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Spielen in der Öffentlichkeit

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Thomas O.

Spielen in der Öffentlichkeit

Beitragvon Thomas O. » 12. März 2003, 09:46

Hallo zusammen,

gestern morgen wurde im Radio, auf einem beliebten Kölner Lokalsender, für den Abend eine öffentlicher, kostenloser Spieleabend mit alten und neuen Brettspielen in einem bekannten Stadtteil-Bürgerzentrum angekündigt, zu dem alle Interessierten herzlich eingeladen wurden. Ich stand natürlich pünktlich auf der Matte, da ich auf Grund der Radio-Promotion einen regen Andrang vermutete. Und was fand ich vor? Ein einziges Vierer-Grüppchen mit Siedler-Affinität und einen einzelnen Herrn, der sich schließlich zu einer Partie Torres zu uns gesellte. Und bei diesen 7 Personen blieb es den ganzen Abend, während eine Etage tiefer bei einem (IMHO!) mittelmäßigen Drum-Event der Saal tobte. Ich möchte hier nur mal meine Enttäuschung kundtun :cry: :cry:
Oder hatte ich zu viel erwartet? Es handelt sich immerhin um ein Reichweite des Radiosenders von mindestens 2 Millionen Menschen. Ist das Thema Spielen tatsächlich so ein Randthema? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Könnt Ihr Euch vorstellen, dass bei der PR und bei der Imagebildung dieses Themas irgendetwas falsch gemacht wird?

Schöne Grüße, Thomas (der Brettspiele für eine der reizvollsten Freizeitbeschäftigunge hält, aber vermutlich damit auf einsamen Pfaden wandelt)

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Niccolo
Kennerspieler
Beiträge: 1333

Re: Spielen in der Öffentlichkeit

Beitragvon Niccolo » 12. März 2003, 10:21

Hm - vielleicht ist aber auch Dienstag Abend nicht gerade ein beliebter Termin für die schläfrigen Kölner? ;)

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Thomas O.

Re: Spielen in der Öffentlichkeit

Beitragvon Thomas O. » 12. März 2003, 10:36

Niccolo schrieb:
>
> Hm - vielleicht ist aber auch Dienstag Abend nicht gerade ein
> beliebter Termin für die schläfrigen Kölner? ;)

...und ob! Nicht zufällig erreicht die Karnevalszeit am Dienstag mit der allgegenwärtig zelebrierten Verbrennung des Nubbels ihren einzigartigen Höhepunkt! :-)

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Alex

Re: Spielen in der Öffentlichkeit

Beitragvon Alex » 12. März 2003, 11:31

High!

Ihr müsst mal 'nem 'alten Preußen' was erklären:
was in aller Welts Namen ist ein Nubbel und warum
verbrennt man die?

Hier im Märkischen ist das mit dem Karneval ja
nicht so...

Gruss
Hamyeh aus Berlin
(der wie alle einheimischen Karneval
hasst - besonders wegen der Sendungen
im Fernsehn)

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Thomas O.

(OT) Nubbel

Beitragvon Thomas O. » 12. März 2003, 11:50

Hi!

Muss ich mir noch überlegen, ob ich einem selbst ernannten Karnevals-Hasser ernsthaft die traditionellen Bräuche des rheinischen Karnevals nahe bringen soll!
:-?

Aber nun gut, da Du aus der zweitschönsten Stadt Deutschlands kommst, hier ein Link, der keine Fragen offen lassen sollte:

http://online.wdr.de/online/karneval2002/nubbel.phtml

Im übrigen bist Du gerne eingeladen, Dich im nächsten Jahr davon zu überzeugen, dass man unmöglich etwas hassen kann, was man nicht kennt! :-))

Gruß, Thomas

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Sven Weiss

Re: Spielen in der Öffentlichkeit

Beitragvon Sven Weiss » 12. März 2003, 12:00

Thomas O. schrieb:

> Schöne Grüße, Thomas (der Brettspiele für eine der
> reizvollsten Freizeitbeschäftigunge hält, aber vermutlich
> damit auf einsamen Pfaden wandelt)

Naja, zumindest hier in diesem Forum dürftest Du mit dieser Meinung nicht ganz so einsam sein. ;-) ;-) ;-) ;-)


