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Nochmal Fußball: Was macht ein gutes Fußball-Brettspiel aus?

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Jan Ostmann

Nochmal Fußball: Was macht ein gutes Fußball-Brettspiel aus?

Beitragvon Jan Ostmann » 10. April 2003, 14:51

Hallo allerseits,

Nachdem ich diezahlreichen Beiträge zu meinem Thema eben beantwortet habe, stellt sich mir nur die Frage, welche Anforderungen eigentlich an eine Brett- oder Kartenspiel-Umsetzung herangetragen werden.

Es gibt ja mögliche Spielelemente, die das Fußballspiel ausmachen. Z.B. die Action (Zweikämpfe, Verletzungen, Torschüsse etc) oder die Taktik (defensiv-offensive, Spielzüge, Standardsituationen etc) oder die individuellen Mannschafts- bzw. Spielerstärken (Zweikampfstärke, Technik, Ausdauer etc) oder gar äußere Umstände (Platzbeschaffenheit, Witterung, Zuschauer, Infrastruktur des Vereins etc). Es gibt sicher noch mehr, was einem zu einer Fussballumsetzung einfallen könnte.

Meine Frage daher: Was wäre Euch persönlich unentbehrlich für eine gelungene Brettspielumsetzung. Welche Spielelemnte sollen auf alle Fälle - oder bloss nciht - im Spielprinzip aufgenommen werden?

Danek schon jetzt, Jan

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peer

Re: Nochmal Fußball: Was macht ein gutes Fußball-Brettspiel aus?

Beitragvon peer » 10. April 2003, 20:41

Hi,
eigentlich ist Fussball ja ein Sport, bei dem die Taktik eine Rolle spielt, aber mehr noch die Fähigkeiten der Spieler.
Ein Brettspiel wird sich daher entweder
- auf die Taktik beschränken Oder
- rein den Spielablauf abbilden - das sind dann in der Regel Würfelspiele Oder
- als "Übersprungshandlung" anstelle fussballersicher Fähigkeiten andere Geschicklichkeitselemente einbauen (Tippkick)

Mir sind die Spiele der Kathegorie 1 am liebsten, obwohl sich dann das Spiel halt auf die taktische Komponente beschränkt. Ausserdem wird wohl ein Glücksfaktor gebraucht, da es sonst etwas komisch erscheitn, wenn Tore ausrechenbar werden.
Ich persönlich mag Finale von der Taktik/Mannschaftsaustellung her und Streetsoccer vom Spielverlauf selbst und freu mich auf Bennos Spiel.

Ein guter Fussballmanager würde mich allerdings auch reizen, auch weil dieser die Möglichkeit bietet mit mehr als 2 Spielern gespielt zu werden. Aber auch hier dürfte es schwer sein zwischen
Liebe zum Detail und Regelwust
und zwischen
Berechenbarkeit und Beliebigkeit durch zu hohen Glücksfaktor
zu entscheiden. (Daran scheitern oft auch die Computerspiele - wenn ich trotz toller Teamwerte ständig verliere und dann neu lade und dann immer haushoch gewinne, ist eine Beliebigkeit nicht auszuschliessen)...

ciao
Peer (der mit seiner Schwester und einem Freund früher nächtelang Anstoss zu dritt gespielt hat)

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Franz-Benno Delonge

Re: Fußball-Brettspiel-Kriterien: Mein eigener Versuch

Beitragvon Franz-Benno Delonge » 11. April 2003, 22:50

Hallo Jan, Hallo Peer,
Sepp Herbergers klassische Antwort auf die Frage, warum die Leute auf den Fußballplatz gehen, lautete: "Weil se net wisse, wies ausgeht."
Da liegt das Problem des Fußball-Brettspiels: Es darf nicht exakt berechenbar sein. Andererseits darf es aber genausowenig ein reines Würfel-Glücksspiel sein. Beides wirkt als "Fußball-Simulation" immer nur unfreiwillig komisch.
Was bisher nie befriedigend geglückt ist, ist die vernünftige brettspielmäßige Umsetzung der Ballbewegung: Der Kicker hat eine gewisse Idee davon, wo er den Ball hinspielen will; er hat auch die technischen Fähigkeiten, den Ball in 9 von 10 Fällen tatsächlich in etwa dahin zu befördern, wo er hinsoll; manchmal geht es aber trotzdem schief.
Hier habe ich bei meiner eigenen Umsetzung angesetzt. Bei dem thread weiter unten habe ich jetzt für alle Interessenten meine e-mail-Adresse angegeben.
Sportliche Grüße (ich kriege nächste Woche den Meniskus seziert...)
Benno

