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Attika - Planung oder Glück?

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Marc W.

Attika - Planung oder Glück?

Beitragvon Marc W. » 2. Januar 2004, 10:06

Hallo,
ich habe jetzt drei Male [i]Attika[/i] gespielt, fand es aber nie besonders toll und nicht besonders spannend. Durch Glück beim Plättchenziehen und der Sitzreihenfolge sehe ich bei dem Spiel wenig Planungsmöglichkeiten. Irgendeiner bei uns schaffte es immer so zu pöppeln, dass er nur noch durch Glück oder hohen Einsatz am Sieg gehindert werden konnte. Und in der Regel verzögert es nur den Sieg, denn wenn ich an einer Stelle blockiere, dann kann ich ja nicht unbedingt gleichzeitig an meiner Verbindung weiterbauen. Und zu sehen was andere in der Auslage haben kann auch nichts unbedingt verhindern, denn man kann ja Plättchen ziehen und sofort legen.
Ich erinnere mich aber an deutlich positive Erwähnungen Attikas nach Essen 03. Spielen wir das eventuell falsch? Muss man erstmal einen Tempel "einmauern"?

Jahresanfangliche Grüße,
Marc

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Rolf Mihm

Re: Attika - Planung oder Glück?

Beitragvon Rolf Mihm » 2. Januar 2004, 12:02

Hallo,

Glück oder nicht Glück, das ist meiner Meinung nach nicht so einfach zu beantworten. Der Startspieler hat natürlich einen großen Vorteil, wenn er gleich zu Beginn schwarze Bauten zieht, die viele Anschlußbauten nach sich ziehen - zuerst einmal wird er diese vielleicht kostenlos auf dem Spielplan plazieren können, zum anderen zwingt er damit die anderen Spieler wahrscheinlich dazu, für ihre Bauten schon Zuzahlungen mit Karten leisten zu müssen. In diesem Fall, bei glücklicher Ziehung der Gebäudeplätzchen durch den Startspieler, müssen die nachfolgenden Spieler sich halt dann auch bereits überlegen, ob sie dem Startspieler bereits zu behindern beginnen, und sich damit aber schon eigene Möglichkeiten verbauen, oder sich selbst auf ihr "Glück" verlassen wollen.

Als Startspieler sollte man auf jeden Fall mit zwei schwarzen Bauten beginnen - das Problem ist glaube ich allerdings, daß die nachfolgenden Spieler das auch tun sollten, womit dann für den dritten oder vierten Spieler kaum noch Platz bleibt, kostenlos zu bauen. Allerdings wird dieser Punkt ja damit zu entkräften versucht, daß die nachfolgenden Spieler zu Beginn mehr Handkarten als Startkapital erhalten. Ob die Anzahl dieser Karten "gerecht" ist, ist auch wieder eine Frage, die nicht so einfach zu beantworten ist. Wenn ich als Spieler 4 sehe, daß alle anderen Spieler vor mir jeweils relativ gut (kommt halt auch die ausliegenden Kartenelemente an) umsonst bauen können, habe ich dann wahrscheinlich nur noch die Wahl, einiges an eigenen Handkarten zuzahlen zu müssen.

Das Ziehen der Gedäudekarten ist halt allerdings doch Glückssache, wenn es auf die Reihenfolge des kostenlosen "Anbauens" ankommt. Wenn dieses verflixte Gebäudekarte einfach nicht kommen will, muß ich wieder teuer mit Handkarten bezahlen usw.

Bei vier Spielern, war zumindest bei uns so, lief es auch darauf hinaus, daß sich jeweils zwei Spieler sozusagen "bekämft" und Raum streitig gemacht haben. Hier kommt meiner Meinung nach die Regel zum Zuge, daß neue Siedlungen ab einer bestimmten Menge auch wieder etwas kosten - soll heißen, es wird doch etwas schwieriger, andere Spieler mit eigenen neuen Siedlungen am Ausbau ihrer eigenen Siedlungen zu hinder.

Ich würde also nicht sagen, daß ihr es "falsch" gespielt habt - Spiele, bei denen es darum geht, verdeckte Kärtchen zu ziehen und anzubauen, hier noch verstärkt durch die Auflage, bei logischer Reihenfolge umsonst bauen zu können, sind nun einmal Glückspiele. Und dann muß man ja auch noch Glück haben, was das Ziehen der Baukarten betrifft - wenn ich nicht die richtigen Karten auf der Hand habe, ist es halt schwierig, richtig ins Spiel zu kommen.

