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Versteigerungen - Reicht es nicht langsam?

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Tobias / Glomeor

Versteigerungen - Reicht es nicht langsam?

Beitragvon Tobias / Glomeor » 12. Januar 2004, 15:41

Hallo liebe Spielergemeinde,

gleich zu Beginn: Ich habe nichts gegen gut recycelte Spielmechanismen.
Die Versteigerung ist meist ein guter Spielmechanismus, denn hier wird auf elegante Weise das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage geregelt.
Allerdings habe ich das Gefühl, dass von diesem Mechanismus momentan inflationär Gebrauch gemacht wird.
Angeregt darüber nachzudenken wurde ich durch den Bericht über die Schmidtneuheit: "Oase. Wüstes Bieten - Schlaues Bauen"
http://www.spielbox.de/spielarchiv/sbmessen/spiel041.php4?vlg=sch
Auch auf der letzten Spielemesse (z.B. Industria, Santiago, ...) hieß es immer: Jetzt beginnt die Versteigerung!

Gibt es für das Prinzip "Angebot und Nachfrage" keine innovativen spielerischen Umsetzungen mehr?

Oder ist eine Versteigerung so angebracht wie das Verwenden von Spielbrett oder Würfel? Mir ist es allerdings noch nie passiert: Boahh schon wieder ein Spiel mit Spielbrett, gähn schon wieder Würfel, Spielkarten? - Langweilig -

Natürlich gibt es etliche Abarten der Versteigerung, z.B. die holländische in Kaufleute von Amsterdam oder die chinesische in Dschunke, aber häufig läuft es halt doch auf das reihum Erhöhen hinaus. Ok, mal darf wer nicht mehr einsteigen oder es gibt nur eine Runde, aber das Feeling ist irgendwie immer gleich.

Irgendwo gab es schon einmal eine Diskussion mit dem Thema: Sind Spiele nicht mehr innovativ genug?

Momentan denke ich: Versteigerung, nein danke!

Tobias (bietet einen Angriffspunkt gegen Versteigerungen, wer bietet mehr?)

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Gernot

Re: Versteigerungen - Reicht es nicht langsam?

Beitragvon Gernot » 12. Januar 2004, 16:47

Hallo!

Ich habe bis dato allen Spielen mit Versteigerungsmechanismen den Rücken gekehrt.
Ich lege immer wieder alle Spiele ins Regal zurück, nachdem ich auf der Schachtelrückseite das Wort "Versteigerung" gelesen habe.

Irgendwie richtet sich ein interner "Schutzmechanismus" im Gehirn gegen die Kaufwahl solcher Spiele. :-)
Weiß zwar nicht genau warum, aber es ist so.

Gernot

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Helmut Lehr

Re: Versteigerungen - Reicht es nicht langsam?

Beitragvon Helmut Lehr » 12. Januar 2004, 16:58

Also, da ich viele Spiele ohne Versteigerungen habe und spiele, spiele ich auch mal wieder gerne eins mit Versteigerung. Allerdings finde ich das Spannungsfeld - ich muss diesen Gegenstand haben, damit ich ich dafür Punkte bekomme -allerdings habe ich dann auch viel Geld ausgegeben, das mir nachher fehlen wird - doch recht interessant, so dass ich mich immer für Versteigerungen erwärmen kann.
aber wenn nicht: Es gibt soo viele andere ohne Versteigerung....
VG
Helmut

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Jochen Schwinghammer

Re: Versteigerungen - Reicht es nicht langsam?

Beitragvon Jochen Schwinghammer » 12. Januar 2004, 17:20

Hallo Tobias,

wenn du Versteigerungen nicht magst, dann verzichte doch einfach darauf.
Ich möchte allerdings nicht auf Spiele wie "Die Fürsten von Florenz", "Löwenherz" (alt) und "Morgenland" (ist ja auch nichts anderes als eine Versteigerung mit verdeckten Geboten) verzichten. Für mich besteht ein gutes Spiel aus verschiedenen Elementen, die miteinander kombiniert werden. Warum sollte da denn keine Versteigerung dabei sein? Es kommt immer darauf an, wie der Versteigerungsmechanismus integriert wird.

Viele Grüße, Jochen

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Rüdiger Dorn

Re: Versteigerungen - Reicht es nicht langsam?

