurden weitgehend genutzt.

[b] Alle [/b] Partien hatten jedoch u.a. mehrere auffällige Gemeinsamkeiten:
- so gut wie nie wurde die Option gewählt, das Display mit 2 neuen Waren aufzufüllen
- wer beim Lok-Level nicht immer ganz vorne mit dabei war, hatte keine Chance zu gewinnen. Die entsprechende Option wurde meist als erste (teuer) ersteigert.
- bis ca Runde 4/5 (also bis etwa zur Hälfte des Spiels) war das Feld einigermaßen zusammen, aber immer ab dann bildete sich eine deutliche Reihenfolge (mit größeren Abständen) heraus, die sich bis Spielende nicht mehr änderte.

Mich würde interessieren, wer dieselben bzw. abweichende Erfahrungen gemacht hat.

Gruss

Ernst

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Michael Andersch

Re: Age of Steam

Beitragvon Michael Andersch » 14. Januar 2003, 09:41

Hallo Ernst,

ich habe erst eine Partie gespielt, in der ich folgende Eindrücke gewonnen habe:

1) Das Spiel selbst ist ein verkompliziertes "Volldampf", ohne aber deutlich planbarer zu sein (zumindest nicht um soviel planbarer wie es komplizierter ist)
2) Die Regeln haben durchaus noch Optimierungspotential.


> - so gut wie nie wurde die Option gewählt, das Display mit 2
> neuen Waren aufzufüllen

War bei uns im ersten 3/4 der partie auch so. Als dann die Warensteine aber so langsam zur Neige gingen war die Option recht begehr´t.

> - wer beim Lok-Level nicht immer ganz vorne mit dabei war,
> hatte keine Chance zu gewinnen. Die entsprechende Option
> wurde meist als erste (teuer) ersteigert.

Nicht unbedingt. Wenn Du für den Nachschub passender Waren an den richtigen Orten sorgst kannst Du Dir weite Fahrten (und damit Geld) sparen.
Die Option wurde zwar bei uns schon auch genutzt, aber z.B. "First Build" oder "First Drive" (oder wie immer das genau hiess) waren deutlich begehrter. Und nicht zuletzt die "Passen"-Option. Die war meist als erste weg, da sie jede Menge Geld spart.


> - bis ca Runde 4/5 (also bis etwa zur Hälfte des Spiels) war
> das Feld einigermaßen zusammen, aber immer ab dann bildete
> sich eine deutliche Reihenfolge (mit größeren Abständen)
> heraus, die sich bis Spielende nicht mehr änderte.

Stimmt.


Was ich noch ergänzen möchte: Wir haben zu fünft gespielt, und die Bietrunde fand ich irgendwie seltsam. Hinten fande sich die (meist 3) Mitspieler, die zuerst gepasst haben - meist zu einem Gebot von 0, sprich in der ersten Runde gleich gepasst. Und vorne fanden sich der/die "Bezahler" (Gebote so um die 6-10) sowie derjenige mit der "Passen"-Optionskarte.

VG,
Micha (legt keinen gesteigerten Wert auf weitere Partien AoS - im Vergleich zum Spannungsbogen ist die Spieldauer m.E. zu lang - gegen eine Partie "Volldampf" hätte ich jedoch nichts einzuwenden)

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cristinus

Re: Age of Steam

Beitragvon cristinus » 14. Januar 2003, 10:05

Tach auch,

> ich habe bisher knapp 10 Partien [b] Age of Steam [/b]

Bei mir waren es erst 5, die allerdings mit verschiedenen Spielerzahlen.

> - Aufnahme von vielen / wenigen Kredite

Wenn man die meisten Kredite hat, muss man deutlich besser einfahren als die Mitspieler, um das Spiel zu gewinnen.

> - Ballung / Verteilung auf dem Spielplan

Zu dritt scheint es bei uns auf eine Drittelung des Spielplans hinauszulaufen, wobei dann derjenige gewinnt, der sich am geschicktesten in das Gebiet der anderen hineinbaut und dort
Waren klaut.

> - so gut wie nie wurde die Option gewählt, das Display mit 2
> neuen Waren aufzufüllen

Gerade bei einer Segmentierung des Spielplans ist diese Aktion spaetestens nach der Haelfte des Spiels dringend noetig.

> - wer beim Lok-Level nicht immer ganz vorne mit dabei war,
> hatte keine Chance zu gewinnen. Die entsprechende Option
> wurde meist als erste (teuer) ersteigert.

Kann ich nicht bestaetigen, bei uns ist Urbanization heiss begehrt, weil man damit vier Teile legen kann wie beim Engineer, aber nur drei bezahlen muss. Damit kann man sich schon in der ersten Runde billig eine Farbe fuer die "eigene Ecke" sichern und ausserdem eine 2er Strecke bauen. Die Lok wird dann haeufig als zweite Aktion genommen.

> - bis ca Runde 4/5 (also bis etwa zur Hälfte des Spiels) war
> das Feld einigermaßen zusammen, aber immer ab dann bildete
> sich eine deutliche Reihenfolge (mit größeren Abständen)
> heraus, die sich bis Spielende nicht mehr änderte.

