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Zollgebühren Spielebestellungen USA

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Gregor Breckle
Kennerspieler
Beiträge: 648

Zollgebühren Spielebestellungen USA

Beitragvon Gregor Breckle » 9. Mai 2003, 15:55

Hallo,

wer hat Erfahrungen mit dem Zoll bei Spielbestellungen aus den USA. Gibt es Limits im Bestellwert oder nach was richtet sich der Zoll?

Viele Grüße

Gregor

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Patrik Rüegge

Re: Zollgebühren Spielebestellungen USA

Beitragvon Patrik Rüegge » 9. Mai 2003, 17:05

Nehme mal an, Du meinst bei einer Lieferung nach Deutschland, oder?

Kann ich Dir leider nicht genau sagen. Bei Lieferungen in die Scshweiz sieht das folgendermassen aus (für alle Schweizer Forums-Teilnehmer):

- sofern Paket nicht in Stichprobe hängen bleibt, passiert gar nichts :-) (leider eher selten der Fall)

- Wird Paket kontrolliert: Zoll kassiert Mwst ab einem Mwst-Betrag von CHF 5 per Nachnahme (10 CHF Portokosten kommen also zum MWST-Betrag noch dazu :-[ ) gemäss Rechnungsbetrag (auch auf Versandkosten werden MWST erhoben!).

- Demgemäss ist der Freibetrag für reine Büchersendungen (2.6% Mwst) um die 192 CHF, beim Rest wie Bücher, DVDs, Spiele (7.6% MWST) um die 65 CHF.

- Ach ja, sollte keine Rechnung beiliegen und der Zoll dem Deklarationswert (z.B. auf dem grünen Kleber) nicht trauen, so wird das Paket zurückbehalten, bis man eine Original-Rechnung sendet. Dann wird nochmals Bearbeitungsgebühr von zusätzlich 6-15 CHF fällig

-Eigentliche Zollgebühren auf die Ware habe ich noch nie bezahlt. Diese wird wohl abhängig von Warenart und Warenwert ab gewissen Beträgen auch noch erhoben.

Um eine Einkassierung der MWST via Nachnahmegebühr zu umgehen, soll es folgende Möglichkeit geben: Vermerk auf Adresse, dass Verzollung durch Postzollamt erfolgt. Nachteil: Man muss das Paket persönlich auf dem nächstgelegenen Postzollamt abholen (habe das noch nie ausprobiert)...

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Andreas

Re: Zollgebühren Spielebestellungen USA

Beitragvon Andreas » 9. Mai 2003, 19:32

Also meine letzte Direktbestellung aus den USA liegt zwar schon etwas zurück aber soweit ich mich recht erinnere sind Sendungen bis zu einem Warenwert von EUR 25 nicht zu verzollen. Diese Grenze wirst Du aber bestimmt überschreiten, so daß folgendes passiert: wenn Du Glück hast wird Dein Paket nicht durch den Zoll überprüft und es "flutscht" so durch. Die Wahrscheinlichkeit daß dies allerdings nicht passiert, steigt mit dem äußerlichen Erscheinen des Pakets. Ist dort deutlich z.B. der Absender als Spieleversender bzw. Händler zu erkennen (Aufkleber, Stempel, Beschriftung etc.) wirst Du wohl Pech haben. In Zeiten in denen per Internet gehandelt wird, ist der Zoll aufmerksamer geworden. "Damals" war der Zoll noch nicht so spitz auf Sendungen an Privatpersonen. Sollte der Zoll zuschlagen wird Zoll und Mehrwertsteuer auf den Warenwert und die Portokosten(!!) erhoben. Ist dies der Fall zahlst Du entweder den Betrag an den Postboten oder Du mußt Dir Dein Paket beim Zollamt abholen. Um den Zoll aber korrekt zu berechnen, benötigen die Zollbeamten eine Rechnung. Entweder außen am Paket befestigt oder im Paket. Fehlt diese mußt Du nachträglich eine beschaffen und auf dem Zollamt vorlegen. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Du mehrere identische Spiele (z.B. Durch eine Sammelbestellung) in Originalverpackung (Shrink) erhältst. Der Zoll vermutet sofort, Du seist ein Wiederverkäufer und wird besonders mißtrauisch. Wenn Dein Versender in den USA clever ist, entfernt er das Shrinkwrap und versendet die Spiele als "Gift", gibt "used games" als Inhalt an und gibt einen geringen aber halbwegs realistischen Warenwert auf dem berühmten kleinen grünen Aufkleber an. Dabei vermeidet er natürlich sich in seinem Absender als Händler zu erkennen zu geben.