Beitragvon Rüdiger Dorn » 12. Januar 2004, 17:24

Hallo Tobias,

manche Spiele benötigen einen Versteigerungsmechanismus, um ein Regulativ zu haben, wenn verschiedenwertige Plättchen und/oder Karten erworben werden können.
Neben dem Spiel "Oase" wirst du in Nürnberg 2004 noch mindestens ein weiteres Spiel kennenlernen :-) , das die Versteigerung als wichtiges Spielelement aufweist.
In meinen Augen ist die Versteigerung legitim, wenn sie zum übrigen Spielsystem wie die Faust aufs Auge passt.Gerade das von dir angesprochene "Industria" ist ein Beispiel dafür, wie eine tolle Ausgangsidee mit einem "nicht-passenden" Versteigerungssystem kaputt gemacht wird.
Wie Helmut schon erwähnt hat, gibt es augenblicklich ein paar neue Versteigerungsspiele - aber wie hoch deren Anteil zu den Nicht-Versteigerungsspielen"? Ich glaube doch eher gering!


Spielerische Grüße
Rüdiger Dorn

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Volker L.

Re: Versteigerungen - Reicht es nicht langsam? Nein

Beitragvon Volker L. » 12. Januar 2004, 17:52

Tobias / Glomeor schrieb:

> Oder ist eine Versteigerung so angebracht wie das Verwenden
> von Spielbrett oder Würfel? Mir ist es allerdings noch nie
> passiert: Boahh schon wieder ein Spiel mit Spielbrett, gähn
> schon wieder Würfel, Spielkarten? - Langweilig -

Die Grundidee, im Spielverlauf von den Spielern benötigte
Objekte nicht zu einem festen Preis zu verkaufen, sondern zu
versteigern, ist IMHO sehr allgemein - vielleicht nicht ganz so
allgemein wie die Verwendung eines Würfels, aber doch viel
allgemeiner als z.B. Mehrheiten in Gebieten zu werten.

> Natürlich gibt es etliche Abarten der Versteigerung, z.B. die
> holländische in Kaufleute von Amsterdam oder die chinesische
> in Dschunke, aber häufig läuft es halt doch auf das reihum
> Erhöhen hinaus. Ok, mal darf wer nicht mehr einsteigen oder
> es gibt nur eine Runde, aber das Feeling ist irgendwie immer
> gleich.

Also, hier erlaube ich mir energisch zu widersprechen.
Die konkreten Mechanismen bei Fürsten von Florenz (klassische
Versteigerung mit Erhöhen bis der vorletzte gepasst hat),
Medici (reihum jeder nur 1 Gebot - erhöhen oder passen) und
Santiago (jeder 1 Gebot, auch niedrigere sind erlaubt, aber keine
gleichen) erzeugen jeweils ein ganz unterschiedliches Feeling.
(wobei man darüber streiten könnte, ob das in Santiago überhaupt
noch als Versteigerung zu bezeichnen ist...).
Die Tatsache, ein einmal gegebenes Gebot nicht mehr nachbessern
zu können, falls der Hinterman mehr bietet, gibt der
Versteigerung einen ganz anderen Charakter.

Gruß, Volker

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Marc W.

Re: Versteigerungen - Reicht es nicht langsam?

Beitragvon Marc W. » 12. Januar 2004, 17:56

Hi,

jetzt wo Du es sagt, stimmt es gibt so einige Versteigerungen. Nur wann geht die Versteigerung los? Wenn jeder eine Karte verdeckt ausspielt und dann die höchste/niedrigte was bekommt? Dann wäre schon "Hol's der Geier" ein Versteigerungsspiel.

Und gerade "Santiago" finde ich sehr gelungen, weil die Mechanismen (auch die Versteigerung) so gut ineinandergreifen. Und so wird die Diskussion wohl jetzt laufen. "Versteigerungsspiele, nein danke - ausser: a) b) c) d) etc." ;-)

Aber vielleicht habe ich einen anderen Schwerpunkt. Ich sehe nämlich zuviel "Mehrheiten in Gebieten"-Spiele ;)

Marc

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Kathrin Nos
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Versteigerungsmechanismus bei Industria

Beitragvon Kathrin Nos » 12. Januar 2004, 18:11

Hallo Rüdiger,

"Rüdiger Dorn" hat am 12.01.2004 geschrieben:
> Gerade
> das von dir angesprochene "Industria" ist ein Beispiel
> dafür, wie eine tolle Ausgangsidee mit einem
> "nicht-passenden" Versteigerungssystem kaputt gemacht wird.

