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Sticheln - wozu dient die Null?

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Ulrich Roth

Sticheln - wozu dient die Null?

Beitragvon Ulrich Roth » 18. Januar 2003, 19:59

Hallo!

Ich habe mir gerade die Regeln dieses vielgelobten Kartenspiels durchgelesen und will es so bald wie möglich mal ausprobieren - es klingt alles richtig fies, verspricht also jede Menge Spaß. :razz:

Was sich mir aber zunächst nicht erschließen will, ist der Sinn der Sonderrolle der Karte mit Wert "0", die als einzige kein Trumpf sein kann.
Ist das wirklich mehr als eine marginale Sonderregel, die man genauso gut hätte weglassen können, weil das Spiel ohne sie im Prinzip dasselbe ist?
Beim Spielen werde ich es schon herausfinden, will es aber neugierigerweise sofort wissen. :wink:

Wer kann mir da auf die Sprünge helfen?

Grüße,
Ulrich

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Dietmar

Re: Sticheln - wozu dient die Null?

Beitragvon Dietmar » 18. Januar 2003, 22:05

Ganz einfach: Mit der Null kannst Du nie einen Stich machen, worüber Du gelegentlich ziemlich froh sein dürftest... B-)

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Ulrich Roth

Re: Sticheln - wozu dient die Null?

Beitragvon Ulrich Roth » 18. Januar 2003, 23:54

Hallo Dietmar,

> Ganz einfach: Mit der Null kannst Du nie einen Stich machen,
> worüber Du gelegentlich ziemlich froh sein dürftest... B-)

So weit, so klar! :))
Aber meine Frage ist, inwiefern dieser Umstand das Spielgeschehen bereichert?
Wenn die Null lediglich eine angenehme Karte ist, die man glücklicherweise zugemischt bekommt oder halt nicht, lohnt sich doch kaum ihre Einführung per Sonderregel.
Deshalb vermute ich, dass es irgendeine taktische Einsatzmöglichkeit gibt, die nicht auf den ersten Blick erkennbar ist...!?

Grüße,
Ulrich

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hannes

Re: Sticheln - wozu dient die Null?

Beitragvon hannes » 19. Januar 2003, 01:12

Hallo Ulrich

-Wenn alle meine Mitspieler Karten meiner Ärgerfarbe spielen, ich selber aber keine mehr davon, also nur noch Trumpfkarten habe, verhindert eine gespielte Null, dass ich den schlimmen Stich machen muss.
-Ebenso umgekehrt, wenn bis jetzt nur Karten einer Farbe gespielt wurden und ein Mitspieler den Stich mit lauter Karten seiner Ärgerfarbe machen müsste. Wenn ich diese Farbe nicht mehr habe, muss ich trotzdem nicht überstechen, wenn ich eine Null spiele.
-Zudem bringt eine am Rundenbeginn gewählte Null meiner Ärgerfarbe keine Minuspunkte.

Mehr taktische Möglichkeiten sehe ich auch nicht.

Ciao
hannes

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Volker Schneider

Re: Sticheln - wozu dient die Null?

Beitragvon Volker Schneider » 19. Januar 2003, 01:15

Hallo Ulli,

die Erklärung ergibt sich oft während des Spiels. Man versucht oft, wenn man selbst das Ausspiel hat, mit der Ärgerfarbe rauszukommen. Im Regelfall nehmen die Mitspieler mit einer anderen Farbe den Stich mit. Spielen die Gegner aber fies und legen lediglich 0er Karten, bleibt der Stich bei dir und du machst miese ;-)

Dann ists zu Beginn des Spiels noch so, daß man eine Karte für den Gegner blind legt, um seine Ärgerfarbe zu bestimmen. Der Wert dieser Karte zählt für dich gleichfalls schon als minus. Daher ist´s clever, die null abzulegen, da sie keinen minuswert für dich bringt...

Spiel einfach mal das Spiel, und du wirst alles von selbst verstehen. Ist´s auf jeden Fall Wert :-)

Gruß Volker

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Ulrich Roth

Re: Sticheln - wozu dient die Null?

Beitragvon Ulrich Roth » 19. Januar 2003, 02:26

Hallo Hannes,

> -Wenn alle meine Mitspieler Karten meiner Ärgerfarbe spielen,
> ich selber aber keine mehr davon, also nur noch Trumpfkarten
> habe, verhindert eine gespielte Null, dass ich den schlimmen
> Stich machen muss.