Ansonsten weiss ich nicht so recht. Natürlich zieht ein öffentlicher Spieleabend nicht so wie ein Robbie Williams-Konzert, das Wörtchen "Freibier" oder gar die Verbrennung des Nubbels. ;-)
Vielleicht spielt man auch lieber zu Hause am heimischen Herd mit Freunden als mit irgendwelchen anonymen Leuten in irgendeinem unbeheizten Bürgerzentrum.
Vielleicht mag man schon spielen, das aber nicht so in der Öffentlichkeit zeigen, weil man es für kindisch hält.
Vielleicht denkt man, zu solch einem Event kommen eh nur ziemlich schräge Vögel.
Vielleicht sind dienstags ähnlich wie ich auch andere Leute bereits mit der Entscheidung zwischen Alias und Dark Angel überfordert. ;-)
Vielleicht hört niemand diesen Kölner Lokalsender, weil auf EinsLive gerade die Gerd-Show läuft.


Aber Du siehst: Viele Vielleichts, definitive Antworten habe ich natürlich auch nicht. Dass Spielen weiterhin eine Randbeschäftigung bleibt, ist ja nix Neues. Allerdings muss ich sagen, dass auch ich zu ähnlichen Veranstaltungen noch nie gegangen bin - warum weiss ich auch nicht so recht. Hat mich eben noch nie so gereizt, da ich ja meinen Spielekreis habe.

Trotzdem wünsch ich beim nächsten Mal mehr Glück

Sven

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Volker

Re: Spielen in der Öffentlichkeit

Beitragvon Volker » 12. März 2003, 12:14

Hallo Thomas,

mir geht es ähnlich wie dir......könnte manchmal verzweifeln bei dem Versuch, unser Hobby der Bevölkerung näher zu bringen.
Offensichtlich wird das Spielen immer noch als Randthema oder als Kinderbeschäftigung gesehen. Ein geplanter VHS-Kurs musste ausfallen, da es keine einzige Anmeldung gab. Jetzt im März sollte bei uns im Raum Limburg eine Spielewochenende stattfinden; auch das fiel ins Wasser. Ich habe mit viel Mühe und Geduld einen (mittlerweile recht gut funktionierenden) Spieleclub aufgebaut; zu unseren öffentlichen Spielabenden kommen zwischen 10 und 20 Personen. Wenn wir mit unseren vielen Spielen in die Kneipe kommen, werden wir von den anderen Gästen sehr irritiert angeschaut und belächelt.
Ich denke, hier hilft nur viel Geduld und Gelassenheit; wir wissen doch alle, welch wunderbarem Hobby wir nachgehen.

Als Alternative habe ich zum 5-jährigen Bestehens unseres Spieleclubs einen Spieletag mit einem Turnier angeboten(siehe Forumsbeitrag Treffen); hier gibt es etwas mehr Interesse.

Mit mitfühlenden Grüßen

Volker Nattermann
(Spieleclub "Brot und Spiele", 65589 Hadamar)

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Carsten Wesel

Re: Spielen in der Öffentlichkeit

Beitragvon Carsten Wesel » 12. März 2003, 12:36

Thomas O. schrieb:
>
> Ist das Thema Spielen tatsächlich so ein Randthema?

Ich will es auch immer wieder nicht glauben.


> Schöne Grüße, Thomas (der Brettspiele für eine der
> reizvollsten Freizeitbeschäftigunge hält, aber vermutlich
> damit auf einsamen Pfaden wandelt)

Gruß Carsten (der einsam mitwandelt z.B. zu seinem Spieleabend heute Abend)

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Marc MF

Re: Spielen in der Öffentlichkeit

Beitragvon Marc MF » 12. März 2003, 12:41

Hy!

Muß jetzt einfach antworten, weil mein Laden wie dein Club heißt:
"Brot&Spiele".
Mein größter Wunsch wäre ein Spieleclub hier vor Ort!
Zwar mache ich selbst diverse Spieleveranstaltungen, als Händler ist man aber immer im Dilemma zwischen Hobby und Geld verdienen.
Meine Spieleabende laufen recht gut. 12 Plätze habe ich, sind meistens voll.
Ohne Werbung!
Sehr gut läuft auch die alljährliche "Spielesession". Dieses Jahr waren etwa 55-60 Leute über den Tag verteilt da. Da wird gespielt, aber auch lecker gegessen und geschwätzt. Das gehört einfach zusammen.

