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Chaese und Koenigspaar - Wie sind die?

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peer

Chaese und Koenigspaar - Wie sind die?

Beitragvon peer » 15. Juni 2004, 06:56

Hi,
Die Cardchessspiele "Kaese, Maeuse, Chaos" und das Koenigspaar sehen ja gut aus - wie spielen die sich?

ciao
peer

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Erhard Portner
Kennerspieler
Beiträge: 504

"Mäuse Chaos"

Beitragvon Erhard Portner » 15. Juni 2004, 22:35

Hallo Peer,

gerade heute habe ich meine erste Partie "Mäuse Chaos" gespielt. Zweifelsfrei hat das Spiel ganz tolles Material! Wie so häufig bei Spielen, die toll aussehen, vermag dann der Spielmechanismus nicht so ganz Schritt zu halten. (Jedenfalls drängte sich mir dieser Eindruck nach meiner ersten Partie auf.) Ansonsten ließ das Spiel aber erahnen, dass es (zu viert) auch ungemein spaßig werden könnte. (Jedenfalls freue ich mich auf eine Partie zu viert.) Manche Regeln sind jedoch interpretationsbedürftig. Wenngleich der Spielmechanismus auch nicht so ganz mein persönlicher Fall ist, ist "Mäuse Chaos" sicherlich nicht "Käse", sondern durchaus eine Empfehlung wert.

Mit verspielten Grüßen Richting Thailand
Erhard

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Steffen S.

[PEEP] Käse-Mäuse-Chaos

Beitragvon Steffen S. » 16. Juni 2004, 13:49

Hallo Peer,

ich hatte beim Spielewochenende auf der Alb, das Klaus Palesch Jahr für Jahr organisiert, die Gelegenheit, Käse-Mäuse-Chaos zu spielen. Mir wurde auch die "Ehre" zuteil, die Regel lesen zu dürfen, sowie Runden zu erklären, die das Spiel ausprobieren wollten.Eine kurze Zusammenfassung, die immerhin auf 8 Personen beruht.

1. Das Material: Traumhaft, vielleicht das Aufwändigste, was mir persönlich je unter die Spielerfinger gekommen ist. Kuriosum: Die Käsestücke, die in der Mitte auf dem Tisch liegen, sind sogar reine Dekoration!

2. Zur Regel: Die Regel ist relativ kurz gehalten - zu kurz. Zum einen sind Teile des erlaubten Zugmöglichkeiten nur nach dem Prinzip "was nicht verboten ist, ist erlaubt" abzuleiten, zum anderen sind manche Formulierungen sehr schwammig. Was sind "liegende" Stuhlbeine? Aufliegende? Alle Stuhlbeine eines liegenden Stuhls? Oder bezieht sich das nur auf die Querverstrebungen, wie der Großteil des übrigen Textes? Zudem kommt, dass die Regel weitestgehend im Blocktext geschrieben ist, also wenig strukturiert. Das Auffinden bestimmter Erklärungen wird dadurch erhebnlich erschwert. Größtes Manko dürften die fehlenden Beispiele sein: Einige Bilder mit Spielsituationen+Erläuterungen wären ein Segen gewesen.

3. Zum Spiel selbst: Es geht darum, Mäuse der eigenen (verdeckt gezogenen) Farbe, ins eigene Versteck zu bekommen. Dieses hat man vor sich im Eck, und es nimmt 4 Mäuse auf. Eine Maus sitzt zu Spielbeginn bereits darin - ihre Farbe ist allerdings bis zum Ende unbekannt (kann man nur an der Unterseite sehen). Ist man am Zug, muss man einen Käsehalter (das sind 6 kuchenstückförmige Abdeckunge, die zu Spielbeginn in der Mitte auf dem Tisch stehen) aufdecken. Die Zahl, die in diesem aufgedruckt ist, gibt an, wie weit ich den Käsehalter bewegen darf. Auch die nachfolgende Bewegung einer Maus erfolgt nach dieser Zahlenangabe. Fange ich mit einem Käsehalter eine Maus (drüber stülpen), darf ich sie mir verdeckt anschauen (Farbe auf der Unterseite). So erschließt sich langsam, welche zu mir gehören. Das sollte ich mir tunlichst merken!
Außerdem dürfen auch Katzen und Stühle bewegt werden. Katzen jagen Mäuse zurück unter den mittigen Tisch, Stühle blockieren u.U. die Laufwege von Tier und Käsehaltern. Die Details dazu lass ich mal aus.
Habe ich 4 Mäuse in meinem Versteck, decke ich diese auf. Dabei kann es passieren, dass Mäuse anderer Spieler ins Versteck getrieben wurden. Diese muss ich dem Betreffenden weitergeben. Ggf. kann passieren, dass dadurch schlagartig ein anderes Versteck gefüllt wird, wo dann erneut aufgedeckt wird. Sollte ein Spieler alle 4 Mäuse seiner Farbe aufdecken, hat er gewonnen.

