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Spielregeln downloadbar... gut/schlecht?

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Ralph Hänsel

Spielregeln downloadbar... gut/schlecht?

Beitragvon Ralph Hänsel » 17. Juni 2003, 12:42

Hi,

einige Reaktionen im Thread zum lange schin nicht mehr erhältlichen Spiel WARLOCK kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Auch Reaktionen einiger Verlage, die es zu dem Thema (Regeln zum Download) schon gegeben hat, finde ich eher komisch... Copyright des Autoren bzw. Verlages verletzen?!

Die große Ausnahme sind sicherlich Seiten, wo man Beschreibungen von Spielen und ihrem kompletten Material (so z.B. geschehen bei TALISMAN oder auch HERO QUEST) gegeben werden. Auch wenn das Spiel out-of-print ist und man vielleicht sonst kaum an das Spiel rankommt, sowas verletzt eindeutig die Rechte des Autors. Wenn man es eh aus dem Internet kopieren und nachbauen kann, ist das Spiel für künftige Vermarktung eventuell gestorben.

Aber nur die Spielregel allein? Was könnte da das Problem sein?
- Das man bei einigen Spielen dann leicht merkt, dass man sie mit dem Material anderer bereits vorhandener Spiele spielen kann und eigentlich nur die Regel bräuchte? (solche Spiele sollte es eh nicht geben...)
- Das potentielle Käufer nach dem Lesen der Regel das Spiel nicht mehr kaufen, weil sie denken/wissen, dass das Spiel nichts für sie ist? (das ist doch eigentlich positiv...)
- Das man den wahren Spielspaß nur mit dem Regellesen nicht erfassen kann und vielleicht eine falsche Kauf-/Nichtkauf-Entscheidung fällt? (kann mit einer guten Regel mit Spielbeispiel sicher gemindert werden...)

Ich meine, dass downloadbare Regeln aller veröffentlichten Spiele eines Verlages (auch solcher die bereits nicht mehr im Programm sind) zum guten Service dazugehören. Perfekt wird es, wenn dann vielleicht noch anderssprachige Übersetzungen und eventuell auch Varianten oder FAQs zum Download vorhanden sind.

Leider ist das im deutschsprachigen Raum noch nicht so üblich, sollte es aber sein/werden! Was meint Ihr dazu?

BTW: Wenn man einen Verlag anschreibt und um eine Regel ersucht, weil die vom Spiel der Hund gefressen hat oder sie mit Kaffee überschüttet wurde o.ä. bekommt man anstandslos Ersatz. Ich wurde da noch nie gefragt, ob ich das Spiel auch besitze... :)

Ralph

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Günter Cornett

Re: Spielregeln downloadbar... gut/schlecht?

Beitragvon Günter Cornett » 17. Juni 2003, 13:37

Ralph Hänsel schrieb:
>
> Hi,
>
> einige Reaktionen im Thread zum lange schin nicht mehr
> erhältlichen Spiel WARLOCK kann ich nicht so ganz
> nachvollziehen. Auch Reaktionen einiger Verlage, die es zu
> dem Thema (Regeln zum Download) schon gegeben hat, finde ich
> eher komisch... Copyright des Autoren bzw. Verlages verletzen?!

Hallo Ralph,

der Urheber hat das Recht zu entscheiden, wer sein Werk in welcher Form und in welchem Kontext veröffentlichen darf. Ich halte es auch für sinnvoll, Regeln auf Seiten wie bordgamegeek oder spielanleitung.com zu veröffentlichen. Die Entscheidung darüber liegt aber beim Rechteinhaber.

> Die große Ausnahme sind sicherlich Seiten, wo man
> Beschreibungen von Spielen und ihrem kompletten Material (so
> z.B. geschehen bei TALISMAN oder auch HERO QUEST) gegeben
> werden.

> Auch wenn das Spiel out-of-print ist und man
> vielleicht sonst kaum an das Spiel rankommt, sowas verletzt
> eindeutig die Rechte des Autors.

Gerade wenn das Spiel out of print ist, kann ich es am ehesten nachvollziehen, wenn sich jemand ein Spiel nachbauen will. Ein Nachbau zum persönlichen Gebrauch ist übrigens keine Urheberrechtsverletzung, eine Bereitstellung von entsprechenden Dateien u.U. schon.

Ich hatte mal ne Anfrage aus den USA bezüglich des in Kleinstserie hergestellten LeJardin. Anstatt ihm das Spiel zu schicken, habe ich auf die paar mark Gewinn verzichtet und ihm die Dateien gemailt, damit er es sich - in gleicher Qualität - selber basteln konnte. Die Kosten für Versand und Überweisung hätten das Spiel so extrem verteuert, dass es das nicht wert gewesen wäre. Aber wenn jemand die Dateien ins Netz stellen würde, wäre sehr dagegen.

> Wenn man es eh aus dem
> Internet kopieren und nachbauen kann, ist das Spiel für
> künftige Vermarktung eventuell gestorben.

In Zeiten des allgegenwärtigen Farbdruckers besteht diese Gefahr durchaus. Allerdings halte ich sie in den meisten Fällen für gering, da das fertige Spiel in der Regel nicht viel teurer ist und von bessserer Qualität.

Dennoch ist es Sache des Urhebers zu entscheiden, ob er dieses Risiko eingehen will.

> Aber nur die Spielregel allein? Was könnte da das Problem sein?
> - Das man bei einigen Spielen dann leicht merkt, dass man sie
> mit dem Material anderer bereits vorhandener Spiele spielen
> kann und eigentlich nur die Regel bräuchte? (solche Spiele
> sollte es eh nicht geben...)

Warum nicht ? Insbesondere bei abstrakten Taktikspielen besteht diese Gefahr. Sollen die Verlage und Autoren keine solchen Spiele mehr publizieren bzw. auf Gewinn verzichten, nur weil man sie nachbauen kann ?