Ist klar, aber die Null auf meiner Hand ist dann, gesamtspielerisch betrachtet, qualitativ nicht viel anderes als eine der anderen günstigen Karten (in diesem Fall: niedrige Werte meiner Ärgerfarbe), die ich auf der Hand haben könnte. Ich habe sie, und kann damit in der beschriebenen Situation den Katastrophenstich vermeiden, oder ich habe sie nicht - Pech!

> -Ebenso umgekehrt, wenn bis jetzt nur Karten einer Farbe
> gespielt wurden und ein Mitspieler den Stich mit lauter
> Karten seiner Ärgerfarbe machen müsste. Wenn ich diese Farbe
> nicht mehr habe, muss ich trotzdem nicht überstechen, wenn
> ich eine Null spiele.

Ähnlich wie oben: Ich _könnte_ die Farbe aber haben, oder einen niedrigen Trumpf, falls der Spieler, dessen Ärgerfarbe liegt, auch stechen muss.

Diese Beispiele scheinen mir - falls nicht noch andere Ideen auftauchen - darauf hinauszulaufen, dass die "Null = kein Trumpf"-Sonderregel zum Spiel nicht qualitativ sondern lediglich quantitativ beiträgt, in dem Sinn, dass es eben einige tendenziell "günstige" Karten mehr im Spiel gibt.
Die Regel könnte demnach als Feinjustierung fungieren, um die Häufigkeit negativer Scores abzumildern.

> -Zudem bringt eine am Rundenbeginn gewählte Null meiner
> Ärgerfarbe keine Minuspunkte.

Logo, aber dafür braucht's die Sonderregel nicht.

Grüße,
Ulrich

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Ulrich Roth

Re: Sticheln - wozu dient die Null?

Beitragvon Ulrich Roth » 19. Januar 2003, 02:46

Hallo Volker,

> die Erklärung ergibt sich oft während des Spiels. Man
> versucht oft, wenn man selbst das Ausspiel hat, mit der
> Ärgerfarbe rauszukommen. Im Regelfall nehmen die Mitspieler
> mit einer anderen Farbe den Stich mit. Spielen die Gegner
> aber fies und legen lediglich 0er Karten, bleibt der Stich
> bei dir und du machst miese ;-)

Leuchtet mir ein. Aber auch hier gilt was ich schon Hannes geantwortet habe:
Die von den Gegnern fieserweise ausgespielten Nullen unterscheiden sich qualitativ nicht von anderen für sie günstigen und für mich ungünstigen Karten (in diesem Fall: Karten in meiner Ärgerfarbe mit niedrigerem Wert als meine), die sie in dieser Situation mit dem gleichen Ergebnis ausspielen könnten.
Die Existenz der nicht-trumpfenden Nullen vermehrt nur die Gesamtmenge dieser Karten.

> Spiel einfach mal das Spiel, und du wirst alles von selbst
> verstehen. Ist´s auf jeden Fall Wert :-)

Das will ich gern glauben! Die Bastelarbeiten an meinem eigenen Deck wurden heute abgeschlossen und einer baldigen Probepartie steht nun nichts mehr im Wege... :smile:

Grüße,
Ulrich

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Thomas Rosanski

RE: Sticheln - wozu dient die Null?

Beitragvon Thomas Rosanski » 19. Januar 2003, 09:24

"Ulrich Roth" hat am 19.01.2003 geschrieben:
> Ist klar, aber die Null auf meiner Hand ist dann,
> gesamtspielerisch betrachtet, qualitativ nicht viel anderes
> als eine der anderen günstigen Karten (in diesem Fall:
> niedrige Werte meiner Ärgerfarbe), die ich auf der Hand
> haben könnte. Ich habe sie, und kann damit in der
> beschriebenen Situation den Katastrophenstich vermeiden,
> oder ich habe sie nicht - Pech!

Die Null stellt aber eine gewisse Sicherheit dar. Ich weiss schon vorher, dass ich damit einen (üblen) Stich [b]garantiert[/b] abwenden kann. Bei jeder anderen Karte bin ich darauf angewiesen, welche Karten die Mitspieler gelegt haben. Gerade, wenn die Anzahl Karten auf der Hand gegen Ende einer Runde klein wird, ist eine Null auf der Hand sehr beruhigend.

