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Norden und Süden gespielt...

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Bernd Schlüter

Norden und Süden gespielt...

Beitragvon Bernd Schlüter » 13. September 2003, 11:31

Nachdem ich in der vergangenen Woche zum ersten Mal Norden und Süden gespielt habe und wir keinen Spielwitz entdecken konnten, stellt sich folgende Frage: Haben wir etwas falsch gemacht oder liegt es an den für Einsteiger empfohlenen Basisregeln?
Irgendwie schob man in der Bewegungsphase ein paar wenige Einheitenplättchen (die auch teilweise noch gestalpet waren) durch die Gegend, kämpfte eventuell (teilweise war weit und breit kein Gegner zu sehen, oder es trafen zwei Einheitenstapel aufeinander und keiner wollte angreifen). Danach wurde dann befördert und ein oder zwei Einheiten rekrutiert… unserer Meinung nach alles etwas wenig und wir haben dann nach ca. 8 Runden abgebrochen. Ich hatte wesentlich mehr erwartet!

Im übrigen gab’s bei der Regellektüre einige Probleme… Infanterie darf entlang eigener Eisenbahnlinien 2 Boxen weit ziehen. Nun geht aus dem Regeltext leider nicht klar hervor, ob auch die mittlere der Boxen unter eigener Kontrolle sein muss (wir haben es dann so gespielt). Überhaupt wird erst am Ende der Regel erläutert, was „Kontrolle“ bedeutet. Uns hat sich auch nicht erschlossen, warum ein Befestigungsstein entfernt wird, wenn eine Einheit die Befestigung verlässt.

Bernd (hofft, dass es an den Basisregeln lag)

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Uli Blennemann
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Re: Norden und Süden gespielt...

Beitragvon Uli Blennemann » 13. September 2003, 12:04

Bernd,

vorab: Persönlich spiele ich immer nur mit den Basisregeln. Sie erlauben in meinen Augen das flüssigste Spiel. Will ich eine wirklich tiefgehende, möglichst genaue Simulation, greife ich zu einem anderen Titel. Viele Spieler sehen dies aber durchaus anders.

Norden & Süden ist ein Spiel des Resourcen-Managements. Man hat eben in jeder Runde nur 2-6 Aktionen zur Verfügung und muß sich sehr genau überlegen, was (und vor allem wo) man etwas unternehmen sollte.

Union: Es gibt mehrere Start-"Strategien", z.B. ein sofortiger Angriff im Osten (dort ist amn überlegent), ein Angriff durch das neutrale Kentucky (inkl. Erhöhung der Resourcen) oder entlang des Mississippi im Westen.
Konföderation: Gerade zu Beginn muß man die Kavallerie aggressiv mit Sprung-Bewegungen einsetzen, um ins Hinterland des Gegners zu gelangen und dort die Resource-Zentren zu besetzen. Zudem ist es bedeutsam, die Kavallerie stets zu befördern.

Für beide Seiten gilt: Man sollte tunlichst die Initiative in seiner Hand halten und den Gegner zum Reagieren zwingen. Schlachten einzugehen ist ebenso wichtig - merke: Jede gewonnene Schlacht ergibt eine Beförderung; befördert man Milizen, wird sich so auch die Quantität der Armee erhöhen.

Aus deiner Beschreibung läßt sich aus der Ferne schließen, daß ihr beide deutlich zu passiv gespielt habt.

Regelfrage: Ja, auch die mittlere der Boxen muß unter eigener Kontrolle sein. Siehe hierzu 4.0 (diese Regel befindet sich am Anfang des Heftes, unter "Bewegung"):
"Eine „eigene“ Eisenbahnlinie ist eine Linie, die sich zwischen zwei Boxen befindet, die beide von der eigenen Seite kontrolliert werden."

Befestigung: Es handelt sich hier um Feldbefestigungen, einfache Grabensysteme. Deshalb verschwinden die Spielsteine bei verlassen der Box wieder.

Ich hoffe, Dir wird das Spiel beim nochmaligen Spielen so viel Spaß bereiten, wie den Zehntausenden von anderen Spielern, die Norden & Süden/A House Divided (Game of the Year in den USA und in der Games 100-Liste) seit 1981 genossen haben.

Uli

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Bernd Schlüter

Re: Norden und Süden gespielt...

Beitragvon Bernd Schlüter » 13. September 2003, 13:43

Hallo Uli,

erstmal vielen Dank für die prompte Antwort!

Zu den nur 2-6 Aktion: Damit sind ja nur die Bewegungen (x Einheiten aus einer Box heraus zu bewegen zählt als eine Aktion) und das Anlegen von Befestigungen gemeint, oder? Kämpfe, Beförderungen und das Rekrutieren haben ja mit dem Würfelergebnis nichts zu tun.