Grüßle!
Marc
MF
pbj

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Volker L.

Sammelantwort: Spielen in der Oeffentlichkeit

Beitragvon Volker L. » 12. März 2003, 13:09

Thomas O. schrieb:
>
> Hallo zusammen,
>
> [b]Ich stand[/b]

Aha, Du warst also nicht in Begleitung --> 1

> natürlich pünktlich auf der Matte, da ich auf Grund der
> Radio-Promotion einen regen Andrang vermutete. Und was fand
> ich vor? Ein einziges Vierer-Grüppchen mit Siedler-Affinität

--> 5

> und einen einzelnen Herrn, der sich schließlich zu einer
> Partie Torres zu uns gesellte.

--> 6

> Und bei diesen [b]7[/b] Personen

:-? :-? :-?

> blieb es den ganzen Abend, (...)

Alex schrieb:
>
> Gruss
> Hamyeh aus Berlin
> (der wie alle einheimischen Karneval
> hasst - besonders wegen der Sendungen
> im Fernsehn)

Ach naja, hassen ist ein zu starker Ausdruck. Ich wuerde es
eher mit dieser kleinen Anekdote beschreiben:
Auch in Berlin wird ja Fasching gefeiert - an den Grundschulen.
Da kommen dann alle Schueler in Kostuemen, es wird gespielt und
etwas vorgelesen, Unterricht findet an dem Tag nicht statt. War
eigentlich immer recht nett. Als ich dann auf's Gymnasium kam,
war ich im ersten Moment recht enttaeuscht, dass dort der
Fasching gar nicht zur Kenntnis genommen wurde - lediglich ein
paar Schueler hatten sich zu normaler Kleidung etwas geschminkt,
aber es war ein Schultag wie jeder andere. Aber ich habe es
dann doch schnell eingesehen: Fasching/Karneval ist eben etwas
fuer kleine Kinder :lol: :-D :-P

Sven Weiss schrieb:
>
> Thomas O. schrieb:
>
> > Schöne Grüße, Thomas (der Brettspiele für eine der
> > reizvollsten Freizeitbeschäftigunge hält, aber vermutlich
> > damit auf einsamen Pfaden wandelt)
>
> Naja, zumindest hier in diesem Forum dürftest Du mit dieser
> Meinung nicht ganz so einsam sein. ;-) ;-) ;-) ;-)

Oh, wirklich? Du meinst, die Leute hier im Forum theoretisieren
nicht nur ueber Spiele, sondern spielen wirklich auch selbst? :-? :-))

> Vielleicht mag man schon spielen, das aber nicht so in der
> Öffentlichkeit zeigen, weil man es für kindisch hält.

s.o. Wer in aller Oeffentlichkeit zum Karneval geht, der sollte
sich doch eigentlich auch fuer's Spielen nicht schaemen :-D

> Vielleicht sind dienstags ähnlich wie ich auch andere Leute
> bereits mit der Entscheidung zwischen Alias und Dark Angel
> überfordert. ;-)

Zumal ja auch noch "Wilde Engel" zur gleichen Zeit lief ;-)

Gruss, Volker (war gestern richtig froh, [i]zwei[/i] Videorekorder zu haben :-) )

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Stephan Zimmermann

Re: Spielen in der Öffentlichkeit

Beitragvon Stephan Zimmermann » 12. März 2003, 13:28

Thomas O. schrieb:

> Es handelt sich immerhin um
> ein Reichweite des Radiosenders von mindestens 2 Millionen
> Menschen. Ist das Thema Spielen tatsächlich so ein Randthema?

Von den 2M Menschen, die da wohnen haben warscheinlich nur 10000
das Radio an gehabt und 1000 haben gleichzeitig auch zugehört.


> Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Könnt Ihr Euch
> vorstellen, dass bei der PR und bei der Imagebildung dieses
> Themas irgendetwas falsch gemacht wird?

