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Oase - zu dritt enttäuschend!?

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Michael Weber

Oase - zu dritt enttäuschend!?

Beitragvon Michael Weber » 18. März 2004, 12:28

Hier wurden ja bereits einige Diskussionen um Oase geführt. Mal ganz vom persönlichen Geschmack abgesehen: Ist Oase zu dritt wesentlich schlechter als zu viert oder fünft?

Gestern haben wir das Spiel zu dritt gespielt. Nach dem Regellesen war ich ganz angetan, aber in der Praxis war das Spiel zu dritt nur bedingt interessant. Besonders negativ aufgestoßen ist uns der recht häufige Zwang bereits für den zweiten (!) Spieler, gar kein Angebot mehr wählen, sondern einfach nehmen zu müssen.

Gibt es andere Oase-Erlebnisse zu dritt?

Wäre Oase vielleicht ein Spiel für die Packungsangabe "vier bis fünf Spieler"?

Heute probieren wir es zu viert, ich hoffe, der Mechanismus kommt dann besser durch.

Michael
(hat gestern mit über hundert Punkten Rückstand den zweiten Platz erreicht ...)

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Dieter Niehoff

Re: Oase - zu dritt enttäuschend!?

Beitragvon Dieter Niehoff » 18. März 2004, 13:59

Michael Weber schrieb:
>
Ist Oase zu
> dritt wesentlich schlechter als zu viert oder fünft?
>
M. E. nicht.

> Gestern haben wir das Spiel zu dritt gespielt. Nach dem
> Regellesen war ich ganz angetan, aber in der Praxis war das
> Spiel zu dritt nur bedingt interessant. Besonders negativ
> aufgestoßen ist uns der recht häufige Zwang bereits für den
> zweiten (!) Spieler, gar kein Angebot mehr wählen, sondern
> einfach nehmen zu müssen.

Das fandern wir eher "tricky". Jedoch haben wir sofort mit "Handkarten" gespielt. Also: Jeder nahm seine Karten "auf die Hand" und wählte das Angebot danach aus.

>> Wäre Oase vielleicht ein Spiel für die Packungsangabe "vier
> bis fünf Spieler"?
>
> Heute probieren wir es zu viert, ich hoffe, der Mechanismus
> kommt dann besser durch.
>
> Michael
> (hat gestern mit über hundert Punkten Rückstand den zweiten
> Platz erreicht ...)

Wir haben es vor einigen Tagen zu viert gespielt. Und wieder mit "offenen Handkarten". Der Sieger hatte gerade mal 55 Punkte. Der letzte hatte gerade mal 18 Punkte. Das kam durch eine absolut defensive Spielweise aller. Und zwar wurden seltenst Wertungsplättchen mit in die Auslage gelegt. Das Spiel war dennoch nicht langweilig, sondern durchaus interessant! Die Wüsten wurden groß und größer. Sehr schnell kamen sich alle vier ins Gehege. Selbst der breite Trampelpfad für die Kamele wurde zu einem Ort des gegenseitigen Einengens.Gewonnen hat wirklich der, der die kleinsten Wüstenflächen hatte. Den Ausschlag gaben die Wertungsplättchen.

Dieter Niehoff

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Michael Weber

Re: Oase - zu dritt enttäuschend!?

Beitragvon Michael Weber » 18. März 2004, 14:11

Dieter Niehoff schrieb:
> Das fandern wir eher "tricky". Jedoch haben wir sofort mit
> "Handkarten" gespielt. Also: Jeder nahm seine Karten "auf die
> Hand" und wählte das Angebot danach aus.

Ich glaube, dass damit das komplette Spiel anders läuft. Wenn man die Karten auswählt, wird kaum ein Geschenk (oder Plättchen) zu ergattern sein.

Frage: Zieht sich das Spiel nicht sogar länger hin?

Michael

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Dieter Niehoff

Re: Oase - zu dritt enttäuschend!?

Beitragvon Dieter Niehoff » 18. März 2004, 14:24

Michael Weber schrieb:
>
> Ich glaube, dass damit das komplette Spiel anders läuft. Wenn
> man die Karten auswählt, wird kaum ein Geschenk (oder
> Plättchen) zu ergattern sein.

"Kaum" stimmt. Macht aber ab und an Sinn für den Anbieter. Und "nie" wäre sowieso falsch.
>
> Frage: Zieht sich das Spiel nicht sogar länger hin?

Ja, aber das macht das Spiel u. E. besser. Und was heißt schon "länger" .......... Wenn 15 Minuten mehr Spielzeit ein Spiel verbessern, dann ist diese Zeit eine gelungene Investition.
>
> Michael

Dieter Niehoff

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Helmut Lehr

Re:Zu dritt enttäuschend!? Ja!