Fröhlichen Gruß,

Thomas
--
http://thomas-rosanski.de/

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Thomas Rosanski

RE: Sticheln - wozu dient die Null?

Beitragvon Thomas Rosanski » 19. Januar 2003, 09:29

"Thomas Rosanski" hat am 19.01.2003 geschrieben:

ach, noch was: Angenommen, Spieler A spielt die Ärgerfarbe von Spieler D. Spieler B bedient die Ärgerfarbe. Du und Spieler D haben die gespielte Farbe nicht mehr auf der Hand. Wenn du jetzt eine Null spielst, muss Spieler D den Stich nehmen. Wenn du irgendeine andere Farbe abwirfst, bekommst du den Stich möglicherweise und kannst Spieler D nicht ärgern.

Fröhlichen Gruß,

Thomas
--
http://thomas-rosanski.de/

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hannes

Re: Sticheln - wozu dient die Null?

Beitragvon hannes » 19. Januar 2003, 10:28

Hallo Ulrich

Am besten probierst du's selber aus. Spiel mal einige Partien reglementsgemäss mit Nullwerten und einige weitere, bei denen es keine Nullen gibt (man spielt dann zB. bei 4 Spielern mit den Werten 1 bis 12).
Da ich noch nicht so häufig Gelegenheit hatte zu sticheln, weiss ich selber nicht, was beim Vergleich herauskommen wird (Null Ahnung), vermute aber, dass Klaus Palesch schon wusste, was er tat ;-) .

Ciao
hannes

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peer

Re: Sticheln - wozu dient die Null?

Beitragvon peer » 19. Januar 2003, 11:44

Hi,
Die 0 wert einen Stich garantiert ab - anders als die 1 mit der man einen Stich auch schon mal übernehmen kann.
Das ist taktisch wichtig zu bedenken - man vergisst sie nämlich ganz gerne. Weiss man z.B. das niedrige Karten der Ärgerfarbe raus sind, kann man mit einer höheren Karte rauskommen (z.B. 7, wenn genug darunter raus ist). Das ist eine gute Methode, um seine Ärgerfarbe loszuwerden. Das sollte man aber nur machen, wenn die 0en raus sind (oder man sicher ist, das sie nicht verteilt liegen), sonst schenkt man sich selber einen ein. Und die Nullen vergisst man leicht.
Es lassen sich noch weitere Beispiele finden, aber am besten spielst dus mal...
ciao,
Peer (seit Jahren begeisteter Stichler)

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Ulrich Roth

Re: Sticheln - wozu dient die Null?

Beitragvon Ulrich Roth » 19. Januar 2003, 15:51

Hallo Hannes,

> Am besten probierst du's selber aus. Spiel mal einige Partien
> reglementsgemäss mit Nullwerten und einige weitere, bei denen
> es keine Nullen gibt (man spielt dann zB. bei 4 Spielern mit
> den Werten 1 bis 12).

werde ich machen - allerdings mit den genau gleichen Kartenwerten wie beim Originalspiel.
Was mich irritiert, ist ja nicht die Karte "0" an sich, sondern ihre Sondereigenschaft "kein Trumpf", für die ich in den bisher vorgetragenen Beispielen keine hinlängliche Berechtigung finden kann. :roll:
Eine innere Stimme sagt mir, dass das Spiel ohne diese Sonderregel essenziell dasselbe ist, nur einen Tick eleganter und (noch) leichter zu erlernen. :wink:

Grüße,
Ulrich

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Christiane F.

Re: Sticheln - wozu dient die Null?

Beitragvon Christiane F. » 20. Januar 2003, 23:35

hi ulrich und alle anderen,

viel kann ich den aussagen meiner vorrednerInnen in bezug auf die verwendung der null nicht mehr hinzufuegen.
aber ich moechte hier mal mein erstaunen darueber ausdruecken, dass so oft (also in der bsw begegnet mir das andauernd) die null als karte fuer die aergerfarbe ausgewaehlt wird. das wuerde ich wirklich nur im alleralleraeussersten notfall tun. klar, das gibt dann keine miesen, aber ich finde die null wirklich viel zu wertvoll dazu. fuer mich ist eine null eine der wertvollsten karten im spiel, weil sie mir eben sicher dazu verhilft, miese zu vermeiden - und zwar wesentlich mehr miese, als die laecherlichen 1 oder 2 oder 3, die ich direkt durch auslegen einer aergerfarbenkarte einfange.
klar, wenn ich das pech habe, in allen farben nur hohe karten zu haben, und in einer davon die null, wuerde ich es mir vielleicht ueberlegen. aber dann ist sie doch erst recht wertvoll, und also vielleicht lieber doch nicht?