Meistens entfalten in der Mitte des Spiels die ersten laengerfristigen Planungen ihre Wirkung, dann transportieren die ersten Spieler fuer insgesamt 8 bis 10 Punkte waren, dieser Vorsprung kann nur dadurch wieder aufgeholt werden, dass dem Fuehrenden die Warensteine ausgehen, darauf muss man dann verstaerkt spielen.

Spiele Gruesse
Christian

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Ernst Knauth

Re: Age of Steam

Beitragvon Ernst Knauth » 14. Januar 2003, 11:20

Hallo Micha,

> 1) Das Spiel selbst ist ein verkompliziertes "Volldampf",
> ohne aber deutlich planbarer zu sein (zumindest nicht um
> soviel planbarer wie es komplizierter ist)
> 2) Die Regeln haben durchaus noch Optimierungspotential.

Volldampf kenne ich nicht.
Mit den Regeln von Age of Steam hatten wir zu keiner Zeit irgendein Problem.

> > - so gut wie nie wurde die Option gewählt, das Display mit 2
> > neuen Waren aufzufüllen
> War bei uns im ersten 3/4 der partie auch so. Als dann die
> Warensteine aber so langsam zur Neige gingen war die Option
> recht begehr´t.

Fast immer konnen alle Spieler ihre Loks nahezu voll ausfahren (ich selbst hatte praktisch in jeder Partie eine 6er-Lok). So war fast nie ein so dringender Badarf an neuen Waren, daß man dafür auf eine andere Option verzichten würde.

> > - wer beim Lok-Level nicht immer ganz vorne mit dabei war,
> > hatte keine Chance zu gewinnen. Die entsprechende Option
> > wurde meist als erste (teuer) ersteigert.
> Nicht unbedingt. Wenn Du für den Nachschub passender Waren an
> den richtigen Orten sorgst kannst Du Dir weite Fahrten (und
> damit Geld) sparen.

??? verstehe ich nicht.

> Die Option wurde zwar bei uns schon auch genutzt, aber z.B.
> "First Build" oder "First Drive" (oder wie immer das genau
> hiess) waren deutlich begehrter. Und nicht zuletzt die
> "Passen"-Option. Die war meist als erste weg, da sie jede
> Menge Geld spart.

Die "Passen"-Option wurde gelegentlich genommen, aber meist nur vom letzten Spieler, wenn nichts Besseres mehr übrig war. Geld gespart wurde dadurch nicht viel, da (zumindest in der ersten Hälfte des Spieles) nie sehr hoch geboten wurde. Und in der zweiten Hälfte des Spiels war eh genug Geld da.

> Was ich noch ergänzen möchte: Wir haben zu fünft gespielt,
> und die Bietrunde fand ich irgendwie seltsam. Hinten fande
> sich die (meist 3) Mitspieler, die zuerst gepasst haben -
> meist zu einem Gebot von 0, sprich in der ersten Runde gleich
> gepasst. Und vorne fanden sich der/die "Bezahler" (Gebote so
> um die 6-10) sowie derjenige mit der "Passen"-Optionskarte.

Verstehe ich auch nicht: Wenn 3 Spieler sofort passen, einer die "Passen"-Option hat und nur einer bietet, wie kann dann das Höchstgebot bei 6-10 landen? So viel ist doch der Unterschied zwischen Platz 1 und 2 niemals wert ...

> Micha (legt keinen gesteigerten Wert auf weitere Partien AoS
> - im Vergleich zum Spannungsbogen ist die Spieldauer m.E. zu
> lang - gegen eine Partie "Volldampf" hätte ich jedoch nichts
> einzuwenden)

Da scheinen wir bei der Beurteilung von Age of Steam ja ziemlich weit auseinander zu liegen. Meine Mitspieler und ich halten es - nach Puerto Rico - für das beste Spiel des letzten Jahres.

Gruss

Ernst

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Ernst Knauth

Re: Age of Steam

Beitragvon Ernst Knauth » 14. Januar 2003, 11:45

Hallo Christian,

> Wenn man die meisten Kredite hat, muss man deutlich besser
> einfahren als die Mitspieler, um das Spiel zu gewinnen.

Ist klar. Für jeden Kredit mehr braucht man zum Schluß ein um 1 höheres Einkommen.

> Zu dritt scheint es bei uns auf eine Drittelung des
> Spielplans hinauszulaufen, wobei dann derjenige gewinnt, der
> sich am geschicktesten in das Gebiet der anderen hineinbaut
> und dort Waren klaut.

Bei uns war es meist so, daß sich die Netze der Spieler sehr schnell miteinander verwoben haben.

> > - so gut wie nie wurde die Option gewählt, das Display mit 2
> > neuen Waren aufzufüllen
> Gerade bei einer Segmentierung des Spielplans ist diese
> Aktion spaetestens nach der Haelfte des Spiels dringend noetig.