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Jan Ostmann

RE: Fußball-Brettspiel-Kriterien: Mein eigener Versuch

Beitragvon Jan Ostmann » 12. April 2003, 04:06

Hallo Benno,

erstmal vielen Dank für deine Beiträge. Ich kann Dir nur beipflichten, dass es bisher - vielleicht ja bei deinem Spiel - nicht gelungen ist, die Spielintelligenz der Spieler und die individuellen Fähigkeiten umzusetzen. Es wurde bis jetzt meist daruaf verzichtet, die Flughöhe des Balles (Flachpass, Flanke etc.) zu berücksichtigen als auch taktische Ausrichtungen eines Teams. Manche Teams spielen eher mit langen Pässen, andere mit Kurzpässen, die einen kommen über die Aussen und flanken auf die kopfballstarken Stürmer etc. Ich denke, das gerade diese Elemente für die Athmosphäre eines Fußball(brett)spiels von Bedeutung wären.

Insofern bin ich noch viel gespannter - zumal ich auch schon einen Blick auf die Website geworfen habe - und werde Dir gleich mal eine Mail schicken. :-)

Bis dahin, Jan

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peer

RE: Fußball-Brettspiel-Kriterien: Mein eigener Versuch

Beitragvon peer » 12. April 2003, 10:54

Hi,
Jan Ostmann schrieb:
> die individuellen Fähigkeiten umzusetzen. Es wurde bis jetzt
> meist daruaf verzichtet, die Flughöhe des Balles (Flachpass,
> Flanke etc.) zu berücksichtigen als auch taktische
> Ausrichtungen eines Teams. Manche Teams spielen eher mit
> langen Pässen, andere mit Kurzpässen, die einen kommen über
> die Aussen und flanken auf die kopfballstarken Stürmer etc.
> Ich denke, das gerade diese Elemente für die Athmosphäre
> eines Fußball(brett)spiels von Bedeutung wären.

Und das ist das Problem: Führt man einen Automatismus ein, wirds berechenbar und irgendwie unlogisch. Würfelt man für jeden Pass, wirds eine reine Würfelorgie und zäh...

ciao
Peer

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Jan Ostmann

RE: Fußball-Brettspiel-Kriterien: Mein eigener Versuch

Beitragvon Jan Ostmann » 12. April 2003, 13:30

"peer" hat am 12.04.2003 geschrieben:

> Und das ist das Problem: Führt man einen Automatismus ein,
> wirds berechenbar und irgendwie unlogisch. Würfelt man für
> jeden Pass, wirds eine reine Würfelorgie und zäh...
>

Hi Peer,

aber ich denke, dass sich das Würfelglück durchaus in Grenzen halten kann, wenn man z.B. je nach technischer Fähigkeit des Fußballers einen Wert festlegt, der wahrscheinlicher oder unwahrscheinlicher zu erwürfeln ist. So lässt sich zumindest eine gewisse Individualität ins Spiel bringen. Aber es lässt sich nicht vermeiden, dass man dennoch bei jeder entsprechenden Aktion würfeln muss.

Ich werde mal ein neues Thema aufmachen und nach Möglichkeiten fragen, wie man das Element Zufall ins Spiel bringen kann.

Schönes Wochenende, Jan

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peer

RE: Fußball-Brettspiel-Kriterien: Mein eigener Versuch

Beitragvon peer » 12. April 2003, 16:22

Hi,
Jan Ostmann schrieb:
>>
> aber ich denke, dass sich das Würfelglück durchaus in Grenzen
> halten kann, wenn man z.B. je nach technischer Fähigkeit des
> Fußballers einen Wert festlegt, der wahrscheinlicher oder
> unwahrscheinlicher zu erwürfeln ist. So lässt sich zumindest
> eine gewisse Individualität ins Spiel bringen. Aber es lässt
> sich nicht vermeiden, dass man dennoch bei jeder
> entsprechenden Aktion würfeln muss.

Und das fände ich nervig. Ich erinnere mich da an Bloodbowl, bei dem auch jeder Spieler eine Liste mit all seinen Spielern hat, was die können und so - und das zieht das Spiel in die Länge und hat zudem eine hohe Fehlerquote.

Ausserdem halte ich das Würfeln für jeden Spieler für jeden Zug für übertrieben.
Für das Fussballspiel ist mir eben noch eine Idee gekommen - siehe oben
ciao
Peer


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