Beitragvon Michael Reitz » 3. April 2004, 11:40
Hallo Timo,
früher habe ich "Star Trek CCG" von Decipher gespielt und es hat mir immer viel Spass gemacht, aber irgendwann hat mir einfach die Zeit gefehlt aus den vielen Karten vernünftige Decks zusammenzustellen (und teuer wurde es mit der Zeit natürlich auch). Deshalb habe ich irgendwann damit aufgehört, und immer wieder Ausschau gehalten nach einem Sammelkarten-artigen Spiel, das aber viel weniger Zeitaufwand für das Deck-Building benötigt.
Seit ein paar Wochen habe ich mir BLUE MOON von Kosmos zugelegt, dass kein Sammelkartenspiel ist (denn die Karten kauft man in festen Sets) und durch vergleichsweise einschränkende Deck-Building Regeln den dafür benötigten Zeitaufwand reduziert (im Vergleich zu "echten" Sammelkartenspielen).
Eine Partie dauert ca. 30 Minuten, so dass man meistens mehrere Decks vorbereitet um 2-3 Partien hintereinander zu spielen.
Im Vergleich zu Sammelkartenspielen (in meinem Fall also "Star Trek CCG", aber auch andere) kann ich folgende Feststellungen machen:
- Sammelkartenspiele sind natürlich (auch durch die größere Gesamtkartenanzahl) komplexer als Blue Moon
- dafür dauert das Deck-Building aber länger (in meinem Fall: früher ca. 4 Stunden, heute 10-30 Minuten)
- und die Kosten sind höher (das aktuelle Blue Moon Komplettset, d.h. Grundspiel + 2 Völkersets, kann man zur Zeit für 20-30 Euro kaufen, bei einem Sammelkartenspiel kann man für 20-30 Euro natürlich auch schon genug Karten kaufen um verschiedene Decks zu bauen, aber gegen Leute mit deutlich höherem Kapitaleinsatz hat man i.A. damit kaum eine Chance, und damit fängt der Teufelskreis an)
- der Spielspass ist m.E. bei Blue Moon mindestens genauso hoch wie bei Sammelkartenspielen (bei mir früher "Star Trek CCG", "Illuminati - NWO", "Rage" und andere)
- die Langzeitmotivation ist bei Sammelkartenspielen potentiell höher, da i.A. mehr (und umfangreichere) Erweiterungen erscheinen als bei Blue Moon geplant sind, aber die negativen Auswirkungen auf den eigenen Geldbeutel und die Komplexität beim Deck-Building sind dadurch natürlich auc größer
Unabhängig von allem was ich bisher geschrieben habe, kann ich aus meiner Erfahrung noch sagen, dass es bei Sammelkartenspielen sehr wichtig ist, dass es genug andere Spieler gibt, mit denen man spielen und tauschen kann (insbesondere kann man dann das gleiche Deck öfter verwenden bzw. von Partie zu Partie "tunen", wodurch der gesamte Aufwand für Deck-Building reduziert wird).
Michael