Beitragvon Tobias / Glomeor » 3. Mai 2003, 03:16
Hallo Spieler,
dank des hervorragenden Bohnanza-Reservier-Verschick-Service von Uwe konnte ich ohne eine komplizierte Ladensuche (siehe Thread Spiellandschaft Hamburg) eine Partie Bohnaparte in Angriff nehmen.
Material:
Zunächst fällt der höhere Preis gegenüber den Vorgängererweiterungen auf, der aufgrund 4 (relativ dünnen) Stanzbögen in Spielkartengröße mit Pappcountern für die je 12 Armeen eines jeden Spielern entsteht. Nach dem Auslösen und Wiederverpacken das erste Problem: Wie verstaue ich die Counter? Unverzippt könnten sie verloren gehen auch ob ihrer geringen Dicke. Selbst ein Einzelknopf-Zipper führt jedoch dazu, daß sich die Schachtel nicht mehr schließen lässt.
Beim Gebrauch der Counter fällt auf, daß sie sich sehr schlecht von den Landschaftskarten abzeichnen, deren Besitzer sie anzeigen sollen. Wir haben nach noch nichteinmal einer Runde auf El-Grande-Würfel umgestellt. Die Graphik der Landschaften selbst trägt auch nicht gerade zur Übersicht bei. Im Zusammenhang mit dem Bau einer Festung kommt es vor, daß auf die bestehende, lückenlose Kartenauslage eine Festungskarte gelegt werden soll, sodaß die Werte der darunterliegenden Karten noch sichtbar bleiben; hierbei muß bei der Auslage schon etwas gerutschmauschelt (hier ein wenig 'drüberweg - da ein wenig 'drünterdurch) werden.
Regeln und Spielablauf:
Genug gemeckert. Die Regeln lesen sich sehr leicht und es braucht eigentlich nichts nachgeschlagen werden, da die beiliegende Übersichtskarte Einstiegsprobleme schnell lösen lässt. Dieser Aspekt hat bei mir sogar dazu geführt, daß ich Bohnaparte jetzt gespielt habe, aber Ladybohn immer noch ungespielt brach liegt, weil mir die Regeln nicht so leicht eingängig sind.
Es ist schon erstaunlich wie aus Bohnanza ein Landnahmespiel werden kann, doch genau dies ist Bohnaparte, ohne jedoch den Spielmotor von Bohnanza zu ändern. Zum Gewinnen zählen nicht mehr direkt die Bohnentaler, sondern Siegpunkte auf den Karten einer Landschaftsauslage. Diese gibt es bei einem erfolgreichen Angriff auf diese Landschaft. Jetzt kommen erst die Bohnentaler ins Spiel: Jeder Spieler kann vorm Kartennachziehen seine Taler 1:1 in Angriffe investieren. Gekämpft wird ebenfalls mit Bohnen: Von der Hand, vom Stapel oder aus dem Munitionsdepot (eine Art drittes Bohnenfeld). Angreifer und Verteidiger suchen sich eine Karte aus und decken gleichzeitig auf. Hat der Angreifer die höhere Karte, wechelt die Landschaft den Besitzer.
Weitere Features des Spiels sind die Besonderheiten bestimmter Landschaften (mehr Karten nachziehen oder aufdecken, Minimalverteidigung, etc.).
Fazit:
Im Gegensatz zu den anderen Erweiterungen habe ich Bohnaparte als diejenige empfunden, die das lockere Bohnanza-Feeling nicht durch Möglichkeitenvielfalt bei der Zugplanung erschlägt. Man spielt genauso schnell wie im Grundspiel, was der Atmosphäre gut tut, denn es handelt sich nicht um ein Landnahmespiel, bei dem jeder Spieler im Kopf den Kriegsrat versammelt und an allen Fronten die Verfahrensweisen durchdenken muß. Dafür ist das Spielfeld mit 20 Feldern auch zu klein. Wir haben Bohnaparte gern gespielt und werden es als Alternative zum Grundspiel wieder auf den Tisch bringen. Bohnaparte spielt sich auch deswegen so anders als das Grundspiel, da durch das Kämpfen die hohen Karten eine ganz neue Wertigkeit bekommen. Wer neue Regeln und Ergänzungen zum Basisspiel sucht, ist mit Bohnaparte nicht gut bedient, denn ich kann mir kaum vorstellen, daß man Bohnaparte mit anderen Erweiterungen kombinieren kann. Ich finde die Bezeichnung Bohnanza-Alternative wäre also treffender als Bohnanza-Erweiterung.
ATTACKE!!
Tobias (Nummer 510)