> - Das potentielle Käufer nach dem Lesen der Regel das Spiel
> nicht mehr kaufen, weil sie denken/wissen, dass das Spiel
> nichts für sie ist? (das ist doch eigentlich positiv...)

Jo, das ist positiv. Aus diesem Grund unterschlagen wir auch nicht Rezensionen, die z.B.vor Autoscooter warnen, weil das spiel nicht kalkulierbar sei:
http://www.bambusspiele.de/spiele/autoscooter/kritiken.htm
(wenngleich wir negative Bewertungen natürlich nicht an den Seitenanfang stellen)
oder auch zu Nanuuk:
http://www.bambusspiele.de/spiele/nanuuk/kritiken.htm

Dennoch finden wir es nicht gut, wenn die Regeln unserer Spiele [b]ohne eine Erlaubnis einzuholen[/b], irgendwo veröffentlicht werden.

> - Das man den wahren Spielspaß nur mit dem Regellesen nicht
> erfassen kann und vielleicht eine falsche
> Kauf-/Nichtkauf-Entscheidung fällt? (kann mit einer guten
> Regel mit Spielbeispiel sicher gemindert werden...)

Regeln sind IMHO als Ergänzung zu anderen Informationen sinnvoll, für die Leute, die nach Lesen einer Beschreibung mehr wissen wollen.

> Ich meine, dass downloadbare Regeln aller veröffentlichten
> Spiele eines Verlages (auch solcher die bereits nicht mehr im
> Programm sind) zum guten Service dazugehören. Perfekt wird
> es, wenn dann vielleicht noch anderssprachige Übersetzungen
> und eventuell auch Varianten oder FAQs zum Download vorhanden
> sind.

Jo, wenn's das gibt, ist es guter Service - und keine Selbstverständlichkeit :-).

> Leider ist das im deutschsprachigen Raum noch nicht so
> üblich, sollte es aber sein/werden! Was meint Ihr dazu?
>
> BTW: Wenn man einen Verlag anschreibt und um eine Regel
> ersucht, weil die vom Spiel der Hund gefressen hat oder sie
> mit Kaffee überschüttet wurde o.ä. bekommt man anstandslos
> Ersatz. Ich wurde da noch nie gefragt, ob ich das Spiel auch
> besitze... :)

Die meisten Verlage sind sehr hilfreich, so sie es schaffen, die Anfragen zu bewältigen. Warum sollte man ihre Regeln veröffentlichen, ohne sie zu fragen? Wenn sie das aus irgendwelchen Gründen nicht wollen, ist das zu respektieren. Und dafür braucht sich auch kein Verlag zu rechtfertigen.

[Die Ausseinandersetzung ging nicht darum, ob es sinnvoll ist Regeln im Netz zu veröffentlichen, sondern ob man den Urheber vorher fragen soll.]

Ein paar Gründe, weshalb ein Urheber nein sagen könnte:
- die Regeln werden auf einer Seite angeboten, deren politische, religiöse, moralische, ... Ausrichtung dem Urheber nicht gefällt.
- der Seitenbetreiber fängt irgendwann an, mit der Seite - und damit der Leistung der Urheber - Geld zu verdienen, ohne diesen daran zu beteiligen.
- der Seitenbetreiber macht nebenbei unseriöse Geschäfte (z.B. MLM); Leute fallen drauf rein, weil sie den Eindruck haben, seriöse Spieleverlage halten den Seitenbetreiber für seriös.

Und dann noch: Wenn ein Verlag es zulässt, dass die Spielregeln - egal ob mit oder ohne seine Kenntnis - beliebig reproduziert werden, so gibt er damit u.U. die Rechte an diesem Spiel auf. Jeder darf das Spiel dann herstellen und verbreiten. Von daher ist es wichtig, dass - jederzeit widerrufbare - Genehmigungen für den konkreten Zweck vom Verlag erteilt werden.

Gruß, Günter

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Thomas Rosanski

Re: Spielregeln downloadbar... gut/schlecht?

Beitragvon Thomas Rosanski » 17. Juni 2003, 13:40

Ralph Hänsel schrieb:
> Copyright des Autoren bzw. Verlages verletzen?!

Das ist immer dann der Fall, wenn du dir vorher vom Urheberrechtsinhaber keine Erlaubnis geholt hast. Unabhängig davon, ob es sich um ein 300-seitigen Text oder eine 2-seitige Spielregel handelt. Das ist ein Fakt, steht nämlich so (bzw. wesentlich förmlicher) im Gesetz.

> Aber nur die Spielregel allein? Was könnte da das Problem sein?

Das sie urheberrechtlich geschützt ist. Vernünftige Verlage erlauben sowas auf Anfrage sicherlich, aber Wildwuchs dulden macht letztlich auch das Vorgehen gegen grösseren Missbrauch schwerer (Stichwort "Verwirkung", siehe Ravensburgers Marke "Memory" sowie Hans im Glücks Carcassonne).

Und letztlich: So bedauerlich es ist, wenn sich ein Verlag stur stellt, es ist sein Recht. Aus welchem Grund sollen wir einem Spieleverlag sein Recht absprechen?

> Ich meine, dass downloadbare Regeln aller veröffentlichten
> Spiele eines Verlages (auch solcher die bereits nicht mehr im
> Programm sind) zum guten Service dazugehören.

Ja, das ist ein Wunsch der Kunden. Und es steht jedem Verlag gut, solchen Kundenservice zu bieten. Trotzdem, wenn wir die rechtliche Seite betrachten, es gibt für den Verlag keine Pflicht, die Spielregeln öffentlich zugänglich zu machen.

> Leider ist das im deutschsprachigen Raum noch nicht so
> üblich, sollte es aber sein/werden! Was meint Ihr dazu?