nachdem ich in meinen bisherigen partien in der bsw immer fast die einzige mit der theorie war, frag ich mich allmaehlich doch, ob ich da nen denkfehler mache.
kann mir vielleicht mal jemand auf die spruenge helfen?

fragende gruesse,

christiane

(die sticheln seit jahren liebt und viel zu selten gelegenheit dazu hat).

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Jürgen Simon

Re: Sticheln - wozu dient die Null?

Beitragvon Jürgen Simon » 21. Januar 2003, 10:09

Huhu Christiane!

Generell gilt natürlich die Null ist stark!

ABER: Es kommt sehr auf die Karten daneben an und vo allem auf die Mitspieler..

Sitzt hinten einer,der lieber vier Pluspunkte mitnimmt, als dir z.B. 5 Minuspunkte zu geben läuft das Spiel ganz anders, als wenn alle nur vrsuchen den anderen Minuspunkte reinzudrücken!

Ich lege die Null auch mal gerne als Ärgerfarbe, aber auch nur, wenn meine Karten sonst gut sind.

Habe ich keine guten karten lege ich schon mal eine zwei oder so...drei ist maximal, was ich bisher gelegt habe....aber abwarten,eines tages kommt wohl ein Blatt mit 6 als niedrigster Karte;-)

Wir können gerne mal in der Brettspielwelt eine Partie wagen (wenn ich denn mal da bin, da ich zur Zeit eher für meine Klausuren büffeln muss), oder gar zusammen mit einem Blatt spielen (also ener spielt und der andere schaut mit in die Karten.. das wäre sicher lustig bei uns zweien...)

MfG
Jürgen

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Frank Gebauer

Re: Sticheln - wozu dient die Null?

Beitragvon Frank Gebauer » 21. Januar 2003, 17:37

Hi Christiane.

Du hast absolut Recht. Eine Null ist viel zu wertvoll, um sie als Ärgerkarte zu verbraten. Würde ich auch nur im Notfall machen, wenn das Blatt extrem ungünstig sein sollte. Fünf oder sechs Miese würde ich mir auch nicht hinlegen wollen, in dem Fall würde ich wahrscheinlich die Null zücken.
Hab schon öfters üble Stiche kassiert, weil ich KEINE Null mehr hatte :-((

Ich kenne Sticheln erst seit einem Jahr und liebe es ebenfalls. Ist so schön andersrum. Und ich mag Spiele, in denen die Nullen auch mal groß auftrumpfen können.

Frank Gebauer (der G-Bauer)

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Rolf Braun

Re: Sticheln - wozu dient die Null?

Beitragvon Rolf Braun » 22. Januar 2003, 03:07

> Sitzt hinten einer,der lieber vier Pluspunkte mitnimmt, als
> dir z.B. 5 Minuspunkte zu geben läuft das Spiel ganz anders,
> als wenn alle nur vrsuchen den anderen Minuspunkte
> reinzudrücken!

Aber das ist doch der Normalfall lieber 4 für mich als 5 minus für eineN andereN. Außnahne: alle anderen sind so schlecht, daß der Sieg wohl zwischen mir und dem/der Anderen ausgemacht wir, dann dann gilt:

Mathematisch:

Allgemein:
x + (y / SP_anz) = z
x: potentielle Punkte für mich
y: potentielle minus Punkte für den/die AndereN
SP_anz: Spieler_anz (bzw. ernstzunehmende Gegner)
wenn z negativ wird laß ich dem Gegner den Stich
Bsp. (von oben bei 4 Spielern):
4 + (-5 / 3) = 2,3 Punkte für mich (also nehmen)

Spezieller Fall (nur ein ernstzunehmender Gegner oder gegen Ende, wenn's um den Sieg bzw. Platz geht):
x + y = z
Bsp. (von oben):
4 + (-5) = -1 Punkt für mich (also nicht nehmen)

Ich hoffe igendwer hat verstanden was ich meine - is ja schon spät!
Gruß
Rolf

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Rolf Braun

Re: Sticheln - wozu dient die Null?