Es waren fast immer noch knapp, aber ausreichend Waren für alle da, sodaß keiner den Zwang verspürte, zugunsten von 2 neuen Waren (die vielleicht niemals auf dem Spielfeld landen) auf eine andere Option zu verzichten. Vielleicht ändert sich das, wenn man mit mehr als zu viert spielt ...

> > - wer beim Lok-Level nicht immer ganz vorne mit dabei war,
> > hatte keine Chance zu gewinnen. Die entsprechende Option
> > wurde meist als erste (teuer) ersteigert.
>
> Kann ich nicht bestaetigen, bei uns ist Urbanization heiss
> begehrt, weil man damit vier Teile legen kann wie beim
> Engineer, aber nur drei bezahlen muss. Damit kann man sich
> schon in der ersten Runde billig eine Farbe fuer die "eigene
> Ecke" sichern und ausserdem eine 2er Strecke bauen. Die Lok
> wird dann haeufig als zweite Aktion genommen.

Auch bei uns war Urbanization sehr hoch im Kurs (bei mir persönlich aber nicht so sehr). Da meist sehr bald die Strecken ineinander verwoben waren, konnten dann auch andere durch die neue Stadt schmarotzen. Die Lok als Ersatz für eimal Fahren finde ich nur am Anfang lukrativ, später ist mir das normalerweise viel zu teuer.

> Meistens entfalten in der Mitte des Spiels die ersten
> laengerfristigen Planungen ihre Wirkung, dann transportieren
> die ersten Spieler fuer insgesamt 8 bis 10 Punkte waren,
> dieser Vorsprung kann nur dadurch wieder aufgeholt werden,
> dass dem Fuehrenden die Warensteine ausgehen, darauf muss man
> dann verstaerkt spielen.

Stimmt. Genau das hat bei uns aber fast nie geklappt. Die Waren haben immer noch ausgereicht.

So langsam denke ich, daß eine Partie zu fünft eventuell doch [b] erheblich [/b] anders verläuft als eine zu viert ...

Gruss

Ernst

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Michael Andersch

Re: Age of Steam

Beitragvon Michael Andersch » 14. Januar 2003, 14:25

Hallo Ernst,

> Mit den Regeln von Age of Steam hatten wir zu keiner Zeit
> irgendein Problem.

Einige Dinge (ohne dass ich sie näher spezifizieren kann - ich besitze es nicht, habe aber während unserer Partie versucht, manches in den regeln zu finden / verifizieren) kamen mir nur recht lückenhaft gereglt vor.

> > Nicht unbedingt. Wenn Du für den Nachschub passender Waren an
> > den richtigen Orten sorgst kannst Du Dir weite Fahrten (und
> > damit Geld) sparen.
>
> ??? verstehe ich nicht.

Der Lok Level kostet Dich ja jede Runde (Level-1) Geld. Das musst Du durch Deine Fahrten erst mal wieder raus holen...
>

> Verstehe ich auch nicht: Wenn 3 Spieler sofort passen, einer
> die "Passen"-Option hat und nur einer bietet, wie kann dann
> das Höchstgebot bei 6-10 landen? So viel ist doch der
> Unterschied zwischen Platz 1 und 2 niemals wert ...

Nö, andersrum:
Startspieler bietet z.B. 5.
Nächster Spieler will oder kann nicht mehr und passt. Übernächster ebenso. Nächster Spieler spielt die "Passen-Option".
Spieler 5 hat nun die Auswahl: 6 bieten oder 3. werden. Der Unterschied 1./3. ist ihm keine 7 Wert, also passt er.
Startspieler überbietet sich selbst (da er sonst durch's Passen zweiter würde) um 1, Spieler mit der Passen-Option passt jetzt endgültig und ist damit zweiter.

Fazit: Startspieler löhnt 6, alle anderen löhnen nichts.


> Da scheinen wir bei der Beurteilung von Age of Steam ja
> ziemlich weit auseinander zu liegen. Meine Mitspieler und ich
> halten es - nach Puerto Rico - für das beste Spiel des
> letzten Jahres.

Tja, scheint so. Wie gesagt - ich finde nach Volldampf bietet es nicht mehr soviel neues - und das auf Kosten eines teureren Kaufpreises, längerer Spieldauer und unklarerer Regeln. Wobei ich Volldampf allerdings recht nett finde und somit verstehen kann, wenn einem - in Unkenntnis von Volldampf - AoS gefällt.

Viele Grüße,
Micha

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Ernst Knauth

Re: Age of Steam

Beitragvon Ernst Knauth » 14. Januar 2003, 15:29

Hallo Micha,

> Der Lok Level kostet Dich ja jede Runde (Level-1) Geld. Das
> musst Du durch Deine Fahrten erst mal wieder raus holen...

Es ist ja Dein Ziel, mit Deiner Lok einen möglichst weiten Weg zu fahren, um Dein Einkommen zu maximieren, denn das bringt zum Schluß die meisten Siegpunkte. Aus Spargründen auf einen hohen Lok-Level zu verzichten, ist doch total sinnlos, zumal das Bargeld zum Schluß wertlos ist.