4. Wie kam es an? Zum einen muss erkannt werden: Das Spiel hat einen erheblichen Memory-Effekt. Käsehalter-Werte und v.a. Mäusefarben sollten gemerkt werden. Wird eine Maus durch den Käsehalter, den man bewegen möchte, verdeckt, darf man sich auch diese bei Zugbeginn anschauen - also sollte man sich auch diese Situationen merken. Vielleicht lag es an meiner Abneigung gegen solche Memory-Effekte, aber irgendwie fiel das Spiel bei uns total durch. Zum einen ist das Chaos wirklich groß, zum anderen ist das Umverteilungs-Spielende eher unbefriedigend. Wer zufällig die Maus seiner eigenen Farbe im Versteck sitzen hat (1 sitzt zu Beginn ja schon drin, s.o.), hat schon einen Vorteil. Das ganze Hin- und Hergejage der Mäuse wirkt eher abwechslungsarm, dazu kommen permanente Regelproblemchen. Mitunter ist ein Spieler völlig blockiert, weil die Gegnerschaft einen Ring aus umgelegten Stühlen um sein Versteck (oder seine Maus) gezogen hat. Und das Spielende gleicht einer Wundertüte: Irgendwann erbarmt sich eben ein Spieler, ein Versteck zu füllen. Dann beginnt das große Daumen drücken, welche Farbe(n) der Spieler aufdeckt. Das Verlierrisiko (Mausweitergabe!) bei Spielende führt gerne dazu, dass die Spieler die Mäuse lange Zeit unmotiviert in der Gegend herumschieben, und nur die seltenen Gelegenheiten nutzen, wenn eine eigene Spielerfarbe ins Versteck bugsierbar ist. So weit ist das noch verständlich.Einen Vorteil hat daher in jedem Fall, wer früh seine eigenen Mäuse per Käsehalter erwischt. Wer jedoch zu offensichtlich eine Maus nach vorne pusht riskiert, dass diese zugeordnet und völlig blockiert wird. Also doch eher belanglos agieren???
So schiebt man die Mäuse und Halter duch die Gegend, hofft auf freie Bahn, blockiert mit Stühlen, und hat doch nie den Eindruck, irgend etwas Entscheidendes tun zu können. Fakt war: 3 Runden gespielt, 3mal durchgefallen. Immerhin: Als Zierde fürs Regal taugt das Spiel dank dem Material auf jeden Fall. Ob das für 35 € Anschaffungspreis entschädigt....?

Gruß,
Steffen

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Jeff Widderich

Re: [PEEP] Käse-Mäuse-Chaos

Beitragvon Jeff Widderich » 16. Juni 2004, 18:10

Hallo Steffen,

Käse ist sehr sehr schwer zu verdauen. Ich verstehe das Problem ganz genau.

Wenn mann das Spiel spielt mit die Erfahrungen die man von anderen Spielen gesammelt hat, dann würde mann ständig die Mitspieler mit Stühlen und Katzen blockieren (Schach) und nur seine eigene Mäuse in sein eigenes Nest bringen.(Mensch ärgere dich nicht)

Käse sollte nicht so gespielt werden und es ist in diesem Fall ein reines glück Spiel. Das war nicht die Idee vom Concept. Wenn man die merkwürdige Strategie versteht, dann kann man Käse kontrollieren und gezielt jedesmal gewinnen. Der Glücksfactor wird vom Spiel entfernt wenn man offensive spielt und gezielt Mäuse beim Gegner unterbringt. Wenn ein Spieler angst hat eine verkehrte Maus beim Gegner unterzubringen dann wird dieser Teilnehmer des Spieles das Spiel nie geniessen oder gewinnen.

