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Regelfrage zu Dracheninsel

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Norbert Heimbeck

Regelfrage zu Dracheninsel

Beitragvon Norbert Heimbeck » 3. Februar 2003, 16:58

Hallo,

wir haben am Wochenende erstmals "Die Dracheninsel" von Tom Schoeps/Amigo spielen können.
Eine Unklarheit in der Anleitung ist uns dabei aufgefallen: Jeder Spieler hat 6 Handkarten, mit denen er laut Regel "max. 6 Aktionen durchführen kann". Zugleich kann man Geländekarten der eigenen Farbe ohne Reisekarte betreten - nun unsere Diskussion: Zählt das Betreten eines Geländes ohne Karte zu den "max. 6 Aktionen", was dazu führt, dass man in diesem Zug 1 oder mehrere Karte(n) übrig behält ( so haben wir gespielt, und es hat ganz gut funktioniert). Oder kann es auch so laufen, dass man alle 6 Karten in einem Zug ausspielt und z.B. zusätzlich 2 oder 3 Geländeteile ohne Karte betritt?

Vielen Dank für eine Klärung!

mfg
Norbert

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Michael Blumoehr

Re: Regelfrage zu Dracheninsel

Beitragvon Michael Blumoehr » 3. Februar 2003, 17:24

Hallo Norbert,

wir haben es so gespielt, dass man beliebig viele Aktionen in einer Runde machen kann und nicht auf sechs limitiert ist. Das kann dann dazu führen, daß man durch geschicktes Vorbereiten des Spielplans in einer Runde vom Boot zum Zentrum und mit dem gekaperten Schatzträger wieder zurück in's eigene Boot kann.

Michael (dessen Partie Dracheninsel allerdings schon gut zwei Wochen her ist)

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Roman Pelek

Re: Regelfrage zu Dracheninsel

Beitragvon Roman Pelek » 4. Februar 2003, 09:06

Hi Norbert,

Michaels Auslegung war bislang auch immer unsere. Man kann maximal 6 Karten spielen und zusätzlich kostenlos die eigenen Felder nutzen, das haben wir nicht als (Karten-)Aktion gezählt. Ich habe allerdings die Regel gerade nicht zur Hand, um's nochmal wortwörtlich nachzuvollziehen.

Ciao,
Roman

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Sönke Weidemann
Kennerspieler
Beiträge: 531

Re: Regelfrage zu Dracheninsel

Beitragvon Sönke Weidemann » 4. Februar 2003, 11:59

Hi!

Wie schaut´s denn mit dem ersten Eindruck vom Spiel aus?

Gruß Sönke

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Michael Blumoehr

1. Eindruck zu Dracheninsel

Beitragvon Michael Blumoehr » 4. Februar 2003, 12:35

Hallo,

nach einer Partie und einer kurz beobachteten zweiten, halte ich es für ein kurzweiliges Familienspiel mit einem gewissen Ärgerfaktor. Es spielt sich insgesamt recht flott.

Man hat sechs Karten auf der Hand. Die meisten bezeichnen einen von sechs Geländetypen bzw. -farben, die auf dem Spielplan ausgelegt sind. Mit den Karten kann man dann ein Feld des betreffenden Typs betreten. Felder eigener Farbe sind frei und Karten eigener Farbe dienen als Joker. Dann gibt es einige Aktionskarten, u.a. um Felder auszutauschen, so kann man sich Felder der eigenen Farbe in die Region um das eigene Boot an der Küste schaffen. Zusätzlich ist so ein Tausch auch meist gleich eine Bewegung, da man dann ja auf das Feld eigener Farbe kostenlos gehen kann.
So versucht man vom eigenen Boot aus den Schatz im Zentrum der Insel zu errreichen. Der ist allerdings so schwer (2 Plättchen :-) ), daß man ihn nicht alleine wegtragen kann. Der erste Spieler wartet also auf einen zweiten. Gemeinsam trägt man den Schatz dann zu einem Boot der beiden Spieler. Die nach Fang-den-Hut-Manier gestapelten Spielfiguren werden von beiden Spielern gezogen. Da man ja insgesamt recht schnell ist, gibt es da kein grosses Hin-und-her. Der Spieler, der die Schatzträger in sein Boot zieht (oder war's der Bootsbesitzer? - Ist ja hier auch egal) bestimmt, ob er den Schatz teilt (fifty-fifty) oder nicht. Will er teilen, so wird auf jeden Fall geteilt. Will er nicht teilen muss er eine entsprechende Karte ausspielen. Kann der so leer ausgehende Mitträger mit der gleichen Karte kontern, bekommt der den Schatz, usw. bis einer keine passende Karte mehr spielen kann oder will.
Ein paar weitere Feinheiten bzw. Aktionskarten können die Schatzträger wieder aufteilen bzw. blockieren. Nachdem ein Schatz vom Schatzfeld entfernt wurde, kommt der nächsthöhere zum Einsatz. Nachdem der sechste Schatz aufgeteilt wurde (oder auch nicht :-D ) ist das Spiel zu Ende.
Wie gesagt, ein kurzweiliges Spiel für die ganze Familie.