> > Verstehe ich auch nicht: Wenn 3 Spieler sofort passen, einer
> > die "Passen"-Option hat und nur einer bietet, wie kann dann
> > das Höchstgebot bei 6-10 landen? So viel ist doch der
> > Unterschied zwischen Platz 1 und 2 niemals wert ...
>
> Nö, andersrum:
> Startspieler bietet z.B. 5.
> Nächster Spieler will oder kann nicht mehr und passt.
> Übernächster ebenso. Nächster Spieler spielt die
> "Passen-Option".
> Spieler 5 hat nun die Auswahl: 6 bieten oder 3. werden. Der
> Unterschied 1./3. ist ihm keine 7 Wert, also passt er.
> Startspieler überbietet sich selbst (da er sonst durch's
> Passen zweiter würde) um 1, Spieler mit der Passen-Option
> passt jetzt endgültig und ist damit zweiter.
>
> Fazit: Startspieler löhnt 6, alle anderen löhnen nichts.

Wenn er nicht mit 5, sondern mit 1 anfängt, dann löhnt er entweder weniger, oder die anderen löhnen mehr. Mit einem geringen Gebot anzufangen ist insbesondere dann angesagt, wenn einer mit der "Passen"-Option dabei ist, denn dadurch wird diese Option entwertet. Aber auch sonst haben wir überwiegend mit dem geringsten Gebot angefangen (Ausnahme: gegen Ende des Spiels, wenn Bargeld sowieso im Überfluß vorhanden ist).

> ... Wobei ich Volldampf allerdings recht nett finde und
> somit verstehen kann, wenn einem - in Unkenntnis von
> Volldampf - AoS gefällt.

Ich werde Volldampf bei nächster Gelegenheit spielen, um einen Vergleich zu haben. Ich hoffe aber, daß es wesentlich mehr als nur "recht nett" ist, da es mich ansonsten - im Vergleich mit dem in meinen Augen recht anspruchsvollen Age of Steam - nicht wirklich interessieren würde.

Gruss

Ernst

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Michael Andersch

Re: Age of Steam

Beitragvon Michael Andersch » 14. Januar 2003, 16:20

Hallo Ernst,

> Es ist ja Dein Ziel, mit Deiner Lok einen möglichst weiten
> Weg zu fahren, um Dein Einkommen zu maximieren, denn das
> bringt zum Schluß die meisten Siegpunkte. Aus Spargründen auf
> einen hohen Lok-Level zu verzichten, ist doch total sinnlos,
> zumal das Bargeld zum Schluß wertlos ist.

Im Prinzip schon. Nur:
-wenn ich kürzere Strecken fahre, reicht ein niedrigerer Lok-Level
-längere Strecken bringen's ja nur, wenn sie mir auch (bzw. zum großen Teil)gehören.
-Bargeld ist zwar wertlos, aber man kann es ja anderweitig verbrauchen

Nicht dass das DIE Taktik wäre. Aber ich habe damit immerhin einen 3. Platz hinbekommen.

> Wenn er nicht mit 5, sondern mit 1 anfängt, dann löhnt er
> entweder weniger, oder die anderen löhnen mehr. Mit einem
> geringen Gebot anzufangen ist insbesondere dann angesagt,
> wenn einer mit der "Passen"-Option dabei ist, denn dadurch
> wird diese Option entwertet.

Da stimme ich nicht zu. Annahme: 5 Spieler, alle sind erpicht darauf, mit möglichst wenig Geld möglichst weit vorne in der Spielreihenfolge zu sein.

Spieler 1: bietet 1
Spieler 2: bietet 2
Spieler 3: bietet 3
Spieler 4: bietet 4
Spieler 5: bietet 5
Spieler 1: müsste jetzt 6 bieten UND alle anderen müssten danach passen damit er an 1. Stelle kommt - wobei es noch den Spieler mit der "Passen-Option" gibt, der noch eine weitere Runde "überlebt", ihn also zu einem Gebot von 7 zwingt, falls er noch erster werden will.
Da ist ein hohes Startgebot m.E. deutlich erfolgversprechender.
Vielleicht ist das aber auch rundenabhängig, bei uns haben's zumindest alle so gesehen.


> gegen Ende des Spiels, wenn Bargeld sowieso im Überfluß
> vorhanden ist).

Im Überfluss war Bargeld bei uns nur in der letzten Runde vorhanden.

> Ich werde Volldampf bei nächster Gelegenheit spielen, um
> einen Vergleich zu haben. Ich hoffe aber, daß es wesentlich
> mehr als nur "recht nett" ist, da es mich ansonsten - im
> Vergleich mit dem in meinen Augen recht anspruchsvollen Age
> of Steam - nicht wirklich interessieren würde.

Damit Du nicht enttäuscht bist: Wie ich Dich kenne wird Dir AoS besser gefallen. Es bietet auch etwas mehr Einfluss, aber der Quotient Spielspass/Spielzeit spricht für mich persönlich deutlich zugunsten von Volldampf.
Wie auch immer: Mit 60 Minuten Volldampf zum "einen Vergleich haben" machst Du ja nicht all zu viel Zeit kaputt (es sei denn, Du würdest es extra kaufen müssen).