Wie hoch genau der Zoll ist, weiß ich nicht. Die von mir geforderten Summen schwankten so stark, daß ich kein einheitliches Muster feststellen konnte...

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Michael Schmidt

Re: Zollgebühren Spielebestellungen USA

Beitragvon Michael Schmidt » 9. Mai 2003, 21:16

Oftmals stecken auch die Lieferdienste wie FedEx und UPS die Zollkosten vor, damit die Auslieferung schneller erfolgen kann. Meist habe ich vorher einen Anruf bekommen, ob ich die Zollkosten uebernehmen will. Dort bekamm ich auch den konkreten Preis gesagt. Bezahlung erfolgt dann ueber Rechnung.

Auf den Wert der Waren habe ich 1.1% Zoll bezahlt. Dann wurde mir auf den Warenwert 11.95 Gebuehren aufgeschlagen und davon dann nochmal 16% Einfuhrumsatzsteuer. Im Endeffekt waren das so 25% des Warenwerts, denn ich nochmal nachzahlen durfte.

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Andreas Keirat

Re: Zollgebühren Spielebestellungen USA

Beitragvon Andreas Keirat » 9. Mai 2003, 23:00

Gregor Breckle schrieb:
>
> Hallo,
>
> wer hat Erfahrungen mit dem Zoll bei Spielbestellungen aus
> den USA. Gibt es Limits im Bestellwert oder nach was richtet
> sich der Zoll?
>
> Viele Grüße
>
> Gregor

Hallo!

Pakete und Päckchen sind mit einem gewissen Wert zollfrei. Der Wert liegt ca. bei 50 Euro (damals 100 DM). Im Wert enthalten ist dabei aber auch das Porto, was bezahlt wurde. Liegt der Wert der Ware nur gering darüber, kann die Post das Paket/Päckchen direkt ausliefern und ggf. Zollgebühren einkassieren, die weitergeleitet werden.
Bei größeren Sendungen muß man selbst zum Zollamt und eine Kopie der Rechnung mitbringen (zweifach, in Deutsch, ein wirklicher Witz!). Im Beisein des Beamten wird die Kiste geöffnet und kontrolliert.
Vorsicht ist bei Computerspielen und Wargames geboten, denn einige Zollbeamte können wegen Kriegsverherrlichung usw. ggf. das Spiel einbehalten! Das ist z.B. bei AXIS & ALLIES so, weil die amerikanische Ausgabe eine Nazi-Flagge hat(te).
Wenn der Absender eine Firma ist, dann sind in jedem Fall 16% Umsatzsteuer und ein gewisser Zollbetrag (1.1% oder so, je nach Warengruppierung unterschiedlich. Spiele haben keine eigene Sparte, können daher durchaus einmal als Spielware, Computerspiel oder Spielzeug durchgehen) fällig. Wenn die Ware nicht neu ist und von privat stammt, kann man wie auf einem Basaar handeln und muß meistens keine UST zahlen.

Ciao,

Andreas Keirat
www.spielphase.de

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Marion Scheben

Re: Zollgebühren Spielebestellungen USA

Beitragvon Marion Scheben » 10. Mai 2003, 12:05

Ich kann wenig zu den Zollgebühren bei Bestellungen aus den USA sagen.

Habe aber einen Guten Tipp/Alternative KANADA!

Bei Bestellungen aus Kanada die per POST !!! nach Deutschland geschickt werden (Wichtig! nicht über einen Kurierdienst) fällt kein Zoll an.
Es besteht wohl ein Abkommen zwischen Canada u Frankreich.
Sendungen die von Canada aus nach Europa gehen, werden über Frankreich "verteilt" und so fallen keine zusätzlichen Zollgebühren an.

