Beitragvon Ralf Arnemann » 21. Mai 2003, 12:30
> Meiner Meinung nach ist Wallenstein ein leider viel zu kurz gekommenes
> 'Schätzchen' der Brettspielwelt.
Da kamen halt einige Handicaps zusammen: Amateurimage (trotz der guten Qualität), Kriegsspiel, hoher Preis, ...
Dabei ist es überraschend flott und unglaublich innovativ.
Dennoch ist meine erste Begeisterung ziemlich abgekühlt. Ich habe deutlich das Gefühl, daß Angreifen zu teuer ist und zu wenig bringt. Insbesondere kann man die eroberten Gebiete (oder die Gebiete, aus denen der Angriff vorgetragen wurde) nicht ordentlich sichern - man erhält ja nicht mehr Armeennachschub als die Spieler, die keine Kampfverluste hatten.
Das führt natürlich sehr stark zum Effekt: "Wenn zwei sich streiten, freuen sich die übrigen Spieler". Und wer durch eine glückliche Startaufstellung etwas Vorsprung hat, kann mit Einigeln sehr weit kommen. Und wenn sich die üblichen Bündnisse gegen den Führenden bilden, schlägt das wieder ins Gegenteil um - dann hat man keine Chance dagegen.
Letztlich sind es halt nur sechs Runden, mit entsprechend wenig Möglichkeiten, auch mal das Ziel zu wechseln.
Von daher sehe ich Wallenstein vielleicht als ersten Meilenstein in eine interessante neue Richtung - aber noch nicht als "unterschätztes Spiel", das häufiger auf den Tisch kommen sollte.