VG,
Micha

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Marcel Sagel
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Beiträge: 166

Re: Age of Steam

Beitragvon Marcel Sagel » 14. Januar 2003, 16:20

Michael Andersch schrieb:
> Startspieler bietet z.B. 5.
> Nächster Spieler will oder kann nicht mehr und passt.
> Übernächster ebenso. Nächster Spieler spielt die
> "Passen-Option".
> Spieler 5 hat nun die Auswahl: 6 bieten oder 3. werden. Der
> Unterschied 1./3. ist ihm keine 7 Wert, also passt er.
> Startspieler überbietet sich selbst (da er sonst durch's
> Passen zweiter würde) um 1, Spieler mit der Passen-Option
> passt jetzt endgültig und ist damit zweiter.
>
> Fazit: Startspieler löhnt 6, alle anderen löhnen nichts.

Wie ich es verstanden habe (ist mir in Essen so erklärt) braucht man nicht sich selbst zu überbieten, also der Startspieler soll dann 5 bezahlen.
Er hätte natürlich auch zwei bieten können und dann als dritter oder vierter gehen :)

Marcel

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Michael Andersch

Re: Age of Steam

Beitragvon Michael Andersch » 14. Januar 2003, 16:30

Marcel Sagel schrieb:
>
> Wie ich es verstanden habe (ist mir in Essen so erklärt)
> braucht man nicht sich selbst zu überbieten, also der
> Startspieler soll dann 5 bezahlen.

Tatsächlich? Das würde natürlich schon ein bisschen was ändern.
Mir wurde es anders erklärt (allerdings nicht in Essen): Wer passt, geht in diesem Moment, unabhängig von der Höhe seines Gebotes.
D.h. im Extremfall kommt ein Spieler mit der Passen-Option ohne etwas zu bezahlen auf Platz 1, während jemand anderes dafür bezahlt, z.B. zweiter zu sein.

VG,
Micha

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Ernst Knauth

Re: Age of Steam

Beitragvon Ernst Knauth » 14. Januar 2003, 16:45

Michael Andersch schrieb:
> > Wie ich es verstanden habe (ist mir in Essen so erklärt)
> > braucht man nicht sich selbst zu überbieten, also der
> > Startspieler soll dann 5 bezahlen.

So ist es tatsächlich.

> Tatsächlich? Das würde natürlich schon ein bisschen was ändern.
> Mir wurde es anders erklärt (allerdings nicht in Essen): Wer
> passt, geht in diesem Moment, unabhängig von der Höhe seines
> Gebotes.

Der Höchstbieter muß ja nicht passen, er hat doch schon das höchste Gebot.

> D.h. im Extremfall kommt ein Spieler mit der Passen-Option
> ohne etwas zu bezahlen auf Platz 1, während jemand anderes
> dafür bezahlt, z.B. zweiter zu sein.

Stimmt. Dafür hat dann der andere dafür bezahlt, daß er mehr Siegpunkte einfährt. Und darauf kommt es ja letztlich an.

Gruss

Ernst

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Michael Andersch

Re: Age of Steam

Beitragvon Michael Andersch » 14. Januar 2003, 17:05

Wenn das so ist...dann ist es ja Volldampf NOCH ähnlicher ;-) !

VG,
Micha

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Ernst Knauth

Re: Age of Steam

Beitragvon Ernst Knauth » 14. Januar 2003, 17:07

Hallo Micha,

> > Es ist ja Dein Ziel, mit Deiner Lok einen möglichst weiten
> > Weg zu fahren, um Dein Einkommen zu maximieren, denn das
> > bringt zum Schluß die meisten Siegpunkte. Aus Spargründen auf
> > einen hohen Lok-Level zu verzichten, ist doch total sinnlos,
> > zumal das Bargeld zum Schluß wertlos ist.
>
> Im Prinzip schon. Nur:
> -wenn ich kürzere Strecken fahre, reicht ein niedrigerer Lok-Level
> -längere Strecken bringen's ja nur, wenn sie mir auch (bzw. zum großen Teil)gehören.

Ein wenig Planung wollen wir aber doch schon haben, oder? :-)
Strecken hast Du - auch für einen hohen Lok-Level - jedenfalls genug, wenn Du sinnvoll gebaut hast.

> -Bargeld ist zwar wertlos, aber man kann es ja anderweitig verbrauchen

Dann nimm lieber vorher weniger Kredite auf, die kosten schließlich auch Siegpunkte.
Auch hier sollte man gut planen.

> Im Überfluss war Bargeld bei uns nur in der letzten Runde vorhanden.

Normalerweise schon ab Spielmitte, sobald das (Netto-)Einkommen so hoch ist, daß man in der nächsten Runde keine Kredite mehr aufnehmen muß.

