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Fiese Spiele zu Sechst

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Marten Holst

Da schlägt's allerhöchstens siebeneinhalb

Beitragvon Marten Holst » 9. Februar 2003, 12:27

Moinle,

hm, da hatte ich Erhards Posting http://www.spielbox.de/phorum4/read.php4?f=1&i=60659&t=60455 und Josts mit der Nummer http://www.spielbox.de/phorum4/read.php4?f=1&i=60635&t=60455 noch ein wenig als ungelesen im OR markiert, um beizeiten darauf einzugehen, und dann explodiert in der Zwischenzeit alles.

Wo fangen wir mal an? Zuerst einmal denke ich nicht, dass bei "Um die Karriere pokern nur Ä....e" eine Beleidigung gemeint ist, sondern es lediglich ein Wortspiel um die Titel zweier prominenter Vertreter des "Genres" ist. Dass ich das nicht mag, liegt schon daran, dass ich den Titel mit dem "A" eh von vornherein ziemlich möchtegernlustig fand. Also bin ich einfach mal nicht beleidigt.

Den Elfenbeinturm muss sich hier aber schon jemand gefallen lassen. Zwar gibt es im Englischen die Unterscheidung zwischen "play" und "game" (OT: Im Finnischen zwischen "leikki" und "peli"), was man im Deutschen beides erst einmal mit "Spiel" übersetzt, und die Grenzen sind fließend. Aber sich auf einen der beiden Bereich prinzipiell zu versteifen, ist meiner unbescheidenen Meinung nach ähnlich, wie zu sagen "nur E-Musik ist gut, U-Musik ist bäbä".

Natürlich ist es Michaels gutes Recht, KP, EiidA, Tichu u.s.w. nicht zu mögen - mich wird auch nie jemand zu "Jenga" oder ähnlichem bekommen (übrigens auch deutlich mehr "play" als "game"), und Josts Recht, den Glücksfaktor zu bemängeln (Nebenfrage: wo ist die Obergrenze?), und wenn man provozieren will, dann kann man natürlich auch mal alle, die solche Spiele (oder auch andere Partyspiele wie Tabu, Activity, Nobody is Perfect, Outburst, Der wahre Walter, Ein solches Ding, Anno Domini) mögen als Nichtspieler bezeichnen - weil es eben keine Strategiespiele sind (nebenbei: bei allem Kartenglück erfordern auch die KP-Varianten etwas nachdenken und taktieren, wem das nicht gegeben, der muss ohne leben). Aber warum abqualifizieren?

Zur "Szenethese": ja, sicherlich gäbe es ohne "Spaßspiele" und die Übergänge bestimmt eine "Hardcorespielerszene": drei Amerikaner, vier Deutsche und ein Chinese, die für ca. 750€ pro Spiel alles kaufen müssen, was der Markt hergibt (also eine Veröffentlichung jährlich).

Ansonsten kann ich nur jedem raten (hier wird es etwas [OT]), sich einfach mal mit "spielen" in seiner nichttaktostrategischen Form zu beschäftigen, sondern den reinen amüsanten Zeitvertreib zu sehen. Dazu gehören dann auch Spiele, die nicht in dieses Forum passen, Teamspiele, Erfahrungsspiele, Rollenspiele (nein, hier nicht DSA u.s.w.), die so genannten "New Games". In entsprechender Runde ziehe ich das jeder Vincipartie mit dem, der fünf Züge im Voraus alle Möglichkeiten durchrechnet, vor.

Spielerische Grüße
Marten (sigdmwwt: Mittagessen)

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peer

Re: Da schlägt's allerhöchstens siebeneinhalb

Beitragvon peer » 9. Februar 2003, 12:38

Hi,
Tja Marten, da hast dus ganz schön auf den Punkt gebracht. Natürlich weiss ich das Jost das alles nicht so hart gemeint hat, wie es vielleicht rüberkam (Ist ja auch ein netter Kerl, dieser Jost :-D), aber auch ich tue mir mit den Einteilungen schwierig, weil man sich selbst natürlich schon auf die "richtige" Seite einteilt.
Angenommen hier käme ein Co-Sim-Spieler (gibt ja auch ein paar hier) und behauptet, alles unter "Imperium Romanum II" wäre kein richtiges Spiel, sondern nur Spielzeug - das Geschrei wäre doch gross, oder?

