Anzeige

New England zu dritt...

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
Benutzeravatar
Marcel Kaul

New England zu dritt...

Beitragvon Marcel Kaul » 20. März 2003, 01:57

( ja, es gab schon einige Thrads zu diesem Spiel. War aber letzte Woche nicht hier. ) ....... war wirklich ziemlich langweilig. Zu viel Platz auf dem Feld, zu viele Angebote in der Auslage. In den ersten 8 Runden unserer ersten (und bisher einzigen) Partie war es definitiv nicht nötig, ein Goldstück grösser als 3 zu nehmen. Weil es schlichtweg egal war was man bekam. Bekomme ich die Weide nicht diese Runde, warte ich eben auf eine der Nächsten. Weil man eben kaum bedrängt wird auf der Spielfläche. Und irgendwas Gutes bleibt auch für den Dritten noch liegen. Erst gegen Ende wird dann natürlich eine höhere Marke genommen, weil man eben doch noch die 3er-Weiden-Kombo haben will. Aber bis dahin gähnende Langeweile und völlig beliebig. Schiff? Wer braucht das? Liegt eh genug da. Und Siegpunkt gibts auch nur 2. Gründe für den langweiligen Spielverlauf könnten vielleicht auch gewesen sein: 1.) die Startaufstellung war nicht aggressiv genug 2.)Die Kartenverteilung war vorher unbekannt: hätte man gewusst dass es nur 4erKombos (für 10 Punkte) beim Lehm gibt wären diese eventuell etwas begehrter gewesen (Vielleicht aber auch nicht, sind ja eigentlich genügend drin) oder 3.) die Auslage halt dummerweise immer so war dass für jeden was dabei war/man mindestens 5 der ausliegenden Dinge gleich gut gebrauchen konnte (zumindest in der ersten Hälfte des Spiels).
Auch eher schwach die Regel dass man nur kaufen kann was man selbst gebrauchen kann. Ich kann meinem Gegner die 4er Kombo also gar nicht wegkaufen. Und er nimmt sich die 1er Münze und lacht sich ins Fäustchen. Natürlich könnte ich sie in die Scheune legen, aber was wenn schon was drin liegt? Darf ich die Karte in der Scheune eigentlich jederzeit abwerfen oder muss ich sie erfüllen(und blockiert die 4erKombo die Scheune wenn ich sie dem Gegner wegkaufe, aber nie erfüllen kann)? (muss gleich nochmal in der Anleitung nachschaune, die Frage tauchte im Spiel gar nicht auf).

Eine bessere 3er Variante wäre: Spielfeld verkleinern-die ersten 2 Spalten weglassen (Wenn der New England Schriftzug vor mir liegt, die Spalten unter Münzen 1 und 2). Ins Angebot kommen nur 7 Karten/Plättchen, und zwar 2-5 Plättchen, der Rest Karten. Das Spiel wird dadurch potentiell wohl ca. 3 Runden länger. Sollte das ein Problem sein (weil der nun verkleinerte Plan schon zu voll ist nach ca. 12 Runden) kann der Startspieler auch die andern 2 Teile jede Runde aus dem Spiel nehmen (gemäss der Vorlage auf dem Spielplan, d.h. bei 5 Plättchen und 2 Karten wären die beiden Teile zum 'Abwerfen' 2 Karten oder eine Karte/ein Plättchen). Das Ende finde ich ansonsten ok, da jeder mal in den Beutel greift kann man tendenziell absehen (bzw. fühlen) wie lange es noch dauern könnte.
Werde die 3 Spielervariante demnächst mal ausprobieren. Und kann definitiv nicht verstehen dass das Spiel beim Testen in 3er Besetzung so durchging. Vom Spielgefühl war es so wie "Prototyp testen".
Gruss, Marcel

Benutzeravatar
Michael Andersch

Re: New England zu dritt...

Beitragvon Michael Andersch » 20. März 2003, 09:45

Hallo Marcel,

Zum Spiel zu dritt kann ich leider nichts sagen, da ich's bislang nur zu viert gespielt habe.

> Darf ich
> die Karte in der Scheune eigentlich jederzeit abwerfen oder
> muss ich sie erfüllen(und blockiert die 4erKombo die Scheune
> wenn ich sie dem Gegner wegkaufe, aber nie erfüllen kann)?

Wir hatten diese Frage während des Spiels und soweit ich mich erinnern kann steht in der Regel, dass in Scheunen gelagerte Karten nicht einfach so (=unerfüllt) abgeworfen werden dürfen.