Aus Interesse: Was meinst Du damit? Was findest Du an dem Versteigerungsmechanismus von Industria nicht passend?

Liegt es am Versteigerungsmechanismus selbst (jeder gibt maximal ein Gebot ab, aber der Auktionator kann sich das Plättchen selber nehmen, wenn ihm das Gebot nicht hoch genug ist)? Oder am Glücksfaktor, der die Reihenfolge der zu versteigernden Plättchen festlegt? Oder an was ganz anderem?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich bei Industria die Geister scheiden. Einige mögen es nach der ersten Probepartie kein zweites Mal spielen. Wer es jedoch ein weiteres Mal spielt, findet das Spiel von Mal zu Mal besser (wie gesagt: Meiner Erfahrung nach).

Alles Gute wünscht
Kathrin.

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Rüdiger Dorn

Re: Versteigerungsmechanismus bei Industria

Beitragvon Rüdiger Dorn » 12. Januar 2004, 18:29

Hallo Kathrin,

ich habe Industria 3x gespielt (2x zu dritt, 1x zu viert).
ich hätte mir ein taktischeres Versteigerungssystem gewünscht, in dem ich mit meinen Geldressourcen so haushalte, dass ich bestimmte Plättchen sicherer erhalten kann.
Wie schon von dir erwähnt, scheiden sich bei diesem und vielen anderen Spielen die Geister - ich für meinen Teil halte das Spiel nicht für zuende gedacht.

Spielerische Grüße
Rüdiger Dorn

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Franz-Benno Delonge
Kennerspieler
Beiträge: 277

Versteigerungen, Mehrheiten - konfrontationsloser Wettbewerb

Beitragvon Franz-Benno Delonge » 12. Januar 2004, 18:33

Hallo Tobias, hallo Marc,
grundsätzlich kann ich euch beiden voll und ganz zustimmen: Sowohl "Versteigerung" als auch "Mehrheit in Gebieten" sind Themen, die es m.E. in den letzten Jahren zu oft gegeben hat.
Ich meine, daß das aber einen bestimmten Grund hat: Einerseits leben unsere Spiele vom Wettstreit, andererseits ist die "direkte Konfrontation" im Spiel recht unmodern geworden. Alle Autoren suchen daher permanent nach Mechanismen, die "konfrontationslosen Wettbewerb" ermöglichen. Sowohl das Versteigerungselement als auch die Mehrheitensammelei erfüllen dieses Kriterium.
Schönen Gruß
Benno

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Volker L.

Re: Versteigerungsmechanismus bei Industria

Beitragvon Volker L. » 12. Januar 2004, 18:42

Rüdiger Dorn schrieb:
>
> Hallo Kathrin,
>
> ich habe Industria 3x gespielt (2x zu dritt, 1x zu viert).
> ich hätte mir ein taktischeres Versteigerungssystem
> gewünscht, in dem ich mit meinen Geldressourcen so haushalte,
> dass ich bestimmte Plättchen sicherer erhalten kann.
> Wie schon von dir erwähnt, scheiden sich bei diesem und
> vielen anderen Spielen die Geister - ich für meinen Teil
> halte das Spiel nicht für zuende gedacht.

Interessant, mich stoert am Versteigerungsmechanismus von
Industria auch etwas, aber etwas ganz anderes: Wenn die anderen
Spieler bereit sind, Opfer zu bringen oder der Auktionator sich
verschaetzt hat, kann man ihn richtig boese haengenlasen.

Deshalb habe ich mir schonmal ueberlegt, ob eine kleine
Regelaenderung sinnvoll waere: wenn der Auktionator mangels
Angeboten anderer Spieler ([i]nicht[/i], wenn er ihre Angebote
ausschlaegt!) auf [i]dem ersten Stueck[/i], das er versteigert,
sitzenbleibt und es zwangsweise nehmen muss, bekommt er
1 Geldstueck von der Bank.