Und noch ein kleiner Seitenhieb (macht son Spass ;-) ): Meinte Jost nicht mal, Am Rande des Gletschers wäre ein gutes Spiel, dass wonaders als Brettspiel rausgekommen wäre? *Hüstel* Vom Glücksfaktor her dürften Dalmutis und Gletscher eigentlich nix geben, aber Dalmuti gibts wenigstens zu :-D

Aber wie gesagt, ist eh nicht alles so heiss gemeint, wie es gekocht wird oder ähnlich anders.

ciao,
Peer

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Michael Andersch

RE: Da schlägt's...

Beitragvon Michael Andersch » 9. Februar 2003, 14:05

Hallo,

ohne jetzt auf jeden Punkt aller in diesem Zusammenhang gemachten Postings einzugehen folgendes abschliessend von meiner Seite:

1) Mir gefällt Karrierepoker etc. nicht, und ich halte es nach wie vor nicht für ein "fieses" Spiel im angefragten Sinne. Erhard, Helmut (und wahrscheinlich auch vielen andern) gefällt es, und sie finden auch das Drumherum gut. Kein Problem für mich, ich halte Euch trotzdem für nette Leute!
2) Wie Marten so schön sagte: In der richtigen Runde kann auch ein "New-Game" durchaus Spass machen, mehr sogar als ein "taktisches" Spiel mit Leuten, die allzu verbissen an die Sache rangehen. Ganz meine Meinung (Ergo: sollte mein Posting elfenbeinturmmäßig rübergekommen sein, so war das nicht beabsichtigt - auch ich Spiele gerne mal weniger anspruchsvolle Spiele, nur halt nicht unbedingt gerade Karrierepoker).
3) Ich wollte niemanden provozieren und habe mich auch meinerseits nicht provoziert gefühlt. Helmuts Posting fand ich etwas überzogen, aber da in geschriebener Form Dinge oft anders rüberkommen als beabsichtigt habe ich dem keine allzu große Bedeutung beigemessen.
4) Für mich ist die Sache (die eigentlich gar keine war) erledigt und vielen Dank an Ernst, Marten,... für die wohlmeinenden Dämpfungspostings!

Bis demnächst,
Micha

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Helmut Lehr

RE: Da schlägt's...

Beitragvon Helmut Lehr » 9. Februar 2003, 14:57

Nun, jetzt um 14.50, lese ich die Reaktionen auf meine Erwiderungen. Ich schließe mich voll den Ausführungen von Erhard an.
Natürlich würde ich mit Michael (Du, Michael, warst auch hauptsächlich von mir nicht gemeint, sondern Jost!) und Jost KEIN Karrrierpoker spielen. Da würden wir uns in der Tat etwas Anspruchsvolleres aussuchen.
Ich weise aber Jost'sche Differenzierung zwischen "Spiel" und "beliebige Freizeitbeschäftigung" entschieden zurück.
Jedem Personenkreis sein entsprechendes "Spiel" bitte! Es gibt genug Spiele, und niemand muss alle Spiele mögen müssen.
Karrierepoker ist in einer entsprechenden Teilnehmerrunde ein abendfüllendes Spiel, das stundenlang durchgezogen wurde ohne Ermüdungserscheinungen. Das muss erst mal ein anderes Spiel nachmachen!
Schönen Gruß
Helmut (der findet, dass es wichtigere Dinge gibt als sich über KP zu streiten)

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Jost Schwider

RE: Da schlägt's allerhöchstens dreieinviertel

Beitragvon Jost Schwider » 11. Februar 2003, 09:40

"peer" hat am 09.02.2003 geschrieben:

> Und noch ein kleiner Seitenhieb (macht son Spass ;-) ):
> Meinte Jost nicht mal, Am Rande des Gletschers wäre ein
> [...] Spiel, dass wonaders als Brettspiel rausgekommen
> wäre?

Das gilt ja immer noch: Man hätte es auch seeehr teuer produzieren können.

> *Hüstel* Vom Glücksfaktor her dürften Dalmutis und
> Gletscher eigentlich nix geben, aber Dalmuti gibts
> wenigstens zu :-D

Zugegeben, beim Ersteindruck ist es wohl von mir zu überschwenglich begrüßt worden...

> Aber wie gesagt, ist eh nicht alles so heiss gemeint, wie
> es gekocht wird oder ähnlich anders.