Wir bestellen dort Videospiele und DVDs und hatten noch nie Probleme!
(bei DVD Boxoffice)
Mit Brettspielen hab ich noch keine Erfahrung, das müßte auch klappen, falls man ein geigneten Spiele Online Shop findet.

Gruß Marion

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Biberle

Re: Zollgebühren Spielebestellungen USA

Beitragvon Biberle » 10. Mai 2003, 21:59

Das ist

a) allein auf dem Mist von DVDBoxoffice gewachsen und gilt NICHT generell für jeden kanadischen Online-Versender...
b) Ist Kanada nicht die USA, dementsprechend haben die kanadier nicht unbedingt autmatisch immer die gleichen Produkte wie die Amis.
c) Ist der Warenverkehr innerhalb der EU zollfrei. Das DVDBO-Prinzip funktioniert auch nur dann, wenn NICHT erkennbar ist, dass das Paket ursprünglich aus Kanada kommt.

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Biberle

Re: Zollgebühren Spielebestellungen USA

Beitragvon Biberle » 10. Mai 2003, 22:09


> Pakete und Päckchen sind mit einem gewissen Wert zollfrei.
> Der Wert liegt ca. bei 50 Euro (damals 100 DM).

Der Wert liegt bei 22€, bei Sendungen von Privat an Privat beim doppelten (45€).

> Vorsicht ist bei Computerspielen und Wargames geboten, denn
> einige Zollbeamte können wegen Kriegsverherrlichung usw. ggf.
> das Spiel einbehalten!

In Deutschland sind Nazisymbole auf Spielzeug verboten, d.h. der Zöllner kann nicht, sondern MUSS theoretisch das Paket einbehalten, wenn ihm was auffällt.

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Ronald Novicky

Re: Zollgebühren Spielebestellungen USA

Beitragvon Ronald Novicky » 12. Mai 2003, 07:48

Biberle schrieb:
>
> In Deutschland sind Nazisymbole auf Spielzeug verboten, d.h.
> der Zöllner kann nicht, sondern MUSS theoretisch das Paket
> einbehalten, wenn ihm was auffällt.

Ist auch bei uns in Österreich der Fall; allerdings nicht bei historischen oder lehrenden Büchern bzw. sonstigem in diese Kategorie fallenden Material. Da diese Symbole hauptsächlich auf Cosims prangern, reicht es, den Beamten davon zu überzeugen, dass das eine historische Simulation ist. Das funktioniert bei Spielen meist automatisch, ohne dass man selber hinwandern muss.

Hier in A werden auf alle Waren aus den USA 20% Einfuhrumsatzsteuer (10% bei Büchern) plus 3,5% Zollstellungsgebühr auf alle im Ausland anfallenden Kosten (also auch auf's Porto) eingehoben. Kleine Pakete (mit nur einem Spiel) rutschen meist durch.

lg
Ronald.

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Ernst Knauth

Re: Zollgebühren Spielebestellungen USA

Beitragvon Ernst Knauth » 12. Mai 2003, 08:49

Biberle schrieb:
>
> > Vorsicht ist bei Computerspielen und Wargames geboten, denn
> > einige Zollbeamte können wegen Kriegsverherrlichung usw. ggf.
> > das Spiel einbehalten!
>
> In Deutschland sind Nazisymbole auf Spielzeug verboten, d.h.
> der Zöllner kann nicht, sondern MUSS theoretisch das Paket
> einbehalten, wenn ihm was auffällt.

Und nicht nur das!