Hmm, es wird nicht von jedem Verlag so gehandhabt, aber es kommt auch in Deutschland: alea, Hans im Glück, Bambus fallen mir spontan ein, wenn ich Zeit zum Surfen hätte, würd ich sicher noch ein paar mehr Verlage finden, die Spielregeln frei veröffentlichen.

> BTW: Wenn man einen Verlag anschreibt und um eine Regel
> ersucht, weil die vom Spiel der Hund gefressen hat oder sie
> mit Kaffee überschüttet wurde o.ä. bekommt man anstandslos
> Ersatz. Ich wurde da noch nie gefragt, ob ich das Spiel auch
> besitze... :)

Kundenservice und Kundenfreundlichkeit eben. Aber keine gesetzlich verankerte Pflicht.

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Thomas Rosanski

Re: Spielregeln downloadbar - gegen Geld?

Beitragvon Thomas Rosanski » 17. Juni 2003, 13:45

Günter Cornett schrieb:
> - der Seitenbetreiber fängt irgendwann an, mit der Seite -
> und damit der Leistung der Urheber - Geld zu verdienen, ohne
> diesen daran zu beteiligen.

Da fällt mir spielregeln.com ein. Die hatten einen tollen Service (Spielregeln sehr vieler Verlage im PDF-Format) aufgebaut und haben irgendwann angefangen, Geld für die Downloads zu nehmen. Bekommen die Verlage dort wenigstens eine Beteiligung an dem Umsatz? (Bambus hat dort ja auch einige Regeln hinterlegt).

Fröhlichen Gruß,

Thomas.

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Günter Cornett

Re: Spielregeln downloadbar - gegen Geld?

Beitragvon Günter Cornett » 17. Juni 2003, 13:57

Thomas Rosanski schrieb:
>
> Günter Cornett schrieb:
> > - der Seitenbetreiber fängt irgendwann an, mit der Seite -
> > und damit der Leistung der Urheber - Geld zu verdienen, ohne
> > diesen daran zu beteiligen.
>
> Da fällt mir spielregeln.com ein. Die hatten einen tollen
> Service (Spielregeln sehr vieler Verlage im PDF-Format)
> aufgebaut und haben irgendwann angefangen, Geld für die
> Downloads zu nehmen. Bekommen die Verlage dort wenigstens
> eine Beteiligung an dem Umsatz? (Bambus hat dort ja auch
> einige Regeln hinterlegt).

Nein, wir halten die Umsätze für zu gering, als dass sich da irgendein Abrechnungsaufwand lohnen würde; zumal es die Spielregeln kostenlos auf unserer Webseite gibt und wir auch ne Menge Besucher von Suchmaschinen über das Suchwort 'spielanleitung' bekommen.

Aber Eberhard hat dafür unsere Genehmigung eingeholt.

Gruß, Günter

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Jost Schwider

RE: Spielregeln downloadbar... gut/schlecht?

Beitragvon Jost Schwider » 17. Juni 2003, 16:11

Vorneweg:
Über die Nützlichkeit von Spielregeln im Internet brauchen wir nicht diskutieren. Es geht m.E. nur um das "Recht".

"Ralph Hänsel" hat am 17.06.2003 geschrieben:

> - Das man bei einigen Spielen dann leicht merkt, dass man
> sie mit dem Material anderer bereits vorhandener Spiele
> spielen kann und eigentlich nur die Regel bräuchte? (solche
> Spiele sollte es eh nicht geben...)

Was du ein wenig abfällig als "nur die Regel" bezeichnest beinhaltet den Kern eines jeden Spiels, nämlich die Spielmechanik! M.E. kommt es nur darauf an, ob ein Spiel wirklich "gut" ist, oder eben nicht.

BTW: Als Prototypen sahen die meisten Spiele alle mal ähnlich aus (etwa Standard-Pöppel auf Papierspielplan)... Für den eigentlichen Spielspaß spielt die Unterschiedlichkeit des Aussehens also nur eine kleine Rolle.

> - Das potentielle Käufer nach dem Lesen der Regel das Spiel
> nicht mehr kaufen, weil sie denken/wissen, dass das Spiel
> nichts für sie ist? (das ist doch eigentlich positiv...)

100% ACK.

> - Das man den wahren Spielspaß nur mit dem Regellesen
> nicht erfassen kann und vielleicht eine falsche
> Kauf-/Nichtkauf-Entscheidung fällt? (kann mit einer guten
> Regel mit Spielbeispiel sicher gemindert werden...)

Viel wahrscheinlicher ist doch die Fehlentscheidung aufgrund des Aussehens des Spielmaterials.

> Leider ist das im deutschsprachigen Raum noch nicht so
> üblich, sollte es aber sein/werden! Was meint Ihr dazu?

Dr Verlag hat das alleinige Recht, über die Veröffentlichung seiner Regeln zu entscheiden.

> BTW: Wenn man einen Verlag anschreibt und um eine Regel
> ersucht, weil die vom Spiel der Hund gefressen hat oder sie
> mit Kaffee überschüttet wurde o.ä. bekommt man anstandslos
> Ersatz. Ich wurde da noch nie gefragt, ob ich das Spiel
> auch besitze... :)

Veröffentlichung heißt dagegen immer [i]unkontrollierte[/i] Verbreitung... :-/

Viele Grüße
Jost aus Soest (sprich: "jooost aus sooost")
http://www.schwider.de/spiele.htm - [i](Brett)Spiele und mehr...[/i]

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peer

Re: Spielregeln downloadbar... gut/schlecht?

Beitragvon peer » 17. Juni 2003, 17:55

Hi,
und hier mein Senf dazu:
Natürlich sind Regeln im Netz nützlich. Dennoch sollte man fragen - und der überwiegende Anteil der Verlage und Autoren wird wohl auch zustimmen. Und wenn nicht, ist das zwar ärgerlich aber nunmal so.

