Frank schrieb:
> was nützt mir die "offizielle rezi", wenn sie besser
> ausfällt, als sie hätte sein dürfen, weil der rezensent
> vielleicht schon des öfteren ein bierchen mit dem
> betreffenden verlagsmenschen, autor oder "was auch immer"
> getrunken hat und man sich nett findet und nicht richtig
> wehtun will und kann ?
Nein, Widerspruch. Ich würde niemals ein Spiel loben, wenn es das nicht verdient hätte. Unabhängig davon, ob ich den Autor, Verlag oder einen Testspieler mag. Ebenso das Gegenteil. Ich behaupte mal, das trifft auf so ziemlich alle Rezensenten zu. Ob im Web oder für ein Printmedium ist dabei völlig unerheblich.
> nicht vergessen, es ist eine überschaubare szene und man
> kennt sich ! :-)
Hm, auch das stimmt so nicht. Von unseren Rezensenten zum Beispiel tobt sich nur ein Bruchteil in der Szene. Und das ist gut so, schließlich wollen wir für alle schreiben und nicht nur für Freaks, wie es meiner Meinung nach bei anderen Angeboten zum Teil ist.
> ein rezensent, einer sehr bekannten seite oder zeitschrift,
> ist dieser (sicherlich unterbewußten !) persönlichen
> dimension naturgemäß wesentlich eher ausgesetzt, als der ganz
> normalen spieler, der einfach nur seinen senf dazugibt und
> seinem herz luft macht.
Hm, auch bei Spielern gibt es Abneigungen oder Begeisterungen je nach Vorlieben oder schlechten Erfahrungen. 2F hat sicher einen Bonus hier im Forum, der dazu führt, dass die Spiele zum Teil überbewertet werden. Gleiches gilt für Alea-Produkte, die nicht selten schon vor Veröffentlichung über den grünen Klee gelobt werden. Oder Beispiel Bohn Hansa, das innerhalb kürzester Zeit trotz viel Lob hier meiner Erfahrung nach keinen mehr interessierte. Deshalb sind Rezensionen, so sie denn tatsächlich auf Grundlage mehrerer Spiele in möglichst verschiedenen Gruppen geschrieben werden, einfach "objektiver", wobei das hier im Sinne von fundierter stehen soll.
> exakt das meinte ich ja damit, daß es dort auf seine art
> irgendwie demokratischer ist.
*provozier* Das Volk ist dumm.
> abschließend aber nochmal zum eigentlichen thema von peter
> zurück, es spricht absolut gar nichts dagegen, sich erstmal
> auf boardgamegeek oder der luding-seite umzutun und diese als
> basis für archäologische spielestudien und potentielle
> ebay-schnäppchen zu nutzen, um danach dann den links zu
> folgen, die man dort findet. ich kann also nicht wirklich
> verstehen, wieso sich gegen diese empfehlungen zarte
> opposition gebildet hat !
Es ging um die Begründung, nicht um die Tatsache als solche ;-)
Übrigens bin ich der Meinung, dass eine gute Rezension immer die Zielgruppe berücksichtigt. Das bedeutet im Gegensatz zu simplen Benotungen von vielleicht hundert Spielern, dass der Adressat tatsächlich weiß, warum ein Spiel interessant ist oder nicht. Wer keine Stichspiele mag, wird ein Spiel eben schlecht bewerten. In einer Rezension sollte trotz persönlicher Abneigung des Rezensenten heraus kommen, dass und warum es ein gutes oder schlechtes STICHspiel ist. Deshalb kann ich persönlich Spiele gut bewerten, die mir nicht gefallen und im Gegenzug - auch wenn es hier natürlich schwerer ist - Spiele schlecht bewerten zumindest an passender Stelle Kritik anbringen), die mir gefallen. Und das geht bei einer simplen Benotung einfach nicht. Im Gegenteil. Was nützt es dir, wenn hundert Spieler abstimmen, die keine abstrakten Spiele mögen, während die zehn aus der Zielgruppe eine super Note geben. Der Durchschnitt wird wohl bei 4,6 oder so liegen. Tolle Hilfe.
Michael
(ist deshalb eh gegen Noten, hallo Jost ;-) )