Ein Spiele-Partner von mir bekam die Zollfahndung ins Haus, weil auf einem seiner in USA bestellten Spiele ein Hakenkreuz prangte (ohne daß er es vorher gewußt hatte). Die beiden Herren von der Zollfahndung kamen in sein Wohnzimmer, schickten seine Ehefrau raus, befrasgten ihn ausgiebig, untersuchten seine gesamte Spielesammlung und ließen sich nur mühsam überzeugen, daß seine Wohnung kein Verschwörungsort für Neo-Nazis war.
Es wurde dennoch ein Verfahren wegen Verbreitung nationalsozialistischen Gedankenguts gegen ihn eröffnet. Nur durch das Eingreifen eines befreundeten Staatsanwaltes wurde es Monate später niedergeschlagen. Das Spiel wurde beschlagnahmt.
Der Einwand, es gäbe doch auch Bücher mit Nazi-Symbolen, und sogar auf dem Flohmarkt würden Mazi-Insignien straffrei gehandelt, wurde zurückgewiesen. Dies sei gesetzlich geregelt, Spiele jedoch würden in den Gesetzen nicht als Ausnahme aufgeführt.

Ein weiterer Bekannter von mir handelt mit Spielen. Er saß schon zweimal kurz in Untersuchungshaft, weil er Spiele mit Hakenkreuzen auf der Schachtel importieren wollte. Inzwischen bestellt er diese Spiele (wesentlich teurer) bei Händlern in England, wodurch der Zoll in Deutschland umgangen wird.

Ich kann nur empfehlen, bei Auslandsbestellungen diesbezüglich sehr vorsichtig zu sein. In Deutschland versteht man hier absolut keinen Spaß.

Gruss

Ernst

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Ronald Novicky

Re: Zollgebühren Spielebestellungen USA

Beitragvon Ronald Novicky » 12. Mai 2003, 10:58

Ernst Knauth schrieb:

>
> Ich kann nur empfehlen, bei Auslandsbestellungen
> diesbezüglich sehr vorsichtig zu sein. In Deutschland
> versteht man hier absolut keinen Spaß.
>
Na grüß Gott!!! Das ist ja wie damals!!!

Ronald.

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Günter Cornett

Re: Zollgebühren Spielebestellungen USA

Beitragvon Günter Cornett » 12. Mai 2003, 12:22

Ernst Knauth schrieb:
>
> Biberle schrieb:
> >
> > > Vorsicht ist bei Computerspielen und Wargames geboten, denn
> > > einige Zollbeamte können wegen Kriegsverherrlichung usw.
> ggf.
> > > das Spiel einbehalten!
> >
> > In Deutschland sind Nazisymbole auf Spielzeug verboten, d.h.
> > der Zöllner kann nicht, sondern MUSS theoretisch das Paket
> > einbehalten, wenn ihm was auffällt.
>
> Und nicht nur das!
>
> Ein Spiele-Partner von mir bekam die Zollfahndung ins Haus,
> weil auf einem seiner in USA bestellten Spiele ein Hakenkreuz
> prangte (ohne daß er es vorher gewußt hatte). Die beiden
> Herren von der Zollfahndung kamen in sein Wohnzimmer,
> schickten seine Ehefrau raus, befrasgten ihn ausgiebig,
> untersuchten seine gesamte Spielesammlung und ließen sich nur
> mühsam überzeugen, daß seine Wohnung kein Verschwörungsort
> für Neo-Nazis war.
> Es wurde dennoch ein Verfahren wegen Verbreitung
> nationalsozialistischen Gedankenguts gegen ihn eröffnet. Nur

Also nur, weil man ein Spiel [i]bestellt[/i] auf dem ein Hakenkreuz drauf ist, wird ein Verfahren wegen [i]Verbreitung[/i] nationalsozialistischen Gedankenguts eröffnet - also das kann ich mir bei unseren Behörden eher nicht vorstellen. Die Sache ist sicherlich mal wieder ziemlich 'verkürzt' dargestellt.
Mit fällt dazu die Diskussion mit und um Thomas Jereczek ein, dem nach seinen Angaben 'auf Grund früherer Freizeitaktivitäten und seiner politischen Einstellung, die er nicht mal am Arbeitsplatz kund getan hat, gekündigt' wurde und diese Verhältnisse unser 'kriminellen' 'kommunistischen' rotgrünen Regierung anlastete
http://www.spielbox.de/phorum4/read.php4?f=7&i=6358&t=6300
.
Laut Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes VVN handelte es sich dabei um ein Naziportal
http://www.spielbox.de/phorum4/read.php4?f=7&i=6368&t=6300

Schade, dass man in diesem Fall keine zweite Darstellung des Sachverhalts von anderer Seite einholen kann.