Beitragvon Rolf Braun » 22. Januar 2003, 03:28

> Eine innere Stimme sagt mir, dass das Spiel ohne diese
> Sonderregel essenziell dasselbe ist, nur einen Tick eleganter
> und (noch) leichter zu erlernen.

Deine innere Stimme lügt (zuminderst in diesem Fall).

Die 0 erhöht die taktische Komponente des Spiels ungemein.
Es gibt ja sonst keine Karte mit der du den Stich auf keinen Fall machst.
(Außer alle spielen eine 0 - aber das ist unsinnig!)
Also mit der 0 kannst du sehr viel Einfluß nehmen!

Ok - wer die 0en bekommt ist natürlich Zufall, aber was der/die Einzelne draus macht ist (evtl.) Können.

Du könntest genauso fragen wozu bei Tichu der Darche, der Phönix oder Hund da sind. Ginge ja auch ohne aber dann wäre der Glücksanteil wesentlich höher.

Auch hier gilt: Sind eben starke Karten, die das Spiel erst interessant machen, wenn mensch weiß, wie mensch es am besten spielt.
(Auch bei Tichu ist Taktik genauso wichtig wie Glück!)

Gilt auch für andere Spiele:
Skat ohne Solo
Siedler ohne Räuber
Puerto Rico ohne Hafen
Das letzte Paradies ohne Umweltbonuspunkte
Hive ohne Käfer
Schach ohne Dame

Gruß
Rolf, der hofft das er mit dem Beispiel 'Schach ohne Dame' sich nicht zu weit aus dem Fenster gehängt hat!

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Christiane F.

Re: Sticheln - wozu dient die Null?

Beitragvon Christiane F. » 22. Januar 2003, 04:05

hi rolf,

du hast mit mathematischen formeln ausgedrueckt, was mir beim lesen von juergens beitrag ganz unmathematisch, sondern nur vom sog. 'gesunden menschenverstand' geleitet, duch den kopf ging.
wer hinten sitzt, sollte sich schon ueberlegen, ob es ihm mehr bringt, punkte mitzunehmen oder jemand anders eins reinzuwuergen. und das haengt ganz stark davon ab, ob derjenige, dem er eins reinwuergen wuerde, ein 'ernsthafter' gegner ist oder nicht. sprich: wenn ich die chance hab, einem fuehrenden viele miese reinzudruecken, dann nutz ich die natuerlich. aber wenns gegen einen geht, der eh schon abgeschlagen ist, dann nehm ich die punkte doch lieber fuer mich selber.

egoistische gruesse,

christiane

(die sticheln liebt, weil sie da so schoen fies sein kann).

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Marten Holst

RE: Sticheln - wozu dient die Null?

Beitragvon Marten Holst » 22. Januar 2003, 10:58

Moinle Rolf,

> Die 0 erhöht die taktische Komponente des Spiels ungemein.
> Es gibt ja sonst keine Karte mit der du den Stich auf
> keinen Fall machst.

100% JOST, äh, ACK, äh, ZUSTIMM.

> Du könntest genauso fragen wozu bei Tichu der Darche, der
> Phönix oder Hund da sind. Ginge ja auch ohne aber dann wäre
> der Glücksanteil wesentlich höher.
>
> Auch hier gilt: Sind eben starke Karten, die das Spiel erst
> interessant machen, wenn mensch weiß, wie mensch es am
> besten spielt.
> (Auch bei Tichu ist Taktik genauso wichtig wie Glück!)

Endlich mal jemand, der auch findet, dass der Hund eine eher "gute" Karte ist (damit stehe ich in meiner regelmäßigen Runde ziemlich einsam da...).

> Skat ohne Solo

Solo?!? Meinst Du ein anderes Spiel (Doppelkopf?) oder ein anderes Spiel (Null?)?

> Siedler ohne Räuber

Schon gesehen - gähn.

> Rolf, der hofft das er mit dem Beispiel 'Schach ohne Dame'
> sich nicht zu weit aus dem Fenster gehängt hat!

Nun ja, es gibt durchaus Schachlehrmethoden, die zuerst einmal auf einzelne Figuren verzichten... allerdings wird dabei meist der Springer als letztes vorgestellt (angefangen wird mit dem Turm).