> Damit Du nicht enttäuscht bist: Wie ich Dich kenne wird Dir
> AoS besser gefallen. Es bietet auch etwas mehr Einfluss, aber
> der Quotient Spielspass/Spielzeit spricht für mich persönlich
> deutlich zugunsten von Volldampf.
> Wie auch immer: Mit 60 Minuten Volldampf zum "einen Vergleich
> haben" machst Du ja nicht all zu viel Zeit kaputt (es sei
> denn, Du würdest es extra kaufen müssen).

Ich habs schon, nur noch nicht gespielt. Und ich würde es mit Sicherheit erst mehrfach spielen, bevor ich mir ein Urteil zutrauen würde. Age of Steam hatte sich uns auch erst nach mehreren Partien erschlossen.

Gruss

Ernst

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Christoph

Re: Age of Steam

Beitragvon Christoph » 14. Januar 2003, 17:20

Hallo Ernst,
nach mehreren Partien Volldampf und zwei AoS Partien kann ich zumindest eines sagen, dass hier auch schon angeklungen ist: Der Unterschied einer 4er zu einer 5er Partie ist bei beiden Spielen sehr groß. Bei Volldampf hatte ich den Eindruck, es sei nur für 4 Leute entwickelt und jede andere Spielerzahl mehr aus der Not aus dem System herausgequetscht...

AoS habe ich einmal zu viert und einmal zu fünft gespielt. Und zu fünft nimmt die Planbarkeit extrem ab, sodass eine "Abstaubertaktik" mit vielen kurzen Strecken kleine Gewinne einzufahren (wobei dann die Lokgrösse nicht entscheidend ist), sich eher anbietet.

Ausserdem war mein Eindruck, daß die Rollenwahl bei vier Spielern auch dem letzten noch was interessantes übrig lässt, während bei fünfen schon mal jemand aus Verzweiflung die Produktion gewählt hat.

Insgesamt finde ich AoS das bessere Spiel, wegen des Streckenbaus und der Rollenwahl. Die Strecken bei Volldampf sind auf dem Plan eingezeichnet und über zufällig gebildete Kartensätze (jede Karte gibt ein Gebiet vor, in dem eine Strecke gebaut werden kann) werden für jede Runde die Baumöglichkeiten festgelegt. Das Bieten um die Rundenreihenfolge wird damit wichtig, um den Kartensatz zu erhalten, der einem die besten Baumöglichkeiten bietet. Für den letzten bleibt dann häufig nur noch Schrott.
Bei AoS wird eher um die Rollenwahl gepokert und da es meistens mehr als eine Rolle gibt, die man gerne hätte, ist die Reihenfolge nicht ganz so entscheidend.

ciao, Christoph
(Ich würde Volldampf auch gerne noch mal zum Vergleich spielen, soll ich es nach Bizau mitbringen? :-) )

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Ernst Knauth

Re: Age of Steam

Beitragvon Ernst Knauth » 14. Januar 2003, 18:50

Hallo Christoph,

schön, mal wieder von Dir zu hören.

> AoS habe ich einmal zu viert und einmal zu fünft gespielt.
> Und zu fünft nimmt die Planbarkeit extrem ab, sodass eine
> "Abstaubertaktik" mit vielen kurzen Strecken kleine Gewinne
> einzufahren (wobei dann die Lokgrösse nicht entscheidend
> ist), sich eher anbietet.

Das hatte ich inzwischen auch schon vermutet.
Es wird also Zeit für eine Fünfer-Partie ...

> Ausserdem war mein Eindruck, daß die Rollenwahl bei vier
> Spielern auch dem letzten noch was interessantes übrig lässt,
> während bei fünfen schon mal jemand aus Verzweiflung die
> Produktion gewählt hat.

Da kann man ja was tun, wie z.B. eine weitere mögliche Option einführen. Bei unserer letzten Partie hatte ich da auch schon die Idee einer Option, daß man beim Warentransport 1x eine Stadt überspringen kann (d.h. sie zählt nicht zum Lok-Limit, und auch ihre Farbe kann negiert werden), ähnlich einer E-Lok bei 18xx.

> Insgesamt finde ich AoS das bessere Spiel, wegen des
> Streckenbaus und der Rollenwahl.
> (Ich würde Volldampf auch gerne noch mal zum Vergleich
> spielen, soll ich es nach Bizau mitbringen?

Ja natürlich, das würde ja super passen.
Und Age of Steam zu fünft wäre dann sicherlich auch mal drin, denke ich. :-)

Gruss

Ernst

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Joachim Dell

Re: Age of Steam

Beitragvon Joachim Dell » 14. Januar 2003, 23:59

Hallo,
wann ist denn dieses Jahr Bizau angesagt?
Es ist ja schon länger her, dass ich da mal mitgefahren bin und ich habe es in guter Erinnerung. Leider habe ich in der Vergangenheit entweder den Termin zu spät erfahren, oder konnte terminlich nicht, aber vielleicht klappt es ja mal wieder.

Auch ich spiele gerne AoS, habe aber noch nicht so viele Partien gespielt, dass ich einen brauchbaren Kommentar beisteuern könnte.