> durch das Eingreifen eines befreundeten Staatsanwaltes wurde
> es Monate später niedergeschlagen. Das Spiel wurde

So läuft das also in Deutschland, wenn wegen NS-Verbreitung ermittelt wird ...

Günter

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Marion Scheben

Re: Zollgebühren Spielebestellungen USA

Beitragvon Marion Scheben » 12. Mai 2003, 23:48

a) allein auf dem Mist von DVDBoxoffice gewachsen und gilt NICHT generell für jeden kanadischen Online-Versender...

Oh! Wusste nicht, dass DVD Boxoffice jetzt eigene Zollabkommen abschließt!

b) Ist Kanada nicht die USA, dementsprechend haben die kanadier nicht unbedingt autmatisch immer die gleichen Produkte wie die Amis.

Danke! Hätte ich nicht gewußt!

c) Ist der Warenverkehr innerhalb der EU zollfrei. Das DVDBO-Prinzip funktioniert auch nur dann, wenn NICHT erkennbar ist, dass das Paket ursprünglich aus Kanada kommt.

Komisch warum klappt's dann?

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Knut

Re: Zollgebühren Spielebestellungen USA

Beitragvon Knut » 16. Mai 2003, 09:18

Günter Cornett schrieb:
> Also nur, weil man ein Spiel [i]bestellt[/i] auf dem ein
> Hakenkreuz drauf ist, wird ein Verfahren wegen
> [i]Verbreitung[/i] nationalsozialistischen Gedankenguts
> eröffnet - also das kann ich mir bei unseren Behörden eher
> nicht vorstellen.

Ja, es gibt Dinge, die kannst Du Dir offenbar wirklich nicht vorstellen. Ich hatte Ende der 70er Jahre das Spiel "Escape from Colditz" geordert - nicht wissend, dass ein dickes Hakenkreuz auf der Schachtel abgebildet war. In den folgenden Wochen wurde unser Haus fotografiert und observiert, mehr passierte glücklicherweise nicht. (Nein, ich leide NICHT unter Verfolgungswahn).

Zum Ausgleich gibt's auch eine Geschichte aus dem anderen Lager: Als ich mein erstes Spielertreffen veranstaltete, interviewte mich dann auch die Lokalpresse und wir sprachen auch über das Spiel "Diplomacy". Just in diesem Moment traf ein weiterer Spieler ein, den ich bisher nicht kannte, stellte sich vor und fügte hinzu, dass er Mitglied der kommunistischen Partei sei. Und so was passierte bei uns auf dem Dorf.

Aber zurück zum Thema Importspiele: Einen sehr ausführlichen und gut recherchierten Bericht hat die Zeitschrift c't in ihrer Ausgabe 9/2003 veröffentlicht. Titel "Kaufen in der Fremde", Untertitel: "Beschlagnahmepraxis macht Eigen-Import digitaler Unterhaltung zum Glücksspiel." Was dort über PC-Spiele gesagt wird, gilt ebenso für Brettspiele, wobei Lizenzrechte hier allerdings weniger eine Rolle spielen.

Gruß
Knut

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Günter Cornett

Re: Zollgebühren Spielebestellungen USA

Beitragvon Günter Cornett » 16. Mai 2003, 17:59

Knut schrieb:
>
> Günter Cornett schrieb:
> > Also nur, weil man ein Spiel [i]bestellt[/i] auf dem ein
> > Hakenkreuz drauf ist, wird ein Verfahren wegen
> > [i]Verbreitung[/i] nationalsozialistischen Gedankenguts
> > eröffnet - also das kann ich mir bei unseren Behörden eher
> > nicht vorstellen.
>
> Ja, es gibt Dinge, die kannst Du Dir offenbar wirklich nicht
> vorstellen. Ich hatte Ende der 70er Jahre das Spiel "Escape
> from Colditz" geordert - nicht wissend, dass ein dickes
> Hakenkreuz auf der Schachtel abgebildet war. In den folgenden
> Wochen wurde unser Haus fotografiert und observiert, mehr
> passierte glücklicherweise nicht. (Nein, ich leide NICHT
> unter Verfolgungswahn).

