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Hasbro und Wettbewerbsbeschränkungen

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Dirk Van Erps

Hasbro und Wettbewerbsbeschränkungen

Beitragvon Dirk Van Erps » 4. März 2003, 15:06

Das britische Kartellamt (Office of Fair Trading) hat mit seiner Entscheidung von 19. Februar 2003 festgestellt das Hasbro UK und zwei Grosshändler illegale Preisfestsetzungsabsprachen getroffen haben. Es geht u.a. um Monopoly.
Mehr dazu auf die website von Office of fair trading: http://www.oft.gov.uk/Business/Competition+Act/Decisions/Argos.htm

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Roland G. Hülsmann
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Re: Hasbro und Wettbewerbsbeschränkungen

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 4. März 2003, 15:12

:-?

Und weiter?

Roland (der sich fragt, was Dirk von der Erbse :grin: uns damit sagen will)

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Dirk Van Erps

Re: Hasbro und Wettbewerbsbeschränkungen

Beitragvon Dirk Van Erps » 4. März 2003, 16:08

Was Dirk damit sagen will: wenn Ihr feststellt dass ein bestimmtes Spiel in jedem Laden das gleiche kostet, dass das heissen kann das daran ein verbotene Wettbewerbsabsprache zu Grunde liegt die eventuell von Bundeskartelamt untersagt werden kann.
Was Dirk damit auch sagen will ist das wir konsumenten oft vielleicht zu viel zahlen da wir nicht geniessen können von Preiswettbewerb und das das auch bei Spiele der Fall ist.
Aber eigentlich will Dirk nur mithelfen das die Forum-leser ueber alles was mit Spiele zu tun hat, informiert sind. KMW haette das auch unter sein 'Aktuelles' melden können.

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Roland G. Hülsmann
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Re: Hasbro und Wettbewerbsbeschränkungen

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 4. März 2003, 16:16

Danke für die Aufklärung!

Im Spielebereich konnte ich in Deutschland derartiges allerdings noch nicht feststellen, auch nicht bei HASBRO-Produkten ... die allerdings eh' nicht häufig auf meiner Kaufliste stehen. Und gerade bei HdR-Risiko (das ich recht teuer gekauft hatte), waren und sind die Preisunterschiede in den Läden doch recht erheblich: zwischen 44 und 19 € !

Gruß Roland

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FM

Schweiz

Beitragvon FM » 4. März 2003, 16:45

Mich würde mal interessieren, weshalb die Spiele in der Schweiz so masslos teurer sind als in deutschen Landen.

Zum Beispiel kürzlich gesehen:

Formula De für über Fr. 65 (= EUR 44).
Siedler von Catan Fr. 45 (= EUR 31)
Händler von Genua ca. Fr. 60 (= EUR 41)

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Roland G. Hülsmann
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Beiträge: 2598

Re: Schweiz [OT]

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 4. März 2003, 16:56

Ich fürchte, das hilft Dir nicht weiter, aber ich habe beim letzten Schweizurlaub (vor etwa 6 Jahren) festgestellt, daß in der Schweiß [b]alles[/b] teurer ist. Und zwar es damals etwa - je nach Warengruppe - 20 - 40% ... zumindest bei den Dingen, die man im Urlaub bei Selbstverpflegung so braucht: Nahrungsmittel, Gaststättenbesuche (auch McDonalds, wo ja direkte Vergleiche möglich sind), etc. Sicherlich ist die starke Schweizer Währung einer der Gründe für diese Entwicklung. Wenn etwas, das damals in der BRD 10 DM gekostet hat, in der Schweiz 11 SFR kostete und man dazu für 1 SFR in der Wechselstube noch etwa 1,30 DM zahlen mußte (wenn ich mich recht erinnere), dann ist das schon recht heftig! Und bei Spielen aus Deutschland kommen sicher noch die Kosten für den Import dazu und ggf. die andere Mehrwertsteuer.