VG,
Micha (der aufgrund der gehäuften Kritik an der Dreiertauglichkeit von New England seine fast schon gefallene Kaufentscheidung noch mal überdenken wird)

Benutzeravatar
Thomas

Re: New England zu dritt...

Beitragvon Thomas » 20. März 2003, 11:56

Hätte noch eine Idee für die 3er-Version, nachdem Marcel, wie ja auch schon ich vorgeschlagen hat, die Auslage auf 7 zu verkleinern.

Wie wäre es denn, wenn man die Auslage nicht verkleinert, sondern der höchstbietende zusätzlich zu seinen 2 Karten die er nehmen darf, eine dritte aus dem Spiel nimmt.
Somit hat der 2.Spieler nur noch 6 Karten zur Auswahl, mit denen er es ebenso macht, so dass der letzte Spieler nur noch 3 Karten zur Auswahl hat.

Dürfte das Interesse früh dranzukommen, sprich viel zu bieten, erheblich erhöhen, da die Spieler die vor einem dran sind, sicherlich nichts weglegen, was für einen uninteressant ist.

Thomas

Benutzeravatar
Marcel Kaul

Re: New England zu dritt...

Beitragvon Marcel Kaul » 20. März 2003, 12:18

Wäre auf jeden Fall ein Probespiel wert. Aber vielleicht wird so der Spieler mit der niedrigsten Münze einfach zu sehr gebeutelt, da die andern gezielt Karten aus dem Spiel nehmen können. Ist schon sehr mächtig irgendwie.

Marcel

Benutzeravatar
Volker L.

Re: New England zu dritt...

Beitragvon Volker L. » 20. März 2003, 13:09

Marcel Kaul schrieb:
>
> Wäre auf jeden Fall ein Probespiel wert. Aber vielleicht wird
> so der Spieler mit der niedrigsten Münze einfach zu sehr
> gebeutelt, da die andern gezielt Karten aus dem Spiel nehmen
> können. Ist schon sehr mächtig irgendwie.
>
> Marcel

Ich kenne New England zwar bisher nur aus den Beitraegen hier
im Forum, aber vom Mitlesen her erscheint mir auch das
vorgeschlagene Wegnehmen etwas zu maechtig - aber koennte es
vielleicht etwas aendern, wenn fuer die rausgekickte Karte/Plaettchen
ebenfalls der normale Preis bezahlt werden muss wie fuer's Nehmen?

Gruss, Volker (der New England bereits offiziell auf seine
Geburtstagswunschliste gesetzt hat)

Benutzeravatar
Gabi Goldschmidt

Re: New England zu dritt...

Beitragvon Gabi Goldschmidt » 20. März 2003, 13:39

Hallo Marcel,

ich kann Deine Erfahrungen erfreulicherweise nicht teilen.
Auch das Spiel zu dritt verlief bei uns sehr spannend. In der Auslage
waren z.B. 2 Personenkarten, was dazu führte, dass der Startspieler die 6 genommen hat, um sich beide zu sichern (Anfangskapital 12 Dukaten), der nächste Spieler aber die 7 wählte und der letzte legte eine billige Runde mit der 1 ein.
Im weiteren Verlauf des Spiels waren alle Mitspieler mehrmals bereit, für eine Karte eine hohe Marke zu nehmen, um diese Karte den Mitspielern vor der Nase wegzuschnappen, denn 3- oder 4-Punkte-Karten, die der Gegner nicht bekommt, ich aber auslegen kann macht schon eine Differenz von 6-8 Punkten.
Klar kommen auch noch weitere 3-4 Punkte-Karten, aber ob ich dann auch die entsprechenden Felder freiliegen habe, ist ja nicht garantiert.

Ciao Gabi

Benutzeravatar
Thomas

Re: New England zu dritt...

Beitragvon Thomas » 20. März 2003, 15:35

Mächtig schon, aber auch teuer.
Ich gehe davon aus, das ein Spieler meistens nur einen Tacken bezahlen wird wie bisher auch, nur das die anderen anstatt meistens 2-5 fast immer ab 4 aufwärts bezahlen werden, so das der "Billigheimer" eine Menge spart und da der Startspieler in jeder Bietrunde wechselt dürfte sich das einigermaßen ausgleichen, es sei denn einer spielt eine andere - bisher nicht mögliche - Strategie, was das Spiel variantenreicher macht.