Viele Grüße, Joachim.

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Udo Bartsch
Kennerspieler
Beiträge: 115

RE: Age of Steam

Beitragvon Udo Bartsch » 15. Januar 2003, 00:48

Der Unterschied zwischen 4 und 5 Spielern zeigte sich bei uns darin, dass zu fünft deutlich öfter die Linien der anderen mitbenutzt wurden bzw. werden mussten. Die Netze haben sich bei uns trotzdem anscheinend weniger miteinander verwoben als bei dir. Ich versuche immer, mein Eckchen für mich abzustecken. Im Großen und Ganzen haben das bei uns alle so gehandhabt. Wenn man sich dazwischenmogelte, hat das eher dazu geführt, dass niemand mehr über diese Strecke fahren wollte, sofern es sich irgend vermeiden ließ. Hängt wahrscheinlich mit der Mentalität der Gruppe zusammen. Wenn plötzlich alle wild durcheinander bauen, könnte ich das mit meinem Eckchen wohl vergessen.
Die beliebteste Aktion ist überwiegend Urbanization. Ich selbst bevorzuge Locomotive und habe wahrlich nicht vor, die anderen da eines Besseren zu belehren. Sollen sie sich um Urbanization kloppen. Production wird eher selten genommen. Insbesondere wenn sich die Strecken vermischen, ist Production eine zweischneidige Sache: Nachher wird "meine" Ware von wem anders abgefahren. Unschön. Trotzdem hat Production auch schon oft genug Vorteile gebracht und ist dadurch legitimiert. Dass es bessere und schwächere Aktionen gibt, muss nun mal sein, sonst würde man nur noch auf die Reihenfolge bieten. Vermutich noch seltener als Production habe ich übrigens First Build genommen.
Auch bei uns war es am Schluss niemals ein Kampf aller um den Sieg. Meistens kamen noch zwei als Gewinner in Frage; selten war schon einer quasi uneinholbar vorn. Das Spiel macht aber auch auf den hinteren Rängen viel Spaß.
Wie ich lese, hast du sich schon zu einer Volldampf-Partie verabredet. Ich wollte dir eigentlich abraten. Volldampf ist zwar "ganz nett", womöglich sogar das nach Vernissage zweitbeste TM-Spiel, aber im Vergleich zu Age of Steam kann es nur verlieren.

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Michael Andersch

Re: Age of Steam

Beitragvon Michael Andersch » 15. Januar 2003, 07:24

Hallo Ernst,

> Ein wenig Planung wollen wir aber doch schon haben, oder? :-)

Nur, wenn's unbedingt sein muss ;-) !

> Und ich würde es mit
> Sicherheit erst mehrfach spielen, bevor ich mir ein Urteil
> zutrauen würde. Age of Steam hatte sich uns auch erst nach
> mehreren Partien erschlossen.

Wäre schlecht, wenn's anders wäre - deswegen hatte ich ja darauf hingewiesen, dass ich es erst einmel gespielt habe.
Ansonsten denke ich mal, dass unsere unterschiedlichen Ansichten durchaus an der Spielerzahl liegen könnten - wie von Christoph und Udo beschrieben. Auch das von Udo beschriebene Phänomen "lange, durchgehende Strecken nur schwer machbar" kommt mir z.B. aus unserer 5-Spieler-Partie sehr bekannt vor.

Ansonsten wiederhole ich hier nochmal, dass ich Volldampf absolut gesehen sicherlich für das schlechtere der beiden Spiele halte. Allerdings für so wenig schlechter, dass die anderen Punkte (kürzere Spieldauer, m.E. kürzere Wartezeiten) überwiegen, und ich Volldampf vorziehen würde. Da aber Spieldauer und Wartezeiten für Dich eher sekundär sind wirst Du vermutlich bei AoS bleiben werden!

VG,
Micha

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Ernst Knauth

RE: Age of Steam

Beitragvon Ernst Knauth » 15. Januar 2003, 07:26

Hallo Udo,

danke für Deinen Kommentar.
Deine bisherigen Erfahrungen decken sich weitgehend mit meinen.

"First Build" und das Legen von 4 Plättchen wird bei uns auch öfters genommen. Aber das ist logisch und wichtig, wenn man sich nicht gebietsmäßig abgrenzt, denke ich.

Gruss

Ernst

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Ernst Knauth

Re: [OT] Bizau

Beitragvon Ernst Knauth » 15. Januar 2003, 07:26

Hallo Joaschim,

> wann ist denn dieses Jahr Bizau angesagt?

15.-29.3.2003

> Es ist ja schon länger her, dass ich da mal mitgefahren bin
> und ich habe es in guter Erinnerung. Leider habe ich in der
> Vergangenheit entweder den Termin zu spät erfahren, oder
> konnte terminlich nicht, aber vielleicht klappt es ja mal
> wieder.

Da solltest Du Dich aber beeilen. Ich glaube, es ist schon wieder ziemlich voll.
>
> Auch ich spiele gerne AoS, habe aber noch nicht so viele
> Partien gespielt, dass ich einen brauchbaren Kommentar
> beisteuern könnte.