Dabei geht es nicht mal nur um die Rechtmässigkeit - es ist auch eine Höflichkeitsfrage. Und ich würde auch einfach wissen wollen, wer mein geistiges Eigentum warum und in welchem Kontext aug welche Webseite stellt.

Wenn ich hier im Forum Rätsel oder PEEPs veröffentliche oder einem Forumasten beispielsweise die Kurzregel von Outpost maile (Kleiner privater gag :-) ), dann würde ich es auf jeden Fall wissen wollen, wenn dies irgenwo anders im Netz auftaucht. Das hat gar nichts mit wirtschaftlcihen Interessen (Lächerlich!) oder Rechthaberei zu tun - aber meine geschrieben Ergüsse, sind nun mal auf meinem Mist gewachsen. Und wenn jemand anders das veröffentlicht, will ich das wissen! Ich würde z.B. wissen wollen, ob mein Name drunter steht (gut bei Spielanleitungen nicht so entscheident - der Autor des Spieles ist ja bekannt) oder ob die Webseite z.B. vom Ring rechtsradikaler Spieler oder so gestaltet wird (und ich eine Entfernung verlangen würde).

Ich denke mein Standpunkt ist klargeworden...
Und : was ist so schlimm daran zu fragen? Im Emailzeitalter muss man ja nicht mal persöhnlich mit jemanden reden und Zeit udn Kosten sind auch minimal...

ciao
Peer

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Ralph Hänsel

Addendum: Spielregeln downloadbar... gut/schlecht?

Beitragvon Ralph Hänsel » 17. Juni 2003, 18:26

In einem Punkt hab ich mich leider nicht ganz klar ausgedrückt:
- Ich bin dafür, dass alle Verlage die Regeln aller ihrer je veröffentlichten Spiele online zur Verfügung stellen (verlorene Regeln kann man so downloaden und muss nicht den Verlag quälen, über neue Spiele kann man sich eventuell besser informieren etc.).
- Ich bin aber klar dagegen, dass jemand ungefragt eine Spielregel auf einer Webseite online stellt. Bei sowas muss um Erlaubnis angefragt werden (nicht nur aus Höflichkeit)!

BTW: Hasbro stellt (zumindest in Amerika) alle Regeln zum Download zur Verfügung (so bin ich z.B. an einige auch sehr alte Regeln gekommen - die noch im Deckel des Spieles eingeklebt waren)! Und wenn die das können... :)

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peer

Re: Addendum: Spielregeln downloadbar... gut/schlecht?

Beitragvon peer » 18. Juni 2003, 11:33

Hi,
ich denke, dass das abstellen einer Spielregel im Internet (von Verlagen) ein guter Service ist, wird kaum jemand bestreiten.
Dennoch gibt es nach wie vor Schwellenängste, zum einen vielleicht tatsächlich as Angst, man könnte das Spiel nachbauen (ist nicht ganz nachvollziehbar, denn das könnte man auch nach einer Partie bei einem Freund oder nach einer ausgeliehenen Ausgabe aus einer Bibliothek etwa). Zum anderen sind einfach vielleicht noch nicht alle Verlage (zumindest die kleineren) in der Lage den zeitlichen Aspekt des Downloadstellens zu bewerkstelligen. Nur Scannen reicht einem Verlag u.U. nicht, da es ja auch nach was aussehen soll...

ciao
Peer

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Norbert Heimbeck

Re: Addendum: Spielregeln downloadbar... gut/schlecht?

Beitragvon Norbert Heimbeck » 18. Juni 2003, 13:21

Hi,

> BTW: Hasbro stellt (zumindest in Amerika) alle Regeln zum
> Download zur Verfügung


In Germany kostet es neuerdings etwas, wenn man sich eine Spielanleitung von Hasbro schicken läßt. Ich hatte vor 'n Paar Wochen ein uraltes "U-Boot-Jagd" ohne Regel bekommen. Ein anruf, nach 2 Tagen war eine (kopierte) Regel (mit Ringbuch-Löchern) da und ein Zahlschein über 4 Euro dabei ... weil die Bearbeitung meines Wunsches Kosten verursacht hat.

3 Grüße
Norbert

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Jost Schwider

Regeln - Online vs. Offline

Beitragvon Jost Schwider » 19. Juni 2003, 14:46

"Norbert Heimbeck" hat am 18.06.2003 geschrieben:

>> BTW: Hasbro stellt (zumindest in Amerika) alle Regeln zum
>> Download zur Verfügung
>
> In Germany kostet es neuerdings etwas, wenn man sich eine
> Spielanleitung von Hasbro schicken läßt.

Logisch: Online muss ja auch der Surfer den Aufwand (Zeit, Transfer, Druck, Papier) tragen, via Schneckenpost bleibt der ganze Aufwand beim Verlag.

> Ein anruf, nach 2 Tagen war eine (kopierte) Regel (mit
> Ringbuch-Löchern) da und ein Zahlschein über 4 Euro dabei
> ... weil die Bearbeitung meines Wunsches Kosten verursacht
> hat.

Na, da kann man doch nicht meckern, oder?

Viele Grüße
Jost aus Soest (hält die Regel für die Essenz eines Spiels)
http://www.schwider.de/spiele.htm - [i](Brett)Spiele und mehr...[/i]

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Ralph Hänsel

Re: Regeln - Online vs. Offline

Beitragvon Ralph Hänsel » 20. Juni 2003, 10:57

Jost Schwider schrieb:
> > Ein anruf, nach 2 Tagen war eine (kopierte) Regel (mit
> > Ringbuch-Löchern) da und ein Zahlschein über 4 Euro dabei
> > ... weil die Bearbeitung meines Wunsches Kosten verursacht
> > hat.
>
> Na, da kann man doch nicht meckern, oder?

