Beitragvon Roman Pelek » 8. Mai 2004, 00:31
Moin zusammen,
[Uli schrieb]
> ...und genau dies kritisiere ich...meist handelt es sich ja
> gar nicht um "Informationen" im eigentlichen Sinne, sondern
> um schnell hingeworfene "Bröckchen", die sich aber häufig
> genug verselbständigen.
Jupp, der Spieleszene im Internet wohnt - wie anderen Szenen, Foren etc. auch - eine inflationäre Dynamik inne, die entweder auf den Thron hebt oder in die Schlangengrube fallen lässt. Und vieles davon mutet, mit genügend Abstand in der Retrospektive betrachtet, reichlich absurd an. Denn vieles an guter Arbeit, auch und gerade in der Spieleszene, ist schon vom Markt verschwunden, bevor jemand wirklich erkannt hat, was dahinter steckt.
Die andere, noch weniger schöne Seite, ist der Druck, ein Produkt mit aller Gewalt vermarkten zu müssen, dass es sich lohnt. In den vergangenen vier Jahren habe ich unter anderem in den Spiele-Umfragen diese Seiten kennengelernt und mich ob manchen Entgleisungen bzw. eigentümlichen Auffassungen von Marketing intern mit einigen in der Szene zerstritten (was man vielleicht als Entschuldigung dafür nehmen mag, dass ich mich noch nie irgendwie „organisieren“ mochte).
Mein Fazit der Sache ist, dass man jedes, nicht notwendigerweise existente, Produkt hypen kann (siehe "Lords of the 4 Castles") und nahezu jeder Verlag/Autor über die Option verfügt, im eigenen Sympathiekreis solches zu veranstalten. Und wer es nicht macht, ist der Dumme. Und letztgenanntes ist das Problem: wir steigern uns selbst im internsten Kreise in einen Zwang der Manipulation und Vetternwirtschaft, die mir arg ungebührlich und unmoralisch erscheint.
Insofern kann ich die Kommentare von Stefan und Uli durchaus verstehen und vollends teilen. Es gibt leider nur noch sehr wenige, die sich wirklich mit dem Spiel an sich und der Arbeit dahinter auseinandersetzen. Das meiste ist kurzlebiger Zeitgeist und Konsumgesellschaft, selbst unter den selbsternannten Spielefreaks.
Ciao,
Roman