Ich habe es auch als Glücksspiel empfunden, aber mir hat es Spaß gemacht - zum Schluß kommt dann aber doch noch die Regel dazu, daß derjenige gewinnt, der es schafft, alle Gebäudekärtchen als erstes zu verbauen. Meiner Meinung nach wieder ein Rückgriff auf die Startphase - wer zu Beginn und im Verlauf des Spieles "glücklich" zieht, hat dann in Hinblick auf die Endphase vielleicht auch wieder Vorteile.

Tatsächlich hört sich das jetzt negativ an - was das Glückselement betrifft, ist das vielleicht sogar berechtigt. Aber ich Spiele "Attika" trotzdem gerne - es kann ja nicht sein, daß der Startspieler auch automatisch gewinnt, also immer soviel Glück hat. Das sollte sich im Laufe des Spieles ausgleichen. Bei uns hat in der ersten Partie Spieler 3 gewonnen.

Wie dem auch sei -
Schöne Grüße noch...

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Tobias Lang

Re: Attika - Planung oder Glück?

Beitragvon Tobias Lang » 2. Januar 2004, 13:01

Hi Marc,

für die Beantwortung der Frage reicht ein Blick auf folgende Seite:

http://www.brettspielwelt.de/gate/jsp/de/multiScore.jsp?SpielID=59&zeichenSpieler=%3E%3D&anzMitspieler=2&zeichenSpiele=%3E%3D&anzSpiele=20&tage=20&sort=Quote&StadtID=999

Liebe Grüße

Tobias.

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Suko

Re: Attika - Planung oder Glück?

Beitragvon Suko » 2. Januar 2004, 13:14

Klar ist der Glücksanteil bei Attika, wie auch bei allen anderen Spielen in denen Karten oder Plättchen nachgezogen werden, recht hoch.
Trotzdem gibt es doch so einige Kniffe mit denen man unglücklichs Ziehen auch wieder sehr gut ausgleichen kann.
So sollte man zu Beginn vor allem versuchen möglichst teure Gebäude wie z.B den Hafen oder Festung kostengünstig zu bauen. Denn gerade zum Ende hin stellen diese Gebäude immer eine grosse Belastung der meistens knappen Rohstoffkasse dar.
Zum anderen ist es auch wichtig sich einen möglichst grossen "eigenen" unbebauten Bereich einzugrenzen, so dass andere Spieler hier nur mit Hilfe von Strafkarten (neue Siedlung) bauen können, während man selbst normal zahlen kann.
Auch das Anlegen von neuen Landschaftsplättchen bringt immer wieder taktische Möglichkeiten um z.B. wieder die Verbindung zu einem Heiligtum herzustellen.
Gerade für dieses Ziel sind vor allem die Amphoren eminent wichtig, da man z.B. mit dem Bau von 4 Strassen ganz schnell eine Verbindung zum Tempel herstellen kann.
Also, meiner Meinung nach haben Glück und Taktik in diesem Spiel eine gesunde Mischung. Und vor allem kann man sein Gegenüber auch viel besser aufhalten als z.B. bei Spielen wie Anno 1503.
Aufgefallen ist mir auf jeden Fall das bei den meisten Leuten mit denen ich das Spiel gespielt habe, der Spass erst so ab der dritten Partie gekommen ist.
Ich habe zumindest nocht keinen gehabt der nach drei Partien nicht begeistert war.

Grüße

Suko

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Arne Hoffmann

Re: Attika - Planung oder Glück?

Beitragvon Arne Hoffmann » 2. Januar 2004, 13:52

Moin Suko,

das mit den drei Partien kann ich wohl unterstreichen. Nach der ersten Partie fand ich Attika noch zu glücksbeladen, nach der zweiten jetzt schon um ein Vielfaches besser. Auf jeden Fall warte ich gespannt auf die dritte Partie - danach kaufe ich es mir dann vielleicht auch. :-)

Schöne Grüße

- Arne -

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Michael Heissing

Re: Attika - Planung oder Glück?