Beitragvon Helmut Lehr » 18. März 2004, 14:45

Ja, wir fanden "Oase" zu dritt enttäuschend, vielleicht hatten wir aber auch den falschen Anspruch!
Vg
Helmut

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Wolfgang Ditt

Re: Oase - zu dritt enttäuschend!?

Beitragvon Wolfgang Ditt » 18. März 2004, 15:42

Hallo Michael,

ich kenne Oase nur von der Nürnberger Spielwarenmesse. Der Biet- und Vergabemechanismus erinnerte mich sofort an das Kartenspiel "Klunker" (von Uwe Rosenberg, Verlag: HiG). Dort war es so, dass das Spiel zu dritt auch wesentlich uninteressanter war als zu fünft.

Falls du Klunker kennst, kannst du ja mal sehen, in wie weit Biet- und Vergabemechanismus identisch sind.

Wolfgang

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Roman Pelek

Re: Oase - zu dritt enttäuschend!?

Beitragvon Roman Pelek » 18. März 2004, 19:46

Hi Michael,

Michael Weber schrieb:

> Gestern haben wir das Spiel zu dritt gespielt. Nach dem
> Regellesen war ich ganz angetan, aber in der Praxis war das
> Spiel zu dritt nur bedingt interessant. Besonders negativ
> aufgestoßen ist uns der recht häufige Zwang bereits für den
> zweiten (!) Spieler, gar kein Angebot mehr wählen, sondern
> einfach nehmen zu müssen.

Das deckt sich mit unseren Erfahrungen. Der dritte Spieler kann bei defensivem Verhalten den zweiten Spieler leicht bewusst toppen, und falls der dritte Spieler sieht, dass der zweite ein sehr gutes Gebot abgibt, kann er sich immerhin sehr billig aus der Affäre ziehen. Insofern ist die zweite Position im Dreierspiel häufig undankbar - selbst wenn man noch eine Wahl hat, bezahlt man meist sehr teuer dafür.

> Wäre Oase vielleicht ein Spiel für die Packungsangabe "vier
> bis fünf Spieler"?

Hm, nun ja, solche oder ähnliche Probleme hat man ja häufig bei der Dreierbesetzung, wenn's von der Spielmechanik drum geht, sich Angebote zu machen. Meist sind da 4 oder 5 Spieler die - deutlich - bessere Besetzung.

> Heute probieren wir es zu viert, ich hoffe, der Mechanismus
> kommt dann besser durch.

Mir persönlich hat die 4er-Besetzung bei Oase bislang deutlich besser gefallen. Ich würd's mal damit versuchen.

> Michael
> (hat gestern mit über hundert Punkten Rückstand den zweiten
> Platz erreicht ...)

Und dieses Phänomen sehr großer Punkteabstände hatten wir bisweilen auch :-) Es lassen sich Geschenke an den Führenden halt nicht unbedingt vermeiden - dazu genügen manchmal nur wenige ungünstig aufgedeckte Karten beim Machen des Angebots.

Und bezüglich der nahe liegenden Variante von Dieter, in der man mit Handkarten spielt, die man auswählt, bin ich skeptisch (wenn ich seine Schilderung richtig interpretiert habe zumindest ;-) ). Nicht mal primär wegen der Spieldauer bzgl. möglicher Grübelphasen, die das sicherlich mit sich bringt, sondern bezüglich der Spielbalance an sich. So wie ich es sehe, ist die Balance zwischen Multiplikatoren und Feldern darauf abgestimmt, dass alle Karten im Spiel umgeschlagen werden, wie es mit dem verdeckten Aufdecken gewährleistet ist. Mit Handkarten können jedoch bewusst einige Karten mitunter das ganze Spiel zurückgehalten werden. Das macht es natürlich potenziell sehr destruktiv, nimmt aber darüber hinaus auch die Planbarkeit heraus, dass ich bei Konzentration auf Feldbau darauf spekulieren kann, irgendwann überhaupt noch Multiplikatoren zu bekommen bzw. umgekehrt.

Deshalb bezweifle ich, ob es wirklich besser wird damit, und Varianten, die den Kartendurchsatz gewährleisten, erscheinen mir vom Handling her sehr unattraktiv. Denn dann müsste man gewährleisten, dass man Karten, die man in einem Zug nicht spielt, zumindest im nächsten oder übernächsten einsetzen muss, d. h. man legt sie z. B. separat und muss auf jeden Fall die Regeln verklausieren. Insofern finde ich es durchaus verständlich, dass die Regeln so sind, wie sie sind, auch wenn sie speziell für die 3er-Besetzung nicht unbedingt das Optimum - zumindest für Spielerherzen - sein mögen.