Variable Grüße
Marten (hat "Das letzte Paradies" noch nicht gespielt)

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Stephan Zimmermann

RE: Sticheln - wozu dient die Null?

Beitragvon Stephan Zimmermann » 22. Januar 2003, 14:40

Marten Holst schrieb:
> > Skat ohne Solo
> Solo?!? Meinst Du ein anderes Spiel (Doppelkopf?) oder ein
> anderes Spiel (Null?)?

Schafkopf? :-)


> > Siedler ohne Räuber
> Schon gesehen - gähn.

Gibt's auch ohne Bei-7-Abgeben und ohne Abstandsregel (damit
ja niemand wem anders was antun kann... :)


> > Rolf, der hofft das er mit dem Beispiel 'Schach ohne Dame'
> > sich nicht zu weit aus dem Fenster gehängt hat!
>
> Nun ja, es gibt durchaus Schachlehrmethoden, die zuerst
> einmal auf einzelne Figuren verzichten... allerdings wird
> dabei meist der Springer als letztes vorgestellt (angefangen
> wird mit dem Turm).

Ich bin für Schach nur mit Bauern!!

Grüße, Stephan

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Rolf Braun

RE: Sticheln - wozu dient die Null?

Beitragvon Rolf Braun » 23. Januar 2003, 06:34

Morgen Marten,

> Solo?!? Meinst Du ein anderes Spiel (Doppelkopf?) oder ein
> anderes Spiel (Null?)?
klar! (oder eben Schafkopf - bin ja ursprüglich aus Franken und mußte in Berlin auf Doppelkopf umstellen!)

> Endlich mal jemand, der auch findet, dass der Hund eine eher "gute" Karte ist
> (damit stehe ich in meiner regelmäßigen Runde ziemlich einsam da...).
Aber auf jeden Fall!!! (Nur an den Geger schupfen wenns gar nicht anders geht.
Auch die 1 nicht an den Gegener - ist ja schließlich auch neutral (kann man immer los werden) bis gut (darf mir ja auch noch was wünschen!

> Nun ja, es gibt durchaus Schachlehrmethoden, die zuerst
> einmal auf einzelne Figuren verzichten... allerdings wird
> dabei meist der Springer als letztes vorgestellt (angefangen
> wird mit dem Turm).
Ja - kenn ich auch noch aus den Schachverein (nur Turm und König). Als eigenes Spiel dann aber doch sehr langweilig. q.e.d.

> Marten (hat "Das letzte Paradies" noch nicht gespielt)
Solltest du mal tun, falls du Mitspieler findest. Ist ein Knizia, bei dem der Mathematiker mehr durchkommt als bei manch anderen Knizia - soll jetzt keine Abschreckung sein!!!

Gruß
Rolf, der sich immer freut wenn der Gegner den Mahjong schupft.

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Marten Holst

Paradiese, Hunde, Hanfsperlinge

Beitragvon Marten Holst » 23. Januar 2003, 17:35

Moinle Rolf

>> Solo?!? Meinst Du ein anderes Spiel (Doppelkopf?) oder ein
>> anderes Spiel (Null?)?
> klar! (oder eben Schafkopf - bin ja ursprüglich aus Franken
> und mußte in Berlin auf Doppelkopf umstellen!)

Okay, bin ein Nordlicht und habe Schafkopf daher nur einmal bislang gespielt. War aber nicht schlimm. ;-)

>> Endlich mal jemand, der auch findet, dass der Hund eine eher "gute" Karte ist
>> (damit stehe ich in meiner regelmäßigen Runde ziemlich einsam da...).
> Aber auf jeden Fall!!! (Nur an den Geger schupfen wenns gar
> nicht anders geht.

So in etwa.

> Auch die 1 nicht an den Gegener - ist ja schließlich auch
> neutral (kann man immer los werden) bis gut (darf mir ja
> auch noch was wünschen!

Das hingegen ist bei uns noch nie vorgekommen, dass jemand den Mah Jongg dem Gegner gibt. Eher dem Partner, aber auch das lieber nicht, aber nie dem Gegner.