Eben, und die dümmsten Kartoffeln haben die dicksten Bauern!

Viele Grüße
Jost aus Soest

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Jost Schwider

RE: Da schlägt's allerhöchstens dreieinviertel

Beitragvon Jost Schwider » 11. Februar 2003, 09:40

"Marten Holst" hat am 09.02.2003 geschrieben:

> Wo fangen wir mal an? Zuerst einmal denke ich nicht, dass
> bei "Um die Karriere pokern nur Ä....e" eine Beleidigung
> gemeint ist, sondern es lediglich ein Wortspiel um die
> Titel zweier prominenter Vertreter des "Genres" ist.

100% ACK! ("Ein Freibier für Marten!" ;-) )

Vor allem, da beide Spieletitel (nur hier!) das Selbe beschreiben, d.h.: Wer bei dem Spiel die Rolle des Ar... besitzt, spielt bestimmt auch gerne Karrierepoker.

> Zwar gibt es im Englischen die Unterscheidung
> zwischen "play" und "game" (OT: Im Finnischen zwischen
> "leikki" und "peli"), was man im Deutschen beides erst
> einmal mit "Spiel" übersetzt, und die Grenzen sind
> fließend. Aber sich auf einen der beiden Bereich
> prinzipiell zu versteifen, ist meiner unbescheidenen
> Meinung nach ähnlich, wie zu sagen "nur E-Musik ist gut,
> U-Musik ist bäbä".

Das ist m.E. ein sehr guter Vergleich! :-))

Dazu ein "Gleichnis": ;-)
Wenn irgend jemand eine Heimorgel anschaltet, alle Automatiken aktiviert und dann [i]eine[/i] beliebige Taste drückt, dann hört es sich tatsächlich wie Musik an und dieser Mensch hat u.U. auch sehr viel Spaß damit. Aber würde man so jemanden dann allen Ernstes als "richtigen" Spieler bezeichnen?

> Natürlich ist es Michaels gutes Recht, KP, EiidA, Tichu
> u.s.w. nicht zu mögen - mich wird auch nie jemand zu
> "Jenga" oder ähnlichem bekommen (übrigens auch deutlich
> mehr "play" als "game"), und Josts Recht, den Glücksfaktor
> zu bemängeln (Nebenfrage: wo ist die Obergrenze?),

Das Problem ist eben folgendes (meine "Lieblingsthemen" :-/ , hier schon oft erörtert): Ich hasse "Ungerechtigkeit", "Willkür" und das völlige Regel-technische "Ausgeliefertsein" (was ich als "gespielt werden" bezeichne). Sobald man keinen Einfluss auf den Spielverlauf hat, ist (für mich) ein Spiel kein Spiel, sondern eben eine "beliebige Freizeitgestaltung" - man kann damit Zeit totschlagen, aber ob z.B. jemand gewinnt oder verliert ist völlig irrelevant.

> wenn man provozieren will, dann kann man natürlich auch
> mal alle, die solche Spiele (oder auch andere Partyspiele
> wie Tabu, Activity, Nobody is Perfect, Outburst, Der wahre
> Walter, Ein solches Ding, Anno Domini) mögen als
> Nichtspieler bezeichnen

Das ist tatsächlich eine andere Art von "Spiel" (genau genommen, sogar zwei Arten): Kommunikations- und Aktionsspiele. Hier kann ich jedoch durch mein Spiel (hier: Wissen und Erfahrung) den Spielverlauf deutlich beeinflussen.

> (nebenbei: bei allem Kartenglück erfordern auch die
> KP-Varianten etwas nachdenken und taktieren,

Bestenfalls marginal.
Außerdem wird derjenige, der zu Beginn Karten-Pech hatte (egal wie gut er spielte), auch noch dafür bestraft und bekommt - Spieleregel-gemäß - immer schlechtere Kartensätze... :-/

> Zur "Szenethese": ja, sicherlich gäbe es ohne "Spaßspiele"
> und die Übergänge bestimmt eine "Hardcorespielerszene":
> drei Amerikaner, vier Deutsche und ein Chinese, die für ca.
> 750€ pro Spiel alles kaufen müssen, was der Markt hergibt
> (also eine Veröffentlichung jährlich).

Du unterschätzt den "freien" Markt (vgl. z.B. die vielen nicht-kommerziellen Rollenspiel-Systeme).