Gruss, Volker

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Rüdiger Dorn

Re: Versteigerungen, Mehrheiten - konfrontationsloser Wettbewerb

Beitragvon Rüdiger Dorn » 12. Januar 2004, 18:44

Hallo Franz-Benno,

was versteht du unter direkter Konfrontation im Spiel? Kannst du ein Beispiel geben?
Spontan halte ich das Bilden von Mehrheiten (wie bei El Grande) bzw. das Versteigern von Plättchen/Karten (Die Fürsten) für eine recht direkte Art der Konfrontation.
Für mich sind sie ein nützliches Mittel der so viel gelobten Interaktion bzw. ein notwendiges Instrumentarium, um verschiedenartige Spielmaterialien "gerecht" zu verteilen.

Grüße
Rüdiger Dorn

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Tobias / Glomeor

Re: Versteigerungen - Reicht es nicht langsam?

Beitragvon Tobias / Glomeor » 12. Januar 2004, 23:39

Hi Jochen,

> wenn du Versteigerungen nicht magst, dann verzichte doch
> einfach darauf.

doch ich mag Versteigerung, denn wie bereits geschrieben finde ich
es einen ausgezeichneten Mechanismus zur Regulierung der Nachfrage.


> Ich möchte allerdings nicht auf Spiele wie "Die Fürsten von
> Florenz", "Löwenherz" (alt) und "Morgenland" (ist ja auch
> nichts anderes als eine Versteigerung mit verdeckten Geboten)
> verzichten.

Das will ich auch nicht. Allerdings brauche ich kein Spiel, das
diese Mechanismen im wesentlichen reproduziert. Wenn ich
Lust auf ein Versteigerungsspiel habe, dann gibt es bis dato
meiner Meinung nach bereits eine sehr gute Auswahl, sodass
es schwer fällt noch einen oben 'drauf zu setzen.


> Für mich besteht ein gutes Spiel aus
> verschiedenen Elementen, die miteinander kombiniert werden.
> Warum sollte da denn keine Versteigerung dabei sein? Es kommt
> immer darauf an, wie der Versteigerungsmechanismus integriert
> wird.

Das denke ich auch, allerdings finde ich es enorm wichtig, dass ein
Spiel in erster Linie innovativ ist, d.h. sich deutlich von anderen
Spielen abhebt. Häufig ist es jedoch der Fall, das Versteigerungen
einen sehr zentralen Part in einem Spiel übernehmen und daher
entsprechend stark dessen Charakter prägen.
Dabei fällt mir auf, dass mir Dein Spiel (Zauberschwert&Drachenei) trotz ;-)
Versteigerungen gut gefallen hat, denn innovativ finde ich, dass
nicht alle Spieler an allen Versteigerungen teilnehmen.

Tobias

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Tobias / Glomeor

Re: Versteigerungen - Reicht es nicht langsam?

Beitragvon Tobias / Glomeor » 12. Januar 2004, 23:58

Hi Rüdiger,

> manche Spiele benötigen einen Versteigerungsmechanismus, um
> ein Regulativ zu haben, wenn verschiedenwertige Plättchen
> und/oder Karten erworben werden können.

Dafür gibt es doch aber auch andere Methoden und sicherlich auch
solche, die noch nicht erfunden wurden und darin liegt - finde ich -
die Aufgabe eines Spieleautors: Neu zu erfinden.
Z.B. werden in "Puerto Rico" die verschiedenwertigen Charaktere
bei einer Entscheidung auf alle Spieler angewandt.
Oder bei "Fürsten von Florenz" werden die verschiedenwertigen
Künstler zwar auf die Spieler verteilt, jedoch kann jeder andere
Spieler durch eine Abwerbekarte diesen Künstler im späteren
Spielverlauf ebenfalls nutzen. Ähnlich verhält es sich mit den
Persönlichkeiten in "Age of Renaissance".


> Neben dem Spiel "Oase" wirst du in Nürnberg 2004 noch
> mindestens ein weiteres Spiel kennenlernen :-) , das die
> Versteigerung als wichtiges Spielelement aufweist.