Besonders erwähnenswert ist vielleicht, daß zwar 3-5 Spieler vom Verlag angegeben sind, aber ein 6. Hut im Spiel vorhanden ist und es auch zu sechst funktioniert. Allerdings meinte man, es wäre dann nicht mehr so gut, da man zu selten dran kommt. Wenn ich dran denke, bei wievielen Spielen aus Marketinggründen n-6 drauf steht und es selten zu sechst wirklich gut ist :-(

Grüße,
Michael (der damit fast sein erstes PEEP geschrieben hat)

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Norbert Heimbeck

Schatz teilen, wo noch?

Beitragvon Norbert Heimbeck » 4. Februar 2003, 13:13

Hallo Roman, hallo Michael,


vielen Dank für Eure Info. Wir haben es genauso gespielt, wie ihr beschrieben habt. So funktioniert es recht gut.

Im übrigen stimme ich Michaels erstem Eindruck zu: Nettes Spiel für die ganze Familie, wenn man mit ein wenig gegenseitigem Ärgern umgehen kann.

Die Idee, den Schatz gemeinsam zu bergen und dann aufzuteilen, war mir neu. Gibt's diesen Mechanismus bei anderen Spielen schon?

Grüße
Norbert

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Michael Blumoehr

Re: Schatz teilen, wo noch?

Beitragvon Michael Blumoehr » 4. Februar 2003, 13:47

Norbert Heimbeck schrieb:

> Die Idee, den Schatz gemeinsam zu bergen und dann
> aufzuteilen, war mir neu. Gibt's diesen Mechanismus bei
> anderen Spielen schon?

Naja, wir haben das schon vor über 20 Jahren bei unseren Rollenspielabenteuern gemacht :-) :-)

Ansonsten fällt mir das so spontan nichts mehr ein. Gemeinsames Ziehen gibt es aber schon und dann kurz vor dem Ziel den Partner rausschmeissen auch: FLUSSPIRATEN von Klaus Zoch und Walter Müller (1990, Walter Müller).

Michael

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Wolfgang Ditt

Re: Schatz teilen, wo noch?

Beitragvon Wolfgang Ditt » 4. Februar 2003, 14:38

Hallo Norbert,
> Die Idee, den Schatz gemeinsam zu bergen und dann
> aufzuteilen, war mir neu. Gibt's diesen Mechanismus bei
> anderen Spielen schon?

Drachengold (Eurogames) von Bruno Faidutti
Hick Hack in Gackelwack (Zoch) von Stefan Dorra

Wolfgang

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Michael Blumoehr

Re: Schatz teilen, wo noch?

Beitragvon Michael Blumoehr » 4. Februar 2003, 14:52

Hallo Wolfgang,

> Drachengold (Eurogames) von Bruno Faidutti
> Hick Hack in Gackelwack (Zoch) von Stefan Dorra

bei diesen Spielen (und vielleicht noch einigen anderen) ist das Schatzteilen der Gegenstand des Spiels. Ich denke Norbert schränkte das schon auf die Besonderheit ein, daß eine Teilmenge der Spieler gemeinsam einen Schatz bergen und dann unter sich aufteilen. Dem sehr ähnlich ist vielleicht das gemeinsame Bauen eines großen Gebäudes in METROPOLIS.

Michael (dem die meisten Vergleiche irgendwie hinken :-) )

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Norbert Heimbeck

Re: Schatz teilen, wo noch?

Beitragvon Norbert Heimbeck » 4. Februar 2003, 15:10

Hallo Michael,

>
> > Drachengold (Eurogames) von Bruno Faidutti
> > Hick Hack in Gackelwack (Zoch) von Stefan Dorra
>
> bei diesen Spielen (und vielleicht noch einigen anderen) ist
> das Schatzteilen der Gegenstand des Spiels. Ich denke Norbert
> schränkte das schon auf die Besonderheit ein, daß eine
> Teilmenge der Spieler gemeinsam einen Schatz bergen und dann
> unter sich aufteilen.

ich habe es genauso gemeint, wie Du schreibst.
HickHack in Gackelwack kenne ich und würde das Schatz-Teilen nicht unbedingt mit der "Dracheninsel" vergleichen, da man sich da nicht vorher gemeinsam abplagen muss, um das Gold in Sicherheit zu bringen.