Aber es ist schon klar, dass ohne Massenspiele die interessanteren Spiele deutlich teurer wären. Aber selbst dann sprechen wir nicht von Karrierepoker und co., sondern eher Mädn, Rommee, Monoply, Risiko, ...

> Ansonsten kann ich nur jedem raten (hier wird es etwas
> [OT]), sich einfach mal mit "spielen" in seiner
> nichttaktostrategischen Form zu beschäftigen, sondern den
> reinen amüsanten Zeitvertreib zu sehen.

100% ACK!

> auch Spiele, die nicht in dieses Forum passen, Teamspiele,
> Erfahrungsspiele, Rollenspiele (nein, hier nicht DSA
> u.s.w.), die so genannten "New Games".

...Sportspiele...

> In entsprechender Runde ziehe ich das jeder Vincipartie
> mit dem, der fünf Züge im Voraus alle Möglichkeiten
> durchrechnet, vor.

Grundsätzlich Einverstanden (aber es kommt natürlich darauf an, wie lange dieser jemand dafür braucht - "Wo ist die Eieruhr?" ;-) )

Viele Grüße
Jost aus Soest

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Heinrich Glumpler

(kurze) Lanze für KP

Beitragvon Heinrich Glumpler » 11. Februar 2003, 09:52

Jost Schwider schrieb:
> > (nebenbei: bei allem Kartenglück erfordern auch die
> > KP-Varianten etwas nachdenken und taktieren,
>
> Bestenfalls marginal.
> Außerdem wird derjenige, der zu Beginn Karten-Pech hatte
> (egal wie gut er spielte), auch noch dafür bestraft und
> bekommt - Spieleregel-gemäß - immer schlechtere
> Kartensätze... :-/
>

Hi,

ich werd' mich jetzt nicht zu tief reinhängen, möchte aber kurz widersprechen:

Die Qualität des Kartenblattes besteht bei Karrierepoker nicht allein in der Höhe der Karten (AS, König, ...) sondern auch in der Anzahl, die man bekommt. Wenn der A beim Ausspielen 5 gleiche Karten auf den Tisch legt, schluckt auch das "Oberhaus" - auch, wenn es nur 2en sind.

Also: ganz so marginal wie hier angedeutet, sind die taktischen Möglichkeiten nicht (soweit ich mich an die Regeln erinnere).

Übrigens: ich mag' das Spiel nicht - alleine schon wegen des Titels.
Andererseits hab' ich dabei meine jetzige Freundin kennengelernt - wir waren Chef und Chefsekre-betör-in :-)

Gruesze
Heinrich

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Volker L.

Voellig [OT] und nicht jugendfrei!

Beitragvon Volker L. » 11. Februar 2003, 14:53

Heinrich Glumpler schrieb:
>
> Andererseits hab' ich dabei meine jetzige Freundin
> kennengelernt

Vorsicht was Du schreibst, Heinrich! :lol:
Die Ueberschrift "[i]kurze Lanze[/i]..." im Zusammenhang mit der
Erwaehnung Deiner Freundin koennte man - wenn man mit ausreichend
perversem Humor ausgestattet ist - auch ziemlich boesartig
interpretieren :oops: ;-) :-D

Gruss, Volker (hat ca. 2 Stunden mit sich gekaempft, ob er dies
Posting schreiben sollte, konnte letztlich doch nicht widerstehen :-) )

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Heinrich Glumpler

Re: Voellig [OT] und nicht jugendfrei!

Beitragvon Heinrich Glumpler » 11. Februar 2003, 15:01

Oh - ist der fies!!

Auf der anderen Seite, wenn man drüber nachdenkt, dass so eine richtige Lanze mindestens 4 Meter lang ist... :grin:

Gruesze
Heinrich

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Volker L.

Re: Voellig [OT] und nicht jugendfrei!

Beitragvon Volker L. » 11. Februar 2003, 15:04

Heinrich Glumpler schrieb:
>
> Oh - ist der fies!!

:-)) :-) Ja :-) :-))

> Auf der anderen Seite, wenn man drüber nachdenkt, dass so
> eine richtige Lanze mindestens 4 Meter lang ist... :grin:

:lol: :lol: Angeber! :lol: :lol:

(aber gut gekontert ;-) )

Gruss, Volker


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