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Wie wird man Beirat in der Jury

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Bernd T.

Wie wird man Beirat in der Jury

Beitragvon Bernd T. » 17. Mai 2004, 08:39

Hallo,

nachdem ich ab und an auch etwas über Spiele schreibe und die Kinderspiele einen Großteil davon ausmachen, verfolge ich mit Interesse auch den Preis "Kinderspiel des Jahres".

Gewundert habe ich mich dabei über die Ernennung von Wolfgang Sautter in den Beirat. Er war mir vorher nicht bekannt (was nichts heißen soll). Aber auch seine Kurzbiographie hat mir nicht erklären können, warum er im Beirat "Kinderspiel" ist.
Seit letztem Jahr habe ich auch keinen Artikel von ihm über Kinderspiele gelesen (außer ein paar über Rollenspiele).

Meine Frage wäre nun, wie man grundsätzlich zu einem Mitglied im Beirat Kinderspiele wird. Bewirbt man sich? Wird man ernannt? Welche Qualifikationen braucht man?

Wäre schön, wenn jemand Licht in das Dunkel bringen könnte.

Bernd

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Peter Gustav Bartschat

Re: Wie wird man Beirat in der Jury

Beitragvon Peter Gustav Bartschat » 17. Mai 2004, 08:53

Bernd T. schrieb:
> Wäre schön, wenn jemand Licht in das Dunkel bringen könnte.

Zum Beispiel die "Spiel des Jahres"-Jury selbst?

Die schreibt dazu auf ihrer Homepage:

> Wer wird in die Jury aufgenommen?
> In die Jury werden Spielekritiker berufen, die erstens
> für deutschsprachige Publikumsmedien (also nicht:
> Fachzeitschriften) arbeiten - und die das zweitens
> schon so lange tun, dass ihre Kompetenz nachgewiesen
> ist. Die Mitglieder der Jury halten Ausschau nach
> solchen Kollegen oder Kolleginnen und entscheiden
> gegebenenfalls per Wahl über eine Aufnahme. Man
> kann sich nicht selbst bewerben, und es gibt auch
> keine festgelegte Mitliederzahl, also nicht den
> Automatismus: Wenn einer geht, muss ein anderer
> kommen. Wer selbst in irgendeiner Weise mit der
> Erfindung, Produktion oder Vermarktung von Spielen
> zu tun hat, kann nicht Jury-Mitglied werden oder bleiben.

Quelle: http://www.spiel-des-jahres.com/

Liebe Grüße
Gustav & Google

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Bernd T.

Re: Wie wird man Beirat in der Jury

Beitragvon Bernd T. » 17. Mai 2004, 14:17

Hallo,

hört sich in der Theorie ja ganz gut an, aber wie kommt dann jemand in den Kinderspiel-Beirat der noch nie etwas über Kinderspiele geschrieben hat?
Kinderspiele sind doch nicht mit normalen Familienspielen vergleichbar und
schon gar nicht mit Rollenspielen usw. (jeder der schon mit Kindern Spiele
getestet hat, weiß das).

Mir kommt es eher so vor, als ob man noch jemand für den Beirat gesucht, aber nicht gefunden hat. Und da kannte jemand noch jemanden, der vielleicht gerade
Zeit und Lust hatte und der schon mal was über Spiele geschrieben hat.

Tut mir leid, aber für mich ist das ein starkes Indiz, als ob der Kinderspielepreis nicht wirklich ernst genommen wird (was ich sehr schade finde, denn die Kinder von heute, sind die Spieler von morgen).
Auch wenn die Jury immer das Gegenteil behauptet (denn für mich waren auch die Entscheidungen der Jury bei Kinderspielen in den letzten Jahren nicht wirklich nachvollziehbar - oder was macht z.B. ein Max Mäuseschreck auf der Liste).

Aber wahrscheinlich ist alles ganz anders.

Bernd

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Wolfgang Sautter

Re: Wie wird man Beirat in der Jury

Beitragvon Wolfgang Sautter » 18. Mai 2004, 02:07

[kleine Vorrede:
Wenn es nur darum gegangen wäre, dass hier offensichtlich jemand bemüht ist, mir persönlich ans Bein zu pinkeln, hätte ich die ziemlich unsäglichen Aussagen des Herrn T. wahrscheinlich einfach ignoriert. Da aber letztlich die gesamte Kinderspiel-Jury hier mit hineingezogen wird, möchte ich doch auf ein paar Punkte antworten.]

Werter (halbanonymer) Bernd T.,

> nachdem ich ab und an auch etwas über Spiele schreibe und die
> Kinderspiele einen Großteil davon ausmachen, verfolge ich mit
> Interesse auch den Preis "Kinderspiel des Jahres".
>
> Gewundert habe ich mich dabei über die Ernennung von Wolfgang
> Sautter in den Beirat. Er war mir vorher nicht bekannt (was
> nichts heißen soll). Aber auch seine Kurzbiographie hat mir
> nicht erklären können, warum er im Beirat "Kinderspiel" ist.

Tatsächlich habe auch ich von dir bislang nichts gelesen (ohne mir dabei sonderlich ungebildet vorzukommen), wobei ich allerdings nie auf die Idee kommen würde, dir deshalb deine Kompetenz im Spielebereich abzusprechen - die ist ganz sicher vorhanden.

