Beitragvon Kathrin Nos » 7. Juni 2004, 11:28
Hallo Jost und alle anderen, die noch mitlesen,
"Jost Schwider" hat am 07.06.2004 geschrieben:
> "Kathrin Nos" hat am 04.06.2004 geschrieben:
>> Bis auf das von mir genannte Beispiel
>> hat es auch immer sehr gut funktioniert, allerdings waren
>> die anderen Leute zumindest schon siedlererfahren (was
>> meine Schwiegereltern nicht sind). Aber wenn man über das
>> Spiel des Jahres diskutiert, ist dies nicht unbedingt eine
>> Voraussetzung.
>
> Was meinst du hier genau? Dass Catan-Erfahrung speziell
> nicht vorausgesetzt werden darf? Oder dass das SdJ-Clientel
> durch Spielanleitungen [i]wie bei Catan[/i] schon
> überfordert wären? (Zur Erinnerung: Alles auf 1 Blatt!)
In dem Zusammenhang meines Postings meine ich, dass die Komplexität von San Juan für die anderen Spieler, mit denen wir San Juan gespielt haben, kein Problem war. Um jedoch zu differenzieren, welche unterschiedliche Spiele-Erfahrung vorhanden ist, habe ich die Siedler, denen man sicher eine auch nicht zu unterschätzende Komplexität zusprechen kann, als Referenz zitiert.
Generell auf das Spiel des Jahres gemünzt, ist die Fragestellung zur Komplexität eines Spieles, das Spiel des Jahres werden soll, ungleich schwieriger. Ganz drastisch: Wir sind uns sicher alle einig, dass ein Civilization (nicht das Boardgame, auch wenn dieses hier ebenfalls als Beispiel passen würde) oder Zeitalter der Renaissance zu komplex für ein Spiel des Jahres wäre. Man möchte jedoch auch etwas komplexeres oder zumindest interessanteres/innovativeres als Kniffel bieten.
Der Ansatz, den Einstieg über eine 1-Blatt-Übersicht oder ähnliches zu erleichtern, ist meiner Meinung nach exzellent für Leute, die nicht so regelerfahren sind wie viele hier im Forum. Es ist ja z.B. auch bei Computerspielen gang und gäbe, dass Tutorien zum Spiel gehören, in denen man die Bedienung und alles andere beim und durch Spielen lernt (wobei ich persönlich seit Jahren kein grösseres Computerspiel mehr gespielt habe, komme wegen des vielen Spielens am Tisch nicht dazu).
Ich denke, die Siedler von Catan waren auch in dieser Hinsicht wegweisend, was Spieleinstieg und Regelgestaltung angeht. Das andere Spiel des Jahres, das in den letzten 10 Jahren herausragend war - Carcassonne - hatte eher Probleme mit der Regel, siehe die verschiedenen Regeln zur Bauernwertung. Damit will ich nicht sagen, dass die Carcassonne-Regeln schlecht sind (sonst hätte Carcassonne ja nicht den meiner Meinung nach hochverdienten Erfolg), sondern die Leistung von Kosmos und Klaus Teuber mit den Siedlern nochmal besonders hervorheben.
Wie schon an anderer Stelle erwähnt habe ich schon mehrfach erlebt, dass selbst Spieler, die komplexe Spiele (auch z.B. Puerto Rico) problemlos mitspielen, vor der Regellektüre zurückscheuen. Zitat eines Mitspielers: "Lasst uns Tadsch Mahal spielen. Es steht bei mir daheim schon so lange herum. Ihr könnt ja die Regeln erklären, dann brauche ich sie selbst nicht zu lesen."
Alles Gute wünscht
Kathrin.