Was hat Puerto Rico damit zu tun?? (scnr)


Für die meisten Leute die ich kenne gilt folgendes:
- zu einem Konzert gehen sie wegen demjenigen der dort auftritt
- zum Spielen gehen sie NICHT wegen dem Spiel!
Sie Gehen zum Spiel um einen netten Abend mit netten Leuten zu haben
(=gesellschaftliches Event).
Dabei ist es dann schön was zu spielen. Die würden alle NIEMALS zu
sowas hingehen (ich wohl eher auch nicht).
Wenn ich sie dagegen jetzt anrufen würde um was auszumachen würden
wir schnell was zusammenbekommen.

Ausserdem:
- Wieviele Leute kennst Du die noch so flexibel sind, am Abend zu was hinzugehen, was sie erst am Morgen erfahren (und worauf sie nicht schon
ewig sehnsüchtig gewartet haben?)

Grüße, Stephan

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Thomas O.

Re: Sammelantwort: Spielen in der Oeffentlichkeit

Beitragvon Thomas O. » 12. März 2003, 13:28

Volker L. schrieb:
>
> Thomas O. schrieb:
> >
> > Hallo zusammen,
> >
> > [b]Ich stand[/b]
>
> Aha, Du warst also nicht in Begleitung --> 1

Hi Volker,

hab nur drauf gewartet, dass ein Erbsenzähler kommt und nachrechnet ;-) :-) !!
Mathematisch gesehen hast Du natürlich alles anderes als unrecht. Um Dich aufzuklären (was Dich nicht wirklich interessiert, ich weiß!): Ich war natürlich in Begleitung (was auch das "zu uns gesellte" erklärt), aber ich war´s, der auf pünktliches Erscheinen drängte und mit meinem Fahrstil auch dafür sorgte, daher habe ich das "Ich" stellvertretend für "uns" als Subjekt des betreffenden Satzes gewählt.

Und dass Nicht-Karnevalisten den Karneval für eine Kinder-Angelegenheit halten, entspringt der gleichen Haltung wie die Meinung von Nicht-Spielern, die Spielen für
eine Angelegenheit für Kinder halten :-))

Viele Grüße, Thomas (der jetzt wirklich weiterarbeiten muss :-( )

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Stephan Zimmermann

Re: Spielen in der Öffentlichkeit

Beitragvon Stephan Zimmermann » 12. März 2003, 13:29

Volker schrieb:

> als Kinderbeschäftigung gesehen. Ein geplanter VHS-Kurs
> musste ausfallen, da es keine einzige Anmeldung gab.

VHS-Kurs? Interessant - was geht da so ab?
Wäre das was anderes als ein normaler Spieleabend?

Grüße, Stephan

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Sven Weiss

(OT) Re: Sammelantwort: Spielen in der Oeffentlichkeit

Beitragvon Sven Weiss » 12. März 2003, 13:37

Volker L. schrieb:
>
> Gruss, Volker (war gestern richtig froh, [i]zwei[/i]
> Videorekorder zu haben :-) )

Du Glücklicher. Ich besitze keinen Videorecorder, und muss mir deshalb die Wiederholung spät nachts reinziehen. Willst Du mir bei diesem Überfluss nicht einen abgeben?? ;-)

Gruss
S

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Ralf Arnemann
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Beiträge: 2447

In der Öffentlichkeit? So daß alle zugucken können?

Beitragvon Ralf Arnemann » 12. März 2003, 14:15

Also FRÜHER, in der manchmal guten alten Zeit, da was es tatsächlich noch etwas Merkwürdiges, wenn nicht Anrüchiges, wenn Erwachsene gespielt haben.
Vor 30 Jahren gab es ja auch fast nichts außer Monopoly und Risiko, erst die 3M-Spiele und die Krone-Clubs haben da etwas Eis gebrochen.

Als wir 1979 mit unserem Donnerstags-Spieletreff anfingen, ging es deshalb auch recht gut ab: Da kamen allmählich gute Spiele auf (und über Walter Luc Haas hatten wir auch die damals führenden US-Spiele) und die Leute haben sich gerne mal die Mühe gemacht zum Spieleabend zu kommen, um die endlich mal mit Gleichgesinnten zu spielen.
In den Jahren darauf kamen oft 20-30 Leute jeden Donnerstag zusammen.