Doch, ich meckere da schon...
1. Hat Hasbro bei uns nicht alle Regeln online zum Downloaden und somit
2. muss ich eine Regel bei Hasbro anfordern, die mich dann 4 Euro kostet (wahrscheinlich auch, wenn das eigentliche Spiel im Laden nur 8 Euro gekostet hat...).

Ich fände das nur dann OK, wenn der Verlag auch alle Regeln online zur Verfügung hat (wenn man selber keine Möglichkeit hat, sollte sich doch leicht jemand finden lassen). Sonst empfinde ich das, besonders von einem so großen Verlag, schon als schlechten Service!

Ralph

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Jost Schwider

RE: Regeln - Online vs. Offline - Anspruchsdenken

Beitragvon Jost Schwider » 20. Juni 2003, 12:17

"Ralph Hänsel" hat am 20.06.2003 geschrieben:

>>> Ein anruf, nach 2 Tagen war eine (kopierte) Regel (mit
>>> Ringbuch-Löchern) da und ein Zahlschein über 4 Euro dabei
>>> ... weil die Bearbeitung meines Wunsches Kosten verursacht
>>> hat.
>>
>> Na, da kann man doch nicht meckern, oder?
>
> Doch, ich meckere da schon...
> 1. Hat Hasbro bei uns nicht alle Regeln online zum
> Downloaden

Gibt es eine Pflicht dazu?
Bitte nicht vergessen: Regeln sind die Essenz eines Spieles!

> 2. muss ich eine Regel bei Hasbro anfordern, die mich dann
> 4 Euro kostet.

Nicht "muss"! - Du hast die Möglichkeit dazu!
Wie ich finde, ein guter und preiswerter Service. (Bedenke nochmal die Kosten, die dem Verlag entstehen!)

> (wahrscheinlich auch, wenn das eigentliche
> Spiel im Laden nur 8 Euro gekostet hat...).

Dann kauf dir das Spiel doch gleich ein zweites Mal. Dann kannst du dir die Regeln ja kopieren und hast gleichzeitig ein schönes Geschenk. :-D ;-)

> Ich fände das nur dann OK, wenn der Verlag auch alle Regeln
> online zur Verfügung hat (wenn man selber keine Möglichkeit
> hat, sollte sich doch leicht jemand finden lassen). Sonst
> empfinde ich das, besonders von einem so großen Verlag,
> schon als schlechten Service!

1. Die Regeln sind die Essenz eines Spieles. Von daher kann ich gut verstehen, wenn ein Verlag diese nicht völlig frei distributiert.
2. Offline entstehen nunmal kosten. 4 Euro werden ganz bestimmt noch nicht kostendeckend sein.
3. Jedem Spiel liegt eine Spielregel bei. Wenn jemand diese "verliert", so muss er natürlich selbst dafür aufkommen.

Viele Grüße
Jost aus Soest (ist immer wieder verwundert über das Anspruchsdenken mancher Leute - Persönlich: Nur weil man eine WebSite zum Thema VB hat, wird oftmals erwartet, auf jede obskure eMail eine ausführliche Antwort innerhalb von 24 Stunden - "Kann man in VB auch eine Textverarbeitung programmieren? Falls ja, schick mir doch mal entsprechenden Quelltext!" :-/ )
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Attila
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Beiträge: 4715

Re: Regeln - Online vs. Offline

Beitragvon Attila » 20. Juni 2003, 13:56

Ralph Hänsel schrieb:

> hat, sollte sich doch leicht jemand finden lassen). Sonst
> empfinde ich das, besonders von einem so großen Verlag, schon
> als schlechten Service!

Hasbro schlechter Service? - Also bei mir fehlten ein paar Teile in einem Hasbro-Spiel - da es das nicht in Deutschland gibt, hab ich in Amerika angerufen und was soll ich sagen? - Eine woche später lag ein kompletter Satz neuer Spielfiguren im Postkasten - aus Amiland kostenfrei für den Kunden (sogar nach Deutschland :-) ) - respekt!

Atti

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Brigitta Lindemann

RE: Regeln - Online vs. Offline - Anspruchsdenken

Beitragvon Brigitta Lindemann » 20. Juni 2003, 18:23

"Jost Schwider" hat am 20.06.2003 geschrieben:

> Nicht "muss"! - Du hast die Möglichkeit dazu!
> Wie ich finde, ein guter und preiswerter Service. (Bedenke
> nochmal die Kosten, die dem Verlag entstehen!)

Ich bin froh, wenn ich nur 4 € für eine verloren gegangene Spielregel bezahlen muss und damit das Spiel der Bücherei erhalten bleiben kann. Besser und billiger als wenn ich ein neues Spiel kaufen müsste. Allerdings muss ich in diesem Zusammenhang vor allem Ravensburger loben, die denselben Service nach wie vor kostenfrei anbieten. Aber all das ist immer nur ein zusätzlicher Service der Verlage, über den ich sehr froh bin, den ich aber nicht als selbstverständlich ansehe!
Brigitta (die zunächst versucht hat, alle Spielregeln doppelt zu haben, aber manche entzogen sich des Kopierens, da farbig und zu umfangreich, und jetzt einfach darauf vertraut, dass ihre Kunden Bescheid sagen, wenn die Spielregel fehlt und sie dann beim Verlag nachbestellt und noch nie enttäuscht worden ist)

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Ralph Hänsel

RE: Regeln - Online vs. Offline - Anspruchsdenken

Beitragvon Ralph Hänsel » 22. Juni 2003, 05:39

Jost Schwider schrieb:
> > 1. Hat Hasbro bei uns nicht alle Regeln online zum
> > Downloaden
>
> Gibt es eine Pflicht dazu?
> Bitte nicht vergessen: Regeln sind die Essenz eines Spieles!