Habe das Spiel halt jetzt zweimal in der Dreiervariante gespielt und bin eindeutig der Meinung, das die Auslage so nicht optimal ist, da fast immer auch für den Dritten interessante Karten da sind. Das war in jedem Spiel vielleicht in zwei Bietrunden nicht der Fall. Und im Viererspiel, hat der Letzte ja auch nur drei Karten zur Auswahl und da haben die vorher dran gewesenen ihm sicherlich auch nicht die "Rosinen" übrig gelassen.

Weniger Auslage hat halt auch den Effekt, dass das Schiff interessanter wird, was allgemein ansonsten als zu schwach eingestuft wird.

Benutzeravatar
Roman Pelek

Varianten für New England zu dritt/viert

Beitragvon Roman Pelek » 21. März 2003, 01:02

Hi Marcel,

wir haben heute New England zu dritt gespielt, und dabei folgende Varianten eingesetzt:

- Auslage auf 7 Karten (Wahl zwischen 3 oder 4 Plättchen respektive Karten)
- Schiffsmehrheit bringt 4 Punkte, Pilgerväter nur 2, Scheune unverändert

Erstere Änderung liess ein ähnliches Spielgefühl bei der Versteigerung wie zu viert aufkommen, auch die Erhöhung der Rundenzahl gegenüber zu viert macht nichts an der Spieldauer aus. Platzmäßig erhöht es etwas die Konkurrenz, was wir positiv fanden. Und insgesamt ist es eh logischer, mit 2*Spieler+1 als Auslage zu spielen. Was die 3-4 Entscheidung statt 3-6 angeht, so läuft's da auch analog zu 4 Spielern: was nützen mir 6 Plättchen, wenn 3 vor mir je 2 kaufen - hier 4 und 2 können je 2 kaufen - passt wohl ganz gut.

Die zweite Änderung haben wir eingeführt, da Schiffe bei uns generell nicht so beliebt waren (halt Glückssache, und häufig gab's bis kurz vor Ende Gleichstände mit je 1 Schiff, so dass jeder ziehen durfte, aber keiner sich mit einem 2. ein wertvolles Feld zu früh blockieren wollte) und Pilgerväter ein sicheres Einkommen bringen und viel freier als der Rest handhabbar sind (Umsetzbarkeit). Ließ sich auch gut an.

Ansonsten schriebst Du:

> Gründe für
> den langweiligen Spielverlauf könnten vielleicht auch gewesen
> sein: 1.) die Startaufstellung war nicht aggressiv genug

Hier wäre ich persönlich vorsichtig. Meine Erfahrung über 6 Partien zu viert war folgende: ist die Startaufstellung gleichmäßig, erreichen alle eine ähnliche Punktzahl und niemand kann sich absetzen (das vormals hier im Forum angesprochene Nivellierungsproblem bei uns anfänglich, auch heute ging's mit 36:36:34 noch arg gemächlich zu) - was der eine gebaut hat und mir wegnimmt, krieg ich später eh, weil's keiner sonst will - außer ich stell mich sehr doof an (wobei dann mitunter ein falscher Zug das Spiel entscheidet, auch nicht so prickelnd - einmal 'ne Scheune in die falsche Ecke gepflanzt und tschüss...). War die Startaufstellung zum Vor-/Nachteil gewisser Spieler, schlug sich das auch im Ergebnis nieder. Wo kein Platz ist, kann man keine 6er oder 10er bauen, und auch mit Mehrheiten sieht's mau aus, irgendwo müssen die "Viecher" ja auch hin. Ich denke, hier müsste man woanders ansetzen, nämlich im Spiel mehr Konkurrenz aufbauen, statt evtl. zu stark vorherbestimmte Spielverläufe zu provozieren. Sonst macht man den Startaufbau, und extrapoliert dann die Punktzahl der Spieler. Wer will, kann das dann auch spielen - ich für meinen Teil geh aber derweil lieber puzzlen, das ist entspannender... ;-)

Ich würde aber aus Gründen der Ausgewogenheit an Chancen beim Startaufbau evtl. die "Siedler"-Platzierung wählen: einmal gegen Uhrzeigersinn, einmal mit, einmal gegen. Das ist zwar handlingtechnisch etwas kritisch, aber für erfahrenere Spieler vielleicht interessant.