Heute ist es kaum noch die Hälfte: Weil es eben nichts Besonderes mehr ist.
Jeder interessierte Schüler hat die Wahl zwischen mehreren Cliquen in seiner Klasse, in denen Rollenspiele oder Catan angesagt ist.
Ein Carcasonne ist in solchen Riesenstückzahlen verkauft worden - das findet man doch in jeder Ecke.

Wieso sollte man da den heimischen Spieltisch verlassen, um an irgendeiner obskursen Veranstaltung teilzunehmen, die im Dudelfunk mal erwähnt wird?

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Volker L.

Umleitung nach F7

Beitragvon Volker L. » 12. März 2003, 14:22

Da geht's weiter:
http://www.spielbox.de/phorum4/read.php4?f=7&i=7358&t=7358

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Michael Blumoehr

Re: In der Öffentlichkeit? So daß alle zugucken können?

Beitragvon Michael Blumoehr » 12. März 2003, 15:16

Ralf Arnemann schrieb:
> In den Jahren darauf kamen oft 20-30 Leute jeden Donnerstag
> zusammen.
> Heute ist es kaum noch die Hälfte: Weil es eben nichts
> Besonderes mehr ist.

Es war zeitweise sogar noch viel schlimmer, mit dem Siedler-Boom ab Mitte der 90er Jahre waren wir zeitweise am Überlegen, den Spieltreff mehr oder weniger einzustellen. Seit Anfang 2002 geht der Trend aber plötzlich wieder aufwärts (auch wenn es noch nicht an die Zeiten anknüpfen kann, in denen wir ernstlich nach einem größeren Saal gesucht haben :-) ).

Seit 1994 veranstalten wir einmal im Jahr das Spielefest "Darmstadt spielt", immerhin mit ständig wachsender Besucherzahl. Dort findet man (dank entsprechendem Werbeaufwand) viele Gelegenheitsspieler und (wenn man unserer Umfrage glauben darf) auch viele Vielspieler (besitzen mehr als 100 Spieler und spielen mehrmals im Monat mit Verwandten und Freunden). Von diesem in der Region vorhandenen Potential verirrt sich aber keiner zum Spieltreff. :-(

> Wieso sollte man da den heimischen Spieltisch verlassen, um
> an irgendeiner obskursen Veranstaltung teilzunehmen, die im
> Dudelfunk mal erwähnt wird?

- Um mal mit einem anderen netten Gesicht am Tisch gegenüber zu spielen.
- Um mal ein neues Spiel auszuprobieren, bevor ich es mir selbst kaufe.

Ohne Dudelfunk aber mit lokaler Presse und Programmrundschreiben an alle Mitglieder hat übrigens der Kulturverein Griesheim seinen in den letzten 10 Jahren total eingeschlafenen Spieletreff letzten Monat erfolgversprechend revitalisiert. Es kamen auf Anhieb ca. 10 Leute (von der Dame, die in ihrer Kindheit zum letzten Mal etwas gespielt hat, über die gelegentlich mal Scrabble-oder-Dame-Spielerin, die Gelegenheitsspieler, die immerhin die Siedler kannten bis zu meiner Wenigkeit ;-) , und ich mit meinen 43 Jahren war wohl der Jüngste im Club :-) )
Mal sehen, wer wiederkommt und mit wem man in 6 Monaten Puerto Rico spielen kann.

Viele Grüße,
Michael
(www.spielekreis-darmstadt.de)

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Sven Weiss

Re: In der Öffentlichkeit? So daß alle zugucken können?

Beitragvon Sven Weiss » 12. März 2003, 15:29

Michael Blumoehr schrieb:
>
> Ralf Arnemann schrieb:
> > In den Jahren darauf kamen oft 20-30 Leute jeden Donnerstag
> > zusammen.
> > Heute ist es kaum noch die Hälfte: Weil es eben nichts
> > Besonderes mehr ist.
>
> Es war zeitweise sogar noch viel schlimmer, mit dem
> Siedler-Boom ab Mitte der 90er Jahre waren wir zeitweise am
> Überlegen, den Spieltreff mehr oder weniger einzustellen.
> Seit Anfang 2002 geht der Trend aber plötzlich wieder
> aufwärts (auch wenn es noch nicht an die Zeiten anknüpfen
> kann, in denen wir ernstlich nach einem größeren Saal gesucht
> haben :-) ).
>