Ich bin gespannt, ob es in der Lage ist meine Vorurteile abzubauen. ;-)


> In meinen Augen ist die Versteigerung legitim, wenn sie zum
> übrigen Spielsystem wie die Faust aufs Auge passt. Gerade das
> von dir angesprochene "Industria" ist ein Beispiel dafür, wie
> eine tolle Ausgangsidee mit einem "nicht-passenden"
> Versteigerungssystem kaputt gemacht wird.

100% Zustimmung. Meine Erwartung an dieses Spiel war ein
knallhartes Kaufen-Bauen-Gewinneinstreichen-Spiel. Die
metaphysische Position des Auktionators, der die Produkte
einer Zivilisation verscherbelt, finde ich doch arg kontraintuitiv.


> Wie Helmut schon erwähnt hat, gibt es augenblicklich ein paar
> neue Versteigerungsspiele - aber wie hoch deren Anteil zu den
> Nicht-Versteigerungsspielen"? Ich glaube doch eher gering!

Ok, allerdings ähneln sich viele Versteigerungsspiele untereinander
meiner Meinung nach doch sehr, sodass nicht der Anteil entscheidend ist,
sondern die absolute Anzahl der Versteigerungsspiele, denn
zwei sehr ähnliche Spiele ist eines zuviel im Spieleschrank. ;-)

Tobias

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Biberle

Re: Versteigerungen, Mehrheiten - konfrontationsloser Wettbewerb

Beitragvon Biberle » 13. Januar 2004, 00:03

Was er vielleicht meint: Dass es kaum (noch) Spiele gibt, die Elemente in KoSim-Manier anwenden. Das muss ja weder gleich was im Stil von SSG-Brocken sein, noch muss es sich dann gleich um ein Strategiespiel im historischen Szenario handeln. Aber ich finde auch, dass öfter mal wieder ne Prise Risiko (ohne Würfelglück natürlich) der Spielepalette ganz gut täte.

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Tobias / Glomeor

Re: Versteigerungen - Reicht es nicht langsam? Nein

Beitragvon Tobias / Glomeor » 13. Januar 2004, 00:13

Hi Volker,


> Die Grundidee, im Spielverlauf von den Spielern benötigte
> Objekte nicht zu einem festen Preis zu verkaufen, sondern zu
> versteigern, ist IMHO sehr allgemein - vielleicht nicht ganz so
> allgemein wie die Verwendung eines Würfels, aber doch viel
> allgemeiner als z.B. Mehrheiten in Gebieten zu werten.

Und genau das Gefühl habe ich nicht.
Ich empfinde das Versteigerungen häufig den Charakter eines
Spiels sehr entscheidend prägen, wohingegen das Werten einer
Mehrheit eine mögliche Variante einer Konfliktauflösung ist, die
wiederum einen sehr abstrakten Stellenwert hat.
Allerdings kann ich Dir insofern zustimmen, als dass Versteigerungen
sowohl sehr prägend, als auch sehr periphär auftreten können.


> Also, hier erlaube ich mir energisch zu widersprechen.
> Die konkreten Mechanismen bei Fürsten von Florenz (klassische
> Versteigerung mit Erhöhen bis der vorletzte gepasst hat),
> Medici (reihum jeder nur 1 Gebot - erhöhen oder passen) und
> Santiago (jeder 1 Gebot, auch niedrigere sind erlaubt, aber
> keine
> gleichen) erzeugen jeweils ein ganz unterschiedliches Feeling.
> (wobei man darüber streiten könnte, ob das in Santiago
> überhaupt
> noch als Versteigerung zu bezeichnen ist...).
> Die Tatsache, ein einmal gegebenes Gebot nicht mehr nachbessern
> zu können, falls der Hinterman mehr bietet, gibt der
> Versteigerung einen ganz anderen Charakter.

Ich denke auch, dass sich der Charakter der Versteigerung dadurch
wesentlich ändert, allerdings glaube ich nicht, dass das auch für das
Spiel gilt. Gesetzt den Fall ein Spiel würde mit zwei verschiedenen
Versteigerungsformen funktionieren. Ich glaube nicht, dass beide
Spielformen einen so unterschiedlichen Spielreiz ausmachen würden,
der zwei eigenständige Spiele rechtfertigen würde.

Tobias

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Tobias / Glomeor

Re: Versteigerungen - Reicht es nicht langsam?