Sitzt bei euch am Tisch einer der nur offensive spielt und ständig Mäuse (richtige und verkehrte Mäuse) zu seinem Vorteil unterbringt dann haben die anderen Spieler überhaupt keine Chance eine Partie zu gewinnen.

Beispiele:

Ich entdecke ein Maus in die Ecke die gegenüber von mir ist. Ich würde es sofort in diesem gegnerischen Nest unterbringen und es nicht nach Hause schleppen. (Wenn man gegen Spieler spielt die offensive spielen gibt es nicht genügend Zeit.) Jetzt habe ich ein persönliche Intresse zu zusehen das dieser Nest Voll wird.

Ein Spieler hat ein riesengrosse Intresse in eine Maus ( Ich kenne die Farbe dieser Maus nicht). Ich würde die Maus bei einem Mausloch rausbringen (wenn möglich) und in dem gegnerischen Nest mit den wenigsten Mäuse unterbringen. Das Nest muss erst voll sein bis die Maus an denn Gegner wieder abgegeben wird. Ich kann das verhindern.

Wir sind mitten drinn in ein Spiel. Ich habe bis jetzt noch nie eine Maus von meiner Farbe gesehen. Ich werde sofort irgend eine Maus bei den Spielern unterbringen die schon drei im Nest haben, da es so aussieht als wenn meine Farbe nicht mehr auf dem Fussboden anwesend ist. Beim Umtauschen werde ich hoffentlich gewinnen da meine farbe an mir zurück kommt.

Ich plaziere gleich am Anfang des Spieles zwei fremde Mäuse bei mir im Nest.( Beim Endspeil ist es sehr wichtig das man sich erinnert welche Maus welche Farbe hat. Jetzt versuche ich keine andere Maus in mein Nest reinzulassen. Jetzt kontrolle Ich zwei von den drei Spieler. Jetzt vesuche ich meine Farbe langsam überall bei den Gegnern unterzubringen. Beim Umtauschen sollte Ich gewinnen da ich zwei Mäuse gezielt und zeitmässig zuruckgeben kann.

Das sind nur eine Handvoll von Beispiele wie man das Spiel kontrollieren kann und seine Chance verbessern kann um zu gewinnen, sogar dann wenn man die Farben von den Mäuse nicht kennt. Käse ist sehr mathematisch gestalltet und hat sehr wenig mit Glück zu tun. Das Spiel verlangt ein Process vom Spieler ganz anders zu spielen und umzudenken.

Wenn vier Spieler sich hinsetzen und alle verstehen wie man das Spiel zu seinem Vorteil beeinflüssen kann, dann ist es ein sehr anstrengendes wunderscöhnes Erlebnis.

Jeff Widderich

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Steffen S.

Re: [PEEP] Käse-Mäuse-Chaos

Beitragvon Steffen S. » 16. Juni 2004, 21:31

Hallo Jeff,

die Taktik, Mäuse in Gegnerverstecken unterzubingen, ist uns keineswegs entgangen. Ich habe auch nicht behauptet, dass der Glücksfaktor extrem hoch sei, ich sprach nur von einem Merkfaktor. Offensives Spiel ist sicher möglich, aber wenn alle es tun, wird es wahrscheinlich wieder belanglos. Auch viele deiner Aussagen beruhen auf Spekulation und Wahrscheinlichkeiten, wozu sich ein gewisser Zufallsfaktor bei der Weiterverteilung der Versteckmäuse gesellt. Uns entging daher der Spielreiz völlig. Diese Ansicht muss natürlich niemand teilen, akzeptieren (als persönlichen Eindruck unserer Runden) reicht mir schon.

Gruß,
Steffen (akzeptiert auch gerne Gegenmeinungen!)

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Jeff Widderich

Re: [PEEP] Käse-Mäuse-Chaos

Beitragvon Jeff Widderich » 16. Juni 2004, 23:40


Hallo Steffen,


die Taktik, Mäuse in Gegnerverstecken unterzubingen, ist uns keineswegs entgangen.

Sehr gut

Ich habe auch nicht behauptet, dass der Glücksfaktor extrem hoch sei, ich sprach nur von einem Merkfaktor.

Memoryspiele sind Geschmackssache


Offensives Spiel ist sicher möglich, aber wenn alle es tun, wird es wahrscheinlich wieder belanglos.