Hm, ich kann Eure Argumentation nicht ganz verstehen. Mit dem (Siedler-)Boom der letzten Jahre müssten doch mehr Leute zum Treff gekommen sein. Mehr Interesse führt zwar auch zu mehr Spielen im Familienkreis, aber garantiert doch auch zu mehr Zulauf bei öffentlichen Treffs.
Ich selber bin zwar noch nicht lange genug dabei, um die Situation mit den 80ern zu vergleichen, habe aber trotzdem schon so manchen Neuling in diversen Spielekreisen getroffen, der von den Siedlern angelockt und neugierig auf mehr geworden war.

Also die Argumentation, dass zu der Spieleveranstaltung des Kölner Radiosenders keine Leute kommen, weil sie schon zu Hause wie wild spielen, wage ich dann doch anzuzweifeln.
Obwohl ich es ja schön finden würde, wenn es tatsächlich so wäre ;-)

Gruss

S

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Michael Blumoehr

Re: In der Öffentlichkeit? So daß alle zugucken können?

Beitragvon Michael Blumoehr » 12. März 2003, 15:41

Hallo Sven,

Sven Weiss schrieb:
> Hm, ich kann Eure Argumentation nicht ganz verstehen. Mit dem
> (Siedler-)Boom der letzten Jahre müssten doch mehr Leute zum
> Treff gekommen sein. Mehr Interesse führt zwar auch zu mehr
> Spielen im Familienkreis, aber garantiert doch auch zu mehr
> Zulauf bei öffentlichen Treffs.

Nein eben nicht, denn was war die Motivation in den 80ern? Für anspruchsvollere, aufwendigere Spiele fand man im Bekannten- bzw. Familienkreis keine Mitspieler, also ging man zum Spieltreff. Das hat sich mit den Siedlern geändert, was zu vielen privaten Spielezirkeln führte. Ich habe seitdem bei Veranstaltungen, im Spieleladen, bei Siedler-Turnieren, etc. immer wieder Leute gefragt, ob sie nicht mal Lust hätten, zum Spieltreff zu kommen. Es kam dann meist die Antwort, nicht nötig, wir treffen uns mit Freunden regelmäßig, das reicht uns.

Um in diesem Zusammenhang noch mal auf den Spieltreff des hiesigen Kulturvereins zu kommen: Die Interessenten beim ersten Treffen waren zu 80% Leute, die die Siedler noch gar nicht kannten! Ich stelle mal die These auf, hätten sie die Siedler gekannt, hätten sie auch Spielpartner gehabt und nicht zu diesem Treffen erschienen.

Michael (der sich trotzdem freut, daß beim Spieltreff in Darmstadt wieder mehr los ist)

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Sven Weiss

Re: In der Öffentlichkeit? So daß alle zugucken können?

Beitragvon Sven Weiss » 12. März 2003, 16:57

Hm, da scheinen wir dann doch unterschiedliche Erfahrungen gemacht zu haben. Wie gesagt, in den 80ern war ich noch nicht so dabei, da kann ich wenig dazu sagen.

Ich frage mich allerdings gerade auch, was Du unter Spieletreff im Gegensatz zu privatem Spielezirkel verstehst. Worunter fällt z.B. unser Treff mit 4-5 Leuten, der im privaten Kreise stattfindet, aber selbstverständlich für alle zugänglich ist?

Wünsche Euch auf jeden Fall viel Glück und regen Zulauf für Euren Spielekries. Ich würde doch glatt auch mal vorbeikommen, wenn es von Hamburg aus nicht ein bisschen weit wäre. ;-)

S

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Michael Blumoehr

Re: In der Öffentlichkeit? So daß alle zugucken können?

Beitragvon Michael Blumoehr » 12. März 2003, 17:22

Sven Weiss schrieb:

> Ich frage mich allerdings gerade auch, was Du unter
> Spieletreff im Gegensatz zu privatem Spielezirkel verstehst.
> Worunter fällt z.B. unser Treff mit 4-5 Leuten, der im
> privaten Kreise stattfindet, aber selbstverständlich für alle
> zugänglich ist?