Beitragvon Tobias / Glomeor » 13. Januar 2004, 00:24

Hi Marc,

> jetzt wo Du es sagt, stimmt es gibt so einige
> Versteigerungen. Nur wann geht die Versteigerung los? Wenn
> jeder eine Karte verdeckt ausspielt und dann die
> höchste/niedrigte was bekommt? Dann wäre schon "Hol's der
> Geier" ein Versteigerungsspiel.

ok, dann ist es so. Grauzonen gibt es natürlich immer.


> Und gerade "Santiago" finde ich sehr gelungen, weil die
> Mechanismen (auch die Versteigerung) so gut
> ineinandergreifen. Und so wird die Diskussion wohl jetzt
> laufen. "Versteigerungsspiele, nein danke - ausser: a) b) c)
> d) etc." ;-)

Jeder hat natürlich seine Lieblinge, aber möglicherweise
hat bereits wirklich jeder seine Lieblinge. ;-)


> Aber vielleicht habe ich einen anderen Schwerpunkt. Ich sehe
> nämlich zuviel "Mehrheiten in Gebieten"-Spiele ;)

Auch wenn das ein anderes Thema ist, sprichst Du genau
den Punkt an, den ich beim Schreiben des Startpostings im
Kopf hatte: Bestimmte Bereiche geben möglicherweise
viel her, sind aber trotzdem inzwischen abgedeckt,
sollte nicht ein grandioser Geistesblitz noch eine unerkannte
Ecke entdecken.
Vor Weihnachten bei einer guten Runde "A Game of Thrones"
in einer sehr netten Gesellschaft kam sogar die These auf:
Es gibt zu viele gute Spiele. ;-)

Tobias (ist heute in Schreiberlaune)

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peer

Re: Versteigerungen - Reicht es nicht langsam?

Beitragvon peer » 13. Januar 2004, 02:39

Hi,
interessant das du dus ansprichst... Ich hatte dir ja schonmal in Essen gesagt, dass Versteigerungsspiele bei meiner Spielrunde eher nicht so gut ankommen (was nicht heisst, dass wir gar keine mehr spielen...), daher achte ich besonders darauf, was denn bei einem Versteigerungsspiel noch so mitkommt.

Und ich denke es gibt einige wirklich innovative reine Versteigerungsspiele (Don, Ra), die (in meinem Fall) ausreichen, um diese Fascette der Spielewelt abzudecken. Allerdings gibts halt Leute die dies eben nicht haben, insofern haben neue, reine Versteigerungsspiele dieselbe Existenzberechtigung wie neue Autorennspiele (auch da greife ich nicht mehr zu, da ich mit Formula De rundum zufrieden bin). (Das musste ich schreiben, da ich gerade -neben anderem - an einem reinen, kurzen, knackigen Versteigerungsspiel knobele ;-) )

Dann gibts noch die Versteigerung als Spielelement. Und da geb ich dir recht - sie wird gerne mal etwas leichtfertig mit eingebracht. Zwar gibt es Spiele wo sie gut reinpassen und sinnvoll sind (z.B. Fuersten von Florenz, Loewenherz oder auch Amun Re), aber bei einigen erscheinen sie mir (bei allen Respekt fuer die Spieleautoren) wirklich etwas uninspiriert eingebracht. Das gilt besonders wenn die Versteigerung eine der Standartvarianten ist (reihum bis zum hoechsten Gebot oder das gleichzeitige Bieten mit der Faust, dass ich als Startspielerbestimmung ok finde, mich als Spielbestimmendes Element eher abschreckt).
Sicherlich ist es -wie Ruediger Dorn schrieb - in manchen Spielen notwendig. Aber ich denke in vielen Faellen haette man mit etwas Muehe auch einen neuen Mechanismus finden koennen. Und das macht oft den unterschied zwischen einem "netten" Spiel und einem Klassiker aus - ein neuer Mechanismus (z.B. Barbarossa, El Grande, Puerto Rico...)

ciao
Peer

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Franz-Benno Delonge

Re: Konfrontationsloser Wettbewerb

Beitragvon Franz-Benno Delonge » 13. Januar 2004, 08:26

Hallo Rüdiger,
unter "direkter Konfronation" verstehe ich ganz einfach, daß sich die Spieler von irgendwelchen Feldern wegschlagen oder sich gegenseitig etwas wegnehmen können. Diese früher ganz alltäglichen Mechanismen sind heute nicht mehr so beliebt, auch wenn es immer noch Ausnahmen gibt - z. B. Löwenherz.
Schönen Gruß
Benno

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Andreas Epplée

Re: Versteigerungen - Reicht es nicht langsam?