Warum nicht?

Gruss

Ernst

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Christoph

Re: Age of Steam

Beitragvon Christoph » 15. Januar 2003, 11:12

Ernst Knauth schrieb:
> Da kann man ja was tun, wie z.B. eine weitere mögliche Option
> einführen. Bei unserer letzten Partie hatte ich da auch schon
> die Idee einer Option, daß man beim Warentransport 1x eine
> Stadt überspringen kann (d.h. sie zählt nicht zum Lok-Limit,
> und auch ihre Farbe kann negiert werden), ähnlich einer E-Lok
> bei 18xx.
Klingt nach einer netten Idee, obwohl ich vermute, dass dadurch die Option, neue Warensteine zu platzieren, noch weniger wahrgenommen wird.

> > spielen, soll ich es nach Bizau mitbringen?
>
> Ja natürlich, das würde ja super passen.
> Und Age of Steam zu fünft wäre dann sicherlich auch mal drin,
> denke ich. :-)
Na, dann ist ja schon ein Abend gesichert :-) Ich könnte mir als Ergebnis einer weiteren 5erPartie AoS allerdings auch gut vorstellen, dass man es lieber nur noch zu viert spielt...

Gruß, Christoph

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Wolf

Re: Age of Steam

Beitragvon Wolf » 15. Januar 2003, 13:47

Age of Steam habe ich bis jetzt 8 mal zu viert, zweimal zu fünft, einmal zu dritt und etwa 25 mal zu zweit gespielt.
Ja, richtig, zu zweit, denn das läuft ebenfalls hervorragend. Jeder Spieler übernimmt dann zwei Farben. Das Geld muss getrennt gehalten werden und für jede Farbe muss separat geboten werden. Das Spiel endet in der Runde, in der das Vier-Personen Spiel endet. Alle Regeln bleiben bestehen, wir haben allerdings beschlossen, daß es nicht erlaubt ist, Strecken der eigenen anderen Farbe mitzubenutzen. Am Ende werden dann die Punkte der beiden eigenen Farben addiert.
Zu zweit eröffnen sich viele zusätzliche strategische Möglichkeiten, denn man kann ja durchaus mit einer Farbe der anderen eigenen zuarbeiten und muss so planen, daß sich die beiden eigenen Strecken nicht gegenseitig blockieren.

Generell kann ich sagen, daß es gefährlich ist, anfangs zu viele Aktien zu verkaufen auch wenn man dann nicht hoch bieten kann. Andererseits, wenn man es sich finanziell leisten kann, kann es anfangs durchaus vorteilhaft sein, auf einen oder sogar beide Warentransporte zu verzichten, um die Lok zu verbessern. Kann man dann in der Folgerunde weitere Strecken fahren, hat man den Vorsprung der Gegner schnell eingeholt und muss auch nicht mehr für Lokverbesserung bieten.
Beim Bauen sollte man darauf achten, möglichst eine lange zusammenhängende Strecke ohne viel Verzweigungen zu bauen, damit man im späteren Spiel starke Loks ausnutzen kann.
Die beliebtesten Optionen sind meist Urbanisation und Lok verbessern. Aggressive Spieler können z.B. im späten Spiel einem Gegner durch Urbanisation 3 Punkte nehmen, indem sie ein Stadtplättchen durch eine Großstadt ersetzen.
Die Lok-Option wird vor allem im späten Spiel wichtig, denn jeder Transportverzicht schmälert dann den Endgewinn.
Man sollte auch nicht die Option " 4 Plättchen legen" unterschätzen,denn jedes Plättchen bringt ja in der Endabrechnung mindestens einen Punkt.
Auffüllen der Produktion wurde in unseren Spielen ab etwa der dritten Runde häufig gewählt. Meist können die gezogenen Waren doch so plaziert werden, daß sie irgendwann Nutzen bringen.
Es gäbe noch vieles zu sagen, aber das sprengt hier den Rahmen. Das zeigt aber auch, daß Age of Steam unendlich viele strategische Möglichkeiten bietet. Auch nach vielen Spielen gibt es neue Strategien zu entdecken und es wird nicht langweilig.
Für mich ist Age of Steam das beste Spiel aus Essen.

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Udo Bartsch
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Beiträge: 115

RE: Age of Steam

Beitragvon Udo Bartsch » 15. Januar 2003, 17:14

Auch das von Udo
> beschriebene Phänomen "lange, durchgehende Strecken nur
> schwer machbar" kommt mir z.B. aus unserer 5-Spieler-Partie
> sehr bekannt vor.

Habe ich das so gesagt? Wenn´s so rübergekommen ist, möchte ich es abmildern: Auch in einer 5er-Partie sind lange durchgehende Strecken machbar. Auf einen Schlag 5 Punkte einzufahren ist möglich. Sogar 6 habe ich erlebt. Es kommt nur eben seltener vor als in einer 4er-Partie.
Ich vermute, ihr habt aggressiver gespielt als wir.


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