Unser Spieltreff ist eine öffentliche Veranstaltung in einem mehr oder minder öffentlich zugängigen Gebäude, dessen Parameter (Ort und Zeit) in den verschiedensten Medien veröffentlicht sind und der im Gegensatz zu privaten Kreisen nicht vom Besitzer eines Wohnzimmers bzw. den Absprachen, wo man sich wann das nächste Mal trifft, abhängig ist. Jeder kann jederzeit kommen und kann mitspielen. Es kam (eher in den mageren Jahren) sogar schon vor, daß an einem Donnerstag völlig andere Leute da waren als am Donnerstag vorher.
Historisch hat er sich aus einem Erstsemester-Informatiker-Stammtisch von 1979 heraus entwickelt, dem bald Studenten anderer Fachrichtungen, Schüler und Nichtstudenten folgten. Seit 1984 haben wir einen eingetragenen Verein, der sogar eine eigene Spielesammlung hat, die beim Spieltreff auch zur Verfügung steht.

Ich hoffe, damit ist der Unterschied einigermassen klar. Übrigens habe viele regelmäßige Besucher unseres Spieltreffs auch noch ihre privaten Spielkreise (so z.B. Ralf, der diese Unterdiskussion angefangen hat)

Michael

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Alex

Re: (OT) Nubbel

Beitragvon Alex » 13. März 2003, 10:36

Schönen Dank!

Ich kann mir vorstellen, warum der Karneval so beliebt ist...
... aber in Berlin kann ich jeden Tag nach 2h noch 'n
Bier trinken gehen.

Hamyeh
(der glaubt, dass der Karnelval nur wegen der
aufgehobenen Sperrstunde so beliebt ist und
alles nicht so ernts meint ;-)

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Frank"Riemi"Riemenschneider

Re: Spielen in der Öffentlichkeit

Beitragvon Frank"Riemi"Riemenschneider » 13. März 2003, 13:05

Hi,

mal erhrlich, würdest Du zu einem Treffen von Tauben-, Hunde-, Pferdezüchter gehen wenn im Radio dafür geworben wird?
Hau ab! Ich würde mir das im Leben nie antun!

Aber so ähnlich ist es mit unserem Hobby.
Wer sich überhaupt nicht damit anfreunden kann, wird nie und nimmer dahin gehen.

Auch ist es nicht jedermans Sache mit Fremden zu spielen.
Wie hat es Kollege M. Knopf geschrieben: Man zeigt sich beim spielen nackt und wer will sich schon gerne nackt anschauen lassen (OK, war Sinngemäß :o) ).

Gruß

Riemi (Startet am 31.3 oder am 07.04. seinen eigenen öffentlichen Spielekreis)

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Michael Andersch

Re: Spielen in der Öffentlichkeit

Beitragvon Michael Andersch » 13. März 2003, 13:31

Frank"Riemi"Riemenschneider schrieb:
>
> mal erhrlich, würdest Du zu einem Treffen von Tauben-,
> Hunde-, Pferdezüchter gehen wenn im Radio dafür geworben wird?
> Hau ab! Ich würde mir das im Leben nie antun!

Ich auch nicht. Aber darum ging's doch gar nicht.

> Wer sich überhaupt nicht damit anfreunden kann, wird nie und
> nimmer dahin gehen.

Nö, aber erstaunlich ist doch, dass von den Leuten, die vielleicht ab und zu gerne spielen (irgendwo müssen die Millionen Siedler etc. ja gelandet sein) sich niemand dorthin verirrt.

VG,
Micha

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Sven Weiss

Re: Spielen in der Öffentlichkeit

Beitragvon Sven Weiss » 13. März 2003, 14:38

Michael Andersch schrieb:

>
> Nö, aber erstaunlich ist doch, dass von den Leuten, die
> vielleicht ab und zu gerne spielen (irgendwo müssen die
> Millionen Siedler etc. ja gelandet sein) sich niemand dorthin
> verirrt.

Hm, bleibt die Frage, ob die Millionen verkaufter Siedler auch tatsächlich (regelmässig) gespielt werden .... :-/ :-?


Gruss

Sven


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