Beitragvon Andreas Epplée » 13. Januar 2004, 10:14

Hallo Tobias, liebe Spielergemeinde ;-),

Versteigerung ist ein Mechanismus, kein Spiel per se. Einen Mechanismus für fehlenden Spielreiz verantwortlich zu machen, macht keinen Sinn. Was kann der Würfel dafür, wenn dem Autor nichts eingefallen ist? Allerdings gehört dieser spezielle Mechanismus m.E. zu den "fortgeschrittenen", was erklärt, dass er sowohl von Autoren in der neueren(!) Produktion gern eingesetzt wird, als auch, dass ein nicht ganz so erfahrener/interessierter Spieler seine Schwierigkeiten damit hat. Denn der Anspruch und der Reiz liegt ja darin, dass jeder Spieler ein Angebot für sich bewerten muss - dass bedeutet meist ein wenig Arbeit (selbst bei "Hol's der Geier", dass im übrigen selbstverständlich ein Versteigerungsspiel ist). Und Versteigerungen, genauso wie Mehrheiten sammeln, genauso wie Stichspiele, genauso wie Würfel, genauso wie Magic-Varianten etc. etc. sind einfach grundsätzlich reizvoll (eine Partie "Einfach tierisch" gefällig ;-)?) So what's the point? Ein interessantes, spannendes Spiel ist doch die Hauptsache, egal welche Mechanismen es verwendet. Persönliche Vorlieben - unbenommen.

Gruß
Andreas

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Wolfgang Ditt

Über die Unfaiirness von Versteigerungen

Beitragvon Wolfgang Ditt » 13. Januar 2004, 10:44

Hallo,

es gibt sehr gute und spaßige Versteigerungsspiele und ein "Modern Art" nöchte ich auf keinen Fall missen (ich mag Karl Gitter Bilder *g*), aber ein Versteigerungsmechnismus ist immer mit Vorsicht zu genießen. Er bevorzugt immer die erfahrenen Spieler, weil sie den Wert einer Ware viel besser abschätzen können als ein Neuling. Ebenso hat ein Vielspieler gegenüber einem Wenigspieler Vorteile, weil er aufgrund seiner Spielerfahrung schneller herausfindet, was eine Ware für einen Wert hat. Deshalb sind Versteigerungsspiele für Spiele mit unterschiedlichen Spielniveau denkbar schlecht.

Tobias meinte zu Versteigerungen: "Die Versteigerung ist meist ein guter Spielmechanismus, denn hier wird auf elegante Weise das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage geregelt."

Nun, das ist die eine Seite, die andere ist die, dass man (Spieleautoren? Verleger?) sich nicht um das Gleichgewicht bemühen müssen. Statt dessen wird es den Spielern überlassen, durch viele Partien den Wert der einzelne Dinge zu erkennen (Erfahrung machen, siehe oben). Ich halte das nicht für elegant, sondern für einen Nachteil, gerade für Wenigspieler.
Ich mag daher eher die reinen Versteigerungsspiele eben wie Modern Art oder Ra (obwohl auch da einige Erfahrung zugehört). Für andere Spiele wie die Fürsten braucht man eine ausgewogene Spielerunde, damit es spannend wird. Noch andere Spiele, u. a. Die Händler, mag ich nicht so gern, weil die unterschiedlichen Privilegien Neid erzeugten - wohl auch, weil dort der Wert sehr schwer herauszubekommen war.

Wolfgang

P.S.
Für alle hätte ich da noch ein kleines Gedankenspiel: Wer Cosmic Encounter kennt, kann sich ja mal vorstellen, die Rassen würde zu Anfang versteigert und sind mit Raumschiffen zu bezahlen.

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Jost Schwider

RE: Versteigerungen - Reicht es nicht langsam?