Gruß Roland (dem der Schweizurlaub - es war nicht der erste - trotzdem gut gefallen hat)

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Michael Weber

Re: Hasbro und Wettbewerbsbeschränkungen

Beitragvon Michael Weber » 4. März 2003, 17:05

Dirk Van Erps schrieb:
> Was Dirk damit auch sagen will ist das wir konsumenten oft
> vielleicht zu viel zahlen da wir nicht geniessen können von
> Preiswettbewerb und das das auch bei Spiele der Fall ist.

Hm, da widerspricht unsere Recherche aufs energischste:
http://www.reich-der-spiele.de/specials/Preispolitik.php

> Aber eigentlich will Dirk nur mithelfen das die Forum-leser
> ueber alles was mit Spiele zu tun hat, informiert sind. KMW
> haette das auch unter sein 'Aktuelles' melden können.

Das ist immer gut. Alles kann KMW ja auch nicht sehen/lesen/veröffentlichen.

Michael

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FM

Re: Schweiz [OT]

Beitragvon FM » 4. März 2003, 17:24

Danke für die Info. Ich kenne mich das auch ein wenig aus. Bereise ja auch regelmässig (meistens geschäftlich) Deutschland. Hatte allerdings noch nie richtig Zeit, mich auf die Suche nach Schnäppchenspielen zu machen.

Alles ist teurer, reicht mir als Begründung nicht aus. Auch das mit der Mehrwertsteuer sticht nicht. In der Schweiz haben wir eine MWST von 7.6%!!! Wenn man das mitberücksichtigt, ist die Differenz noch viel grösser!

Hier noch ein weiteres Beispiel, wo ich ziemlich arg Brechreiz bekommen habe:

Ein Sportartikelhersteller hat einen Ablegen in der Schweiz. Uebers Internet hatte ich mir sowohl in Deutschland wie auch in der Schweiz einen Katalog organisiert. Beim Lieferanten in der Schweiz gabs ein Begleitschreiben, darin stand: "Aus Kostengründen verzichten wir auf die Herstellung einen separaten Katalogs für die Schweiz. Sie können allerdings die DM-Preise ganz einfach selber in Schweizer Franken umrechen. Formel: DM = CHF plus 7.6% MWST."

Merke die deutsche MWST war in den Preisen schon drin. Und 1 DM war damals schon höchstens 0.80 Franken wert.

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Benjamin Spicher

Re: Schweiz [OT]

Beitragvon Benjamin Spicher » 4. März 2003, 20:04

Tja - dann frag' ich doch einfach mal nach was Du wohl für einen Lohn hast, und ob du bereit wärst den entsprechend zu reduzieren, oder ob tiefere Löhne nur für Personen gelten sollen die im Spielesektor tätig sind.

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FM

Re: Schweiz [OT]

Beitragvon FM » 4. März 2003, 20:39

Finde Deinen Beitrag ziemlich einfach und unqualifiziert, Beni.

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ueli blum

Re: Schweiz [OT]

Beitragvon ueli blum » 5. März 2003, 00:20

auch zu berücksichtigen währe, dass die schweiz leider kein wirklich griffiges kartellgesetz besitzt. aber ich will hier keine politik machen.
zudem liegt es wohl daran, das die händler (und damit meine ich nicht spielhändler im speziellen) keinen anlass haben die preise zu senken, solange genügend leute bereit sind die hohen preise zu zahlen. menschen mit nicht so fürstlichem gehalt (ja die gibts auch in der schweiz!) haben das nachsehen.

zum thema schnäpchen: wenn du hin und wieder in deutschland bist, nutze die chance! praktisch alle spiele sind markannt günstiger, selbst die nicht reduzierten. wenn du zudem ein abgeschriebenes spiel siehst lohnt es sich erst recht.
ich war letzte woche in deutschland und habe mir für schappe 100.- fr fünf grosse spiele gekauft. klar nicht die allerneusten, aber für die gleichen spiele hätte ich hier locker 300 liegengelassen.
hier im schnäpchenforum schauen wen du nach deutschland gehst, es lohnt sich!

ueli (der vor lauter taschen schleppen ganz müde ist)

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Gregor Breckle
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Beiträge: 648

Re: Hasbro und Wettbewerbsbeschränkungen

Beitragvon Gregor Breckle » 5. März 2003, 08:20

Auch wenn das eigentlich eher ins Schnäppchen-Forum gehört.
Wo gab es denn das HdR-Risiko für 19 Euro?