Nein. Die endlossen Möglichkeiten bitten einen neuen Weg zum Sieg .Man muss in Käse neue Theorien ausprobieren. Deine drei Gegner werden sich etwas neues einfallen lassen jedesmal.

Auch viele deiner Aussagen beruhen auf Spekulation und Wahrscheinlichkeiten,

Spekulation und die Wahrscheinlichkeiten kalkulieren sind ganz genau wie man in Käse gewinnt oder auch schauderhaft verliert.

wozu sich ein gewisser Zufallsfaktor bei der Weiterverteilung der Versteckmäuse gesellt.

Wir nennen diese Muttermäuse. Dan fang das Spiel an, das jeder die richtige Muttermaus hat.

Uns entging daher der Spielreiz völlig. Diese Ansicht muss natürlich niemand teilen, akzeptieren (als persönlichen Eindruck unserer Runden) reicht mir schon.

Das Umtauschen von Mäuse am Ende des Spieles ist im Vorraus bestimmt bei
der Tätigkeit aller Spieler während des Spieles. Man hat einen riesengrossen Einfluss, das Problem ist die Mitspieler haben ihre eigene Idee was richtig ist.


Gruß,
Steffen (akzeptiert auch gerne Gegenmeinungen!)

Es freut mich sehr das Ihr das Spiel "richtig" gespielt habt. Es war sehr wichtig für
mich ganz sicher zu sein das ihr nicht" Mensch ärgere dich nicht" mit Käse gespielt habt, sondern auch einige Feinheiten des Spiels ausprobiert und erlebt hatten. Merkspiele sind nicht für alle die beste Spielart aber ich habe versucht mit Käse einige extra Besonderheiten einzubauen die Abwechselungsreich sind fur alle.

Käse ist ganz sicher ein Spiel das überanalysiert werden könnte. Spass haben und offensive Spielen macht das Spiel entzückend. Kinder und Jugendliche spielen Käse ohne Angst und so offensive das man aufpassen muss nicht hinterlassen zu werden.

Jeff Widderich ( braucht auch Gegenmeinungen!)

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Jan Ostmann

Re: [PEEP] Käse-Mäuse-Chaos

Beitragvon Jan Ostmann » 17. Juni 2004, 04:26

Hallo Steffen,

ich habe von dem Spiel eine ganz andere persönliche (!) Meinung! Ich finde das Spiel nämlich nicht nur optisch sondern auch spielerisch sehr reizvoll. Und ich muss bei dieser Feststellung immer an die Messe in Essen denken: Dort konnte ich den - optisch noch viel reizvolleren - Prototypen spielen und während des Spiels sagte man uns, dass wir zu "detusch" spielen würden. D.h. zu kopflastig. :-)

Ich gehe seither an das Spiel so heran, dass ich es aus dem Bauch heraus spiele, mich diebisch darüber freue anderen meine Mäuse unter zu jubeln, sie kurz vorm Ziel mit Hilfe einer Katze wieder in dei Mitte unter dem Tisch zu jagen, den Stuhl durch die Gegend zu tragen und wieder einmal gemerkt zu haben, dass unter diesem Käsehalter nun doch keine Maus war oder ich eine Maus für die einer anderen Farbe gehalten habe.

Mäuse-Chaos ist chaotisch und dennoch auch mit gewisser Taktik zu spielen. Man darf nur nicht zu kopflastig dabei werden, sndern muss sich an dem bunten Treiben erfreuen.

Letztens habe ich mit meiner Freundin eine knappe Partie gespielt. Nur noch zwei Mäuse waren in der Küche. Jeder hat seine Maus so schnell wie möglich versucht nach hause zu bringen, was mir am schnellsten gelang. Ich drehte die Maus um und siehe da: es war die falsche. Dabei waren wir beide fest überzeugt die jeweils richtige Farbe zu lenken. Nach einem 5-minütigen Lachanfall saßen wir immer noch mit einem breiten Grinsen vor dem Spielbrett.

Wer solche Momente der Überraschungen liebt, der wird auch Mäuse-Chaos lieben. (Meiner Meinung nach!)

Und wer das Spiel dann dennoch nicht mag, der kann ja mal die Stühle stapeln, die Katzen und Mäuse dort mit unterbringen und so ein wunderschönes, plastisches Stilleben aufbauen. :-)

NiceDice, Jan


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