Beitragvon Jost Schwider » 13. Januar 2004, 11:02

"Tobias / Glomeor" hat am 12.01.2004 geschrieben:

> Allerdings habe ich das Gefühl, dass von diesem Mechanismus
> momentan inflationär Gebrauch gemacht wird.

Definiere "inflationär"! ;-)

Im Ernst: Das Konzept der Versteigerung ist sehr vielfältig, daher würde ich das nicht als Problem ansehen.

Versteigerungen können "gerechtere" Ressourcen-Verteilungen bewirken, besitzen allerdings die Tendenz, den "Führenden" noch weiter zu bevorteilen. Hier muss der Spieleauthor also gut aufpassen!

> Natürlich gibt es etliche Abarten der Versteigerung, z.B.
> die holländische in Kaufleute von Amsterdam

"Abarten" ist gut! :LOL:

> Irgendwo gab es schon einmal eine Diskussion mit dem Thema:
> Sind Spiele nicht mehr innovativ genug?
>
> Momentan denke ich: Versteigerung, nein danke!

Ich finde Gebiets-Mehrheiten-Spiele weit nerviger!
http://www.spielbox.de/phorum4/read.php4?f=1&i=68988&t=68366

Viele Grüße
Jost aus Soest (sprich: "jooost aus sooost")
http://www.schwider.de/spiele.htm - [i](Brett)Spiele und mehr...[/i]

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Jost Schwider

RE: Versteigerungen, Mehrheiten - konfrontationsloser Wettbewerb

Beitragvon Jost Schwider » 13. Januar 2004, 11:02

"Franz-Benno Delonge" hat am 12.01.2004 geschrieben:

> Sowohl "Versteigerung" als auch "Mehrheit in Gebieten" sind
> Themen, die es m.E. in den letzten Jahren zu oft gegeben
> hat.

Aber immer noch besser, als Würfelorgien... ;-)

> Einerseits leben unsere Spiele vom Wettstreit, andererseits
> ist die "direkte Konfrontation" im Spiel recht unmodern
> geworden.

Ja, schade eigentlich. Früher konnte man ganz "ehrlich" spielen, heute geht es heimtückischer zu... :-D

Ein wenig hat es sicher auch mit "Gleichmacherei" zu tun: Es soll bis zum Schluss unter allen Umständen spannend bleiben. Dadurch werden Spiele u.U. belanglos. :-/
Anstatt "ehrlich" zu gewinnen/verlieren und - wenn es denn feststeht - sofort ein neues Spiel zu beginnen.

Viele Grüße
Jost aus Soest (sprich: "jooost aus sooost")
http://www.schwider.de/spiele.htm - [i](Brett)Spiele und mehr...[/i]

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Jost Schwider

RE: Konfrontationsloser Wettbewerb

Beitragvon Jost Schwider » 13. Januar 2004, 11:02

"Franz-Benno Delonge" hat am 13.01.2004 geschrieben:

> unter "direkter Konfronation" verstehe ich ganz einfach,
> daß sich die Spieler von irgendwelchen Feldern wegschlagen
> oder sich gegenseitig etwas wegnehmen können. Diese früher
> ganz alltäglichen Mechanismen sind heute nicht mehr so
> beliebt,

Ist dem wirklich so?
Oder gehört es sich einfach nicht mehr? :roll:

Viele Grüße
Jost aus Soest (kann Spielewelt und Realität ganz gut auseinander halten)
http://www.schwider.de/spiele.htm - [i](Brett)Spiele und mehr...[/i]

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Volker L.

[OT] Re: Konfrontationsloser Wettbewerb

Beitragvon Volker L. » 13. Januar 2004, 13:22

Franz-Benno Delonge schrieb:
>
> Hallo Rüdiger,
> unter "direkter Konfronation" verstehe ich ganz einfach, daß
> sich die Spieler von irgendwelchen Feldern weg[b]schlagen[/b]
> oder sich gegenseitig [b]etwas wegnehmen[/b] können. Diese früher
> ganz alltäglichen Mechanismen sind heute nicht mehr so
> beliebt, auch wenn es immer noch Ausnahmen gibt - z. B.
> Löwenherz.

Na, Du als Richter solltest doch froh sein, wenn
Koerperverletzung und Diebstahl heutzutage seltener in Spielen
propagiert werden :lol:

Gruss, Volker (SCNR)


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