Bist du sicher, dass beides miteinander zusammenhängt ?

Ich weiss sehr gut, dass Behörden überzogen und offen rechtswidrig handeln und dann nicht mehr davon abzubringen sind, Fehler (oder Schikanen) einzugestehen.

Die Schilderung von Ernst enthält zum einen den Widerspruch, dass der Betreffende wegen Verbreitung(!) angeklagt wurde, obwohl er nur ein Spiel bestellt hatte. Rauschgift-Konsumenten werden normalerweise auch nicht wegen Dealerei anngeklagt, wenn sie lediglich den Joint in der Hand halten und sonst nichts.

Zum anderen berichtet er von einem Freund, der Spiele mit Hakenkreuz als Händler kauft. Sorry, da habe ich kein Mitleid wenn er wegen §86 belangt wird.

Wenn jemand ein Spiel mit Hakenkreuz privat kauft und sich schicken lässt, ist das zwar seine Sache, aber selbstverständlich muss er damit rechnen, dass es beschlagnahmt wird. Denn in diesem Fall ist zwar nicht der Kauf aber der Verkauf an ihn strafbar.

Ich finde es richtig, dass das öffentliche Zeigen und Verbreiten von Hakenkreuzen hierzulande verboten ist. Ich habe auch kein Verständnis dafür, wenn dieses Verbot mit den Verbrechen der Nazis gleichgesetzt wird.

Ich bin entschieden gegen eine solche Verharmlosung des Faschismus.
Und wenn Ronald Novicky nicht nur das tut, sondern in einer Diskussion zum Thema Antisemitismus erneut bekräftigt, dass er auch antisemtische Witze gut findet, dann reg ich mich drüber auf. Ja.

Antisemitische Witze sind eben nicht so harmlos wie Ostfriesenwitze.
Dass werde ich doch noch schreiben dürfen, oder ?


> Zum Ausgleich gibt's auch eine Geschichte aus dem anderen
> Lager: Als ich mein erstes Spielertreffen veranstaltete,
> interviewte mich dann auch die Lokalpresse und wir sprachen
> auch über das Spiel "Diplomacy". Just in diesem Moment traf
> ein weiterer Spieler ein, den ich bisher nicht kannte,
> stellte sich vor und fügte hinzu, dass er Mitglied der
> kommunistischen Partei sei. Und so was passierte bei uns auf
> dem Dorf.

Was willst du mir damit sagen? Diplomacy ist ein tolles Spiel, und warum soll es keine kommunistischen Spieler geben ?

> Aber zurück zum Thema Importspiele: Einen sehr ausführlichen
> und gut recherchierten Bericht hat die Zeitschrift c't in
> ihrer Ausgabe 9/2003 veröffentlicht. Titel "Kaufen in der
> Fremde", Untertitel: "Beschlagnahmepraxis macht Eigen-Import
> digitaler Unterhaltung zum Glücksspiel." Was dort über
> PC-Spiele gesagt wird, gilt ebenso für Brettspiele, wobei
> Lizenzrechte hier allerdings weniger eine Rolle spielen.

Werde ich mal in der Bücherei nachlesen.
Online habe ich nur den Artikel
Braune Minderheit
Reaktionen auf ”Spielplatz Zweiter Weltkrieg“
http://heise.de/ct/03/08/048/
gefunden.

Ich weiss nicht, ob man das gesagte auch auf Brettspieler übertragen kann. Es gibt im PC-Spiele-Bereich bereits eine braune Szene.
Und es gibt Leute, die machen sich nur keine Gedanken, wenn sie sich provozierend Kalle88 nennen. Die müssen sich aber nicht wundern, wenn man sie beim Namen nennt.

Gruß, Günter


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