Beitragvon Michael Heissing » 4. Januar 2004, 15:55

Es gibt in der Tat kaum ein besseres Argument für die Tatsache, dass der Glücksfaktor bei Attika extrem niedrig ist.
Am Anfang hatte ich auch noch meine Zweifel. Ich fand es zu stark zufallsgesteuert. Typischer Anfängerfehler!
Es gibt einen recht ordentlichen Strategieartikel zu Attika von Alan Kwan, der u.a. bei boardgamegeek.com zu finden ist. Nach der Lektüre dieses Artikels sieht man schon etwas klarer.
Es existiert bei Neulingen die weit verbreitete Fehleinschätzung der Siegbedingung: hauptsächlich werden Spiele dadurch entschieden, dass es jemand gelingt, alle 30 Plättchen zu verbauen (bei Spielen unter Fortgeschrittenen wahrscheinlich nahe an 100%). Damit ist Attika ein reines Tempo-Spiel. Die 2. Siegbedingung (2 Tempel zu verbinden) dient in der Regel nur dazu, Druck auszuüben und dem Gegener /den Gegnern jeweils Tempo zu nehmen.
Ein kluger Spieler kann solche Drohungen in der Regel aber meist recht kostengünstig abwehren (weil er das ein oder andere billige Gebäude in Reserve hält, z.B. den Brunnen) und dann kann es schon mal passieren, dass der Schuß nach hinten losgeht. Weil es meistens auch ressourcenfressend ist, eine echte Drohung aufubauen.

Wer nun partout der Überzeugung ist, Attika wäre ein Glücksspiel, der sollte einfach mal versuchen, einen der "top ten"-Spieler der Brettspielwelt zu schlagen. Spätestens danach wird man es besser wissen....;)

Gruß

miXa

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Jost Schwider

RE: Attika - Planung oder Glück?

Beitragvon Jost Schwider » 6. Januar 2004, 11:12

"Suko" hat am 02.01.2004 geschrieben:

> Klar ist der Glücksanteil bei Attika, wie auch bei allen
> anderen Spielen in denen Karten oder Plättchen nachgezogen
> werden, recht hoch.

Dem ist nicht automatisch so. Bei vielen Spielen spielt es keine (oder nur eine geringe) Rolle, etwa Puerto Rico, Tyros, Vinci, ...

Bei Attika würde ich das Glück/Spielzeit-Verhältnis (m.E. das wichtigere Kriterium) als "noch gut" bezeichnen.

> Also, meiner Meinung nach haben Glück und Taktik in diesem
> Spiel eine gesunde Mischung.

Yapp.

> Und vor allem kann man sein Gegenüber auch viel besser
> aufhalten als z.B. bei Spielen wie Anno 1503.

Mal was ganz anderes:

Was ist am "besser aufhalten" eigentlich gut? Wenn jemand besser spielt, dann soll er gefälligst auch gewinnen und nicht durch einen gemeinsamen Kraftakt aller Gegenspieler "niedergemacht" werden. Dies fördert doch sonst nur den Zufall, so dass dann der Glücklichere unverdient gewinnt... :-/

Wenn der Sieger vorzeitig feststeht (und die Mitspieler deswegen keine Lust mehr zum Weiterspielen haben sollten), darf doch ein Spiel durchaus auch vor Spielende abgebrochen werden!

> Ich habe zumindest nocht keinen gehabt der nach drei
> Partien nicht begeistert war.

Hier, ich! :-P ;-)

Viele Grüße
Jost aus Soest (findet Attika spielerisch gut, aber etwas zu "kalt")
http://www.schwider.de/spiele.htm - [i](Brett)Spiele und mehr...[/i]

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Toledus

Re: Attika - Planung oder Glück?

Beitragvon Toledus » 9. Januar 2004, 16:50

Ich denke, dass wie bei den meisten anderen Spielen der Glücksfaktor mit höherer Spielerzahl steigt.

Zumindest für das 2erspiel kann ich nach ca 500 Partien sagen, dass selten der Schwächere gewinnt, weil man sich halt beim verhindern des verbindens und beim zubauen des Gegners nur auf eine Person konzentrieren muss.

Natürlich kann man mehr und weniger Glück haben. Vor allem die Festung hat schon so manches Spiel bei mir entschieden. Aber ganz ohne Glücksfaktor möcht man ja auch net sein ;-)

Toledus


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