Beitragvon Roland G. Hülsmann » 24. April 2003, 19:30
Volker L. schrieb:
> Das ist eben eine Frage der Einstellung.
Richtig! Obwohl Du meine Einstellung noch falsch einschätzt. Vielleicht sollten wir doch mal zusammen spielen! ;-)
> Wieviel ist das, was man im Erfolgsfall gewinnt (vom zweiten
> auf den ersten Platz vorruecken) wert im Vergleich zu dem,
> was man im Versagensfall verliert (Rueckfall von Platz 2 auf
> Platz 5).
Darum geht es doch gar nicht. Es ist nichts schlimmes dabei, zu verlieren, auch wenn es mir Freude macht, auf den vorderen Rängen mitzuspielen. Es geht ausschließlich (naja: fast ausschließlich) um den Spielspaß!
Und riskante Manöver machen nun mal - zumindest mir - Spaß. Ich würde auch rislkant spielen, wenn ich die Chance sähe, vom 6. auf den 5. Platz zu kommen. Ich gehe - wohlgemerkt: im Spiel - oft lieber Risiken ein, als Besitzstände zu sichern und zu wahren. Ich will etwas bewegen und nicht verharren!
> ... Aber nicht, wenn ich vorher Zweiter
> bin, denn da stimmen fuer mein Empfinden die Relationen
> zwischen dem potenziellen Gewinn, dem potenziellen Verlust und
> den jeweiligen Wahrscheinlichkeiten nicht mehr.
Derartige Gedanken bewegen mich selten. Ich experimentiere lieber, probiere aus ..., auch wenn ich dadurch vielleicht nicht ganz so oft gewinne ...
Lieber eine Chance vermasseln, als damit zu leben, sie nicht genutzt zu haben.
> Aber die Grundeinstellung dahinter ist IMHO dieselbe: "Nur der
> Sieg zaehlt, ein zweiter Platz ist nichts wert; es ist egal, ob
> man Zweiter oder Fuenfter wird".
Arrrghhh .... Du verstehst micht nicht! NEIN, so meine ich das nicht. Der Spielspaß zählt, nicht der erzielte Platz. Natürlich gewinne ich gerne, bin lieber Erster als Zweiter, lieber Zweiter als Dritter, ... etc. Aber der beim Spiel erzielte Platz ist mir nicht so wichtig, als daß ich nicht auch Risiken eingehe, bei denen ich denselben verlieren könnte. Am Ende eines Spieleabends zählt für mich letztendlich, wieviel Spaß und Unterhaltung wir gemeinsam hatten. Und da ist es dann wirklich egal, ob ich ein Spiel gewinnen konnte oder nicht.
> Ob man die Alles-oder-Nichts-Aktion erst im letzten, im
> vorletzten oder gleich im ersten Zug macht, ist da eher ein
> gradueller Unterschied, kein grundsaetzlicher.
Doch, ein Wesentlicher: Im ersten Zug bringe ich mich oder die anderen um den Spielspaß. Im letzten Zug setze ich dem gehabtem Spaß ein Sahnehäubchen auf.
> Wobei es bei den in meinem Beispiel angegeben Erfolgsaussichten
> vermutlich niemand im ersten Zug machen wuerde, aber wenn die
> Chancen fuer einen grossen Vorsprung, keine Veraenderung oder
> gewaltigen Rueckstand etwa 40:20:40 verteilt waeren, gaebe es
> bestimmt genug Draufgaenger, die das probieren wuerden :-/
Ich weiß nicht so recht. Bei einem sehr kurzen Spiel vielleicht ... obwohl ich mir eigentlich nie sonderlich Gedanken um derartige Wahrscheinlichkeiten mache. Im Gegensatz zu vielen Spielern in diesem Forum bin ich kein Mathematiker. ;-) ... und wer Siedler gespielt hat, weiß z.B., daß die 6 und die 8 nur dann besonders häufig gewürfelt werden, wenn man entweder keine Siedlung an diesen Feldern hat oder der Räuber drauf steht. :grin:
Gruß
Roland