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Sankt Petersburg zu zweit

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Andreas Trieb

Sankt Petersburg zu zweit

Beitragvon Andreas Trieb » 20. April 2004, 16:06

Sankt Petersburg zu zweit ist viel taktischer als zu dritt oder zu viert.
Man kann viel besser entscheiden, ob es Sinn macht, eine Karte zu spielen oder auf die Hand zu nehmen, da man direkt davon profitiert, während im Mehrpersonen-Spiel meist eine anderer die neue Karte bekommen kann.
Während eines Sport-Urlaubs zu zweit konnten wir mehrere Partien spielen.
Dabei zeigte sich, dass ein paar Karten modifiziert werden müssen. Zu zweit hat man in der letzten Spielphase ca. 15 Handwerker, der Steuereintreiber (rote Karte: pro Handwerker 1 Rubel) würde zu viel ausschütten, deshalb pro 2 Handwerker 1 Rubel aufgerundet. Die Hofmeisterin und der Richter sind zu stark, ihre Siegpunkte sollte man auf je 1 reduzieren.
Außerdem sollte man bei der Schlußwertung der roten Adligen ab dem 5. immer nur um 5 Punkte steigern und dafür die Strafe für eine Karte auf der Hand auf 7 Punkte, weil es sonst Sinn macht, am Ende nur die roten Karten auf die Hand zu nehmen ,damit der Gegner nicht 8,9 oder 10 Punkte bekommt, da bis zu 12 oder 13 Adlige im 2-Personen-Spiel möglich sind.
Abschließende Wertung: Sankt Petersburg ist eines der besten 2-Personen-Spiele der letzten Jahre, was bei einem Mehrpersonen-Spiel eigentlich selten ist.

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Kathrin Nos
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RE: Sankt Petersburg zu zweit

Beitragvon Kathrin Nos » 20. April 2004, 17:19

Hallo Andreas und alle anderen,

"Andreas Trieb" hat am 20.04.2004 geschrieben:
> Sankt Petersburg zu zweit ist viel taktischer als zu dritt
> oder zu viert.

Wir haben eher andere Erfahrungen gemacht. Vorweg: Sankt Petersburg gefällt mir sehr gut, auch vom Spielmaterial und der Atmosphäre her finde ich es sehr stimmig.

Zu zweit haben wir vier oder fünf Partien gespielt, genauso viele mit anderen Spielerzahlen. In allen Zwei-Personen-Partien war spätestens nach dem zweiten Durchgang klar, wer gewinnen wird.

In keinem Fall hat es der andere Spieler geschafft, an den Führenden heranzukommen. Entschieden hat es sich z.T. durch das Kartenangebot und wer eben gerade Startspieler ist. Ein- oder zweimal hat es sich auch entschieden, weil einer der Spieler der Gebäudeverlockung nicht widerstehen konnte - im ersten Durchgang sind die Gebäude eher zu vernachlässigen, weil es wichtiger ist, sich durch Handwerker und Adlige Einnahmen zu verschaffen. Diese Einnahmen fehlen auf lange Sicht, und man kann sie durch die paar Siegpunkte aus dem frühen Gebäude nicht ausgleichen.

Frage an alle hier: Welche Erfahrungen wurden ansonsten von Euch gemacht?

Alles Gute wünscht
Kathrin.

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Rolf

RE: Sankt Petersburg zu zweit

Beitragvon Rolf » 20. April 2004, 19:05

Wir haben Sankt Petersburg erst zweimal gespielt, einmal zu zweit und einmal zu viert.
Bei der Zweier-Partie stand die Entscheidung schon sehr früh fest. Von Geldknappheit konnte ab Mitte der Partie beim späteren Sieger wirklich nicht die Rede sein, was das Spiel in der Endphase eher langweilig machte.
In der Vierer-Partie stand der spätere Sieger ebenfalls früh fest, wobei der von Beginn an nicht so viel Geld für Handwerker oder Adelige ausgab, sondern versuchte, wenige teure Gebäude und anschließend Austauschgebäude dafür zu bekommen. Hierdurch kam er früh an viele Siegpunkte, was später nicht mehr aufgeholt werden konnte. Ein Spieler stürzte sich von Beginn an auf Handwerker und hatte deutlich höhere Einnahmen als die anderen Spieler, die er aber weiterhin überwiegend für Handwerker ausgab. Er geriet dadurch so weit mit den Siegpunkten ins Hintertreffen, dass er letztlich nur Dritter wurde.
Fazit meinerseits: die Gebäude sind zum frühen Zeitpunkt doch recht wichtig.
Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?