Ciao,
Roman

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Michael Weber

Nachtrag: Vergleich 3 und 4 Spieler

Beitragvon Michael Weber » 19. März 2004, 08:19

Also, gestern hat es zu viert wesentlich besser geklappt. Das Spiel lief anständig und hat durchaus Spaß gemacht.

Dabei zeigte sich jedoch, welche Schwäche der Mechanismus mit dem Aufdecken enthält. Wenn es dumm läuft, schenkt man im wahrsten Sinne des Wortes Punkte genau dem Spieler, der sie am wenigsten haben soll. Spontan schlug gestern jemand vor, wie bei Bohnanza die Karten zwar offen zu halten, aber die Reihenfolge beizubehalten, sodass man immer weiß, was man als zweite und ggf. dritte Karte aufdeckt. Das Problem der ersten Karte bleibt natürlich.

Insgesamt sicher kein gutes Spiel für drei Spieler, aber in größerer Besetzung eine nette Abwechslung. Der unkalkulierbare Punkte-Verschenkfaktor lässt das Punkteergebnis allerdings zu einem nicht unwesentlichen Teil willkürlich erscheinen.

Michael

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Volker L.

Re: Nachtrag: Vergleich 3 und 4 Spieler

Beitragvon Volker L. » 19. März 2004, 13:49

Eine Bemerkung vorweg
Ich kenne "Oase" bisher nur aus Beschreibungen im Internet.

Michael Weber schrieb:
>
> Dabei zeigte sich jedoch, welche Schwäche der Mechanismus mit
> dem Aufdecken enthält. Wenn es dumm läuft, schenkt man im
> wahrsten Sinne des Wortes Punkte genau dem Spieler, der sie
> am wenigsten haben soll. Spontan schlug gestern jemand vor,
> wie bei Bohnanza die Karten zwar offen zu halten, aber die
> Reihenfolge beizubehalten, sodass man immer weiß, was man als
> zweite und ggf. dritte Karte aufdeckt. Das Problem der ersten
> Karte bleibt natürlich.

Klingt nach einem sinnvollen Mittelweg. Aber man muss ja
nichtmal alle Karten auf der Hand halten, man kann es auch
mit weniger Information tun: Vor dem eventuellen Aufdecken der
2. und 3. Karte schaut der Spieler sie sich an und entscheidet
danach, ob er sie dem Angebot hinzufügt oder dieses so lässt
wie es jetzt ist.

Gruß, Volker

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Roman Pelek

Oase-Varianten

Beitragvon Roman Pelek » 19. März 2004, 22:42

Hi Volker, hi Michael & die anderen,

Volker L. schrieb:

> Klingt nach einem sinnvollen Mittelweg. Aber man muss ja
> nichtmal alle Karten auf der Hand halten, man kann es auch
> mit weniger Information tun: Vor dem eventuellen Aufdecken der
> 2. und 3. Karte schaut der Spieler sie sich an und entscheidet
> danach, ob er sie dem Angebot hinzufügt oder dieses so lässt
> wie es jetzt ist.

Wie wär's, wenn man das mal so in dieser Richtung ganz konkret festzurrt: ein Spieler deckt grundsätzlich die erste Karte vom Stapel auf (klar) und nimmt dann die nächsten zwei Karten auf die Hand. Dann entscheidet er sich, ob er eine von beiden oder beide Karten anbietet. Bietet er beide, ist das Thema eh gegessen, bietet er eine, legt er die andere verdeckt AUF den Stapel zurück. Möchte er keine bieten, so legt er beide Karten in selbst gewählter Reihenfolge auf den Stapel zurück. Damit müsste man zumindest das "1. Karte-Phänomen" auf bis zu 2 Runden rausschieben können und sich dessen auch bewusst sein, was wann kommt.

Mich würde interessieren, was passiert, wenn man Oase so spielt: wird das Spiel reizvoller für Spieler? Wird es trotz Beschränkung auf 2 Karten, die man auswählt, zu grübellastig, gehen Spannung bzw. Mitfiebern, was jetzt wohl aufgedeckt wird, verloren? Ist das Handling im Vergleich zur Originalversion zu kompliziert? Gewinnt das Spiel dadurch wirklich an Einfluss oder ist es nur eine marginale Veränderung in Richtung derer, die sich ein Mehr diesbezüglich wünschen?

Falls jemand Lust hat, das mal so auszuprobieren, würde mich Feedback sehr interessieren. Ansonsten ist die Bohnanza-Variante von Michael sicher auch sehr reizvoll, aber man kann dabei derzeit leider nicht "shiften", d. h. Kartenreihenfolgen ändern. Außerdem fürchte ich, dass alle Karten offen auf der Hand zuviel Information ist - d. h. man denkt im Zweifelsfall lange über viele unsinnige Optionen nach, nur weil man alle Karten sieht.

Danke Euch herzlich!

Ciao,
Roman


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