Die Strategien des Nordens habe ich auch angewandt. Erst im Osten, wo sich dann schließlich 2 große Einheitenstapel gegenüber standen. Als sich dies heraus zu kristalliesieren begann, habe ich im Westen Jefferson City angegriffen und mich dann nach Süden vorgearbeitet. Gleichzeitig habe ich versucht, die Einheiten in der Mitte ins Spiel zu bringen.
Mein Gegner hat die von Dir vorgeschlagene Strategie des Südens aus folgenden Gründen nicht angewandt:
1. ist keiner von uns darauf gekommen :-)
2. stand er aufgrund schlechter Würfelergebnisse immer unter Druck
Davon abgesehen muss Kavallerie ja in einem Ort bleiben, um ihn zu besetzen (und dafür fehlten einfach die Einheiten), und wir hatten das Einheitenmaximum bei weitem nicht ausgeschöpft. Es hätte ihm also nicht viel gebracht, ein paar meiner Rekrutierungszentren einzunehmen. Ist es nicht sogar ziemlich ungeschickt, seine Kavallerie im Hinterland des Gegners zu binden? Denn rekrutieren wird er ja sowieso in der Nähe der Front.

Die Passivität ergab sich aus dem Spielverlauf! Mein Gegner bedrohte mit einem Einheitenstapel Washington, ich hatte dort auch einen Stapel (da ich Washington ja nicht verlieren durfte), und ansonsten kämpfte da und dort mal eine Einheit gegen eine andere…

Ganz besonders gewundert hat uns, dass der Norden wesentlich mehr Möglichkeiten zu agieren hat, unter Regelpunkt 12.0 aber steht, dass der Süden schnell gewinnen kann. Davon war er in unserer Partie weit entfernt. Dieser Regelabschnitt ist auch der eigentlich Grund für mein Posting gewesen.

Die Sache mit der Eisenbahnlinie wäre klarer, wenn ein paar Sätze über dem zitierten Satz stehen würde, dass man zwei Boxen entlang zweier (und nicht einer) eigenen Eisenbahnlinie ziehen darf.

Das mit den Gräben habe ich mir auch gedacht, aber warum verschwindet die Befestigung, wenn z.B. 2 von 5 Einheiten die Befestigung verlassen?

Wir werden dem Spiel auf jeden Fall noch Mal eine Chance geben, obwohl mir der Sinn im Moment eher nach Waterloo steht…

Bernd (fragt sich gerade, ob Borgia schon zu kaufen ist...)

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Jürgen Karla
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Re: Norden und Süden gespielt...

Beitragvon Jürgen Karla » 13. September 2003, 14:02

Hallo zusammen,

> Die Passivität ergab sich aus dem Spielverlauf! Mein Gegner
> bedrohte mit einem Einheitenstapel Washington, ich hatte dort
> auch einen Stapel (da ich Washington ja nicht verlieren
> durfte), und ansonsten kämpfte da und dort mal eine Einheit
> gegen eine andere…

Das kann ich aus unseren Partien auch bestätigen...

> Ganz besonders gewundert hat uns, dass der Norden wesentlich
> mehr Möglichkeiten zu agieren hat, unter Regelpunkt 12.0 aber
> steht, dass der Süden schnell gewinnen kann. Davon war er in
> unserer Partie weit entfernt. Dieser Regelabschnitt ist auch
> der eigentlich Grund für mein Posting gewesen.

Diese Regelpassage hat uns auch gewundert. Der Süden war in unseren Partien meilenweit davon entfernt auch nur den Hauch einer Chance zu haben. Das Spiel artete dann leider dazu aus, zu schauen wie lange der Norden braucht. Wir hatten den Eindruck, daß der Süden nicht wirklich viele Optionen hat und dann durch Pech beim Würfeln (ja klar, das ist bewußt eingegangenes Risiko) zu flott zurückgeworfen wird.

> Bernd (fragt sich gerade, ob Borgia schon zu kaufen ist...)

Oh ja, da würde ich auch Interesse anmelden :-)

Viele Grüße
Jürgen Karla

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Uli Blennemann
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Re: Norden und Süden gespielt...

Beitragvon Uli Blennemann » 14. September 2003, 10:25

Bernd, Jürgen,

es ist in der Tat so, daß der Süden zu Beginn sehr gute Chancen hat, das Spiel für sich zu entscheiden.
Auch die Turnierergebnisse spiegeln dies wider.


Borgia: Das Spiel müßte Ende der kommenden Woche fertig sein und kommt dann schnellstmöglich in den Handel.

Uli

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Jürgen Karla
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Re: Norden und Süden gespielt...

Beitragvon Jürgen Karla » 14. September 2003, 11:50

Hallo Uli,

> es ist in der Tat so, daß der Süden zu Beginn sehr gute
> Chancen hat, das Spiel für sich zu entscheiden.
> Auch die Turnierergebnisse spiegeln dies wider.

ok, also müssen wir wohl weiter ran - das können wir ja nicht auf uns sitzen lassen ;-)

> Borgia: Das Spiel müßte Ende der kommenden Woche fertig sein
> und kommt dann schnellstmöglich in den Handel.

Schön, das führt zur nächsten Frage: Müssen (und können?) wir "Revolution" vorbestellen?

Viele Grüße
Jürgen Karla
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Mike

Re: Norden und Süden gespielt...

Beitragvon Mike » 14. September 2003, 13:06

> es ist in der Tat so, daß der Süden zu Beginn sehr gute
> Chancen hat, das Spiel für sich zu entscheiden.

Dies kann ich bestätigen. Darüber hinaus kommt es auch dann und wann vor, dass der Süden sich am Schluß über die Zeit rettet und damit ja auch gewinnt.

Mike


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