Natürlich gibt es keine Pflicht dazu und das hatte ich ja auch nie behauptet. Ich meine nur, dass es zum guten Service dazugehört alle seine Regeln online zu stellen.

BTW: Das Regeln die Essenz eines Spieles sind ist Deine Meinung, das muss ja nicht jeder so sehen... :)

> > 2. muss ich eine Regel bei Hasbro anfordern, die mich dann
> > 4 Euro kostet.
>
> Nicht "muss"! - Du hast die Möglichkeit dazu!
> Wie ich finde, ein guter und preiswerter Service. (Bedenke
> nochmal die Kosten, die dem Verlag entstehen!)

Erinnert mich an einen österr. Sketch (den ich vor vielen Jahren mal gesehen hab), wo einer meint: "Die Regierung kann mich am A.... lecken.", das ist ja auch nur ein Angebot (und muss nicht unbedingt wahrgenommen werden) - das ist doch keine Beleidigung... :)

So wie ich das aus dem Beitrag hier verstanden habe, wusste derjenige vorher noch nix von seinem Glück (4 Euro löhnen zu dürfen). Ich hoffe, dass steht auch groß auf der Webseite oder auch bei allen Spielen dabei!? Wenn praktisch alle diesen Service gratis bieten, sollte der größte Hersteller das doch auch können... (und muss man nicht unbedingt vorher mit Kosten rechnen)

Ich bleibe dabei: sowas ist schlechter Service!

> 1. Die Regeln sind die Essenz eines Spieles. Von daher kann
> ich gut verstehen, wenn ein Verlag diese nicht völlig frei
> distributiert.
> 2. Offline entstehen nunmal kosten. 4 Euro werden ganz
> bestimmt noch nicht kostendeckend sein.
> 3. Jedem Spiel liegt eine Spielregel bei. Wenn jemand diese
> "verliert", so muss er natürlich selbst dafür aufkommen.

1. Wenn die Regel sonst völlig problemlos und gratis an jeden verschickt wird (und das alle Hersteller tun), verstehe ich das nicht ganz.
2. Ist schon klar, aber Service kostet eben Geld und den wird doch wohl jeder gute Hersteller in seine Kostenrechnungen einbeziehen. Wenn dann plötzlich Geld verlangt wird, frage ich mich schon, ob da nicht am falschen Ende gespart wird?! Andererseits ist's schon klar: Als erstes wird bei der Qualitätskontrolle und beim Service gespart (was man am laufenden Band und quer durch alle Branchen beobachten kann)...
3. Also ich habe bereits jede Menge Spiele gekauft, bei denen was gefehlt hat (das häuft sich übrigens in letzter Zeit) und u.a. schon einige Male die Regel. Soll ich da dann auch 4 Euro löhnen?

> Jost aus Soest (ist immer wieder verwundert über das
> Anspruchsdenken mancher Leute - Persönlich: Nur weil man eine
> WebSite zum Thema VB hat, wird oftmals erwartet, auf jede
> obskure eMail eine ausführliche Antwort innerhalb von 24
> Stunden - "Kann man in VB auch eine Textverarbeitung
> programmieren? Falls ja, schick mir doch mal entsprechenden
> Quelltext!" :-/ )

Bitte nicht von Deiner (schlechten) Erfahrung auf andere schließen... Ich habe nirgendwo gemeint, einen Anspruch auf downloadbare Regeln zu haben. Aber ich halte sowas für guten Service (der mir leider viel zu oft noch fehlt) und da das auch mit relativ geringen Mitteln für die Hersteller machbar ist und auch einige hier mitlesen, wäre es doch eine feine Sache, wenn das endlich aufgegriffen würde. :)

Ralph

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Ralph Hänsel

Re: Regeln - Online vs. Offline

Beitragvon Ralph Hänsel » 22. Juni 2003, 05:48

Attila schrieb:
> Hasbro schlechter Service? - Also bei mir fehlten ein paar
> Teile in einem Hasbro-Spiel - da es das nicht in Deutschland
> gibt, hab ich in Amerika angerufen und was soll ich sagen? -
> Eine woche später lag ein kompletter Satz neuer Spielfiguren
> im Postkasten - aus Amiland kostenfrei für den Kunden (sogar
> nach Deutschland :-) ) - respekt!

Lies doch bitte meinen ersten Beitrag nochmal... Dort erwähne ich z.B. Hasbro Amerika als besonders positives Beispiel für guten Service, weil die alle ihre Regeln zum Download anbieten! (Das fehlt bei uns leider noch u.a. auch bei Hasbro) :)

BTW: Ich habe auch bereits einige Male wegen fehlenden oder defekten Teilen an amerikanische Hersteller geschrieben und immer kostenlos und unkompliziert Ersatz bekommen (vom größten Konzern bis zur kleinen Hinterhofschmiede übrigens).

Ralph

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Ralph Hänsel

Uups, sorry! Im Addendum = 2. Posting (nicht im 1.)

Beitragvon Ralph Hänsel » 22. Juni 2003, 05:53

Im 1. steht's nicht, sondern erst im 2.... SORRY (hat vielleicht nicht jeder gelesen)

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Thomas Rosanski

RE: Regeln - Online vs. Offline - Anspruchsdenken

Beitragvon Thomas Rosanski » 22. Juni 2003, 09:42

"Ralph Hänsel" hat am 22.06.2003 geschrieben:
> 1. Wenn die Regel sonst völlig problemlos und gratis an
> jeden verschickt wird (und das alle Hersteller tun),
> verstehe ich das nicht ganz.

Tun das [b]alle[/b] Hersteller? Anscheinend nicht, sonst wär diese Diskussion ja gar nicht entstanden.