>> Nun ja, es gibt durchaus Schachlehrmethoden, die zuerst
>> einmal auf einzelne Figuren verzichten... allerdings wird
>> dabei meist der Springer als letztes vorgestellt (angefangen
>> wird mit dem Turm).
> Ja - kenn ich auch noch aus den Schachverein (nur Turm und
> König). Als eigenes Spiel dann aber doch sehr langweilig.

Joup.

>> Marten (hat "Das letzte Paradies" noch nicht gespielt)
> Solltest du mal tun, falls du Mitspieler findest. Ist ein
> Knizia, bei dem der Mathematiker mehr durchkommt als bei
> manch anderen Knizia - soll jetzt keine Abschreckung sein!!!

Letzteres garantiert nicht... aber es gibt so viele Spiele und so wenig Zeit :-(

Mathematische Grüße
Marten (gestern zum ersten Mal Ebbe und Flut gespielt)

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Ulrich Roth

Das letzte Paradies

Beitragvon Ulrich Roth » 23. Januar 2003, 19:56

Hallo Marten,

> >> Marten (hat "Das letzte Paradies" noch nicht gespielt)
> > Solltest du mal tun, falls du Mitspieler findest. Ist ein
> > Knizia, bei dem der Mathematiker mehr durchkommt als bei
> > manch anderen Knizia - soll jetzt keine Abschreckung sein!!!
>
> Letzteres garantiert nicht... aber es gibt so viele Spiele
> und so wenig Zeit :-(

Gerade wenn du wenig Zeit hast, solltest du "Das letzte Paradies" mal ausprobieren, denn es ist in einer halben Stunde gespielt und dabei ein durchaus anspruchsvolles und äußerst unterhaltsames Spielchen mit hohem Dilemmafaktor.
Und die Versteigerungen (Geld in die Faust, Höchstbietender zahlt zweithöchsten Betrag) haben es in sich, zumal am Ende nur gewinnen kann, wer mehr Geld hat als bei Spielbeginn...
Für mich ist das - nicht zuletzt auch, weil das Material sehr schön ist - der ideale "Knizia für Einsteiger" - leider viel zu wenig beachtet!

Grüße,
Ulrich

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Volker Kaiser

Re: Sticheln - wozu dient die Null?

Beitragvon Volker Kaiser » 23. Januar 2003, 20:31

> werde ich machen - allerdings mit den genau gleichen
> Kartenwerten wie beim Originalspiel.
> Was mich irritiert, ist ja nicht die Karte "0" an sich,
> sondern ihre Sondereigenschaft "kein Trumpf", für die ich in
> den bisher vorgetragenen Beispielen keine hinlängliche
> Berechtigung finden kann. :roll:
> Eine innere Stimme sagt mir, dass das Spiel ohne diese
> Sonderregel essenziell dasselbe ist, nur einen Tick eleganter
> und (noch) leichter zu erlernen. :wink:

Ich halte die '0' sogar für sehr wichtig. Ich würde da lieber die höchste Karte streichen. Erhöht sie doch die Zahl der möglichen Minuspunkte ;-)

Das wichtigste an der Null für mich ist, dass sie Deine Hand in Deiner Ärgerfarbe verlängern kann. Wenn Die Person, die vor Dir sitzt mit Deiner Farbe rauskommt und Du kannst nicht drunter bleiben oder zumindest die gleiche Farbe spielen, dann bist du hoffnungslos verlohren. Von seiner Ärgerkarte kann man nicht genug Karten haben, solange sie klein genug sind. In der Not kann man sich mit der Null aushelfen.

Auf der anderen Seite kann man nicht sichersein, dass die selber angespielte eigene Ärgerfarbe von irgendeinem weggestochen wird, weil noch zu viele Nullen im Spiel sind.

Ich liebe dieses Spiel. Vor allem wenn einer der Spieler plötzlich einen Blackout hat und völligen Nonsens legt.

Viel Spass beim spielen
Volker (der zwar das Spiel schnell gelernt hat, aber jetzt einen Knoten im Hirn hat, weil er sich die gepielten Karten nicht merken konnte)

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Christiane F.

Re: Sticheln - wozu dient die Null?

Beitragvon Christiane F. » 23. Januar 2003, 22:46

hi juergen,

au ja, wenn du deine klausuren hinter dir hast, sticheln wir mal zusammen - entweder richtig zusammen mit gemeinsamem blatt oder gegeneinander.
wird bestimmt lustig!

kichernde gruesse,

christiane.


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