Ansonsten denke ich (wie Du auch schriebst), man müsste sich im Spiel besser gute Karten wegnehmen können, um auch Spieler mit viel Freiraum durch gezieltes Spielen auf Geld/hohe Gebote in ihrer Expansion zu bremsen. Vorschlag aus unseren Runden wäre: kaufen nicht einsetzbarer Karten zum Zweck des Verfallenlassens ist erlaubt (in unseren Runden war auch die Scheune zu wertvoll/unangenehm bzgl. statischer Platzierung, um sie zum Blockieren anderer und damit auch noch zum eigenen Schaden einzusetzen, während die anderen sich über dieses Opfer freuen). Wegwerfen aus Scheunen würde ich vorerst nicht probieren wollen, da evtl. noch die 2. Scheune jenseits reiner Mehrheitenkämpfchen gegen Ende interessant sein sollte.

> 2.)Die Kartenverteilung war vorher unbekannt: hätte man
> gewusst dass es nur 4erKombos (für 10 Punkte) beim Lehm gibt
> wären diese eventuell etwas begehrter gewesen (Vielleicht
> aber auch nicht, sind ja eigentlich genügend drin) oder 3.)

Es macht sicher Sinn, die Verteilung und Art der Kombos pro Farbe offen zu legen, evtl. designt man sich ein kleines Übersichtskärtchen. War eine der am häufigsten geäußerte Kritik in Runden mit Neulingen, sogar in der Familie ("Woher soll ich denn wissen, dass ich bei braunen auf 4er und auch lange 3er bauen muss und bei schwarz/grün es das gar nicht gibt? Das ist doch doof, jetzt hab ich totalen Mist gebaut"). In Kombination mit der Kaufen-Wegwerfen-Regel sollte das ein bissl mehr Interaktion und Druck auf die Versteigerung legen, die ich auch zu viert als arg lau empfand - jeder kriegt irgendwann das, was er noch braucht, weil's ihm niemand mehr wegnimmt. Und dann entscheidet rein der eigene Freiraum auf dem Brett, und im Zweifelsfall der Startaufbau...

> Werde die 3 Spielervariante demnächst mal ausprobieren. Und
> kann definitiv nicht verstehen dass das Spiel beim Testen in
> 3er Besetzung so durchging. Vom Spielgefühl war es so wie
> "Prototyp testen".

Die Gründe für die 3er-Version dürften evtl. liegen, dass das mit der 9er (3-6)-Auslage grafisch sinnvoll darstell- und erläuterbar war. Zu dritt mit 7 bricht man das natürlich auf und führt geänderte Regeln ein. Einfacher isses schon so - nur halt so spannend wie Blümchenpflücken auf'm Friedhof und nicht unbedingt im Sinne des Spiels. Aber ich denke, dass man da mit einfachen Mitteln durchaus noch etwas dran tun kann, um mehr Konkurrenz und Spannung reinzubringen.

Schreibt mal Eure Erfahrungen bzw. Meinungen zu den Varianten - vielleicht können wir ja dann gemeinsam eine Zusammenstellung bewährter/beliebter Varianten zum Spiel machen, die (zumindest für Spieler) etwas mehr Kick reinbringen. Die Grundideen und Mechanismen des Spiels sind ja an sich schön.

Ciao,
Roman

Benutzeravatar
Thomas

Re: Varianten für New England zu dritt/viert

Beitragvon Thomas » 21. März 2003, 09:21

Auslage reduzieren hat ich ja schon mehrmals vorgeschlagen.
Auch die Siegpunktänderung scheint sinnvoll, hatte ich auch schon überlegt.

Alles in allem muss ich aber, obwohl mir das Spiel grundsätzlich gut gefällt feststellen, dass immer öfter Spiele anscheinend nicht zuende gedacht werden bevor sie auf den Markt kommen.
Schade !!!

Benutzeravatar
Marcel Kaul

Re: Varianten für New England zu dritt/viert

Beitragvon Marcel Kaul » 21. März 2003, 09:58

Das Spiel besticht meiner Meinung nach durch den einfachen und doch reizvollen Mechanismus (und Spielablauf). Dass der nicht wirklich funktioniert ist schade, dass er eigentlich funktionieren könnte lässt wirklich zweifeln am Vorgehen des Verlags. Jetzt gibts hier schon Vorschläge für variablen Aufbau/verändertes Angebot/Umverteilung der Siegpunkte. Seltsam dass man sich die Mühe macht das Spiel irgendwie noch umzubiegen (umbiegen zu wollen) und nicht sofort die Finger davon lässt. Spricht wohl für vorhandenes Potential.( Im Gegensatz zu z.B. Drachenfaust. Einmal gespielt, sofort zu Ebay damit.) Warum meldet sich hier keiner zu Wort von Goldsieber/Noris? Bei Alea, Amigo und Kosmos gehts doch auch (Statements abgeben),

Gruss Marcel


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 71 Gäste