> 2. Ist schon klar, aber Service kostet eben Geld und den
> wird doch wohl jeder gute Hersteller in seine
> Kostenrechnungen einbeziehen.

Das geht auch nur, solange dieser Service nicht in zu grossem Maße misbraucht wird. Und es geht auf Kosten der Käufer, die ihre Regeln nicht verschlampen und die dann trotzdem Portokosten, Personalkosten, Druckkosten etc. gleich beim Kauf mitbezahlen.

> 3. Also ich habe bereits jede Menge Spiele gekauft, bei
> denen was gefehlt hat (das häuft sich übrigens in letzter
> Zeit) und u.a. schon einige Male die Regel. Soll ich da
> dann auch 4 Euro löhnen?

Nein, in einem solchen Fall wendest du dich ganz einfach an deinen Händler, der für Mängel der verkauften Ware bei Übergabe verantwortlich ist. Dieser muss dir kostenlos die fehlenden Teile besorgen oder ein neues Spiel aushändigen. Das nennt sich Gewährleistungspflicht und die liegt zu Recht beim Händler und nicht beim Hersteller.

Fröhlichen Gruß,

Thomas
--
http://thomas-rosanski.de/

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peer

RE: Regeln - Online vs. Offline - Anspruchsdenken

Beitragvon peer » 22. Juni 2003, 10:50

Hi,
natürlich wäre es ein toller Service - aber immerhin bekommt man alte Regeln (und sogar von Spielen, die längts oop sind!) überhaupt. Vor nicht allzu langer Zeit, blieb nur der Spielregelservice beim deutschen Spielearchiv, was ebenfalls mit Portokosten etc. verbunden war. Insofern hat sich der Service schon signifikant verbessert.
Und wie viele Firmen, bieten denn einen kostenlosen Regelservice? Ich weiss es ehrlich gesagt nicht! Downloadbare Regeln habe ich jednefalls auf die schnelle nur bei Alea gefunden...
ciao
Peer

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Ernst Knauth

RE: Regeln - Online vs. Offline - Anspruchsdenken

Beitragvon Ernst Knauth » 22. Juni 2003, 11:36

peer schrieb:
>
> Und wie viele Firmen, bieten denn einen kostenlosen
> Regelservice? Ich weiss es ehrlich gesagt nicht! Downloadbare
> Regeln habe ich jednefalls auf die schnelle nur bei Alea
> gefunden...

Auch hier sind uns die US-Firmen wieder voraus. GMT beispielsweise bietet nicht nur fast alle Regeln zum Download an, sondern arbeitet auch regelmäßig Errata und FAQ in diese Regeln mit ein mit ein. Super!

Ähnliches gilt für auch Columbia Games.

Gruss

Ernst

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Attila
Kennerspieler
Beiträge: 4715

Re: Regeln - Online vs. Offline

Beitragvon Attila » 22. Juni 2003, 14:35

Ralph Hänsel schrieb:

> Lies doch bitte meinen ersten Beitrag nochmal...

Ohh ... hätte ich das mal vorher gelesen und nicht nachher! :-)
Na auf jedenafall haben wir beide die gleichen erfahrungen gemacht! Ist doch auch schon was wert. :-)

Atti

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Jost Schwider

RE: Regeln - Online vs. Offline - Anspruchsdenken

Beitragvon Jost Schwider » 23. Juni 2003, 10:19

"Ralph Hänsel" hat am 22.06.2003 geschrieben:

>>> 1. Hat Hasbro bei uns nicht alle Regeln online zum
>>> Downloaden
>>
>> Gibt es eine Pflicht dazu?
>> Bitte nicht vergessen: Regeln sind die Essenz eines Spieles!
>
> Natürlich gibt es keine Pflicht dazu und das hatte ich ja
> auch nie behauptet.

Du deutest es aber immer wieder mit dem Stichwort "guten Service" an.

> BTW: Das Regeln die Essenz eines Spieles sind ist Deine
> Meinung, das muss ja nicht jeder so sehen... :)

OK: Irgendwer, der es anders sieht?

>> Nicht "muss"! - Du hast die Möglichkeit dazu!
>> Wie ich finde, ein guter und preiswerter Service. (Bedenke
>> nochmal die Kosten, die dem Verlag entstehen!)
>
> Erinnert mich an einen österr. Sketch (den ich vor vielen
> Jahren mal gesehen hab), wo einer meint: "Die Regierung
> kann mich am A.... lecken.", das ist ja auch nur ein
> Angebot (und muss nicht unbedingt wahrgenommen werden) -
> das ist doch keine Beleidigung... :)

:-O wo ist hier der Zusammenhang? :-?

Willst du etwa bestreiten, dass ein Regelservice Kosten verursacht?

> Wenn praktisch alle diesen Service gratis bieten,

Definiere "praktisch alle"! :-/

> (und muss man nicht unbedingt vorher mit Kosten rechnen)

...alles andere wäre blauäugig.

> 1. Wenn die Regel sonst völlig problemlos und gratis an
> jeden verschickt wird (und das alle Hersteller tun),
> verstehe ich das nicht ganz.

Deine Vorbedingung ist aber nicht erfüllt: Es werden eben nicht Regeln von allen Herstellern an jedermann kostenlos verschickt.

> 2. Ist schon klar, aber Service kostet eben Geld und den
> wird doch wohl jeder gute Hersteller in seine
> Kostenrechnungen einbeziehen.

Was willst du lieber:
1. Preisgünstige Spiele, wo u.U. der (normalerweise nicht notwendige) Service eine Kleinigkeit kostet.
2. Sauteure Spiele, wo jeglicher Extra-Service schon vorher bezahlt worden ist, egal ob man ihn benötigt?