Aus der erwähnten Kurzbiografie geht hervor, dass ich über eine pädagogische Ausbildung verfüge (zweites Staatsexamen für das Lehramt), was im allgemeinen für den Umgang mit Kindern bzw. hinsichtlich vorhandene Kenntnisse über Kinder nicht unbedingt hinderlich ist.
Ebenso ist den persönlichen Angaben auf der Spiel-des-Jahres-Homepage zu entnehmen, dass ich dem Berufsstand des staatlich anerkannten Logopäden angehöre. Etwa die Hälfte der Klientel in logopädischen Praxen entfällt auf Kinder, mit denen intensiv gearbeitet wird. Dabei kommen in Therapien sehr häufig auch aktuelle Kinderspiele zum Einsatz.

> Mir kommt es eher so vor, als ob man noch jemand für den
> Beirat gesucht, aber nicht gefunden hat. Und da kannte jemand
> noch jemanden, der vielleicht gerade
> Zeit und Lust hatte und der schon mal was über Spiele
> geschrieben hat.

Ich habe leider keine Vorstellung davon, welche fachliche Qualifikation DU eigentlich von einem Beirat der Jury erwartest. Aber offensichtlich waren andere Personen durchaus der Meinung, dass ich mit dem oben beschriebenen fachlichen Tätigkeitsfeld dem Bereich (Kinder-)Spiel nicht völlig fremd entgegenstehe.
Ich komme mir auch nicht als Notnagel oder dritte Wahl vor, und ich finde es ziemlich befremdlich, dass hier der Jury als solcher unterstellt wird, ihre Beiträte nicht sorgfältig auszuwählen.

> hört sich in der Theorie ja ganz gut an, aber wie kommt dann
> jemand in den Kinderspiel-Beirat der noch nie etwas über
> Kinderspiele geschrieben hat?
> Kinderspiele sind doch nicht mit normalen Familienspielen
> vergleichbar und
> schon gar nicht mit Rollenspielen usw. (jeder der schon mit
> Kindern Spiele
> getestet hat, weiß das).

Journalistisch gesehen habe ich etwa acht Jahre kontinuierlich für den »Südkurier« über Spiele geschrieben; ebenso fielen in diesen Zeitraum Veröffentlichungen (u. a.) in den »Kieler Nachrichten«, in der »Woche« und in der »Zeit« - darunter waren durchaus auch etliche Kinderspiele.
Einerseits über eine fremde Person zu schreiben, sie sei »mir vorher nicht bekannt« gewesen, und anderseits zu erklären, sie »habe noch nie etwas über
Kinderspiele geschrieben«, halte ich daher für eine ziemliche Frechheit.

Ebenso ist es nicht eben logisch, aus einer auch vorhandenen Fachkompetenz im Bereich der Rollenspiele auf den Mangel derselben im Segment der Kinderspiele zu schließen.

> Seit letztem Jahr habe ich auch keinen Artikel von ihm über
> Kinderspiele gelesen (außer ein paar über Rollenspiele).

Da hast du allerdings recht. Aus Gründen beruflicher Anspannung und letztlich auch aufgrund meiner Tätigkeit als Beirat, die nicht nur schön, sondern auch zeitintensiv ist, bin ich in letzter Zeit kaum noch zum Schreiben gekommen. Naturgemäß hat sich die Zahl der Kinderspiele, die getestet werden müssen, enorm erhöht. Mir war es in dieser Zeit wichtiger, mit Kindern zu spielen, als meine daraus gewonnenen Erkenntnisse einem breiteren Publikum in Form von Rezensionen mitzuteilen.
Im übrigen dient der Beirat vorwiegend der Stärkung der Fachkompetenz der Jury. So müssen sich die Beiräte gar nicht unbedingt journalistisch hervortun. Beispielsweise versteht sich Renate Fuchs (die ich für äußerst kompetent halte) als Vertreterin der Schweizer Ludotheken explizit NICHT als Journalistin.

> Auch wenn die Jury immer das Gegenteil behauptet (denn für
> mich waren auch die Entscheidungen der Jury bei Kinderspielen
> in den letzten Jahren nicht wirklich nachvollziehbar - oder
> was macht z.B. ein Max Mäuseschreck auf der Liste).

Für »Max Mäuseschreck« habe unter anderem ich mich stark gemacht (was dir jetzt bestimmt dein schlechtes Bild von mir bestätigt). Tatsächlich haben wir bei diesem Spiel genau das gemacht, was du oben forderst: es intensiv mit Kindern gespielt. Und es ist genau deshalb auf der Liste, weil es in seiner Zielgruppe enorme Begeisterung ausgelöst hat, während Erwachsene die Spielidee sicherlich als »dünn« empfinden können (weshalb das Spiel auch nicht zu den drei nominierten Titeln gehört hat).

> Wäre schön, wenn jemand Licht in das Dunkel bringen könnte.

Insgesamt finde ich, gibt es hier gar nicht so viel zu erhellen. Die Jury-Mitglieder und Beiräte stehen hinter ihren Entscheidungen, was auch daran ersichtlich wird, dass auf der Homepage sogar die komplette Postanschrift inklusive Telefonnummer veröffentlicht wird - während man sich hier ja ach so gut anonymisieren kann.

Insofern finde ich es leider in jeder Hinsicht erbärmlich, hier als Person zum Negativgegenstand öffentlicher Diskussionen gemacht zu werden.
Sollte jemand ein tieferes Problem mit mir haben, möge er dies bitte mit mir persönlich ausmachen (dasselbe gilt sicher auch für alle anderen Jury-Beteiligten und deren Entscheidungen).
Die Möglichkeit dazu besteht jedenfalls.

Sich sehr wundernd,
Wolfgang Sautter


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