Ich stimme Dir auch zu, dass Vergleiche im Spielesektor oft hinken. Im konkreten Fall fand ich einfach den Mechanismus so schön, dass mir spontan danach war, Ähnlichkeiten zu finden.

Danke für alle Antworten!

Grüße
Norbert

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Michael Andersch

Re: Schatz teilen, wo noch?

Beitragvon Michael Andersch » 4. Februar 2003, 17:57

Michael Blumoehr schrieb:
>
> Gemeinsames Ziehen gibt es aber schon und dann kurz vor dem
> Ziel den Partner rausschmeissen auch: FLUSSPIRATEN von Klaus
> Zoch und Walter Müller (1990, Walter Müller).

Oder bei Papua. Bei einer gemeinsamen Gruppe so lange wie möglich schmarotzen und die anderen dann kurz vor Schluss hängen lassen... :-D

Tolles Spiel!

Dem Kochtopf entronnene Grüße,
Micha

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Frank Jaeger (AMIGO)

Re: Schatz teilen, wo noch?

Beitragvon Frank Jaeger (AMIGO) » 5. Februar 2003, 09:00

Du willst doch wohl *wer am lautesten schreit, kriegt das meiste* nicht als Schatz aufteilen bezeichnen ;-)

Rollenspielerische Gruesse
Frank.

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Michael Blumoehr

Re: Schatz teilen, wo noch?

Beitragvon Michael Blumoehr » 5. Februar 2003, 09:46

Hi,

naja, einige Zwerge hatten da immer "gewichtige Argumente" in Form von Streitäxten, was macht da so ein armer Hobbit wie ich seinerzeit? ;-)

Grüße,
Michael (der dann später auf Zauberer umgesattelt hat)

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tom schoeps

Re: Regelfrage zu Dracheninsel

Beitragvon tom schoeps » 11. Februar 2003, 22:46

Dracheninsel, Regelfrage

Lieber Norbert, es ist genau so, wie du es in deinem letzen Satz vermutest! Bei der Formulierung dieser Regel schien es logisch: "Klar, 6 Karten = 6 Aktionen" und an die "kostenlosen" Aktionen hat dabei keiner gedacht. Du hast natürlich völlig recht.

Viel Spaß

Tom Schoeps

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tom schoeps

Re: 1. Eindruck zu Dracheninsel

Beitragvon tom schoeps » 11. Februar 2003, 22:52

Hi Michael,
ich verstehe das böse Gesicht am Ende des Absatzes "Besonders erwähnenswert ist..." nicht. Eigentlich findest du doch gut, dass man nicht zu viel verspricht, oder?

Verspielte Grüße

Tom Schoeps

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Marten Holst

RE: 1. Eindruck zu Dracheninsel

Beitragvon Marten Holst » 12. Februar 2003, 00:49

Moinle Tom,

> ich verstehe das böse Gesicht am Ende des Absatzes
> "Besonders erwähnenswert ist..." nicht. Eigentlich findest
> du doch gut, dass man nicht zu viel verspricht, oder?

Ich denke ja, dass sich sein Frownie eher auf die anderen bezog, die "6" draufschreiben, weil es regeltechnisch noch tragbar ist, obwohl es eine Spielkatastrophe darstellt - und eben nicht die Dracheninsel, die er wohl eher be-:-)-t hätte.

Achtspielrige Grüße
Marten (der gerade einen Schachmannschaftskampf erfolgreich bestritten hat - und seine Mannschaft auch)

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Michael Blumoehr

Re: 1. Eindruck zu Dracheninsel

Beitragvon Michael Blumoehr » 12. Februar 2003, 11:06

Hallo Tom,

> ich verstehe das böse Gesicht am Ende des Absatzes "Besonders
> erwähnenswert ist..." nicht. Eigentlich findest du doch gut,
> dass man nicht zu viel verspricht, oder?

Ja, ich bezog das auf die vielen Spiele, bzw. die Marketingleute oder was auch immer, die vorgaukeln, man könne das auch mit vielen spielen und es ist dann eher enttäuschend.

Viele Grüße,
Michael


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