Schau dir mal die Kostenstruktur in Deutschland an! Nirgendwo sonst kann man so günstig gute Spiele kaufen. Und das soll ruhig so bleiben! Ich will nicht für die "Regel-Verschlamper" mitbezahlen.

> Wenn dann plötzlich Geld verlangt wird, frage ich mich
> schon, ob da nicht am falschen Ende gespart wird?!

Und die Antwort lautet eindeutig: Nein! (s.o.)

> Als erstes wird bei der Qualitätskontrolle und beim Service
> gespart

Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe.

> (was man am laufenden Band und quer durch alle
> Branchen beobachten kann)...

:-? Ich kann keine Verschlechterung der Qualität erkennen. Eher umgekehrt!

> 3. Also ich habe bereits jede Menge Spiele gekauft, bei
> denen was gefehlt hat (das häuft sich übrigens in letzter
> Zeit) und u.a. schon einige Male die Regel.

Jetzt übertreibst du aber gewaltig! Bei welchen Spielen/Verlagen (du kannst sicher locker mehrere nennen :-? ) ist dir das denn besonders häufig passiert, dass sogar die Regeln fehlten?

Im Übrigen ist die Qualität der Regeln bei deutschen/europäischen Verlagen überdurchschnittlich gut. Wie oft ist man z.B. bei amerikanischen Spielen gezwungen, Hausregeln zu entwickeln, um ein Spiel überhaupt spielbar zu machen...

BTW: Du verläßt gerade das Thema. Wenn etwas mangelhaft ist (egal ob Spiel oder was anderes), hast du immer ein Recht auf Ausbesserung/Umtausch/Geldzurück bei deinem Händler.

> Bitte nicht von Deiner (schlechten) Erfahrung auf andere
> schließen... Ich habe nirgendwo gemeint, einen Anspruch auf
> downloadbare Regeln zu haben. Aber ich halte sowas für
> guten Service (der mir leider viel zu oft noch fehlt)

Was denn nun? "Kein Anspruch" vs. "guten Service"? :-?

> da das auch mit relativ geringen Mitteln für die Hersteller
> machbar ist und auch einige hier mitlesen, wäre es doch
> eine feine Sache, wenn das endlich aufgegriffen würde. :)

Wenn das zu teueren Spielen führt, wobei nur "Schusselige" profetieren: Hoffentlich nicht!

Viele Grüße
Jost aus Soest (sprich: "jooost aus sooost")
http://www.schwider.de/spiele.htm - [i](Brett)Spiele und mehr...[/i]

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Ernst Knauth

Re: Regeln - Qualität

Beitragvon Ernst Knauth » 23. Juni 2003, 11:38

Jost Schwider schrieb:
>
> < ... >
> Im Übrigen ist die Qualität der Regeln bei
> deutschen/europäischen Verlagen überdurchschnittlich gut. Wie
> oft ist man z.B. bei amerikanischen Spielen gezwungen,
> Hausregeln zu entwickeln, um ein Spiel überhaupt spielbar zu
> machen...
> < ... >

Du machst mich neugierig. Ich selbst habe in den letzten 15-20 Jahren zu 90% amerikanische Spiele gespielt, aber Hausregeln zum Spielbarmachen eines Spieles habe ich noch nie benötigt. Die wenigen Hausregeln, die wir haben (z.B. für Advanced Civi, Merchant of Venus, Wizards, Empire Builder ...) sind eigentlich nur kosmetischer Natur, keinesfalls aber essentiell.

Könntest Du vielleicht ein paar Beispiele nennen?

Gruss

Ernst

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Ralph Hänsel

Rechthaber und so...

Beitragvon Ralph Hänsel » 23. Juni 2003, 12:12

OK, mir reicht's! Du hast recht, ich bin eh nur ein Idiot und Nörgler und schön langsam verderben einem hier im Forum einige Leute die Lust am mitmachen...

Ich denke nicht, dass wer am lautesten schreit oder am besten argumentiert, recht hat, aber scheinbar ist das hier so Usus (und auch gegen das wird mir sicher wer was schreiben... *seufz*). :(

Wo sind die Zeiten hin, wo man hier im Forum was äußern konnte, ohne gleich dutzenderweise Leute aufzuschrecken die das alles GAAAANZ anders sehen, offenbar soviel Zeit oder Lust (Frust?) haben um stundenlang hin & herzuposten und auch das Bedürfnis dazu verspüren?!

Leider ist es seit einiger Zeit so, dass kontroversielle Meinungen bzw. solche die nicht komplett mit der Meute heulen sofort in Grund und Boden gestampft werden. Ist OK, wenn ihr hier lieber Schulterklopferei betreiben wollt und Euch irgendwann nur mehr in Zahlen unterhaltet (11 - 8 - nein 27 oder doch lieber 109?) soll's mir recht sein. (Ist wie in dem alten Witz, wo einer seinen Freund in den Witzeclub mitnimmt und die dort nur mehr Zahlen aufsagen, weil eh jeder alle Witze kennt...)

Ich bin's halt müde aus jedem Posting hier gleich einen Kampf der Worte zu machen und für jede Formulierung nachher Rechenschaft ablegen zu müssen, aber was soll's, verlege ich mich eben auf's sporadische mitlesen (und Hilfe/Info geben), aber da bin ich ja eh nicht der erste... :(

Ralph

P.S.: Falls es wen interessiert. Ich sammle seit ca. 20 Jahren Spiele, besitze derzeit ca. 3000 Stück (davon etwa 40% anderssprachige). Ich habe mal einige Jahre bei einem Verlag gearbeitet und bin in einigen Spielergruppen bzw. Vereinen und mit vielen Spielehändlern/verkäufern in meinem Umkreis bekannt/befreundet. Ich sauge mir also nicht unbedingt mal rasch was aus den Fingern... :)


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