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Goa / La Strada / Zug um Zug

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Udius
Brettspieler
Beiträge: 71

Goa / La Strada / Zug um Zug

Beitragvon Udius » 18. April 2004, 02:56

Da ich gerade von einem langen Spielabend komme, muss ich gleich meine wichtigsten Eindrücke zum Besten geben (wohlgemerkt erste Eindrücke nach einmaligem Spielen):

Von Goa bin ich sehr begeistert; ich mag Spiele, bei denen es viel zu bedenken und zu planen gibt, ohne zu grübellastig zu werden und bei denen unterschiedliche Strategien zum Ziel führen können (siehe z. B. Händler von Genua oder Fürsten von Florenz). Der Endstand war mit 41:40:38:34 zwar auch recht knapp, dennoch hatte ich nicht den Eindruck, dass es egal ist, was ich im Spiel mache (eher dass das Spiel womöglich kaum Fehler verzeiht). Einziges Manko ist die mangelnde Interaktion (abgesehen vom Versteigern), das hat mich aber nicht wirklich gestört. Werde ich bei nächster Gelegenheit wieder auf den Tisch packen.

Zug um Zug gefällt mir auch sehr gut, besonders aufgrund der Entscheidungs-Notstände. Aufgrund des Glücksfaktors beim Ziehen der Tickets und auch der Bahnkarten und einfach vom Spielgefühl her würde ich es aber hinter Goa ansiedeln. Vorteil: es ist schneller erklärt und auch für Wenigspieler geeignet.

La Strada hat mich etwas enttäuscht. Wir haben zu dritt gespielt. Irgendwie war immer ziemlich klar, was ich als nächstes zu tun habe. Ich befürchte, für dieses Spiel gibt es vielleicht keine geeignete Zielgruppe. Für Vielspieler zu einfach, für Familien nicht lustig genug - vielleicht am ehesten ein Einstiegsspiel, wenn noch jemand fehlt.
Da es kein abendfüllendes Spiel ist, kriegt es aber noch ein(ig)e Chance(n).

Wie gesagt - Eindrücke nach dem ersten Spiel (dafür aber sehr frisch...;-))

Ciao, Udius

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Helmut Lehr

Re: Goa / La Strada / Zug um Zug

Beitragvon Helmut Lehr » 18. April 2004, 10:27

Udius schrieb:
>
>
> Zug um Zug gefällt mir auch sehr gut, besonders aufgrund der
> Entscheidungs-Notstände. Aufgrund des Glücksfaktors beim
> Ziehen der Tickets und auch der Bahnkarten und einfach vom
> Spielgefühl her würde ich es aber hinter Goa ansiedeln.
> Vorteil: es ist schneller erklärt und auch für Wenigspieler
> geeignet.

Habe ZuZ gestern mit einer anderen Gruppe (3 Personen) gespielt, diesmal nicht mit dem Fehler meiner Erstpartie, dass am Anfang keine Zielkarten ausgeteilt wurden.
Das Spiel gefiel uns allen gut. Wir ziehen sogar in Erwägung, es auf einem Spieleturnier mit vielen Wenigspielern einzusetzen.

"Dos Rios" war auch auf dem Tisch mit 3 Mitspielern. Der Anfang war zäh, so dass einer meinte: "Wann kommt denn Spannung auf?" Eine Mitspielerin meinte, das Abernten und Geldeinnehmen sowie Flußumleiten als Ärgerfaktor sei ihr etwas wenig. Wir haben allerdings abweichend von der Spielregel auch die Fincas als "Desperado-Schutz" eingesetzt, sonst wären bei unserem Spiel die Campesinos noch häufiger abgeräumt worden.
Schönen Sonntag
Helmut

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RoGo

Goa bei Westpark

Beitragvon RoGo » 18. April 2004, 11:05

Hallo Udius,
einen wunderbaren Bericht mit ausführlichem Strategieteil gibt es bei den Westparkgamers zu Goa:
http://www.westpark-gamers.de/index.html?/Reviews/bericht100a.html
und sind die Schiffe wirklich die Killer-Kombo?
Grüße
Roland

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Rüdiger Dorn

Re: Goa bei Westpark

Beitragvon Rüdiger Dorn » 18. April 2004, 13:10

Hallo RoGo,

Schiffe = Kombo?? Zu einer Kombo gehören immer mindestens zwei Komponenten. ;-)
Auf den ersten Blick könnte man denken, dass die Bereiche Schiffbau und Ernte spielentscheidend sind, da sie jedermann zwischen den einzelnen Ausbaustufen auf dem Entwicklungstableau sieht! Nur so viel sei verraten, diese Kombo ist sehr solide, wenn man sie strigent durchzieht bzw. durchziehen kann. Du darfst nicht vergessen, dass der Versteigerungsmechanismus die Effizienz sog. Killer-Kombos lenkt - was in einer Partie den Sieg bringt, wird in der nächsten wahrscheinlich den Sieg kosten. Der wahre Könner dieses Spiels (davon haben wir leider einen im Nürnberger Spieletreff) erreicht über 50 Punkte, ohne den Schiffbau bis zur 5. Stufe zu entwickeln!

