Beitragvon Roman Pelek » 30. April 2004, 14:02
Hi Hartmut,
Hartmut schrieb:
>
> "Wolfgang Ditt" hat am 30.04.2004 geschrieben:
> > wenn du die Zunfthalle entschärfen musst, bist du abern
> > icht sehr SJ-erfahren. Das Argument, die Zunfthalle wäre zu
> > stark, kommt zwar oft, wird aber dadurch nicht richtiger.
> das müssen wir hier nicht (nochmal) vertiefen. Bei meinen oft
> wechselnden Spielrunden ist es eben auch nicht prickelnd,
> wenn ich zwar erfahren bin, meine Mitspieler aber nicht und
> dann den Eindruck bekommen, es gäbe eine lineare
> Siegstrategie. Fakt ist, dass alle anderen 6er-Karten auf ca.
Das ist sicher der Haken an der Sache - aber ich kann Wolfgang nur beipflichten, dass das Argument an sich dadurch nicht richtiger wird.
> 8 Siegpunkte limitiert sind, während es die Zunfthalle nicht
> ist. Das alleine genügt mir, um hier regulierend vorzugehen,
> da spielen andere Strategien überhaupt keine Rolle. Es wurden
M. E. spielen sie doch eine Rolle. Denn die Zunfthalle hat gegenüber den anderen großen Gebäuden und damit verbundenen Strategien gleich mehrere Nachteile. Zum einen ist sie in ihrer Funktion isoliert, da sie sich im Gegensatz zu den anderen großen Gebäuden auf die Produktionsgebäude stützt und somit kaum mit anderen großen Gebäuden (außer Palast) kombinierbar ist. Jeder Siegpunkt, den Du durch die Zunfthalle machst, machst Du mit anderen großen nicht und umgekehrt.
Zum anderen wäre der Nutzen der Gebäude anzuführen, mit denen Du Siegpunkte machst. Wenn Du auf die Zunfthalle spielst, musst Du viele Produktionsgebäude bauen. Dabei ist jedoch spätestens ab dem dritten Produktionsgebäude kein Nutzen mehr für Dich im Spiel vorhanden, da Du gar nicht so viel produzieren oder verkaufen (bzw. schwarzhandeln etc.) kannst. Und selbst um diese Produktion halbwegs effektiv zu nutzen, erfordert es lila Gebäude, die Dir wiederum keine SP für die Zunfthalle geben. Spielst Du hingegen auf lila Gebäude, kannst Du sehr leicht Synergieeffekte nutzen, die den Nachteil fehlender Produktion locker aufwiegen und hast Optionen auf gleich 3 große Gebäude: Rathaus, Palast und Triumphbogen.
Als drittes Argument wäre die Spielerzahlabhängigkeit der Zunfthalle anzuführen. Im Zweierspiel hat man damit fast keine Chance gegen jemanden, der auf lila Gebäude spielt, denn dann bleibt der Job des Produzierens und Handelns an einem selbst hängen, und das ist ein zu großer Tempoverlust gegen jemanden, der die anderen Rollen mit ihren Privilegien nutzen kann und nebenbei durch lila Gebäude noch Karten dazu bekommt. Im Dreierspiel lohnt sich eine Zunfthallenstrategie nur, wenn man Mitspieler am Tisch hat, die (möglichst beide) offensichtlich mit dem Aufseher liebäugeln. Zu viert hingegen ist es unbestritten eine veritable Strategie, da rein von der Mechanik her pro Runde ein Aufseher und/oder Händler eingesetzt wird.
> ja auch genug Alternativstrategien besprochen, i.A. mit dem
> Tenor, dass man dafür rein von der Wahrscheinlichkeit mehr
> Kartenglück braucht, als wenn man v.a. Produktionsgebäude
> benötigt. Dem ist doch nichts mehr hinzuzufügen.
Dem mag ich widersprechen, denn es gibt genügend lila Gebäude, die bei entsprechender Spielweise sehr gut zu nutzen sind (Steinbruch, Präfektur, Schreinerei, Bibliothek (gerade im 2er-Spiel), Armenhaus, Goldgrube, Markthalle (um den Indigonutzen zu verdoppeln), Kapelle). Sicher läuft auch mal eine Partie San Juan so, dass man einfach zu wenig Gutes auf die Hand bekommt, um auf Sieg zu spielen. In der Regel lässt sich aber bei genügend Erfahrung aus vielem etwas machen, und das meiste davon geht m. E. in Richtung der lila Gebäude. Oder ums anders zu sagen: wenn ich merke, dass ich nicht den Hauch einer Chance habe, eine Gebäudestrategie einzuschlagen, versuche ich es mit der Zunfthalle. Aber nur selten umgekehrt ;-)
Ciao,
Roman