Verspielte Grüße,

Rolf

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Klaus B.

Re: Sankt Petersburg zu zweit

Beitragvon Klaus B. » 20. April 2004, 20:30

Hallole,
habt ihr eigentlich schon mal daran gedacht eure Strategie zu überdenken?
Wir haben Sankt Petersburg schon zig mal zu zweit gespielt und es war nie klar wer von vorneweg wer gewinnt (ausser das eine mal als ich meine Mitspielerin fast überrundet habe. Aber sie hat gekämpft!!!! ) Ich finde die gesunde Mischung aller vier Karten macht es. Das beste aus den ausliegenden Karten rausfischen und zur not einmal nur eine Runde sparen! Oder der andere Extremfall ich kaufe Karten weg damit in der nächsten Phase hoffentlich die Karten kommen die ich vielleicht brauche, zumindest wird die Wahrscheinlichkeit erhöht daß die Karte kommen kann!

Ich finde ein äusserst spannendes Spiel sowohl zu zweit als auch zu viert!

Und bevor ich mich hinsetze und Regeln ändere, versuche ich erst mal hundert andere Sachen an meiner Spielweise zu ändern. Und ich gebe mich nie und nimmer nach ein paar Partien geschlagen und sage das Regelwerk ist falsch oder die Karte ist zu stark oder der Startspieler gewinnt immer. Ich unterstelle den Spieleautoren, daß sie ihre Spiele in vielfacher Weise gespielt und geändert und gespielt und geändert und gespielt und geändert und gespielt und geändert und gespielt und geändert und gespielt haben bevor sie es auf den Markt werfen!

Na ja ... Ausnahmen bestätigen die Regel!

Viel Spass noch
Klaus B.

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Andreas Trieb

Re: Sankt Petersburg zu zweit

Beitragvon Andreas Trieb » 21. April 2004, 09:16

Hallo zusammen,
den Kommentar von Klaus kann ich im ersten Teil nur bestätigen. Sankt Petersburg ist ein Spiel, das man bei ersten Partie noch nicht im Griff haben kann, weil man erst lernen muss, dass das zentrale Element des Spiels die Entscheidung ist, brauche ich die Karte, wenn ja, sofort oder später, oder brauche ich nur einen freien Platz für die nächste Runde, in der ich Startspieler bin.
Und diesen Punkt kann ich im 2-Personen-Spiel viel besser entscheiden.
Falsche Entscheidungen aus dem Bauch heraus (meist möglichst gleich am Anfang auf "dicke" Punkte gehen) verzeiht das Spiel meist nicht, dann zieht der andere davon. Aber hat er dann den Sieg nicht verdient? Viele Spiele bringen künstliche Mechanismen ins Spiel, um vorneliegende Spieler wieder einholen zu können, aber warum? Beim Schach gibt es das auch nicht. Dann lieber eine Revanche mit Start bei Null!!
Zum zweiten Teil möchte ich Klaus antworten:
Ich gehe davon aus, dass der Verlag das Spiel in erster Linie als 4- (oder 3-) Personen-Spiel getestet hat. Manche Kartenprobleme müssen gar nicht in den ersten Testpartien auftauchen. Gerade die roten Karten kommen nicht alle ins Spiel, manche erst spät, so dass man erst bei einer größeren Zahl von Partien erkennen kann, ob die Karten ausgewogen sind. Die Änderungen, die ich vorgeschlagen habe, sind kein Muss, aber in unseren Partien schienen sie sinnvoll zu sein.
Für Katrin und Rolf:
Es gibt in allen 4 Stapeln gute Karten, aber am Anfang muss die Optimierung der Einnahmen im Vordergrund stehen. Wenn man zu wenig Rubel auf der Hand hat, um den letzten ausliegenden Handwerker zu kaufen, dann war man vorher zu gierig. Selbst eine rote Karte, die Einnahmen bringen würde (man bekommt nicht 100 % zurück), sollte man dann nicht spielen, wenn die Rubel nicht mehr für die nächste Handwerkerrunde reichen. Aber dafür gibt es das auf die Hand Nehmen!!
Servus Andreas Trieb


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