Interessierte Grüße

Gregor


Roland G. Hülsmann schrieb:

> Und gerade bei HdR-Risiko (das ich
> recht teuer gekauft hatte), waren und sind die
> Preisunterschiede in den Läden doch recht erheblich: zwischen
> 44 und 19 € !
>
> Gruß Roland

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FM

Re: Schweiz [OT]

Beitragvon FM » 5. März 2003, 08:53

Danke für Deine Unterstützung, Ueli.

Habe ich mir fest vorgenommen, dass wenn ich das nächste Mal geschäftlich in Deutschland bin, mir für die Schnäppchenjagd etwas Zeit bleibt.

Ich hätte noch ein weiteres Beispiel für Vorurteilgeplagte. Eins aus der Modebranche. Habe in diese Richtung selber ein paar Abklärungen vorgenommen gehabt im letzten Jahr. Da gibts wie normal vom Hersteller in Deutschland für Wiederverkäufer eine Preisliste für Deutschland und eine für die Schweiz. Und nicht mal, dass der Hersteller das Gefühl hatte, er müsse für die Schweiz grundsätzlich mehr verlangen (kann allerdings auch nicht ganz ausgeschlossen werden), war einfach für die Schweiz noch ein Agent zwischengeschaltet, der ohne dass er je mal involviert gewesen wäre, von einem Gebietsschutz profitieren und mitabsahnen kann. Wozu das sein sollte, hab ich nicht wirklich verstanden. Macht es einen so grossen Unterschied, ob man aus der Mitte von Deutschland nach Stuttgart oder nach Zürich liefert (die höheren Portokosten sind bei dieser Aussage durchaus berücksicht).

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Benjamin Spicher

Re: Schweiz [OT]

Beitragvon Benjamin Spicher » 5. März 2003, 09:07

Wieso genau? Das allgemeine Lohnniveau ist höher, also sind die Preise höher. Es IST einfach.

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Patrik Rüegge

Re: Schweiz [OT]

Beitragvon Patrik Rüegge » 5. März 2003, 09:55

Muss Beni wohl recht geben: So weh es mir jedesmal selber tut, wenn ich in der Schweiz ein Spiel kaufe (welches im Schnitt 30% teurer ist als in Deutschland), desto einfacher ist die Erklärung dafür: Löhne, Mieten sind höher, Importkosten fallen auch an, der einzige Vorteil liegt bei der tieferen MWST.
Damit lassen sich sicher ein Grossteil der Kosten rechtfertigen.
Keine Ahnung habe ich, ob der Zwischenhandel bzw. Direktimporteure Kartellähnliche Preisabsprachen treffen, vorstellen könnte ich es mir durchaus, sofern ein Direktimporteur analog den Auto's im Spiel ist. Wie gesagt, dazu habe ich keine Infos.
Ich bestelle Spiele deshalb oft übers Internet und ab und zu beim lokalen Händler, schliesslich kann ich mir Zürich ganz ohne wenigstens einen gut sortierten Händler einfach nicht vorstellen...

Gruss Patrik

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Roland G. Hülsmann
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Beiträge: 2598

Re: Hasbro und Wettbewerbsbeschränkungen

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 5. März 2003, 10:59

Sorry das weiß ich nicht mehr.

Daß es das Angebot (war es eine Drogeriekette?) gab, weiß ich nur deshalb, weil ich es wenige Wochen zuvor für 42 € beim Toys geklauft hatte! :-(

Angebote für 29 € meine ich hingegen schon des öfteren gesehen zu haben.