Ich habe in der Zwischenzeit den Bericht/die Analyse der westparkgamers gelesen und mich über die Benotung gefreut. Hut ab, was das Versteigerungsverhalten angeht! Hier können durch kluges Setzen und geschicktes Bieten spielentscheidende Schnäppchen gemacht werden.

Die Analyse der anderen Produktionsmittel ist in meinen Augen leider ein bißchen daneben gegangen. Ohne zu viel über gute/ sehr gute Kombos zu verraten (habe selber ca. 40 Partien in der endgültigen Regel-Fassung hinter mir) ist die Entwicklung im Bereich Schiffe bis zur 3. Stufe wichtig, aber beileibe nicht spielentscheidend. Ich werde mich hüten, ausgehend auf die einzelen Produktionsmittel näher einzugehen, da GOA erforscht werden will! Wenn du und die anderen GOA-Spieler mehr Erfahrungen gesammelt habt, werdet ihr die unten aufgeführten Betrachtungen als größtenteils gegenstandslos betrachten.

Spiele Grüße
Rüdiger Dorn


Hier ein Auszug aus der Rezension:

Betrachten wir dagegen mal die anderen Produktionsmittel:

Steuereinnahmen (Geldmittel)
werden im Prinzip überhaupt nicht gebraucht. Sie sind ein notwendiger und selbstverständlicher Bestandteil der Versteigerungen. In Normalfall besitzt ein Spieler aber auch ohne Zusatzeinnahmen über Steuern genügend pekuniären Spielraum, um in seinem Entwicklungsfortschritt nicht gehemmt zu sein.

Wer hier eine Finanz-Dominanz anstrebt, der bewirkt nur eine Inflation der Geldmittel, so daß als Folge davon seine relativen Einnahmen entsprechend immer geringer werden. Nach jeder Versteigerungsrunde ist das Geld ohnehin wieder gut verteilt in jedermanns Händen.


Expeditionsfähigkeiten
nützen zwar in bezug auf einem sekundären Spieleffekt, der bei Monopoly unter dem Begriff "Ereigniskarten" bekannt ist: Zufallsgesteuert gerät der Spieler an verschiedene Arten von Bonusse (oder Boni). Diese haben aber nur einen äußerst geringen Einfluß auf den Fortschritt innerhalb der Produktionsmittel. Ich behaupte, eine Gewürzpolitik, die sich überwiegend an Expeditionen orientiert, ist jeder soliden Grund- und Bodenpolitik unterlegen. Vielleicht irre ich mir hier, ich werde aber nur widerrufen, wenn ich durch klare Aussagen aus der heiligen Schrift diesbezüglich widerlegt werde.


Kolonisten
werden benötigt, um gezielt neue Plantagen zu bewirtschaften. Die freien Plantagen kann man ohnehin ganz ohne Kolonisten ersteigern und bewirtschaften. Weiterhin können einige der zugeordneten Plantagen allein mit der ausgeteilten Grundausstattung bei Spielbeginn in Besitz genommen und abgeerntet werden. Es bleibt also nicht viel an möglichen Vorteilen, die zusätzliche Kolonisten dem Besitzer einbringen können. Ich würde diese Kategorie nur ausbauen, wenn ich wirklich keine bessere Aktion ausführen kann.


Plantagen
werden natürlich gebraucht. Insgesamt stehen ja immer noch die oben erwähnten 32 Gewürze im Raum, die ich für das Erreichen meines Entwicklungs-Endstandes benötige. Problemlos kann ich zirka 12 davon per Versteigerung erwerben. Wenn meine Plantagen einen Entwicklungsstand der Stufe 3 besitzen, dann produzieren sie bereits 4 Gewürze pro Aktion. Für die ausstehenden 20 Gewürze brauche ich also bloß noch 5 Aktionen der Ausbaustufe 3, um alles unter Dach und Fach zu bringen. Das ist bedeutend weniger als der Bedarf an Aktionen für den Bau der benötigten Schiffe.
Fazit: Leute, baut Schiffe! Goas Zukunft liegt auf dem Meer!

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RoGo

Re: Goa bei Westpark

Beitragvon RoGo » 18. April 2004, 15:01

Hallo Rüdiger,
ich habe die Bezeichnung Kombo nur gewählt, weil sie Recht gut eingeführt ist.

Äußert gut gefallen an der Besprechung hat mir, dass sie sich nicht auf eine subjektive Gefühlsbeschreibung beschränkt, sondern versucht eine Analyse von Mechanismen zu bieten.

Da können sich viele ne Scheibe abschneiden.

In wie weit die Analyse zutrifft, ist im erfreulichen Gegesatz zu "ich find´s gut" natürlich diskutierbar.

Fröhliche Grüße

Roland

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Rüdiger Dorn

Re: Goa bei Westpark

Beitragvon Rüdiger Dorn » 18. April 2004, 15:11

Hallo RoGo,

von dieser Seite betrachtet gebe ich vollends Recht!
Die Art und Weise (unabhängig vom Inhalt) der Rezension ist sehr lobenswert, da sie zeigt, dass sich die Verantwortlichen mit der Spielsystematik aktiv auseinandersetzen!

Spiele Grüße
Rüdiger Dorn


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