Roland (der den Kauf trotzdem nicht bereut)

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Michael Andersch

Re: Hasbro und Wettbewerbsbeschränkungen

Beitragvon Michael Andersch » 5. März 2003, 14:56

Roland G. Hülsmann schrieb:
>
> weil ich es wenige Wochen zuvor für 42 € beim
> Toys [b]geklauft[/b] hatte! :-(

Welcher Buchstabe ist da jetzt zuviel? Das l oder das f????

SCNR,
Micha

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FM

Re: Hasbro und Wettbewerbsbeschränkungen

Beitragvon FM » 5. März 2003, 15:19

Der :-( lässt wohl auf gekauft schliessen. Sonst wärs ja ein :-) . Und in diesem Falle je höher der Preis umso mehr :-)

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Vinzenz

Re: Schweiz [OT]

Beitragvon Vinzenz » 6. März 2003, 13:21

Ein weiterer Grund, wehalb speziell Spiele in der Schweiz teurer sind als in Deutschland: Fast alle Spiele, die hier in den Läden stehen, kommen aus Deutschland. Sprich: Sie müssen importiert werden. Auch wenn die Wege teilweise nicht länger sind als die Wege innerhalb Deutschlands, ein Transport über die Grenze ist IMMER teurer als ein Transport innerhalb eines Landes; zumal die Schweiz nicht in der EU ist. Kommt noch dazu, dass zwar kein Zoll bezahlt werden muss, aber dennoch die Zollformalitäten erledigt werden müssen. Wer auch immer diese Arbeit übernimmt, will verständlicherweise dafür bezahlt werden. Und nur die allerwenigesten Lieferanten bieten für die Schweiz "frei-Haus-Lieferungen" an, was in Deutschland in aller Regel ab einer relativ kleinen Menge (200-500 Euro Einkaufswert) üblich ist.

Und noch etwas: Viele Verlage haben in der Schweiz einen Vertrieb, der ihre Spiele (meistens exklusiv :-( ) in der Schweiz an die Händler liefert. Folge davon: Der Vertrieb will auch noch etwas verdienen. Wer das am Ende bezahlt, ist klar: Die KonsumentInnen.

LG aus der CH

Vine

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FM

Re: Schweiz [OT]

Beitragvon FM » 2. Juli 2003, 17:33

In der NZZ vom 2.7.03 gefunden (Ausschnitt):

Untermauert wurden die Ausführungen von Deiss durch vier neue Studien,* die ebenfalls an der Tagung vorgestellt wurden. Die Untersuchungen, die darlegen, wo und warum die Schweiz teuer ist, bestätigen zunächst einmal das Bild der «Hochpreisinsel» (vgl. Grafik). Je nach Studie werden in der Schweiz zwischen 25% und 50% höhere Preise bezahlt als in der EU. Die Forschungs- und Beratungsfirma Infras kommt in ihrem Bericht zum Schluss, dass rund 45% der beobachteten Preisdifferenzen auf mangelnde Wettbewerbsintensität zurückzuführen sind. Etwa die Hälfte der Preisunterschiede ergäben sich aus den national unterschiedlichen sozial- und umweltpolitischen Regulierungen. Überraschenderweise vermögen dagegen die Löhne nur etwa 11% der Differenz zum Ausland zu erklären. Die Kapitalkosten sind in der Schweiz sogar um 12% tiefer. Um das Preissenkungspotenzial einer erhöhten Marktintegration zu ermitteln, wurde ein fiktives Experiment durchgeführt, bei dem die Preise für die inländischen Vorleistungen der Wirtschaftsbranchen in der Schweiz um den Teil der Preisdifferenzen gesenkt wurden, der auf mangelnde Wettbewerbsintensität zurückgeführt wird. Dabei zeigt sich, dass dieser Anteil volkswirtschaftlich durchaus bedeutend ist. Die Konsumentenpreise lägen ceteris paribus um 8% tiefer.

Vollständiger Artikel: http://www.nzz.ch/2003/07/02/wi/page-article8YA3I.html


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